Bahnhof Fröndenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fröndenberg
Bahnhof Fröndenberg
Bahnhof Fröndenberg
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Keilbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung EFOE
IBNR 8000113
Kategorie 4
Webadresse DB AG: Bahnhof Fröndenberg
Lage
Stadt/Gemeinde Fröndenberg/Ruhr
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 28′ 18″ N, 7° 45′ 39″ OKoordinaten: 51° 28′ 18″ N, 7° 45′ 39″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i16i16i18

Der Bahnhof Fröndenberg ist ein Keilbahnhof an den Bahnstrecken Fröndenberg–Kamen und Letmathe–Fröndenberg sowie der Oberen Ruhrtalbahn. Er liegt im Süden der Stadt Fröndenberg/Ruhr nahe der Ruhr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingangsbereich des Bahnhofs
Nordseite des Bahnhofs mit einem „PlusPunkt“ an Gleis 2 (Ruhrtalbahn)

Mit der Eröffnung des Streckenabschnitts von Schwerte nach Arnsberg der Oberen Ruhrtalbahn durch die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft (BME) erhielt die heutige Stadt Fröndenberg im Juni 1870 ihren ersten Eisenbahnanschluss. Nahe dem damaligen Dorf Fröndenberg, das den heutigen Stadtkern darstellt, wurde eine Bahnstation eingerichtet.

Etwa zwei Jahre später, am 7. August 1872, wurde ebenfalls durch die BME die von Fröndenberg aus zunächst bis Menden erbaute Nebenstrecke eröffnet, die später nach Neuenrade und Iserlohn weitergeführt wurde. Diese Bahnstrecke erhielt eigene Bahnsteiggleise (Gleise 11 ff.) südlich der durchgehenden Hauptstrecke, die im Westen mit denen der Ruhrtalbahn zusammengeführt wurden. Somit wurde der Fröndenberger Bahnhof zu einem Keilbahnhof ausgebaut. Im Südosten des Bahnhofs entstand ein Betriebswerk (Bw), in dem vorwiegend die Lokomotiven für die Bahnstrecke Letmathe–Fröndenberg beheimatet wurden.

Im Jahr 1899 folgte schließlich die Anbindung Unnas über Ardey und Frömern als dritte Bahnstrecke im Fröndenberger Bahnhof. Diese Strecke zweigt westlich des Bahnhofs von der Hauptstrecke ab, sodass durchgehende Verbindungen von Unna nach Menden und umgekehrt möglich sind.

Im Süden des Bahnhofs entstanden neben den Bahnsteigen der Bahnstrecke Letmathe–Fröndenberg mehrere Gütergleise sowie ein Ablaufberg, die Stückgutverladung sowie Laderampen befanden sich hingegen auf der Nordseite des Bahnhofs. Ein Gleisanschluss zu einem Landhandel bestand direkt neben dem Betriebswerk.

Im Jahr 1954 wurde das Bw Fröndenberg geschlossen, die Fahrzeuge wurden nun von Schwerte und Letmathe aus eingesetzt. Drei Jahre später folgte der Neubau des nach 1945 abgerissenen Empfangsgebäudes, das nun den Winkel zwischen den Strecken nach Arnsberg und Menden ausfüllt. Ein Anbau mit Sozialräumen für weiterhin von Fröndenberg aus eingesetztes Personal befindet sich an der Südostseite, Bahnsteigdächer wurden von diesem Gebäude ausgehend zum Hausbahnsteig auf der Mendener Seite (Gleis 11) und auf dem dortigen Mittelbahnsteig (Gleis 12/13) gebaut.

1989 wurden die drei vorhandenen Stellwerke „Ff“ (Fröndenberg Fahrdienstleiter, auf dem Hausbahnsteig), „Fo“ und „Fw“ (Fröndenberg Ost bzw. West) verschiedener älterer Bauarten durch ein Relaisstellwerk ersetzt, das wiederum die Bezeichnung „Ff“ erhielt. Von hier aus werden seit 2000 bzw. 2001 bzw. 2002 auch die Bahnhöfe Langschede, Schwerte Ost und Wickede (Ruhr) gesteuert.

