Bahnhof Eilenburg

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Eilenburg
Bahnhof Eilenburg
Empfangsgebäude vom Busbahnhof gesehen
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung LEG
IBNR 8010095
Eröffnung 1871
Profil auf Bahnhof.de Eilenburg
Architektonische Daten
Baustil Historismus
Lage
Stadt/Gemeinde Eilenburg
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 27′ 6″ N, 12° 38′ 12″ OKoordinaten: 51° 27′ 6″ N, 12° 38′ 12″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe und Haltepunkte in Sachsen
i16i16i18

Der Bahnhof Eilenburg ist einer von zwei Bahnhöfen in der nordsächsischen Großen Kreisstadt Eilenburg. Er wird von der Deutschen Bahn in die Bahnhofskategorie 4 eingeordnet. Der Bahnhof befindet sich im Regionalbereich Südost.

Der Bahnhof wurde 1871 eröffnet und erlangte im Laufe der Zeit Bedeutung im Personen- und Güterverkehr. Viele Arbeitsplätze waren mit ihm verbunden. Heute (2017) verkehren Reisezüge unter anderem nach Leipzig, Halle (Saale), Hoyerswerda, Cottbus und Lutherstadt Wittenberg. Seit der Inbetriebnahme des City-Tunnels in Leipzig halten auch die S-Bahn Mitteldeutschland in Eilenburg.

Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen verzeichnet das Empfangsgebäude, die Stellwerke Eo und Ew sowie die Wassertürme Ost und West als Kulturdenkmal in der Landesdenkmalliste (Objektnummer 08973253).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Eilenburg lag in Randlage von Preußen in einem Gebiet, das mit dem Wiener Kongress von Sachsen abgetreten werden musste. Erst 1868, als bereits ein dichtes Schienennetz bestand, wurde an die Halle-Sorau-Gubener Eisenbahngesellschaft eine Konzessions- und Bestätigungsurkunde für den Bau eines Anschlusses erteilt.[1] 1871 wurde das Empfangsgebäude errichtet, das Diensträume, Fahrkartenschalter, Gepäckabfertigung, Wohnungen für Angestellte sowie vier Wartesäle umfasste.[1] Ein Jahr später, im April 1872, wurde die Strecke von Falkenberg (Elster) über Eilenburg nach Halle (Saale) eröffnet.[2] Im November 1874 wurde der Abzweig in die sächsische Universitäts- und Messestadt Leipzig eröffnet.[2] Als Endpunkt der Strecke wurde in Leipzig mit dem Eilenburger Bahnhof ein eigener Kopfbahnhof errichtet. Am 20. Februar 1895 folgte die Inbetriebnahme der Strecke Eilenburg–Lutherstadt Wittenberg.[2] Ab 1896 gab es auch die Idee des Baus einer Strecke von Eilenburg nach Bitterfeld mit seinen aufstrebenden Industriegebieten. Wegen Ausbruchs des Ersten Weltkrieges ging dieses Projekt allerdings nicht über die Planungsphase hinaus.[2]

Die letzteröffnete Strecke war der Abzweig nach Wurzen, der 1927 in Betrieb ging. Der Bau verzögerte sich durch den Ersten Weltkrieg und die angespannte wirtschaftliche Situation in den ersten Jahren der Weimarer Republik erheblich.

Seit seiner Eröffnung waren die Dienststellen des Bahnhofs ein wichtiger Arbeitgeber. 1910 waren es insgesamt 233 Beschäftigte, 1933 sogar 570. Diese verteilten sich wie folgt: Eisenbahner (250), Bahnbetriebswerk (40), Wagenausbesserung (6), Wagenreinigung (4), Bahnmeisterei mit der Stellwerksmeisterei und Handwerkern (220) sowie Güter- und Gepäckabfertigung und Fahrkartenausgabe (50).[3] Der Bahnhof gab zudem wichtige Impulse für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Stadt.

