Bahnhof Goslar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Goslar
Empfangsgebäude (jüngerer Bauteil)
Empfangsgebäude (jüngerer Bauteil)
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung HGS
IBNR 8000130
Preisklasse 3[1]
Eröffnung 23. März 1866
Profil auf Bahnhof.de Goslar-1020908
Lage
Stadt/Gemeinde Goslar
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 54′ 40″ N, 10° 25′ 23″ OKoordinaten: 51° 54′ 40″ N, 10° 25′ 23″ O
Höhe (SO) 261 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Niedersachsen
i16i18

Der Bahnhof Goslar ist der größte Personenbahnhof der Kreisstadt Goslar. In ihm treffen sich die Bahnstrecken Vienenburg – Oker – Goslar, Hildesheim – Grauhof – Goslar und Seesen – Langelsheim – Goslar. Er besitzt fünf Bahnsteiggleise, die an einem Hausbahnsteig und zwei Mittelbahnsteigen liegen. Im Empfangsgebäude befinden sich ein Reisezentrum der Deutschen Bahn und verschiedene Ladenlokale. Auf dem Hausbahnsteig heißt ein Schild in Frakturschrift die Besucher der Kaiserstadt willkommen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof wurde als Endpunkt der im Jahre 1866 eröffneten Strecke von Vienenburg gebaut. Nach der Inbetriebnahme der Bahnstrecken nach Langelsheim und Grauhof im Jahr 1883 wuchs die Bedeutung des Bahnhofs. 1893 entstanden eine erste „Lokstation“ und ein Ausbesserungswerk. Zur Sicherung von Zugfahrten gingen 1905 zwei mechanische Stellwerke in Betrieb, das Wärterstellwerk Go (Goslar Ost) und das Befehlsstellwerk Gwf (Goslar West Fahrdienstleiter).[4] Mit dem Stellwerk Gr bestand ferner ein Rangierstellwerk, dieses wurde ab 1972 aufgelöst.[5] 2001 erfolgte der Abriss des Stellwerks.[6]

Ab 1912 kam mit der in Oker von der Strecke nach Vienenburg abzweigenden Bahnstrecke Bad Harzburg–Oker eine vierte Verbindung hinzu. Hierdurch entstand neben der Strecke über Vienenburg eine weitere Verbindung nach Halberstadt über Bad Harzburg und Wernigerode. Einhergehend mit dem Bau dieser Strecke wurden die Behandlungsanlagen verlegt und ausgebaut; aus ihnen ging das spätere Bahnbetriebswerk (Bw) Goslar hervor.[7]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Verbindungen in die Sowjetische Besatzungszone unterbrochen, womit ein Teil des Durchgangsverkehrs in Goslar entfiel.

Anfang der 1970er Jahre hielt der Traktionswandel im Vorharz Einzug. Das Bw wurde 1972 aufgegeben, 1976 endete der Plandienst von Dampflokomotiven im Streckennetz der Bundesbahndirektion Hannover. Den letzten Einsatz mit Dampflok leistete der Nahverkehrszug N 6178 von Braunschweig Hauptbahnhof nach Goslar. Bis 1984 nutzte die Deutsche Bundesbahn das Gelände des Bw noch zum Abstellen von Bahnbussen.[7] Die Anlage wurde 2010 abgerissen.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Nahverkehrszügen war Goslar auch über lange Zeit Halt von D-Zügen. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bestanden Direktverbindungen unter anderem nach Berlin, Dresden, Leipzig, Köln, Hannover, Bremen oder Aachen. Goslar war zudem der westliche Endpunkt der Personenzüge von Halberstadt über Wernigerode und Bad Harzburg.[9][10] Nach 1945 entfielen die Direktverbindungen in die Sowjetische Besatzungszone, die Züge fuhren nur noch bis Bad Harzburg oder in Richtung Braunschweig.[7] Von 1984 bis 1995 gab es in Goslar jeweils am Freitag bzw. Sonntag eine IC-Verbindung nach bzw. von Köln oder Düsseldorf. Diese Zugverbindung war als Bundeswehr-InterCity besonders für die Bundeswehrsoldaten des Goslarer Fliegerhorstes vorgesehen.[11] Seit 1996 besteht mit dem Nordharzlückenschluss wieder eine direkte Verbindung nach Wernigerode, Halberstadt und Halle (Saale).[12]

Am Bahnhof Goslar hielten im Fahrplanjahr 2019 Züge der DB Regio, von erixx und Abellio. Eingesetzt wurden seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 nur noch Dieseltriebwagen der Baureihen 622, 640 und 648. Von Freitag bis Sonntag besteht seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 mit dem Harz-Berlin-Express eine umsteigefreie Verbindung in Richtung Potsdam und Berlin.

