Bahnhof Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming)

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Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming)
Regionalbahnsteig in Blankenfelde, im Hintergrund der S-Bahnsteig, 2012
Regionalbahnsteig in Blankenfelde, im Hintergrund der S-Bahnsteig, 2012
Daten
Lage im Netz Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2 (Fernbahn)
1 (S-Bahn)
Abkürzung BBF (Fernbahn)
BBFD (S-Bahn)
IBNR 8010053
Kategorie 4
Eröffnung 8. Oktober 1950
Webadresse s-bahn-berlin.de
Profil auf Bahnhof.de Blankenfelde__Kr_Teltow-Flaeming_
Lage
Stadt/Gemeinde Blankenfelde-Mahlow
Ort/Ortsteil Blankenfelde
Land Brandenburg
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 20′ 15,4″ N, 13° 24′ 56,9″ OKoordinaten: 52° 20′ 15,4″ N, 13° 24′ 56,9″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Brandenburg
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Der Bahnhof Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) ist ein Regional- und S-Bahnhof im Ortsteil Blankenfelde der brandenburgischen Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. Die Station umfasst zwei baulich voneinander getrennte Haltepunkte. Der Haltepunkt Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) mit einem Mittelbahnsteig für den Regional- und Fernverkehr liegt südlich des Bahnübergangs Karl-Marx-Straße, der Haltepunkt Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) S-Bahn nördlich davon sowie westlich der Fernbahngleise. Dieser ist Endpunkt der Linie S2 der Berliner S-Bahn.

Lage und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof liegt inmitten des Ortsteils Blankenfelde am Streckenkilometer 19,4 der Bahnstrecke Berlin–Dresden. Über Verbindungskurven am nördlich gelegenen Abzweig Glasower Damm Süd sind die Ferngleise mit dem Berliner Außenring verbunden. Ein Ferngleis sowie das Gleis der S-Bahn führen über den Außenring hinweg nach Berlin; beide Gleise werden vor dem Bahnhof Mahlow zusammengeführt.

Der 229 Meter lange Fernbahnsteig hat eine Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern und ist auf einer Länge von etwa 30 Metern überdacht. Der 180 Meter lange und 96 Zentimeter hohe Bahnsteig der S-Bahn liegt versetzt zu diesem und verfügt über eine Bahnsteigkante. Aus baulichen Gründen befindet sich dieser drei Meter oberhalb des Niveaus der Ferngleise. Der Fernbahnsteig verfügt über einen Fußgängertunnel mit Ausgängen beiderseits der Gleise sowie einen niveaugleichen Ausgang zum Bahnübergang Karl-Marx-Straße. Der S-Bahnsteig ist über Treppen und eine Rampe zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom S-Bahnsteig über den Bahnübergang zum Regionalbahnsteig, 2012

Bei der Eröffnung der Dresdener Bahn zählte Blankenfelde etwa 560 Einwohner. Der nächste Bahnhof befand sich im knapp drei Kilometer entfernten Mahlow, ab 1884 bestand in Dahlewitz, anderthalb Kilometer südlich von Blankenfelde, ein Haltepunkt. Am Bahnübergang mit der Straße von Blankenfelde nach Glasow im Streckenkilometer 19,4 bestand zu der Zeit ein Schrankenposten, der um 1920 um eine Blockstelle erweitert wurde. 1928 erwarb die Süd-Berlin-Boden-Gesellschaft den Großteil des ehemaligen Gutsbezirks Blankenfelde und begann mit der Parzellierung des Geländes und der anschließenden Veräußerung an Interessenten. In der Folge trat eine rege Bautätigkeit ein, wodurch die Einwohnerzahl bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges auf rund 6000 anstieg. 1930 genehmigte die Deutsche Reichsbahn einen Bahnhofsneubau in Blankenfelde, der trotz finanzieller Zusagen der Gemeinde unterblieb. Ab 1940 verkehrte die elektrische S-Bahn entlang der Dresdener Bahn bis Rangsdorf. Im Rahmen der Umgestaltung der Bahnanlagen Groß-Berlins war um 1941 ebenfalls ein Haltepunkt in Blankenfelde vorgesehen, zudem sollte der S-Bahn-Verkehr auf ein eigenes Gleispaar westlich der bestehenden Strecke erhalten. Die Pläne wurden infolge des Krieges nicht umgesetzt.[1]