Am 29. März 1945 ereignete sich das schwerste Unglück in der Geschichte des Bahnhofs. An diesem Tag um etwa 12:45 Uhr fing ein mit Nebelwerfergeschossen beladener Güterzug Feuer, da sich die zur Ausfüllung der Ladung verwendete Holzwolle entzündet hatte. Um bei einer Explosion den Schaden zu minimieren, wurde der betroffene Waggon abgehängt und westwärts Richtung Wedelwitz aus dem Bahnhof geschoben. Gegen 13:00 Uhr kam es zur Explosion, deren Druckwelle in der gesamten Stadt zu merken war. Bei der Detonation sollen 40 Menschen ums Leben gekommen sein, der Löscheinsatz soll bis zum darauffolgenden Morgen gedauert haben.[3]

Die Wartehalle wurde 2011 geschlossen. Mit der Aufnahme des S-Bahnverkehrs im Dezember 2013 hat ein Reisezentrum mit Warteraum (S-Punkt) im Ostflügel des Empfangsgebäudes eröffnet.
Ein Triebwagen der Mitteldeutschen Regiobahn an Gleis 1

Der Bahnhof Eilenburg lag im Gebiet der Reichsbahndirektion Halle (Saale), die 1994 aufgelöst wurde. In den 1980er Jahren hatte der Güterbahnhof seine Leistungsgrenze erreicht. Monatlich wurden etwa 1.000 Wagen beladen und rund doppelt so viele entladen. Hinzu kamen täglich 30 Güterzüge, die zu bilden bzw. aufzulösen waren.[3] Im Personenverkehr war Eilenburg Halt der D-Züge Krakau–Erfurt, Frankfurt (Oder)–Mönchengladbach und Cottbus–Eisenach sowie der Eilzug-Relation Cottbus–Leipzig.[3] In den 1990er Jahren gab es eine Interregio-Linie von Lübeck über Schwerin, Magdeburg und Leipzig nach Cottbus. Im Jahr 2000 wurde der Bahnhof vom Fernverkehr abgehängt.

Bereits 1978 wurde der Personenverkehr von Eilenburg nach Wurzen eingestellt.[2] 20 Jahre danach bestellte der Freistaat Sachsen den planmäßigen Personenverkehr auf der Strecke nach Wittenberg zwischen den Bahnhöfen Eilenburg und Bad Düben ab.

Der Personenbahnhof zeigt sich heute noch weitgehend im Zustand zu DDR-Zeiten. 2010 wurde der Bahnsteig 1 in Vorbereitung auf die Feierlichkeiten des Stadtjubiläums 1050 Jahre Eilenburg neu gepflastert. Im Jahr 2011 wurden im Westkopf des Bahnhofs Gleisanlagen, Oberleitung und Signaltechnik neu errichtet. Dies erlaubt eine schnellere Einfahrt aus Richtung Halle und Leipzig. Im Zuge dessen wurden Bedingungen für die Zugbildung mittels Umsetzverfahren geschaffen. Der Ablaufbetrieb wurde eingestellt.[4] Für den vielfach geforderten barrierefreien Ausbau der Verkehrsstation gibt es bisher keinen Zeitplan. Laut Bahn-Angaben kann dieser erst mit dem kompletten Umbau im Zuge des Streckenausbaus und der Errichtung eines elektronischen Stellwerks realisiert werden, für die DB Netz verantwortlich zeichnet.[5]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personenbahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlagen des Personenbahnhofes umfassen das in den 1870er Jahren errichtete heute unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude aus roten Ziegelsteinen mit einem Turm an der Westseite, welches in den 1990er Jahren umfassend saniert wurde. Die nach der Sanierung eingezogene bahneigene Gastronomie schloss kurze Zeit später. Auch zwei kleine Verkaufsräume waren zuletzt unvermietet. Ende 2011 schloss die noch verbliebene DB Reiseagentur mit Presseangebot. Damit blieb auch die Wartehalle verschlossen. Im Mai 2012 wurde bekannt, dass die DB das Gebäude an eine Eilenburger Telekommunikationsfirma veräußert hat.[6] Diese baute das Gebäude bis 2014 zum Firmensitz aus. Die Gleise befinden sich südlich des Empfangsgebäudes und werden auf der anderen Seite von der Bundesstraße 87 begrenzt. Der Bahnhof besitzt zwei Bahnsteige mit vier Personverkehrsgleisen: den Bahnsteig 1 mit einer Länge von 470 Metern und den Bahnsteig 2 mit 325 Metern, die durch eine Personenunterführung zu erreichen sind. Die deutlich längeren Bahnsteige sind heute und nur noch auf einer Länge von 178 Metern zur Nutzung bestimmt. Beide haben eine Bahnsteighöhe von 38 Zentimetern.[7] Auf dem Bahnsteig 2 befinden sich noch ein Wartehaus und das Haus der Aufsicht P für den Personenbahnhof, die mittlerweile beide ungenutzt sind. Der Hausbahnsteig sowie ein 150 Meter langer Außenbahnsteig, der sich an den Bahnsteig 2 anschließt, sind nicht mehr zum Ein- und Ausstieg der Fahrgäste vorgesehen. Das Empfangsgebäude ist barrierefrei zu erreichen, die Bahnsteige sind hingegen nur über Treppen zugänglich.

