Bahnhof Bochum-Dahlhausen

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Bahnhof Bochum-Dahlhausen
Empfangsgebäude
Empfangsgebäude
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung EBDA
IBNR 8001038
Kategorie 5
Profil auf Bahnhof.de Bochum-Dahlhausen
Lage
Stadt/Gemeinde Bochum
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 25′ 35″ N, 7° 8′ 32″ OKoordinaten: 51° 25′ 35″ N, 7° 8′ 32″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i16i16i18

Der Bahnhof Bochum-Dahlhausen liegt im Bochumer Stadtteil Dahlhausen. Das Empfangsgebäude stammt aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Seit dem 1. September 2009 wird das Denkmal als ein interkulturelles Gemeinschaftsprojekt des gemeinnützigen prokulturgut.net e. V. und der Stadt Bochum als ONE WORLD STATION: Bahnhof Dahlhausen – HAUS DER KULTUREN RUHR[1] betrieben. Im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 wurde das historische Gebäude mit Vorplatz ein neuer Spielort des Ruhrfestivals „ExtraSchicht“.

Die Station ist nicht barrierefrei.

Bedienung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Dahlhausen besteht heute aus drei Gleisen an zwei Bahnsteigen. Die Gleise 1 und 2 sind dabei in erster Linie für den regulären S-Bahnverkehr vorgesehen, während Gleis 3 dem Museumsverkehr der Ruhrtalbahn dient. Neben diesen Gleisanlagen wurde 2015 für den Zubringerverkehr zum Eisenbahnmuseum ein Stumpfgleis mit einem Bahnsteig versehen.

Dabei verkehrt die Museumslinie „Ruhrtal“ jeden Frei-, Sonn- und Feiertag von Mai bis Oktober mit Schienenbussen des Typs VT 98 und zusätzlich jeden ersten Sonntag im Monat mit Dampfzügen.[2][3]

Linie Linienverlauf Takt o.ä. Betreiber
S 3 Oberhausen Hbf – Mülheim (Ruhr)-Styrum – Mülheim (Ruhr) West – Mülheim (Ruhr) Hbf – Essen-Frohnhausen – Essen West – Essen Hbf – Essen-Steele – Essen-Steele Ost – Essen-Horst – Bochum-Dahlhausen – Hattingen (Ruhr) – Hattingen (Ruhr) Mitte 20 min S-Bahn Rhein-Ruhr
RB Ruhrtal:
Eisenbahnmuseum Bochum – Bochum-DahlhausenHattingen (Ruhr)Witten-Herbede — Wengern-Ost — Hagen
Fr, So (Mai–Oktober)[2][3] RuhrtalBahn
RB Schweineschnäuzchen:
Eisenbahnmuseum Bochum – Bochum-Dahlhausen
So/Feier 30 min[4] Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen
NF6D auf der Linie 318 in Dahlhausen

In unmittelbarer Nähe zum Empfangsgebäude endet inmitten der Fußgängerzone ein eingleisiger Ast der Bochumer Straßenbahn. Die Linie 318 wird wie alle anderen Straßenbahnlinien in Bochum von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG betrieben und war, neben der 308, die erste Linie die einen unterirdischen Streckenabschnitt in Bochum bediente.

Linie Linienverlauf Takt
318 (Gerthe Schürbankstraße –) Bochum HbfWeitmarLindenDahlhausen Bf 20 min

Außerdem halten dort die Buslinien 345, 352, 359 und 390.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrialisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge dieses Bahnhofs gehen auf das Jahr 1863 zurück, als die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft am 21. September jenes Jahres eine Zweigbahn von Essen-Überruhr über Essen-Steele Ost (ehem. Steele Hbf) nach Dahlhausen eröffnete.

Vorrangig war der Güterverkehr, doch wurden an Werktagen auch Personenwagen angehängt. Als die Strecke 1866 nach Hattingen verlängert wurde, erhielt Dahlhausen ein kleines Stationsgebäude. Am 10. Oktober 1870 wurde auch der „Hasenwinkeler Kohlenweg“ als Normalspurbahn eröffnet.

Die Gemeinden Dahlhausen und Linden beteiligten sich am Bau eines neuen Empfangsgebäudes, das 1875 fertiggestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die Ruhrtalbahn schon bis nach Hagen befahrbar. Deshalb stellte sich das Gebäude bald als zu klein heraus.

