Bahnhof Frankfurt am Main Stadion

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Frankfurt am Main Stadion
Empfangsgebäude des Bahnhofs Stadion
Empfangsgebäude des Bahnhofs Stadion
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 6
Abkürzung FSP
IBNR 8002040
Kategorie 3
Eröffnung 1863
Webadresse Frankfurt am Main Stadion
Architektonische Daten
Baustil Typenbau der Hessischen Ludwigsbahn
Lage
Stadt/Gemeinde Frankfurt am Main
Ort/Ortsteil Schwanheim
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 4′ 5″ N, 8° 37′ 59″ OKoordinaten: 50° 4′ 5″ N, 8° 37′ 59″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
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Der Bahnhof Frankfurt am Main Stadion ist der wichtigste Eisenbahnknotenpunkt im Süden von Frankfurt am Main und eine Station der S-Bahn Rhein-Main. Nach Angaben der Deutschen Bahn AG ist er mit 570 Zügen am Tag der meistbefahrene Bahnknoten Deutschlands.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof wurde im Zuge der Mainbahn von der Hessischen Ludwigsbahn 1863 in Betrieb genommen, deren erster Streckenabschnitt in diesem Jahr zwischen Bischofsheim und Goldstein eröffnet wurde.[1] Er trug damals die Bezeichnung Goldstein, später: Frankfurt-Goldstein. 1879 wurde hier die Riedbahn nach Mannheim angeschlossen.[2] Dadurch entwickelte sich der Bahnhof zu einem bedeutenden Eisenbahnknoten. Von dem namensgebenden Dorf Goldstein war er, abgelegen im Frankfurter Stadtwald positioniert, zu weit entfernt, um im Personenverkehr Bedeutung zu erlangen. Zum 1. Oktober 1907 wurde der Bahnhof aus der Zuständigkeit der Eisenbahndirektion Mainz herausgenommen und an die Direktion Frankfurt abgegeben.[3]

1925 wurde in der Nähe des Bahnhofs das Frankfurter Waldstadion eröffnet (heute: Commerzbank-Arena). Der Bahnhof wurde daraufhin 1937 in Frankfurt-Sportfeld umbenannt.[4] Eine weitere Umbenennung erfolgte im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, um dem erwarteten internationalen Publikum gerechter zu werden, zum Fahrplanwechsel im Dezember 2005, als er seinen heutigen Namen erhielt.

Im Zuge der zweiten Baustufe der Flughafenschleife Frankfurt entstand zwischen 1976 und 1979 an den beiden auf der Nordseite des Bahnhofs neu gebauten S-Bahn-Gleisen ein neuer Bahnsteig. Für den 210 m langen und 96 cm hohen Mittelbahnsteig mit den Bahnsteigen 6 und 7 wurde die Unterführung entsprechend verlängert. Die neuen Gleisanlagen sind Richtung Flughafen mit 120 km/h befahrbar, in Richtung Frankfurt Hauptbahnhof aufgrund eines engen Bogens (445 m Radius) nur mit 100 km/h.[5]

Am 16. September 1979 ging ein neues Relaisstellwerk (Typ SpDrS60) in Betrieb. Am 30. September 1979 wurde der fahrplanmäßige S-Bahn-Betrieb am neuen Bahnsteig aufgenommen.[5]

Bahnhofsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Empfangsgebäude ist ein Typenbau der Hessischen Ludwigsbahn von 1879. Das zweigeschossige Empfangsgebäude aus Gelbsandstein zentrieren zu Gleis und Straße gewandte übergiebelte Risalite. Die Horizontale betont ein breites die Geschosse trennendes Gesims.[6] Das Gebäude ist heute ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes.[7]

Anbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnsteige

In dem im Frankfurter Stadtwald gelegenen Knoten Stadion laufen von Westen die Mainbahn aus Mainz und die Flughafen-S-Bahn Frankfurt sowie von Süden die Riedbahn aus Mannheim zusammen. Da die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main von Köln her vorher in die Riedbahn einfädelt, laufen auch deren Verkehre durch den Knoten. Der Bahnhof ist nach Norden mit vier Gleisen über die Niederräder Mainbrücken an den Hauptbahnhof und nach Osten mit zwei Gleisen der ursprünglichen Trasse der Mainbahn an den Südbahnhof angeschlossen. Über Verbindungskurven und die Abzweigstelle Forsthaus ist dabei auch die Main-Neckar-Bahn nach Darmstadt eingebunden.

S-Bahn-Station[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadionbahnhof trägt seinen Namen, da er als S-Bahn-Halt das zu Fuß etwa einen Kilometer entfernte Frankfurter Stadion, die Commerzbank-Arena, anbindet. Die zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erheblich ausgebaute Station hat zwei Mittel-, einen Außen- und einen Sonderbahnsteig (Stumpfgleis), die durch zwei Unterführungen verbunden sind. Die Verkehrswege sind dem bei Fußballspielen entstehenden Andrang entsprechend dimensioniert.

Baumaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterführung des Bahnhofs Frankfurt am Main Stadion
Umbaumaßnahmen 2010

Der erste Bauabschnitt der ersten Ausbaustufe wurde Anfang 2005 begonnen und im April 2007 beendet.[8] Im Juni 2008 wurde das Elektronische Stellwerk in Betrieb genommen. Im Zuge der ersten Ausbaustufe wurde der Bahnhof mit der neuen Gleisverbindung zwischen Main- und Riedbahn auf der Westseite von einem Keil- zu einem Kreuzungsbahnhof umgebaut. Die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der ersten Ausbaustufe begannen im März 2008. Im Dezember 2014 gingen Neubauten der Gleise 501 (Güterzuggleis) und 503 (verschwenktes Riedbahngleis) in Betrieb.[9] Die gesamte erste Ausbaustufe mit einem Investitionsvolumen von 78 Millionen Euro sieht eine Neuordnung der Gleisanlagen mit Trennung der Verkehrsströme vor.

In einer zweiten Ausbaustufe sollen Engpässe beseitigt und die Einführung der Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar ermöglicht werden. Dazu soll eine neue Strecke zwischen dem Bahnhof und dem Abzweig Gutleuthof (einschließlich einer neuen Mainbrücke) entstehen; dabei soll die eingleisige Verbindungsstrecke Niederrad–Forsthaus kreuzungsfrei unterfahren werden. Der Fernverkehr soll damit zukünftig auf der Südseite des Frankfurter Hauptbahnhofs konzentriert werden, der Regionalverkehr auf der Nordseite. 2009 war der Baubeginn für 2015 geplant.[8] Zu dem 120-Millionen-Euro-Projekt zählt auch eine dritte Niederräder Brücke.[10] Im April 2013 leitete das Regierungspräsidium Darmstadt das Anhörungsverfahren für die zweite Baustufe ein. Für den Ausbau werden 240 Millionen Euro investiert.[11] Der Baubeginn ist nunmehr für 2019 vorgesehen, die Fertigstellung für 2024 (Stand: 2015).

In einer dritten Ausbaustufe sollen, als Teil der Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar, neue Gleise zwischen Frankfurt Stadion und Zeppelinheim entstehen und die Verkehre von und nach Richtung Mannheim konsequent von den Verkehrsströmen von und zum Flughafen getrennt werden. Darüber hinaus soll eine höhenfreie Verbindung zwischen der Riedbahn und der Strecke nach Frankfurt Süd für den Güterverkehr entstehen.[8]

S-Bahn Rhein-Main
Vorherige Station Linie Nächste Station
Zeppelinheim
← Riedstadt-Goddelau
S7 Niederrad
Frankfurt Hbf →
Flughafen
← Wiesbaden Hbf
S8 Niederrad
Hanau Hbf →
Flughafen
← Wiesbaden Hbf
S9 Niederrad
Hanau Hbf →

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Frankfurt am Main Stadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Route der Industriekultur Rhein-Main: Lokaler Routenführer Nr. 18.
  2. von Rüden.
  3. Eisenbahn-Directionsbezirk Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 21. September 1907, Nr. 47. Bekanntmachung Nr. 499, S. 491 und vom 26. September 1907, Nr. 48. Bekanntmachung Nr. 506, S. 495f.
  4. von Rüden.
  5. a b Udo Marggraf: Flughafen-S-Bahn Frankfurt (Main): Planung und Bau des zweiten Teilabschnitts. In: Die Bundesbahn. Band 56, Nr. 5, 1980, ISSN 0007-5876, S. 327–332.
  6. Route der Industriekultur Rhein-Main: Lokaler Routenführer Nr. 18.
  7. Schomann.
  8. a b c Deutsche Bahn AG: Frankfurt RheinMainplus. Das Projekt. Der Eisenbahnknoten. Die Schieneninfrastruktur. (Status 2009) (Memento vom 23. Januar 2013 im Internet Archive). 32-seitige Broschüre mit Stand von Juni 2009, (PDF-Datei, 1,63 MB), S. 8, 12 f.
  9. DB Netze (Hrsg.): Inbetriebnahmen zum bzw. im Netzfahrplan 2015 (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/fahrweg.dbnetze.com. Vierseitige PDF-Datei, ohne Datum. (Diese Quelle deckt nicht die tatsächliche Inbetriebnahme)
  10. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: Bericht zum Ausbau der Schienenwege 2007, S. 122.
  11. Pläne für die 2. Baustufe des Knotenumbaus Frankfurt (Main)-Sportfeld liegen aus. DB Mobility Logistics AG, 22. April 2013, archiviert vom Original am 29. Juni 2013; abgerufen am 27. April 2013.