Bahia-Rosenholz

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Bahia-Rosenholz
Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Dalbergieae
Gattung: Dalbergien (Dalbergia)
Art: Bahia-Rosenholz
Wissenschaftlicher Name
Dalbergia decipularis
Rizzini & Matt.

Das Bahia-Rosenholz (Dalbergia decipularis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Dalbergien (Dalbergia) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Es kommt in Brasilien vor. Es liefert ein rosafarbenes Holz, das aufgrund der besonderen Farbe und Qualität als sehr wertvoll gilt. Der Name Rosenholz leitet sich vom rosenähnlichen Duft des frisch aufgeschnittenen Holzes sowie wohl auch von seiner schnell verblassenden intensiv rötlichen Farbe ab. Nach dem brasilianischen Exporthafen Bahia, von dem aus es im 18. und 19. Jahrhundert hauptsächlich verschifft wurde, wird es auch Bahia-Rosenholz genannt. Seit Januar 2017 unterliegt es dem Washingtoner Artenschutzabkommen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Dalbergia decipularis wächst als Baum und erreicht Wuchshöhen von bis zu 10 Metern sowie Stammdurchmesser von bis 0,5 Metern.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dalbergia decipularis ist ausschließlich in Brasilien heimisch.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosenholz
Maserung

Die Holzfarbe ist ein gelbliches Rosa mit unregelmäßigen rötlichen Streifen, das Splintholz (die relativ junge, äußere Schicht unter der Rinde) gelblich. Das Holz ist sehr hart, dicht und spröde, es lässt sich gut bearbeiten und polieren. Die Resistenz gegenüber Pilzen und Insekten ist groß.

Wegen seiner sehr geringen Lichtechtheit wird Rosenholz nur in lichtgeschützten Anwendungen zumeist im Inneren von Möbeln verarbeitet, denn unter Einfluss von Sonnenlicht verwandelt sich das Rot sehr schnell in ein strohiges und strukturloses Gelb.

Rosenholz galt schon im Möbelbau des 18. Jahrhunderts als besonders wertvolles und teures „Pfundholz“, das wegen seiner Seltenheit nach Gewicht gehandelt wurde, und nicht – wie sonst allgemein üblich – nach Rauminhalt. Sein vergleichsweise hoher Preis erlaubt selten den Einsatz als Vollholz; es wird für Profile, furnierte Flächen und Intarsien verwendet. Das Holz wird im Möbelbau, für luxuriöse Kleinobjekte wie Humidore und für die Herstellung von Musikinstrumenten genutzt. Im Gitarrenbau werden zuweilen Zargen und Boden statt aus Ahorn oder Palisander aus Rosenholz gefertigt; Barockblockflöten bestehen häufig aus Rosenholz.

Verwechslungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Einführung dieses Holzes in den europäischen Markt im 16. Jahrhundert wurde das englische Wort Rosewood fälschlich immer wieder als Rosenholz ins Deutsche übersetzt. Im englischen Sprachgebrauch wird der Begriff Rosewood als Oberbegriff für fast alle im Deutschen als Palisander bezeichneten Hölzer der Gattung Dalbergia verwendet. Um begriffliche Klarheit zu schaffen, werden die Arten fast immer mit einer geografischen Herkunftsbezeichnung präzisiert:

Abweichend von dieser Logik wird Bahia-Rosenholz (Dalbergia decipularis) im Englischen als Brazilian Tulipwood bezeichnet, was die Abgrenzung zum Holz des nordamerikanischen Tulpenbaums (Liriodendron tulipifera), englisch Tulip Tree erschwert.

Brazilian Rosewood hingegen bezeichnet im Englischen ein anderes Holz der Gattung Dalbergia, und zwar Dalbergia nigra, im Deutschen Rio-Palisander genannt.

In alten Büchern findet man den Irrtum, dass Bahia-Rosenholz von der Art Dalbergia frutescens (englisch Brazilian Tulipwood, Synonym Dalbergia variabilis) geliefert würde.

Die Handelsnamen Tulipwood und Pinkwood bezeichnen im Holzhandel allgemein Palisanderarten. Das französische bois de rose kann sich auch auf die Baumart Aniba rosaeodora (Lorbeergewächse) beziehen.

Schutzstatus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Januar 2017 unterliegt Dalbergia decipularis gemeinsam mit den übrigen Arten der Gattung Dalbergia dem Washingtoner Artenschutzabkommen, und wird zusammen mit allen anderen Dalbergien im Anhang II aufgeführt; einzige Ausnahme ist bisher der Rio-Palisander (Dalbergia nigra), der aufgrund größerer Bedrohung durch Aufnahme in Anhang I stärker geschützt wird.[4]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Spannagel. Der Möbelbau. ein Fachbuch für Tischler, Architekten Lehrer... Reprint der 10. Auflage 1954, Verlag Th. Schäfer, ISBN 3-88746-062-6, S. 45.
  • Michael Stürmer: Handwerk und höfische Kultur, Europäische Möbelkunst im 18. Jahrhundert. Verlag C. H. Beck München 1982, ISBN 3-406-08284-X (Kapitel V: Furniere, Farben, Polituren.).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. [2]
  3. [3]
  4. CITES-Listungen der Anhänge I, II und III (Stand: 4. April 2017). Abgerufen am 6. April 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]