Die Anlagen des Personenbahnhofs bei Nacht. Am rechten Bildrand befindet sich das Gebäude der ehemaligen Aufsicht P.

Güterbahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eilenburg schließen sich südlich an den Personenbahnhof etwa zehn Gleise des Güterbahnhofes mit einem Ablaufberg an. Dazu kommen östlich des Empfangsgebäudes Abstellgleise für Güterwagen und die eingesetzten Lokomotiven sowie ein Sozialtrakt von DB Cargo. In diesem Bereich befindet sich an Gleis 39 noch ein Elektrant und ehemals eine Laderampe. Heute gibt es eine Ladestraße entlang Gleis 34. Neben dem Fahrdienstleiterstellwerk Ew befindet sich eine Niederlassung des Geschäftsbereiches DB Netz. Die Aufsicht Gbf für den Güterbahnhof ist mittlerweile nicht mehr vorhanden.

Sicherungstechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gelände des Eilenburger Bahnhofs befinden sich die zwei noch besetzten Wärterstellwerke Aw (mechanisch, in der Bauform Einheit[3]) und Eo (elektromechanisch, Bauform VES 1912 (E43)[3]) sowie das Stellwerk Ew (elektromechanisch, Bauform VES 1912 (E43)[3]), welches sich als Reiterstellwerk über einem Ablaufberg befindet und Fahrdienstleiterstellwerk ist. Das Stellwerk Em, welches sich östlich des Empfangsgebäudes befand, wurde 1998 stillgelegt und später abgebrochen.[3] 1941 verfügte der Bahnhof über insgesamt 96 Weichen.[3] Demgegenüber gab es 2009 noch 74 Weichen, von denen zwei stillgelegt waren. Am Bahnhof Eilenburg gibt es heute 23 Lichtsignale, die mit Buchstaben bezeichnet sind.

Bereits 2002/2003 gab es seitens der Deutschen Bahn Planungen für ein Elektronisches Stellwerk (ESTW) Eilenburg mit einem Stellbereich bis Peißen, Leipzig-Heiterblick und Falkenberg (Elster) mit komplett erneuerter Signal- und Fernmeldetechnik entlang der Strecken.[8] Der Baustart war zunächst für 2005 vorgesehen, das Projekt beinhaltete laut einem Artikel der Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung auch den Ausbau für Neigetechnikzüge und Tempo 160 auf der Strecke Leipzig–Eilenburg–Falkenberg.[9] Zwar ist das Projekt nicht verworfen worden, jedoch wurde es bis heute nicht verwirklicht. Die komplette Umgestaltung des Bahnhofs Taucha (b Leipzig), der seit 2010 im Zuge der Neuausrichtung des Leipziger S-Bahnnetzes bis zur Fertigstellung des City-Tunnels Leipzig viergleisig umgebaut wird, markiert indes die 1. Baustufe für ein ESTW Eilenburg.[10]

Bahnbetriebswerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1926 wurde in Eilenburg ein Bahnbetriebswerk eingerichtet. Ihm unterstanden die Lokbahnhöfe in Torgau und Schildau sowie seit 1964 auch der Lokbahnhof Wurzen. Für den Betrieb in Eilenburg kamen 16 bis 18 Lokomotiven der Baureihen 38, 5280, 5572 und 94 zum Einsatz. Dazu kamen sechs bis acht Loks in Torgau, zwei in Schildau und drei in Wurzen.

