Bahnhof Frankfurt (Main) Konstablerwache

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Frankfurt (Main) Konstablerwache
Schnellbahnknoten Konstablerwache.png
Plan des Schnellbahnknotens
Daten
Bauform Tunnelbahnhof
Bahnsteiggleise
Abkürzung FKON
IBNR 8004429
Kategorie 3
Eröffnung 1974
Webadresse www.bahnhof.de
Lage
Stadt/Gemeinde Frankfurt am Main
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 6′ 53″ N, 8° 41′ 11″ OKoordinaten: 50° 6′ 53″ N, 8° 41′ 11″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
i11i16i16i18

Der Bahnhof Frankfurt (Main) Konstablerwache ist mit 191.000 Fahrgästen pro Tag nach dem Hauptbahnhof (ca. 350.000 Fahrgäste) und vor dem Bahnhof Hauptwache (ca. 180.000 Fahrgäste) der am meisten frequentierte Bahnhof in Frankfurt am Main. Er liegt am östlichen Ende der Einkaufsmeile Zeil unter dem gleichnamigen Platz und wird von den S-Bahn-Linien S1–S6, S8 und S9 sowie den U-Bahn-Linien U4–U7 angefahren. Auf Straßenniveau verkehren die Straßenbahnlinien 12 und 18. Der Bahnhof Konstablerwache ist zudem der zentrale Knotenpunkt für alle Nachtbuslinien.

Der Schnellbahnknoten besteht baulich aus zwei Bahnhöfen, einem dreigleisigen U-Bahnhof der B-Strecke (Linien U4 und U5) unter der Kurt-Schumacher-Straße und einem viergleisigen Gemeinschaftsbahnhof für S- und U-Bahn unter der Zeil, der Teil der C-Strecke (U6/U7) und des City-Tunnels der S-Bahn ist. Inklusive der Straßenbahn verfügt die Konstablerwache über neun Bahnsteiggleise.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die D-Ebene mit Gleis 3 für die S-Bahn (rechts) und Gleis 4 für die U-Bahn (links)

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Konstablerwache einer der zentralen Knotenpunkte der Frankfurter Straßenbahn.

Der unterirdische Bahnhofskomplex wurde ab 1966 errichtet. Der erste Bauteil wurde 1974 eröffnet, als Teil der Stadtbahnlinie B1 (der heutigen U5). Die übrigen Teile waren damals bereits im Rohbau miterrichtet worden, auch ein Abschnitt eines geplanten, aber nie realisierten Zeil-Straßentunnels.

1983 erfolgte die Eröffnung des Zeiltunnels, die seit 1978 an der Hauptwache endenden S-Bahn-Linien wurden bis zur Konstablerwache verlängert. Voll in Betrieb genommen wurde der Schnellbahnknoten im Jahr 1986 mit der Eröffnung der U-Bahn-Linien U6 und U7 (C-Strecke).

Nachdem die Straßenbahn 1978 vollständig von der Konstablerwache verschwunden war und zeitweise in der Großen Friedberger Straße endete, wurde 1999 die erste Neubaustrecke seit Beginn des U-Bahn-Baus über die Kurt-Schumacher- und Konrad-Adenauer-Straße eingeweiht. Die Strecke wird von der Linie 12 befahren, die anschließend auf die Altstadtstrecke übergeht. Seit 2011 verkehrt zusätzlich die neue Linie 18 über die Konstablerwache.

Eröffnungsdaten:

  • U-Bahnhof B-Strecke: 26. Mai 1974 (das Gleis Richtung Bornheim erst ab 31. Mai 1980)
  • S-Bahnhof: 1983
  • U-Bahnhof C-Strecke: 11. Oktober 1986
  • Straßenbahn: 17. September 1999

Ebenen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Station Konstablerwache, C-Ebene, U-Bahnsteig B-Strecke, Richtung Bockenheimer Warte (Gleis C3) / Hauptbahnhof (Gleis C1)
U6 auf Gleis 4 in der D-Ebene auf dem Weg nach Praunheim (2009)

Verteilerebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie auch die Station Hauptwache verfügt der Verkehrsknoten Konstablerwache über eine weitläufige Verteilerebene, genannt B-Ebene. Neben dem eigentlichen Zweck des Zugangs zu den Bahnsteigen dient sie vor allem auch als Einkaufspassage und Straßenunterführung. Hier befindet sich auch als Bauvorleistung ein Abschnitt eines geplanten Straßentunnels in Nord-Süd-Richtung, der allerdings nie realisiert wurde.

Bahnhof der B-Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Etage tiefer, in der C-Ebene, liegt die dreigleisige Station der U-Bahn-Linien U4 und U5. Das westliche Gleis (Gleis C1) wird von der Linie U5 in Richtung Hauptbahnhof befahren, das mittlere Gleis (Gleis C3) dient der Linie U4 in Richtung Bockenheimer Warte. Das östliche Gleis (Gleis C2) wird von beiden Linien in Richtung Preungesheim (U5) bzw. Seckbacher Landstraße/Enkheim (U4) gemeinsam befahren.