Nach dem Krieg wurde das zweite Streckengleis als Reparationsleistung an die Sowjetunion abgebaut und die Blockstelle Blankenfelde außer Betrieb genommen. Ab dem Sommer 1945 verkehrten die ersten Fernzüge, die S-Bahn fuhr ab dem 1. Oktober 1945 von Mahlow nach Rangsdorf. Durch den Zuzug von rund 2500 Umsiedlern stieg die Bevölkerung Blankenfeldes indes auf über 8000 an. Verhandlungen zwischen dem Bürgermeister und der Reichsbahndirektion Berlin ergaben, dass die Direktion grundsätzlich den Bau eines Bahnhofs befürwortete. Der Neubau musste aber infolge fehlender Mittel vollständig durch die Gemeinde erfolgen, die zudem die Betriebskosten für die ersten fünf Jahre tragen sollte. Vorgesehen war der Bau eines Mittelbahnsteiges, der baulich ohne Probleme zu realisieren war. Auf Grund des fehlenden zweiten Gleises sollte eine Bahnsteigkante vorübergehend ungenutzt bleiben. Da auf der S-Bahn nur ein 40-Minuten-Takt bestand, machte die Reichsbahn zudem den Wiederaufbau des zweiten Streckengleises von Marienfelde nach Mariendorf zur Voraussetzung. Die Arbeiten hierfür begannen 1949.[1]

Stationsgebäude, 2001
Bahnübergang und Baustelle der S-Bahn, 1992

Der Landkreis Teltow stellte für den Neubau 50.000 DM zur Verfügung. Von der Gemeinde verlangte der Kreis eine Beteiligung von drei Mark je Einwohner (rund 20.000 DM), die die Gemeinde ihrerseits auf 36.000 DM erhöhte. Neben Spenden wurde der Betrag auch in Form von Arbeitsleistungen (sog. Subbotnik) erbracht. Mitte März begann der erste Spatenstich. Für den Bau bemühte sich die Gemeinde um die Lieferung von Betonstützteilen, um Zement zu sparen. Die Nationale Front als Träger der Bauaktivitäten löste das Problem auf unkonventionelle Art, indem der Mittelbahnsteig des Haltepunkts Birkengrund Nord an der Anhalter Vorortbahn abgetragen und in Blankenfelde neu errichtet wurde. Der Bahnsteig war seinerseits aus Betonfertigteilen mit einer Höhe von 96 Zentimetern errichtet worden. Etwa drei Viertel des Bahnsteigs wurden in zehn Arbeitseinsätzen abgetragen und in Blankenfelde neu aufgebaut. Verzögerungen traten im Frühjahr 1950 ein, da die westliche Bahnsteigkante nicht fertiggestellt worden war und Baumaterialien für das Empfangsgebäude fehlten. Durch Freigabe weiterer Materialien konnte der Bau dann bis zum Herbst 1950 abgeschlossen und die Eröffnung zum Fahrplanwechsel am 8. Oktober 1950 begangen werden.[1]

Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme trug der Halt den Namen Blankenfelde (Kr Teltow). S-Bahn und Fernbahn teilten sich das Streckengleis, ab Oktober 1953 hielten die Fernzüge auch in Blankenfelde. Der Gemeinschaftsbetrieb von S- und Fernbahn führte zu einem störanfälligen Fahrplan. Daher wurde das zweite Streckengleis von Blankenfelde nach Rangsdorf wieder hergerichtet und spätestens am 18. Mai 1952 freigegeben. Am gleichen Tag wurde der Anhalter Bahnhof in Berlin für den Eisenbahnverkehr geschlossen und Züge nach Berlin über den Berliner Außenring geleitet. Dieser kreuzte seit 1951 die Dresdener Bahn nördlich Blankenfelde und war über eine Verbindungskurve mit dieser verbunden. Anstatt einen zweigleisigen Mischbetrieb durchzuführen, wurden Fern- und S-Bahn betrieblich voneinander getrennt, also zwei nebeneinander verlaufende eingleisige Strecken betrieben. Im darauf folgenden Jahr wurde der Bahnhof am 18. Mai 1953 nach der Kreisgebietsreform in Blankenfelde (Kr Zossen) umbenannt.[2] Ende der 1950er Jahre entstand eine südwestliche Verbindungskurve zwischen der Dresdener Bahn und dem Außenring. Um den S-Bahn-Verkehr nicht zu behindern wurde das zweite Streckengleis zwischen Blankenfelde und Mahlow wieder errichtet und der S-Bahn-Verkehr auf das neue Gleis verlegt, das ehemalige Gemeinschaftsgleis diente nur noch dem Fern- und Güterverkehr.[1]

