Bahnhof Dortmund Süd

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Dortmund Süd
Dortmund Suedbahnhof01.jpg
Die Überreste des Bahnhofs
(Reste des Treppenaufgangs hinter den Plakatwänden)
Daten
Abkürzung EDOS
Lage
Stadt/Gemeinde Dortmund
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 30′ 31″ N, 7° 28′ 29″ OKoordinaten: 51° 30′ 31″ N, 7° 28′ 29″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
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Der Bahnhof Dortmund Süd ist ein 1957 stillgelegter Bahnhof in Dortmund. Er wurde 1874 als Rheinischer Bahnhof Dortmund (Dortmund RhE) und 1876 als Westfälischer Bahnhof Dortmund (Dortmund KWE) als Doppelbahnhof zweier privater Eisenbahngesellschaften in Betrieb genommen. Die Bahnhofsanlagen wurden später zusammengefasst und waren als Bahnhof Dortmund Süd neben dem Hauptbahnhof der wichtigste Halt im Dortmunder Stadtgebiet. Zum Bahnhof Dortmund Süd gehörte auch ein Bahnbetriebswerk.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Strecken der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) und der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft (KWE) nicht an den bestehenden Bahnhof der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft und der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (den heutigen Dortmunder Hauptbahnhof) angebunden werden konnten, bauten beide Gesellschaften ihre Bahnhöfe südöstlich der Dortmunder Stadtmitte auf einem damals freien Gelände zwischen der Märkischen Straße und der Voßkuhle. Die nördlich gelegenen Bahnanlagen des Bahnhofs Dortmund KWE waren dabei von den südlich gelegenen des Bahnhofs Dortmund RhE – von drei Bahnübergängen abgesehen – vorerst getrennt.

Wenige Monate nach Inbetriebnahme der Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd wurde die RhE 1880 verstaatlicht. Da die KWE von Anfang an in staatlichem Besitz war, gingen alle Bahnanlagen in Dortmund Süd damit in das Eigentum des preußischen Staates über. In den Jahrzehnten bis zum Zweiten Weltkrieg wurde von Dortmund Süd sowohl Güter- als auch Personenverkehr abgewickelt, unter anderem mit direkten Verbindungen nach Berlin, Leipzig und Dresden über die östliche Strecke der ehemaligen KWE.

1926 wurde im Rahmen eines Ausbaus des Bahnbetriebswerks der bis heute erhaltene markante Wasserturm des Dortmunder Südbahnhofs errichtet.

In den Kriegsjahren 1939–1945 wurden viele Sonderzüge im Rahmen der sogenannten Kinderlandverschickung abgefertigt.

Auch die Deportation deutscher Juden aus Dortmund und zum Beispiel anderen Teilen des Regierungsbezirks Arnsbergs in Ghettos und Vernichtungslager erfolgte über den Dortmunder Südbahnhof. Eine Gedenktafel am Wasserturm erinnert heute daran. Als Sammellager diente die Turnhalle des Sportvereins Eintracht Dortmund (heute etwa der Sitz der Continental-Versicherung).[1]

Am 12. März 1945 wurde der Südbahnhof durch einen der größten britischen Luftangriffe auf Dortmund vollständig zerstört. Der provisorische Bahnbetrieb wurde zwar kurz darauf wiederaufgenommen, konnte aber nie an das Verkehrsaufkommen der Vorkriegszeit anknüpfen. 1957 wurde die Anbindung der Strecke nach Herdecke und Hagen stillgelegt, diese Strecke mündet seither über eine kurze Verbindungskurve an der Westfalenhalle vorbei in die Strecke der ehemaligen Bergisch-Märkischen Eisenbahn zum Dortmunder Hauptbahnhof. Mit dem Kursbuch 1963 verschwand die Station Dortmund Süd endgültig aus den Fahrplänen.

Für den Personenverkehr wiederbelebt wurde die Bahnstrecke durch die südliche Dortmunder Innenstadt in den 1960er Jahren mit dem Vorlaufbetrieb der heutigen S-Bahn-Linie S 4 von Unna nach Lütgendortmund. Anstelle des Südbahnhofs trat dabei aber der westlicher und verkehrsgünstiger zur Innenstadt gelegene Haltepunkt Dortmund Stadthaus, der heute auch eine Anbindung an das Stadtbahnnetz Dortmunds bietet.

Heute erinnern nur der Wasserturm und die baulichen Überreste der Ringlokschuppen östlich des Heiligen Wegs sowie die überwucherten ungenutzten Treppenaufgänge an der Westseite der Straße zwischen den Eisenbahnbrücken an diesen Bahnhof.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Von Dortmund in die Hölle. WAZ, 27. April 2012