Bahnhof Baden-Baden

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Dieser Artikel Dieser Artikel beschreibt die heutige Bahnstation in Baden-Oos. Zum ehemaligen Kopfbahnhof in Baden-Baden siehe Alter Bahnhof (Baden-Baden).
Baden-Baden
Bahnhof Baden-Baden IMGP7382.jpg
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung RBB[1]
IBNR 8000774
Kategorie 3[2]
Eröffnung 1844[3]
Profil auf Bahnhof.de Baden-Baden
Architektonische Daten
Baustil Historismus
Lage
Stadt/Gemeinde Baden-Baden
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 47′ 26″ N, 8° 11′ 27″ OKoordinaten: 48° 47′ 26″ N, 8° 11′ 27″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Baden-Württemberg
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Der Bahnhof Baden-Baden ist ein ICE-Halt in Baden-Baden und seit Stilllegung des dortigen Stadtbahnhofs der einzig verbliebene Bahnhof in der Stadt. Er befindet sich am Streckenkilometer 105,3 der Rheintalbahn im Baden-Badener Stadtteil Oos.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Mai 1844 eröffnete die Badische Staatseisenbahn an der Badischen Hauptbahn (Rheintalbahn) bei der westlich von Baden-Baden gelegenen Gemeinde Oos einen Bahnhof. Er besaß zunächst ein kleines hölzernes Empfangsgebäude. Ein Jahr lang mussten die Fahrgäste von Oos mit Pferdeomnibussen nach Baden-Baden befördert werden, bis schließlich am 27. Juli 1845 die Stichstrecke von Oos nach Baden-Baden eröffnet wurde, die nahe dem Stadtzentrum an einem Kopfbahnhof endete, der den Namen Baden erhielt.[3] Diese Strecke führte zunächst in Richtung Norden aus dem Bahnhof heraus.[7]

1904 wurde der Bahnhof Oos etwa 500 m nach Süden verlegt; seitdem verläuft auf der ehemaligen Trasse der Strecke ins Stadtzentrum die Ooser Bahnhofstraße. Bis zu ihrer Stilllegung führte die Stichstrecke fortan in südlicher Richtung aus dem Bahnhof. Mit dem Verlegen des Bahnhofs entstand auch das heutige Empfangsgebäude.[8] In der Folgezeit wurde die Bezeichnung des Bahnhofs mehrfach geändert[9]:

Jahr Bezeichnung
bis 1908 Oos
ab 1908 Baden-Oos
ab 1928 Baden West
ab 1937 Baden-Oos
ab 1977 Baden-Baden

Von 1926 bis 1949 fuhr vom Durchgangsbahnhof eine Straßenbahnverbindung nach Lichtental, die 1949 ein Oberleitungsbus ersetzte, dessen Betrieb 1971 eingestellt wurde. Nach der Elektrifizierung der Rheintalbahn und der Stichstrecke am 27. Mai 1958 verkehrten auf der Stichbahn vor allem Elektrotriebwagen. Der Betrieb wurde mit dem 25. September 1977 eingestellt und die Eisenbahninfrastruktur weitgehend abgebaut. Der bisherige Bahnhof Baden-Oos wurde in der Folge in Baden-Baden umbenannt.

Im Zuge des viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Karlsruhe–Basel unter dem Projekttitel Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel wurden zwischen 1997 und 2005 die Bahnanlagen und das Empfangsgebäude grundlegend modernisiert. Die Bahnsteige wurden dabei durch Aufzüge barrierefrei zugänglich gemacht, die Fassade neu gestrichen und der Innenraum erneuert. Diese Renovierung kostete insgesamt etwa 14,9 Millionen Euro. Für die Modernisierung gewann die Stadt Baden-Baden die „Auszeichnung für beispielhaftes Bauen 2008“ der Architektenkammer Baden-Württemberg.[8]

Der Verein Allianz pro Schiene verlieh dem Bahnhof 2010 den Titel „Bahnhof des Jahres“ in der Kategorie Kleinstadtbahnhof.

Im Frühjahr 2013 ging am Bahnhof Baden-Baden das erste Mini-Blockheizkraftwerk an einem DB-Bahnhof in Betrieb. Durch gleichzeitige Nutzung des Brennstoffs zur Strom- und Wärmeproduktion wird der Schadstoffausstoß deutlich reduziert, die Energiekosten sinken.[10]

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof verfügt über fünf Bahnsteiggleise. Das Gleis 1 befindet sich am Hausbahnsteig, die Gleise 2 und 3 an einem Mittelbahnsteig. Die Gleise 4 und 7 liegen an zwei Seitenbahnsteigen. Zwischen diesen beiden Bahnsteiggleisen befinden sich die beiden durchgehenden und mit 250 km/h befahrbaren Hauptgleise 5 und 6 der Schnellfahrstrecke, die unter anderem von durchfahrenden ICE-Zügen genutzt werden. Alle Bahnsteige sind durch zwei Unterführungen zugänglich. Das Empfangsgebäude beherbergt ein DB-Reisezentrum, zwei Cafés, eine Buchhandlung, einen Geldautomaten sowie ein Hotel.