Nach der Aufgabe des Stückgutverkehrs wurden die Güteranlagen auf dem Bahnhof Fröndenberg überflüssig und größtenteils abgebaut, ebenso das Gleis 3. Heute befinden sich auf der Nordseite eine Bushaltestelle, eine P&R-Anlage sowie der Parkplatz eines Supermarktes. Im Jahr 2005 verkaufte die Deutsche Bahn das Bahnhofsgebäude an die Stadt Fröndenberg, die es 2008 der AWO überließ. Diese baute das Gebäude um und richtete eine Radstation inklusive eines Hotels mit sechs Zimmern ein.[1][2] Für den Fahrkartenverkauf wurden Automaten aufgestellt, ebenso errichtete die Deutsche Post im Jahr 2009 eine Packstation am Bahnhof Fröndenberg.

Per 1. Januar 2015 erwarb die Firma Interconsult UG (haftungsbeschränkt) das Bahnhofsgebäude von der AWO. Das Bahnhofsgebäude wurde im Laufe des Jahres 2015 aufwendig renoviert. Im Erdgeschoss befindet sich jetzt das Bistro „abgefahr’n“ sowie ein Biergarten. Im OG betreibt Interconsult das Radhotel, das v. a. für Radtouristen gedacht ist, die auf dem Ruhrtalradfernweg unterwegs sind und eine preisgünstige Unterkunft suchen. Ein Conti-Schlauchautomat sowie eine ebike-Ladestation sind ebenfalls installiert worden.

Vermietet wurden Räume an die Firma level up, die im EG ein Fitnessstudio sowie eine Physiotherapiepraxis betreibt.

Ab Anfang 2015 wurde eine Modernisierung des Bahnhofs im Rahmen der „Modernisierungsoffensive 2“ der Deutschen Bahn durchgeführt. Hierbei wurden die zuvor 38 cm hohen Bahnsteige auf die Standardhöhe von 76 cm gebracht.[3]

Bedienungsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugverkehr im Jahr 1990

Der Bahnhof Fröndenberg wird im Bahnverkehr von folgenden Linien angefahren:

Linie Linienverlauf Takt
RE 17 Sauerland-Express:
Hagen Hbf – Schwerte (Ruhr) – Fröndenberg – Wickede – Neheim-Hüsten – Arnsberg – Oeventrop – Freienohl – Meschede – Bestwig – Olsberg – Brilon Wald – Bredelar – Marsberg – Westheim – Scherfede – Warburg – Hofgeismar – Kassel-Wilhelmshöhe
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min
RE 57 Dortmund-Sauerland-Express:
Dortmund Hbf – Dortmund-Hörde – Fröndenberg – Wickede (Ruhr) – Neheim-Hüsten – Arnsberg (Westf) – Oeventrop – Freienohl – Meschede – Bestwig Linienast 1:Bigge – Siedlinghausen – Silbach – Winterberg (Westf) Linienast 2:Olsberg – Brilon Wald – Brilon Stadt
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min
RB 54 Hönnetalbahn
Linienverlauf Nord: Unna – Frömern – Ardey – Fröndenberg – Bösperde – Menden (Sauerland)
Linienverlauf Süd: Fröndenberg – Bösperde – Menden (Sauerland) – Menden (Sauerland) Süd – Lendringsen – Binolen – Volkringhausen – Sanssouci – Balve – Garbeck – Küntrop – Neuenrade
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2016
beide Zugläufe alle 60 min
um 30 Minuten Zeit versetzt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Radstation im Bahnhof in Vorbereitung. Westfälische Rundschau, abgerufen am 12. Oktober 2012 (deutsch).
  2. Ausgebucht in die erste Saison. Westfälische Rundschau, abgerufen am 12. Oktober 2012 (deutsch).
  3. Bahnhof Fröndenberg feierlich in Betrieb genommen. Deutsche Bahn, 27. Juni 2017, abgerufen am 27. Juni 2017.