Infolgedessen plante die Königlich-Preußische Eisenbahndirektion Essen 1913 ein größeres Bahnhofsgebäude an der seit 1910 zweigleisigen Strecke Dahlhausen – Steele, das hinter einem Damm zum Schutz vor Hochwasser der Ruhr liegen sollte. Während des Ersten Weltkrieges wurde der Bahnhof unter Einsatz von Kriegsgefangenen gebaut und am 28. Februar 1917 feierlich eingeweiht. In den Jahren 1916 bis 1918 entstand hier auch ein Bahnbetriebswerk, dessen Bedeutung für den Güterverkehr auf den umliegenden Strecken bis zur Stilllegung 1969 lokal blieb und erst nach der 1977 erfolgten Umwandlung der Anlage ins Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen überregional zunahm.

Güterbahnhof Bochum-Dahlhausen mit Bahnbetriebswerk, heute Eisenbahnmuseum Bochum

Zusätzlich zum Personenbahnhof entstand in Dahlhausen ein Rangierbahnhof. Bei den Stellwerken Dab, Mt und Nwt handelte es sich um die letzten in der Bundesrepublik eingesetzten pneumatischen Stellwerke. Zum Umstellen der Weichen, Gleissperren und Signale wurde Druckluft verwendet. Gesteuert wurde die Anlage ursprünglich von Stelltischen der Bauart 07, sie entsprachen bereits der späteren Bauart E 43. 1967 begann die Umrüstung auf elektrischen Antrieb.[5]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellung 150 Jahre Eisenbahn in Deutschland

Mit dem Ende des Ruhrbergbaus im Ruhrtal verlor auch die Ruhrtalbahn ihre Bedeutung. Das Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen 800 m westlich wurde 1969 geschlossen. Das Bahnbetriebswerk beheimatet bereits seit 1977 das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen, das letzte vollständig erhaltene Dampflok-Bahnbetriebswerk in Deutschland. Der Rangierbahnhof wurde Anfang der 1980er Jahre stillgelegt. Vom 3. bis 13. Oktober 1985 fand auf dem Gelände unter Federführung der Deutschen Bundesbahn gemeinsam mit privaten Eisenbahnmuseen eine Fahrzeugschau historischer und moderner Eisenbahnfahrzeuge zum 150jährigen Jubiläum der Eisenbahn in Deutschland statt. Auf einem Teil der ehemaligen Gleisanlagen entstand eine Wohnsiedlung (Ruhrauenpark), deren erste fertiggestellte Wohnhäuser seit 2005 bezogen wurden.

Da seit 1974 nur noch S-Bahn-Züge auf der Strecke bis Hattingen verkehren, wurde im Jahre 1979 auch das Empfangsgebäude geschlossen. Schließlich wurde das Gebäude ab 1994 denkmalgerecht restauriert. Ein Investor ermöglichte es, Fassade und Dach in den Formen des Jugendstils wiederherzustellen. Die Schalterhalle wurde in den Stil der 1920er Jahre zurückversetzt. Das Gebäude beherbergte Ende der neunziger Jahre über einen kurzen Zeitraum eine Gastwirtschaft, die unter dem Namen „Dampflok“ betrieben wurde. Nach einem Brandschaden ist es jedoch seitdem nicht mehr zur Wiederaufnahme des Gastbetriebes innerhalb des historischen Bahnhofsgebäudes gekommen.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des geplanten Ausbaus der Schieneninfrastruktur in NRW soll ab 2014 der Bahnhof Bochum-Dahlhausen für 4,3 Mio. Euro modernisiert und barrierefrei umgebaut werden. Der Umbau soll auch die Verknüpfung zwischen Bus und Bahn verbessern. Dabei soll auch der eingleisige Ast der Straßenbahnlinie 318 zweigleisig ausgebaut werden, um auf der Linie einen 10-Minuten-Takt, anstelle des jetzigen 20-Minuten-Takts, zu bieten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Bochum-Dahlhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Fahrzeugausstellung „150 Jahre deutsche Eisenbahn” – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

NRWbahnarchiv von André Joost:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.prokulturgut.net/oneworldstation.html
  2. a b Dampf-Fahrplan der Linie „Ruhrtal“
  3. a b Schienenbus-Fahrplan der Linie „Ruhrtal“
  4. Fahrplan der Shuttlelinie „Schweineschnäuzchen“
  5. Harald Vogelsang: Das BW Bochum-Dahlhausen und die Eisenbahn im mittleren Ruhrtal. Eisenbahn-Kurier Verlag, Freiburg 1988, ISBN 3-88255-430-4.