Das Bahnbetriebswerk Eilenburg einschließlich der drei Außenstellen beschäftigte in Verwaltung, Lokfahrdienst, Lokunterhaltung, Unterhaltung der technischen Anlagen und dem stationären Personal insgesamt etwa 350 Menschen. Das Lokpersonal umfasste allein in Eilenburg 90 Mitarbeiter. Der Rangierbetrieb beinhaltete unter anderen die Bedienung der Anschlüsse Bahnhof Eilenburg Ost, Eilenburger Chemiewerk und Dermatoidwerk. Der zum Betriebswerk gehörende Ringlokschuppen hatte 12 Gleise, davon gehörten vier der Werkstatt.

Mitte der 1960er Jahre wurden die ersten Diesellokomotiven der DR-Baureihen V 100 und V 60 in Dienst gestellt. Kurz darauf folgten drei Loks der DR-Baureihe V 200. Diese lösten nach und nach die Dampflokomotiven ab. Nach der Elektrifizierung der Strecke Halle (Saale)–Eilenburg wurden Ende der 1980er Jahre auch E-Loks der Baureihen 211, 242, 243 und 250 in Dienst gestellt.

Als eigenständige Dienststelle existierte das Bahnbetriebswerk Eilenburg seit 1969 nicht mehr. Nachdem schon 1967 die Außenstelle Torgau dem Bahnbetriebswerk Falkenberg (Elster) zugeordnet wurde, folgte zwei Jahre später auch das Betriebswerk Eilenburg. Der Lokbahnhof Wurzen wurde dem Bahnbetriebswerk Leipzig-Süd zugeordnet. Seitdem war Eilenburg eine sog. Personaleinsatzstelle. 1994 wurde auch das Bw Falkenberg (Elster) aufgelöst. 1995 wurden die Drehscheibe und der Schlackenelevator ausgebaut und die beiden Wassertürme stillgelegt. Der Sozialtrakt und die Umkleideräume wurden noch bis 1999 genutzt.[11][12]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Eröffnung des Bahnhofes bis mindestens zum Ende des Zweiten Weltkrieges führte – anders als heute – der Durchgangsverkehr von Halle nach Cottbus. Um nach Leipzig zu gelangen, musste in Eilenburg umgestiegen werden. Dies lag daran, dass Eilenburg und Halle in Preußen lagen, während Leipzig zu Sachsen gehörte. 1944 verkehrten täglich ein D-Zug und ein Eilzug von Halle (Saale) Hbf nach Cottbus sowie ein D-Zug von Leipzig Hbf nach Cottbus. Hinzu kamen fünf Personenzugverbindungen von Halle nach Falkenberg (Elster) und teilweise weiter nach Cottbus. Zudem verkehrten täglich sieben Personenzugverbindungen von Leipzig nach Eilenburg. Nach Lutherstadt Wittenberg gab es täglich vier Verbindungen, von Wittenberg drei.

Zu DDR-Zeiten bündelte sich der Verkehr aufgrund der vielen Berufspendler am Morgen und am Nachmittag. 1970 bestand der Durchgangsverkehr hauptsächlich von Leipzig nach Cottbus, so dass nun Richtung Halle in Eilenburg umgestiegen werden musste. Täglich verkehrten damals drei Eilzüge und drei D-Züge je Richtung zwischen Leipzig und Cottbus, die ausnahmslos in Eilenburg hielten. Dazu kamen dreizehn Personenzugverbindungen von und nach Leipzig oder teilweise nur von bzw. bis Taucha (b Leipzig). Auf der Strecke Halle–Eilenburg gab es bis auf ein D-Zugpaar täglich nur noch Regionalverkehr. So verkehrten pro Richtung damals dreizehn Personenzüge. Zwischen Eilenburg und Wittenberg gab es 1970 sieben durchgehende Verbindungen je Richtung. Auf der Nebenstrecke Eilenburg–Wurzen, auf der 1978 der Personenverkehr eingestellt wurde, verkehrten 1970 vier Personenzugpaare täglich.[13][14]

Ab 1995 ersetzte eine Interregio-Linie von Lübeck über Schwerin, Magdeburg und Leipzig nach Cottbus die bisherigen Schnellzugverbindungen. Im Jahr 2000 wurden die verbliebenen Fernverkehrsleistungen auf RE umgestellt.

Aktuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Eilenburg liegt an den Kursbuchstrecken 209.43, 218.1, 501.4 und 501.9, folgende Regionalverkehrslinien, die von DB Regio betrieben werden, fahren den Bahnhof an:

Linie Linienverlauf Takt (min) EVU
RE 10 LeipzigEilenburgTorgauFalkenberg (Elster)Doberlug-Kirchhain – Calau – Cottbus 0120 DB Regio Nordost
RB 55 Heidebahn
Eilenburg – Bad Düben (Mulde) – Bad Schmiedeberg – Pretzsch – Lutherstadt Wittenberg Hbf (einzelne Züge zu bestimmten Anlässen)
0 DB Regio Südost
S 4 (Oschatz –) Wurzen – Leipzig – Eilenburg – Falkenberg (Elster) – Elsterwerda-BiehlaRuhland – Hoyerswerda 030 DB Regio Südost
S 9 EilenburgDelitzschHalle (Saale) 060 (Mo–Fr)
120 (Sa–So)
DB Regio Südost

Der Regional-Express verkehrt täglich in einem 120-Minuten-Takt. Dieser verdichtet sich auf dem Streckenabschnitt Eilenburg–Falkenberg (Elster) mit der S-Bahnlinie 4 zu einem 60-Minuten-Takt. Von 4 Uhr (samstags ab 5 Uhr 30, sonntags ab 6 Uhr 30 Uhr) bis 21:30 Uhr verkehrt die S-Bahn Richtung Leipzig im 30-Minuten-Takt. Im Früh- und Spätverkehr sowie an Wochenenden im Nachtverkehr fährt die S4 ohne Takt. In Leipzig werden die S-Bahnen bis Wurzen sowie in Tagesrandlage weiter nach Oschatz durchgebunden.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 wurde die neue Linie S 9 der S-Bahn Mitteldeutschland eingeführt. Sie ersetzte die bisherigen Regionalbahnleistungen zwischen Eilenburg und Halle.

Im Sommerfahrplan 2017 wurden erstmals seit 1998 wieder regelmäßige durchgehende Verbindungen von Wittenberg nach Eilenburg angeboten. Es gab drei Zugpaare, die jeweils sonnabends, sonn- und feiertags verkehrten und als RB 55 bezeichnet wurden.[15] Im Fahrplan 2018 beschränkt sich das Angebot auf einzelne Züge zu bestimmten Anlässen.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Seiten der Stadt Bad Düben wird ein Anschluss über Eilenburg an das bestehende S-Bahnnetz angestrebt. Obwohl der zuständige Zweckverband ZVNL die Chancen dafür als sehr gering einschätzt, nahm der Regionale Planungsverband Westsachsen die Reaktivierung der Strecke in den aktuellen Regionalplan auf[16] und nehmen die Planungen für den Probelauf eines Zubringerverkehrs bereits konkrete Formen an.[17] Mit dem Sommerfahrplan 2017 wird zunächst an Wochenenden und Feiertagen wieder regelmäßiger Zugverkehr durchgehend zwischen Eilenburg und Wittenberg aufgenommen.

Regionaler Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 2015 neu errichtete Busbahnhof am Eilenburger Bahnhof ist die Drehscheibe des regionalen Busverkehrs in der Eilenburger Region. Von den sechs Bussteigen verkehren Busse unter anderem nach Leipzig, Delitzsch, Taucha, Bad Düben und Wurzen sowie die beiden Stadtbuslinien.