Zug der Baureihe 480 am S-Bahnsteig, 1992

Durch den Mauerbau war der S-Bahn-Verkehr nördlich von Mahlow unterbrochen. Ein noch zwischen Mahlow und Rangsdorf pendelnder Zug wurde im September 1961 eingestellt und dafür die zwischen Rangsdorf und Wünsdorf verkehrenden Züge nach Mahlow verlängert. Ab Mai 1963 wurden diese Vorortzüge über den Außenring nach Schönefeld geleitet.[3] Um Mahlow weiterhin anzubinden, wurde ein separater Bahnsteig nördlich des Bahnübergangs angelegt und das kurze Stück mit einem Pendelzug bedient. Zum Einsatz kamen während der ersten Jahre Diesellokomotiven der Baureihe V 15 mit einem Steuerwagen, auf Grund der blauen Lackierung der Loks erhielt diese Verbindung in Anlehnung an eine zeitgleich ausgestrahlte Unterhaltungssendung den Spitznamen „Blauer Bock“.[2] Später kamen auf der Pendellinie Schienenbusse der Baureihe VT 2.09 zum Einsatz. Da westlich des bestehenden Bahnsteigs kein Platz vorhanden war und die Verbindungskurven zum Außenring niveaufrei gekreuzt werden sollten, musste der Bahnsteig für den „Blauen Bock“ versetzt zum Fernbahnsteig und drei Meter gegenüber diesem erhöht angelegt werden.[3] Am 23. Juli 1987 wurde der Bahnübergang Karl-Marx-Straße durch mit zugbedienten Halbschranken versehen, wodurch der Schrankenposten aufgegeben werden konnte.[1]

Nach der Wende wurde die Verknüpfung des West-Berliner S-Bahn-Netzes mit dem Brandenburger Umland in Angriff genommen. Da die Dresdener Bahn ab 1982 mit Wechselstrom elektrifiziert wurde, hätte für eine Wiederinbetriebnahme der S-Bahn nach Rangsdorf ein komplett neues Streckengleis errichtet werden müssen. Daher beschränkte man sich auf eine Wiederinbetriebnahme bis Blankenfelde, wo ein Umstieg zum Regionalverkehr hergestellt wurde. Der „Blaue Bock“ wurde am 16. September 1991 eingestellt und der betroffene Abschnitt für den elektrischen Betrieb umgebaut. Der Seitenbahnsteig wurde dabei abgetragen und an gleicher Stelle neu errichtet. Eine Neuanlage neben dem Fernbahnsteig – auf gleicher Höhe oder in Dammlage – wurde verworfen, da einerseits das starke Gefälle nördlich des Bahnsteigs, andererseits der enge Zeitplan dagegen sprachen.[2] Am 31. August 1992 wurde der S-Bahn-Verkehr von Lichtenrade über Mahlow nach Blankenfelde wieder aufgenommen. Seinen aktuellen Namen erhielt der Bahnhof am 2. Juni 1996.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Ende der 1950er Jahre wurde Blankenfelde im Personenverkehr ausschließlich von den Zügen der Berliner S-Bahn angefahren.[4] Etwas später wurde auch auf dem Ferngleis ein Vorortverkehr im geringen Umfang aufgenommen, mit dem West-Berlin umfahren werden konnte. 1960 hielten drei Züge in Richtung Berlin und vier Züge aus Richtung Berlin in Blankenfelde, darunter war auch ein für die Benutzung mit S-Bahn-Fahrkarten freigegebener D-Zug.[5] Nach Mauerbau verblieb als einzige Fahrtmöglichkeit in Richtung Berlin der Weg über den Bahnhof Flughafen Berlin-Schönefeld. In Blankenfelde hielten etwa stündlich Doppelstockzüge zwischen Berlin-Schönefeld, teilweise bereits von Berlin-Schöneweide und Wünsdorf; ein Anschlusszug pendelte zwischen Blankenfelde und Mahlow.