Fahrplanangebot 2021
Linie Strecke Taktfrequenz EVU
HBX Berlin OstbahnhofPotsdam HbfMagdeburg HbfOschersleben (Bode)HalberstadtWernigerode HbfVienenburgGoslar einzelne Züge Abellio
RE4 Halle (Saale) HbfKönnernAscherslebenHalberstadtWernigerodeIlsenburgVienenburgGoslar Zweistundentakt Abellio
RE10 Hannover HbfHildesheim HbfSalzgitter-RingelheimGoslarBad Harzburg Stundentakt erixx
RE21 Magdeburg HbfOschersleben (Bode)HalberstadtWernigerode HbfIlsenburgVienenburgGoslar Zweistundentakt Abellio
RB43 Braunschweig HbfWolfenbüttelBörßumSchladen (Harz)VienenburgOkerGoslar Stundentakt erixx
RB82 GöttingenNortheimKreiensenSeesenLangelsheimGoslarOkerBad Harzburg Zweistundentakt DB Regio Nord
RB82 KreiensenSeesenLangelsheimGoslarOkerBad Harzburg Zweistundentakt DB Regio Nord

Zudem befindet sich auf dem Bahnhofsvorplatz der Busbahnhof, von dem der Stadtbus Goslar und Regionalbusse, aber auch Fernbusanbieter abfahren.

Ab 2030 soll der Bahnhof Goslar durch die RB 48 einen neuen Direktanschluss nach Braunschweig über den Bahnhof Salzgitter-Bad erhalten. Die RB 48 soll über die zu bauende Ringelheimer Kurve geführt werden.[13]

Abbildungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Herz: Bw Goslar. Ein Nordharzer Bahnbetriebswerk der Dampflokzeit. 2. Auflage. Verlag Goslarsche Zeitung, Goslar 2003, ISBN 3-9804749-7-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnhof Goslar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bahnhofskategorieliste 2017. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) DB Station&Service, 16. Dezember 2016, archiviert vom Original am 15. Februar 2017; abgerufen am 19. Juni 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschebahn.com
  2. Holger Kötting: Liste deutscher Stellwerke. Einträge G–Go. In: www.stellwerke.de. 11. Januar 2015, abgerufen am 4. Februar 2015.
  3. Friedhelm Schlender: Stellwerk Goslar Gwf. In: Friedhelms Eisenbahnseiten. 25. Mai 2005, abgerufen am 4. Februar 2015.
  4. Friedhelm Schlender: Mechanische Stellwerke. Ansichten und Informationen. In: Friedhelms Eisenbahnseiten. 13. Dezember 2005, abgerufen am 4. Februar 2015.
  5. a b c Damals in Goslar … Erinnerungen an die Dampflokzeit im Nordharzraum. (PDF) In: Takt. Die Bahn in Ihrer Region. Abgerufen am 4. Februar 2015.
  6. Friedrich Metge: Die letzten Dampfwolken sind längst verzogen. In: Goslarsche Zeitung. 31. Juli 2010, S. 18 (online [PDF; abgerufen am 4. Februar 2015]).
  7. Dirk Endisch: Die Bahnstrecke Halberstadt–Vienenburg. Verlag Dirk Endisch, Stendal 2009, ISBN 978-3-936893-36-6, S. 24–29.
  8. Dirk Endisch: Die Bahnstrecke Halberstadt–Vienenburg. Verlag Dirk Endisch, Stendal 2009, ISBN 978-3-936893-36-6, S. 29–38.
  9. Drehscheibe Online Foren :: 04 - Historische Bahn :: Mit dem Bundeswehr-IC von Goslar nach Köln <1984 bis 1995> (m25B). Abgerufen am 13. Mai 2017.
  10. Dirk Endisch: Die Bahnstrecke Halberstadt–Vienenburg. Verlag Dirk Endisch, Stendal 2009, ISBN 978-3-936893-36-6, S. 58–61.
  11. Regionalverband Großraum Braunschweig: Verkehrsausschuss bringt in seiner letzten Sitzung der Legislaturperiode wichtige Beschlüsse auf den Weg. Mehr als 14 Millionen Euro sollen in Planungen und Bau von ÖPNV-Projekten investiert werden. 8. September 2021, abgerufen am 9. September 2021.