Der alte Busbahnhof wurde 2015 abgebrochen und durch einen modernen Verknüpfungspunkt ersetzt.
Linie Verlauf (Stand: 24. August 2015) Verkehrstage Busunternehmen
195 Eilenburg – Pehritzsch – Jesewitz – Taucha Montag–Freitag Busverkehr Geißler
197 Eilenburg – Jesewitz – Taucha – Leipzig Hbf Montag–Samstag Vetter Verkehrsbetriebe
212 Eilenburg – Krostitz – Delitzsch Montag–Freitag Omnibusverkehr Leupold
221 Eilenburg – Krippehna – Zschepplin – Hohenprießnitz Montag–Freitag Busverkehr Geißler
222 Eilenburg – Jesewitz – Mutschlena Montag–Freitag Busverkehr Geißler
229 Eilenburg – Mölbitz – Wildschütz – Audenhain (– Mockrehna) Montag–Freitag Vetter Verkehrsbetriebe
231 Eilenburg – Doberschütz – Rote Jahne – Wöllnau Montag–Freitag Vetter Verkehrsbetriebe
232 Eilenburg – Mörtitz – Laußig – Gruna – Bad Düben täglich Vetter Verkehrsbetriebe
233 Eilenburg – Zschepplin – Hohenprießnitz – Wellaune – Bad Düben Montag–Freitag Vetter Verkehrsbetriebe
234 Eilenburg – Doberschütz – Mockrehna – Gräfendorf Montag–Freitag Vetter Verkehrsbetriebe
674 Eilenburg – Thallwitz – Lossa – Wurzen Montag–Freitag Regionalbus Leipzig
676 Eilenburg – Thallwitz – Böhlitz – Röcknitz – Lüptitz – Wurzen Montag–Samstag Regionalbus Leipzig
755 Eilenburg – Mockrehna – Torgau Dienstag Omnibus-Verkehrsgesellschaft Heideland
Stadtbus A/B Eilenburg: Bahnhof – Berg – Bahnhof – Ost – Bahnhof Montag–Samstag Vetter Verkehrsbetriebe
Stadtbus B/A Eilenburg: Bahnhof – Ost – Bahnhof – Berg – Bahnhof Montag–Samstag Vetter Verkehrsbetriebe
Rufbus Region Eilenburg – Jesewitz – Taucha täglich Busverkehr Geißler

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Eilenburg liegt am südlichen Rand des Stadtteils Mitte und ist über die aus Richtung Zentrum kommende Bahnhofstraße zu erreichen. Als eine hauptsächlich von Berufspendlern genutzte Station wurden am Bahnhof Eilenburg 87 Park-&-Ride- und 112 überdachte Bike-&-Ride-Stellplätze geschaffen. Hinzu kommen 9 Motorradstellplätze und weitere unbefestigte PKW-Stellplätze. Vor dem Empfangsgebäude befindet sich zudem ein Taxistand.

Fahrgastzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Angaben des ZVNL wurde der Bahnhof Eilenburg im Jahr 2006 werktäglich von etwa 1340 Personen frequentiert. Diese Zahl ergibt sich aus der Summe aller Ein-, Aus- und Umsteiger an einem Werktag. Damit ist der Bahnhof Eilenburg die zweitmeistfrequentierte Station im Landkreis Nordsachsen nach Delitzsch unt Bf und eine der meistfrequentierten Stationen des ZVNL im ländlichen Raum.

Das größte Fahrgastaufkommen herrschte 2006 auf der Relation Eilenburg–Leipzig mit durchschnittlich 3.400 Fahrgästen je Werktag. Die Verbindung Eilenburg–Halle wurde damals täglich von etwa 500 Reisenden genutzt.[18]

Im Jahr 2015 und damit reichlich ein Jahr nach Aufnahme des S-Bahnbetriebs wurden an einem durchschnittlichen Werktag etwa 900 Einsteiger gezählt, Aus- und Umsteiger wurden nicht erfasst.[19]

Güterverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Zugbildungsgleise 5 bis 13, im Vordergrund das Bahnsteiggleis 4

Aktuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Bahnhof Eilenburg aus erfolgt die Bedienung mehrerer Anschlüsse, unter anderem der Steinbruch Lüptitz, die Kieswerke Sprotta und Laußig, das Spannbetonwerk Laußig, die Getreidewirtschaft in Eilenburg-Ost sowie die Stora Enso-Papierfabrik in Eilenburg. Für die Zugbildung stehen die Gleise 5 bis 13 zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es im Bahnhof mehrere Abstellgleise sowie eine Ladestraße an Gleis 34, an der noch regelmäßig Holzverladung stattfindet. Für die Zugbildung kommen meist ein bis zwei Diesellokomotiven der DB-Baureihen 261 und V 90 zum Einsatz. (Stand 2018)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Zeiten der DDR gab es noch eine Vielzahl weiterer Anschließer, so zum Beispiel die Qualitätsmöbelfabrik, das Dermatoid und das EBAWE jeweils in Eilenburg-Ost, das Eilenburger Chemiewerk oder das Munitionslager der NVA bei Doberschütz. Für den örtlichen Güterverkehr standen mehrere Gleise mit Rampen, einer Ladestraße, Kranen und einer Waage zur Verfügung. Am Gleis 35 gab es zudem eine Umsetzungsanlage auf den Straßenverkehr, wofür der Straßenroller benutzt wurde. Heute gibt es dazu nur noch das Gleis 34. Der örtliche Umladeverkehr des Stückguts war nie besonders groß; der Umschlag umfasste etwa zehn bis 15 Stückgutwagen. Dafür war das Aufkommen der zu be- und entladenden und der zu bildenden und aufzulösenden Güterzüge enorm und in den 1980er Jahren größer, als es die Kapazitäten des Bahnhofes eigentlich zuließen. So waren monatlich rund 1.000 Wagen zu be- und 2.000 Wagen zu entladen sowie täglich 30 Nahgüterzüge, Leerwagenzüge und Durchgangsgüterzüge zu bilden bzw. aufzulösen. Der Stückgutverkehr wurde 1997 eingestellt.[3]