Nach Mauerfall und der Wiederinbetriebnahme der S-Bahn nach Blankenfelde benutzte der Regionalverkehr auch weiterhin den Weg über Schönefeld, die Züge verkehrten etwa zweimal stündlich nach Berlin. In den 1990er Jahren war Blankenfelde auch Halt einer Linie von Potsdam nach Wünsdorf, nach wenigen Jahren wurde diese Linie doch wieder eingestellt. Es gab Bestrebungen, Blankenfelde zum Halt von Interregiozügen zu machen, die seitens der Deutschen Bahn jedoch nicht verwirklicht wurden.[6] Seit Inbetriebnahme der Nord-Süd-Fernbahn in Berlin im Jahre 2006 verkehren die Züge nach Berlin alternierend über die neue Strecke beziehungsweise über Schönefeld zur Berliner Stadtbahn.

Der Bahnhof wird heute von der Linie S2 im 20-Minuten-Takt sowie den stündlich verkehrenden Regional-Express-Linien RE5 und RE7 bedient. Es bestehen Umsteigemöglichkeiten zu den Buslinien der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming.

Linie Linienverlauf
RE 5 Elsterwerda – Doberlug-Kirchhain – Wünsdorf-Waldstadt – Zossen – Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) – Berlin-Lichterfelde Ost – Berlin Südkreuz – Berlin Potsdamer Platz – Berlin Hbf – Berlin Gesundbrunnen – Oranienburg – Fürstenberg (Havel) – Neustrelitz Hbf – Waren (Müritz) – Güstrow – Rostock Hbf / Neubrandenburg – Altentreptow – Stralsund Hbf
RE 7 Dessau Hbf – Roßlau (Elbe) – Wiesenburg (Mark) – Seddin – Michendorf – Berlin-Wannsee – Berlin-Charlottenburg – Berlin Zoologischer Garten – Berlin Hbf – Berlin Friedrichstraße – Berlin-Schönefeld Flughafen – Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) – Zossen – Wünsdorf-Waldstadt
Berlin S2.svg Bernau – Bernau-Friedenstal – Zepernick – Röntgental – Buch – Karow – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Gesundbrunnen – Humboldthain – Nordbahnhof – Oranienburger Straße – Friedrichstraße – Brandenburger Tor – Potsdamer Platz – Anhalter Bahnhof – Yorckstraße – Südkreuz – Priesterweg – AttilastraßeMarienfelde – Buckower Chaussee – Schichauweg – Lichtenrade – Mahlow – Blankenfelde

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Kramer, Jürgen Meyer-Kronthaler: Berlins S-Bahnhöfe. Ein dreiviertel Jahrhundert. be.bra, Berlin 1998, ISBN 3-930863-25-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Detlef Hoge, Mike Straschewski: Blankenfelde. In: stadtschnellbahn-berlin.de. 25. Februar 2008, abgerufen am 14. Januar 2012.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Michael Braun: Wie Blankenfelde seinen Bahnhof bekam. In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Heft 3, 1988, S. 50–55.
  2. a b c Detlef Hoge, Mike Straschewski: Blankenfelde. In: stadtschnellbahn-berlin.de. 25. Februar 2008, abgerufen am 14. Januar 2012.
  3. a b Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2. Auflage. GVE-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-89218-073-3, S. 203.
  4. Deutsche Reichsbahn, Kursbuch Sommer 1957
  5. Deutsche Reichsbahn, Kursbuch Sommer 1960
  6. Kein IR-Halt in Blankenfelde. In: Signal. Verkehrspolitische Zeitschrift. Heft 3. GVE-Verlag, 1998.