Der Busbahnhof befindet sich östlich des Empfangsgebäudes und ist durch einen überdachten Zugang direkt mit dem Bahnsteig 1 verbunden. Von dort bestehen unter anderem Omnibusverbindungen ins Stadtzentrum. Die Buslinien werden von der Baden-Baden-Linie (BBL) betrieben.

Nördlich des Bahnhofs, bei Streckenkilometer 101, endet der auf vier Gleise ausgebaute Abschnitt der Rheintalbahn.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Bahnhof Baden-Baden halten täglich 143 Züge, 43 davon sind Fernverkehrszüge[8], und er wird von 6800 Fahrgästen pro Tag genutzt. Seit dem 23. März 2012 wird der Bahnhof Baden-Baden auch von einem täglichen TGV-Zugpaar auf der Linie Frankfurt am MainMarseille angefahren.[11][12] Er wird regelmäßig auch vom Regionalverkehr der Deutschen Bahn AG (DB) bedient. Außerdem ist er Halt von zwei Linien der Stadtbahn Karlsruhe, die von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) betrieben werden.

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf Taktfrequenz
ICE 12 BerlinBraunschweigGöttingenKassel-WilhelmshöheFuldaFrankfurt (Main)MannheimKarlsruhe – (Baden-Baden –) OffenburgFreiburgBasel SBB einzelne Züge
ICE 20 (Kiel –) Hamburg-AltonaHannover – Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe – Frankfurt (Main) – Mannheim – Karlsruhe – Baden-Baden – Freiburg – Basel – ZürichChur zweistündlich
ICE 43 (DortmundHagenWuppertal –) KölnFrankfurt Flughafen Fernbf – Mannheim – Karlsruhe – (Baden-Baden –) Offenburg – Freiburg – Basel SBB einzelne Züge
TGV 84 Frankfurt (Main) – Mannheim – Karlsruhe – Baden-BadenStrasbourgMulhouse-VilleBelfort-Montbéliard TGVBesançon Franche-Comté TGVChalon-sur-SaôneLyon-Part-DieuAvignon TGVAix-en-Provence TGVMarseille-Saint-Charles ein Zugpaar täglich
EC 30 Hamburg – BremenMünster – Dortmund – EssenDuisburgDüsseldorf – Köln – BonnKoblenzMainz – Mannheim – Karlsruhe – Baden-Baden – Freiburg – Basel SBB – Zürich einzelne Züge
IC 35 (Norddeich Mole –) Emden – Münster – RecklinghausenGelsenkirchen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Mannheim – Karlsruhe – Baden-Baden – Offenburg – Singen – Konstanz einzelne Züge
IC 60 (Basel Bad Bf – Baden-Baden –) Karlsruhe – StuttgartUlmAugsburgMünchen einzelne Züge

Regionalverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf Taktfrequenz
RE 4 Karlsruhe – RastattBaden-Baden – Offenburg – Villingen – Singen – Konstanz (– Kreuzlingen); einzelne Züge: – Offenburg – Emmendingen – Freiburg stündlich, einzelne Verstärkerzüge zwischen Karlsruhe und Offenburg

Stadtbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf
S 7 Achern – Baden-Baden – Rastatt – Durmersheim – Karlsruhe Hbf (Vorplatz) – Karlsruhe Tullastraße/Verkehrsbetriebe
S 71 AchernBaden-Baden – Rastatt – MuggensturmKarlsruhe Hbf

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Bahn: Bahnhof Baden-Baden: Eingangstor zu Kur und Weltkultur. In: mobil 4/2016, S. 110

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Baden-Baden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abkürzungen der Betriebsstellen
  2. Bahnhofskategorieliste 2013. DB Station&Service AG, Januar 2013, archiviert vom Original am 29. Juli 2013, abgerufen am 30. Januar 2013 (PDF, 300 kB).
  3. a b Baden-Oos
  4. Landkarte von 1869, Universität Greifswald, abgerufen am 14. September 2011
  5. a b c Bahnhof des Jahres 2010 – Bahnhof Baden-Baden – Daten, Zahlen, Fakten (Memento vom 3. September 2011 im Internet Archive)
  6. Peter Goette: Rheingold. Legende auf Schienen. Freiburg 2014. ISBN 978-3-88255-735-0, S. 8.
  7. Blockheizkraftwerke an Bahnhöfen
  8. Jubiläum – Ein Jahr TGV-Verbindung Frankfurt–Marseille. Deutsche Bahn AG, 22. März 2013, abgerufen am 3. Februar 2015.
  9. Neue Zugverbindung: Mit Hochgeschwindigkeit von Frankfurt nach Marseille. Spiegel Online, 22. März 2012, abgerufen am 3. Februar 2015.