Bahnhof Bischofswerda

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Bischofswerda
Empfangsgebäude
Empfangsgebäude
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung DBW
IBNR 8010049
Kategorie 5
Eröffnung 22. Dezember 1845
Lage
Stadt/Gemeinde Bischofswerda
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 7′ 31,4″ N, 14° 11′ 7,5″ OKoordinaten: 51° 7′ 31,4″ N, 14° 11′ 7,5″ O
Höhe (SO) 288,97 m ü. NN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe und Haltepunkte in Sachsen
i11i16

Der Bahnhof Bischofswerda ist ein Bahnhof an der Bahnstrecke Görlitz–Dresden und der hier abzweigenden Strecke nach Neukirch (Lausitz) West. Damit dient er als Abzweig der von Dresden ausgehenden Nahverkehrslinien nach Görlitz und Zittau. Am Bahnhof besteht auch die Möglichkeit des Übergangs zum Busverkehr.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke Görlitz–Dresden verläuft südlich der Innenstadt. Im Südosten des Stadtkerns befindet sich der Bahnhof, der über die Bahnhofstraße direkt mit dem zentralen Altmarkt verbunden ist. An der südwestlichen Ausfahrt des Bahnhofs in Richtung Dresden führen zuerst die Neustädter Straße und dann die Süßmilchstraße unter den Gleisen hindurch in die südlichen Stadtteile. Weiter westlich überquert die Bundesstraße 98 die Strecke. Direkt an der östlichen Bahnhofsausfahrt trennen sich die Strecken in Richtung Görlitz und Zittau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1843 schlossen Preußen und Sachsen einen Staatsvertrag zum Bau der Eisenbahnstrecke von Dresden nach Görlitz.[1] Die Bauarbeiten begannen auf sächsischer Seite von Dresden aus und erreichten 1845 zunächst die Nachbarstadt Radeberg und anschließend Bischofswerda. Der Bahnhof wurde am 22. Dezember 1845 eröffnet.[2] Ab Mitte 1846 verkehrten die Züge bereits bis Bautzen und Ende des gleichen Jahres bis Löbau. Ab September 1847 verkehrten die Züge bis nach Görlitz und boten dort Anschluss in Richtung Schlesien.[3]

Empfangsgebäude (2006)

Der Bahnhof wurde mehrmals umgebaut. In den Jahren 1883/84 kam der dreistöckige östliche Anbau mit mehreren Wartesälen und dem Bahnhofsrestaurant hinzu.

Nach der politischen Wende und dem Zusammenschluss der beiden deutschen Staatsbahnen 1994 verlor der Bischofswerdaer Bahnhof sukzessive an Bedeutung und somit nach und nach mehrere Funktionen. Seit der Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerkes (ESTW) 2001 werden die Weichen und Signale von der Betriebszentrale in Leipzig aus gesteuert und man kam ohne eigenen Fahrdienstleiter vor Ort aus.

Im Jahr 2006 wurde der Bahnhof von 2500 Reisenden täglich frequentiert.[4]

Für die Deutsche Bahn wurde das Empfangsgebäude entbehrlich. Die Stadt Bischofswerda erwarb das Gebäude. Im Juni 2007 begannen die Abrissarbeiten des östlichen Teils des Empfangsgebäudes mit Empfangshalle und ehemaliger Bahnhofsgaststätte, da für diesen Gebäudeteil auch perspektivisch keine Nutzung absehbar war. Nur das zweistöckige Gebäude aus dem Jahr 1845 blieb erhalten und wurde saniert.[5] In ihm befinden sich heute ein Kiosk mit Fahrkartenverkauf, eine Wartehalle und Wohnräume.

Im Jahr 2009 konnte der Rückbau beendet werden. Dem vorausgegangen war die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Neben dem Hausbahnsteig entstanden ein Busbahnhof sowie Parkplätze. In die Gestaltung der Übergangsstelle zwischen Bus, Bahn und Individualverkehr (P+R) flossen 3,6 Millionen Euro (davon 75 Prozent Fördermittel vom Freistaat Sachsen und 25 Prozent vom ZVON).[6]

Bahnsteige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personenzug auf der Fahrt von Dresden nach Görlitz hält am Mittelbahnsteig (um 1990)

Der Bahnhof verfügt über einen Hausbahnsteig und einen Mittelbahnsteig.

Bahnsteige
Gleis Nutzbare Länge [m][7] Bahnsteighöhe [cm][7] Nutzung
1 246 34 von Görlitz und Zittau/nach Dresden
2 210 34 von Dresden/nach Görlitz und Zittau
3 210 34 von/nach Görlitz

Personenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bischofswerda verbinden rund im Stundentakt sowohl Trilex-Express- (ähnlich einem Regionalexpress) sowie Trilex-Züge (ähnlich einer Regionalbahn) mit Dresden. In Richtung Osten fährt je zweistündlich ein Trilex-Express und ein Trilex nach Görlitz und Zittau; teilweise von Zittau weiter nach Liberec.

Stand: 11. Dezember 2016

Linie Linienverlauf Takt (min) EVU
RE1 Dresden Hbf – Bischofswerda – Bautzen – Löbau (Sachs) – Görlitz 120 Trilex
RE2 Dresden Hbf – Bischofswerda – Ebersbach (Sachs) – Zittau (– Liberec) 120 Trilex
RB60 Dresden Hbf – Bischofswerda – Bautzen – Löbau (Sachs) – Görlitz 120 Trilex
OE60V Bischofswerda – Bautzen – Löbau (Sachs) – Görlitz (Mo–Fr) 120 ODEG
RB61 Dresden Hbf – Bischofswerda – Ebersbach (Sachs) – Zittau 120 Trilex

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilfried Rettig: Eisenbahnknoten Görlitz. 1. Auflage. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1994, ISBN 3-922138-53-5.
  • Wilfried Rettig: Eisenbahn im Dreiländereck. Ostsachsen (D)/Niederschlesien (PL)/Nordböhmen (CZ). Teil 1: Geschichte der Hauptstrecken, Betriebsstellen, Elektrifizierung und Fahrtbeschreibungen. EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2010, ISBN 978-3-88255-732-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Bischofswerda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rettig, Wilfried: Eisenbahnknoten Görlitz. 1994, S. 7.
  2. Informationen zum Bahnhof Bischofswerda auf www.sachsenschiene.de. Abgerufen am 1. Juni 2015.
  3. Rettig, Wilfried: Eisenbahnknoten Görlitz. 1994, S. 62.
  4. Bahnhofsentwicklungsprogramm Sachsen. Aktueller Stand und Konzeption 2006. November 2006, S. 17, abgerufen am 3. November 2010 (PDF; 5,18 MB).
  5. sz-online.de: Chronologie einer Baustelle. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  6. Uwe Menschner: [http://alles-lausitz.de/2009/12/grosser-bahnhof-fuer-einen-kleinen-bahnhof (Memento vom 12. Februar 2010 im Internet Archive) Großer Bahnhof für einen kleinen Bahnhof.] In: alles-lausitz.de. Lokalnachrichten Verlagsgesellschaft mbH, 18. Dezember 2009, archiviert vom Original am 12. Februar 2010, abgerufen am 14. Juni 2010.
  7. a b deutschebahn.com: Bischofswerda Bahnsteiginformationen. Abgerufen am 4. Januar 2011.