Bahnhof der C-Strecke und der S-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darunter, in der so genannten D-Ebene, verkehren die S-Bahnen sowie die U-Bahn-Linien U6 und U7. S-Bahn und U-Bahn teilen sich dabei zwei Inselbahnsteige, so dass am gleichen Bahnsteig von der S-Bahn in die U-Bahn und umgekehrt umgestiegen werden kann. Die beiden äußeren Gleise (Gleise 1 und 4) werden dabei von der U-Bahn benutzt, die beiden inneren (Gleise 2 und 3) von der S-Bahn. Bei dem Text an den Wänden handelt es sich um einen Frankfurter Ratsbeschluss vom 15. Juli 1756, der die Bürger vor den Folgen übermäßigen Alkoholgenusses warnt:

„Nachdeme Einem Hoch-Edlen und Hochweisen Rath allhier höchst-ärgerlich und beschwerlich vorgekommen, daß, besonders den Sonntag, durch übermäßiges Schwelgen und Zechen, allerley Zanck, Streit und Schlägerey, ja gar Auflauf und bey nahe Tumult, veranlasset werde: Als werden, kraft dieses Edicts und Anschlags, alle und jede hiesige Burger, Beysassen und Einwohner, nachdrücklich verwarnet, sich des übermäßigen Trinckens und Zechens, besonders an Sonn- und Feyertägen, zu enthalten.“[1]

Kunstwerk „Reise in Raum und Zeit“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goethe und die Brüder Lumière, Teil des Werkes „Reise in Raum und Zeit“ der CitéCréation

Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft von Frankfurt und Lyon erstellte die französische Künstlergruppe CitéCréation 2010 gemeinsam mit ihrer Potsdamer Tochterfirma CreativeStadt ein großflächiges Kunstwerk im U-Bahnhof. Unter dem Thema „Reise in Raum und Zeit“ entstanden auf 500 Quadratmetern der Stationswand mehrere illusionistische Kunstwerke. Sie zeigen verschiedene Motive aus beiden Städten, die mit einem fiktiven Verkehrsmittel verbunden sind. Das Werk wurde am 11. Juni 2010 in Anwesenheit des Lyoner Oberbürgermeisters Gérard Collomb und des Stadtrats Volker Stein enthüllt.[2][3]

„Ein Augenblick der Zeitreise in einer fiktiven U-Bahn, eine durch Lichttechnik in Szene gesetzte optische Illusion. […] Das Bild ‚Reise in Raum und Zeit‘ in der Frankfurter U-Bahn Konstablerwache zeigt die Börsen beider Städte, das Frankfurter Museumsuferfest und das Lichterfest, das Lyon im Dezember verzaubert. Am Bahnsteig warten die Brüder Lumière und Goethe. Ach ja, die Sponsoren aus beiden Städten sitzen im Zug.“

Petra Sparrer: Lyon spiegelt seine Seele an der Hauswand. In: die tageszeitung, 10. November 2010.[4]
U-Bahn Frankfurt
Vorherige Station Linie Nächste Station
Merianplatz
← Enkheim/Seckbacher Ldstr.
U4 Dom/Römer
Bockenheimer Warte →
Musterschule
← Preungesheim
U5 Dom/Römer
Hauptbahnhof →
Hauptwache
← Praunheim Heerstraße
U6 Zoo
Ostbahnhof →
Hauptwache
← Hausen
U5 Zoo
Enkheim →
S-Bahn Rhein-Main
Vorherige Station Linie Nächste Station
Hauptwache
← Wiesbaden Hbf
S1 Ostendstraße
Rödermark-Ober-Roden →
Hauptwache
← Niedernhausen
S2 Ostendstraße
Dietzenbach Bahnhof →
Hauptwache
← Bad Soden (Taunus)
S3 Ostendstraße
Darmstadt Hbf →
Hauptwache
← Kronberg (Taunus)
S4 Ostendstraße
Langen →
Hauptwache
← Friedrichsdorf (Taunus)
S5 Ostendstraße
Südbahnhof →
Hauptwache
← Friedberg (Hessen)
S6 Ostendstraße
Südbahnhof →
Hauptwache
← Wiesbaden Hbf
S8 Ostendstraße
Hanau Hbf →
Hauptwache
← Wiesbaden Hbf
S9 Ostendstraße
Hanau Hbf →

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Frankfurt (Main) Konstablerwache – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://katalog.ub.uni-heidelberg.de/titel/66362576
  2. Wandgemälde verschönert die Station „Konstablerwache“. VGF, 11. Juni 2010, archiviert vom Original am 12. Februar 2013; abgerufen am 22. Januar 2018.
  3. Voyage dans la fiction et dans le temps » VGF/SYTRAL – Station de métro – Francfort – Allemagne – Inaugurée en juin 2010. In: Cité Création. 9. Juli 2010, archiviert vom Original am 21. Februar 2016; abgerufen am 22. Januar 2018 (französisch, Bilder der „Reise in Raum und Zeit“ im Frankfurter U-Bahnhof Konstablerwache am Tag der Einweihung).
  4. Petra Sparrer: Lyon spiegelt seine Seele an der Hauswand. Rund 180 bemalte Hauswände machen Frankreichs drittgrößte Stadt zu einer Open-Air-Galerie. Die Lyoner Gruppe Cité de la Création und ihre Idee. In: die tageszeitung, 10. November 2010