Bahnhof Bergen auf Rügen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bergen auf Rügen
Empfangsgebäude des Bahnhofs Bergen auf Rügen
Empfangsgebäude des Bahnhofs Bergen auf Rügen
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise

4

Abkürzung

WBG[1]

IBNR 8010033
Kategorie

3[2]

Eröffnung

1883[3]

Profil auf Bahnhof.de Bergen_auf_Ruegen
Lage
Stadt/Gemeinde

Bergen auf Rügen

Land Mecklenburg-Vorpommern
Staat Deutschland
Koordinaten 54° 25′ 13″ N, 13° 25′ 4″ OKoordinaten: 54° 25′ 13″ N, 13° 25′ 4″ O
Höhe (SO) 27 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Mecklenburg-Vorpommern
i11i16i18

Der Bahnhof Bergen auf Rügen ist der einzige Bahnhof der Stadt Bergen auf Rügen. Dort zweigt die Bahnstrecke Bergen auf Rügen–Lauterbach Mole von der Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz ab. Außerdem war der Bahnhof bis 1970 Ausgangspunkt einer Strecke der Rügenschen Kleinbahn nach Altenkirchen. Er wird regelmäßig von Regional- und Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn sowie der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn bedient. Das Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1883 wurde der Bahnhof zusammen mit dem ersten Abschnitt der heutigen Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz eröffnet. Zu den Anlagen zählten zunächst ein zweiständiger Lokschuppen mit Kohlenbansen, eine Ladestraße mit Kopf- und Seitenrampe, ein Güterschuppen sowie ein einfaches Empfangsgebäude mit Postamt. Bereits sechs Jahre später, im August 1889, erhielt der Bahnhof Anschluss an die Nebenbahn nach Putbus, die 1890 nach Lauterbach verlängert wurde.

1896 ging eine Strecke der Rügenschen Kleinbahn von Bergen nach Altenkirchen in Betrieb. Da aufgrund deren schmaler Spurweite von 750 mm keine direkte Verbindung zu den beiden bestehenden Bahnstrecken geschaffen werden konnte, wurde für die Kleinbahn der Bahnhof Bergen (Rügen) Ost unmittelbar nördlich des bereits vorhandenen Bahnhofs gebaut. Dieser erhielt ein eigenes Empfangsgebäude und einen Güterschuppen. 1970 wurde diese Strecke zusammen mit dem Ostbahnhof jedoch wieder stillgelegt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das zweite Gleis in Richtung Altefähr als Reparationsleistung entfernt. Den Güterumschlag verlegte man von Bergen nach Rambin. Der durch die Stilllegung der Schmalspurbahn frei gewordene Platz wurde für die Bahnmeisterei genutzt und auf den umgespurten Gleisen fand die Zugbildung statt.

Ab dem 27. Mai 1989 war die Strecke Stralsund–Sassnitz elektrifiziert. Des Weiteren wurden Lichtsignale installiert. Der Güterverkehr wurde 1994 eingestellt. Der Bahnübergang nördlich des Bahnhofs wurde dabei entfernt und durch eine Fußgängerbrücke ersetzt. Von 2003 bis zum 27. August 2004 wurden das Empfangsgebäude für etwa 9 Millionen Euro saniert und die Bahnsteige erneuert. Die Anlagen wurden bis auf vier Gleise zurückgebaut. Zwei Stellwerke sind in Betrieb.[3] Seitdem ist der gesamte Bahnhof barrierefrei zugänglich.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Intercity (IC) in Richtung Stuttgart auf Gleis 3 des Bahnhofs Bergen auf Rügen

Der Bahnhof verfügt über vier Bahnsteiggleise. Auf den drei durchgängig befahrbaren Gleisen 2, 3 und 4 halten die Regional- und Fernzüge der Strecke Stralsund–Sassnitz. Am Hausbahnsteig befindet sich neben Gleis 2 das Stumpfgleis 1, welches südlich des Empfangsgebäudes endet. Dort halten die Züge der Strecke nach Lauterbach. Die Gleise 3 und 4 sind über einen Mittelbahnsteig erreichbar, der durch eine Unterführung mit dem Empfangsgebäude verbunden ist. Westlich der Bahnsteiggleise befinden sich mehrere Abstell- und Gütergleise.

Über die Haltestelle Bahnhof und den Busbahnhof in unmittelbarer Nähe ist der Bahnhof an mehrere regionale Buslinien der Rügener Personennahverkehrs GmbH (RPNV) angebunden. Vom Busbahnhof existieren außerdem direkte Fernbusverbindungen nach Berlin und Dresden.

Zugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Bahnhof Bergen auf Rügen halten stündlich Regional-Express-Züge und zweistündlich Regionalzüge der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn. Außerdem ist er Halt aller auf der Insel Rügen verkehrenden Fernverkehrszüge.

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf Taktfrequenz
ICE 15 Binz – Bergen auf Rügen – Stralsund – Berlin – Halle (Saale) – ErfurtFrankfurt einzelne Zugpaare
ICE 28 (BinzBergen auf Rügen –) StralsundBerlinHalle (Saale)JenaNürnbergIngolstadtMünchen zwei Zugpaare
IC 26 (Binz – Bergen auf Rügen –) Stralsund – Rostock – SchwerinHamburg (– BremenOsnabrückMünsterDortmundEssenDuisburgDüsseldorfKölnBonnKoblenzMainzMannheimHeidelbergStuttgart) einzelne Züge
IC 30 (Binz – Bergen auf Rügen –) Stralsund – Rostock – SchwerinHamburgBremenKölnStuttgart einzelne Züge

Die IC-Züge (Stuttgart –) Hamburg – Stralsund fahren auf ihrer Stammbahn bis Stralsund in der Regel im Zweistundentakt, einzelne Züge werden (insbesondere in der Sommerzeit) bis Binz über Bergen auf Rügen durchgebunden. Die InterCity Express-Zugpaare aus München fahren nur am Wochenende und ebenfalls nur in der Sommerzeit nach Binz, ansonsten enden die Züge in Stralsund[4].

Regionalverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf Taktfrequenz
RE 9 Binz – Prora – Lietzow – oder Sassnitz – Sagard – Lietzow – Bergen auf Rügen – Samtens – Stralsund – Velgast – Ribnitz-Damgarten – Rostock jeweils zweistündlich nach Binz und Sassnitz, stündlich bis Stralsund, zweistündlich bis Rostock
PRESS Bergen auf Rügen – Putbus – Lauterbach Mole zweistündlich

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Bergen auf Rügen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abkürzungen der Betriebsstellen auf Bahnseite.de, abgerufen am 22. April 2011
  2. Bahnhofskategorieliste 2013. DB Station&Service AG, Januar 2013, archiviert vom Original am 29. Juli 2013, abgerufen am 30. Januar 2013 (PDF, 300 kB).
  3. a b c Historischer Stadtrundgang Bahnhofstraße, Stadt Bergen auf Rügen, abgerufen am 22. April 2011
  4. Die Kursbuchtabelle der Kursbuchstrecke 190. Online auf kursbuch.bahn.de, abgerufen am 9. September 2013.