Verwendung als Filmkulisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Eilenburg bildete die Kulisse für eine Szene des DEFA-Films Du und ich und Klein-Paris von Werner W. Wallroth. Ebenso wurde eine Schlüsselszene des mehrfach ausgezeichneten Spielfilms Kriegerin (2011) von David Wnendt im Sommer 2010 auf dem Eilenburger Bahnhof gedreht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Eilenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Andreas Flegel: Eilenburg in alten Ansichten, Europäische Bibliothek Verlag, 2002
  2. a b c d e Otto Künnemann: Eisenbahnknotenpunkt Eilenburg in Jahrbuch für Eilenburg und Umgebung, Verlagshaus Heide-Druck, 2006
  3. a b c d e f g h i j Erhard Künitz, Erich Preuß: Bahnhöfe A–Z: Eilenburg, GeraMond Verlag, 2007
  4. dpa: Deutsche Bahn investiert sieben Millionen Euro in Eilenburg, 19. Juli 2011 in LVZ-Online (abgerufen am 21. Juli 2011)
  5. Heike Liesaus: Eilenburger Bahnhof: Service-Punkt top, aber das Umfeld lässt zu wünschen übrig, 24. Februar 2017 in LVZ-Online (abgerufen am 27. Februar 2017)
  6. Kathrin Kabelitz: Bahn verkauft Eilenburger Bahnhofsgebäude in Leipziger Volkszeitung, S. 17, 4. Mai 2012
  7. Bahnsteiginformationen auf www.deutschebahn.com (Memento des Originals vom 14. August 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschebahn.com
  8. Millioud: ESTW Eilenburg@1@2Vorlage:Toter Link/www.millioud.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Abgerufen am 27. Juni 2011)
  9. Tauchaer Stadtmagazin – Archiv Juli 2003: Bald keine Bahnübergänge mehr in Taucha? (abgerufen am 27. Juni 2011)
  10. HTVS – Ingenieurbüro für Hoch-, Tief-, Verkehrsbau und Schallschutz GmbH: Bahnhof Taucha (abgerufen am 27. Juni 2011)
  11. Kurt Krause: Das Bahnbetriebswerk Eilenburg der Deutschen Reichsbahn in: Jahrbuch für Eilenburg und Umgebung, Verlagshaus Heide-Druck, 2008
  12. Jahreszahlen zum Bahnbetriebswerk Eilenburg auf www.sachsenschiene.de
  13. Auszug aus dem Kursbuch der Deutschen Reichsbahn von 1944
  14. Sommerfahrplan der Reichsbahndirektion Halle vom 31. Mai 1970 bis 26. September 1970
  15. Lutherstadt Wittenberg – Bad Schmiedeberg – Eilenburg Heidebahn. 1. Dezember 2016, abgerufen am 8. Februar 2017.
  16. Kathrin Kabelitz: Regionalplan sieht S-Bahn für Bad Düben vor in: Leipziger Volkszeitung, 9. Oktober 2015, Seite 30
  17. Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Delitzsch-Eilenburg, 17. Dezember 2014, Seite 34
  18. Nahverkehrsplan Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig – Fortschreibung 2008
  19. Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig: Nahverkehrsplan 2017–2022, Seite 35 (abgerufen am 30. Juni 2018)