Bahnhof Grünstädtel

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Grünstädtel
Bahnhof Grünstädtel (2016)
Bahnhof Grünstädtel (2016)
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Bauform ehem. Anschlussbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung DGS
Eröffnung 1. Juli 1889
Lage
Stadt/Gemeinde Schwarzenberg/Erzgeb.
Ort/Ortsteil Grünstädtel
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 31′ 49″ N, 12° 49′ 0″ OKoordinaten: 50° 31′ 49″ N, 12° 49′ 0″ O
Höhe (SO) 441 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe und Haltepunkte in Sachsen
i16i18

Der Bahnhof Grünstädtel bezeichnet den Bahnhof des Ortsteils Grünstädtel der Großen Kreisstadt Schwarzenberg/Erzgeb. im sächsischen Erzgebirgskreis.

Die Station war einst Ausgangspunkt der Schmalspurbahn Grünstädtel–Oberrittersgrün. Nach der Einstellung des Personenverkehrs auf der normalspurigen Bahnstrecke Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg im Jahr 1997 ist die Station ohne planmäßigen Schienenverkehr. Seit dem Jahr 2009 wird diese Strecke an einzelnen Wochenenden im Sommerhalbjahr als Erzgebirgische Aussichtsbahn für den touristischen Ausflugsverkehr genutzt. Verantwortliches Eisenbahnverkehrsunternehmen ist der Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde e.V.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Grünstädtel liegt im Norden des Orts an der Flurgrenze zu Raschau (Gemeinde Raschau-Markersbach). Nördlich der Station mündet das Pöhlwasser in die Große Mittweida.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Station trug im Lauf der Zeit nur den Namen Grünstädtel.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Grünstädtel Empfangsgebäude (2016)

Die Haltestelle Grünstädtel wurde am 1. Juli 1889 gemeinsam mit dem Abschnitt Schwarzenberg–Grünstädtel der normalspurigen Bahnstrecke Buchholz–Schwarzenberg und der Schmalspurbahn Grünstädtel–Oberrittersgrün eröffnet. Am 1. Dezember 1889 wurde der Bahnverkehr auf dem Abschnitt Buchholz–Grünstädtel eröffnet und der Verkehr auf der normalspurigen Gesamtstrecke aufgenommen. Seit dem 1. Mai 1905 wurde die Station Grünstädtel als Bahnhof geführt.

Errichtet wurden beim Bahnbau neben dem Empfangsgebäude, ein Güterschuppen, eine Umladehalle, eine Überladerampe und ein kombinierter Lokomotiv- und Kohlenschuppen. Der einständige Lokschuppen war nur für Lokomotiven der Baureihe I K bemessen, die später eingesetzten Maschinen waren für das Gebäude zu lang und standen teilweise im Freien. 1966 wurde der baufällige Schuppen abgerissen. Durch den Kurvenradius von nur 90 m direkt an der Hanglage bei der Haltestelle Siegelhof konnte auf der Schmalspurstrecke nie Rollwagenverkehr durchgeführt werden, wodurch die Güter immer auf Schmalspurwagen umgeladen werden mussten.[2] Die Normalspuranlagen teilten den Güter- und Personenverkehrsbereich der im Bahnhof Grünstädtel beginnenden schmalspurigen Pöhlwassertalbahn nach Oberrittersgrün. Die deswegen vorhandenen drei niveaugleichen Kreuzungen zwischen Schmal- und Normalspurbahn behinderten den Betriebsablauf auf dem Bahnhof erheblich. Grünstädtel war der einzige Bahnhof der Schmalspurbahn im Pöhlwassertal, der mit einem Einfahrformsignal gesichert war. Durch die geplante Errichtung des Pumpspeicherwerks Markersbach wurde der Bahnhof Grünstädtel im Jahr 1968 erheblich ausgebaut.

Mit der Stilllegung der Schmalspurbahn nach Oberrittersgrün endete am 25. September 1971 die Zeit als Spurwechselbahnhof. Auf der normalspurigen Bahnstrecke Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg ging nach der Deutschen Wiedervereinigung der Güter- und Personenverkehr dramatisch zurück. Als Folge wurde auf der Bahnstrecke der Güterverkehr zum Jahreswechsel 1994/95 eingestellt. Einzig der Bahnhof Grünstädtel blieb als Wagenladungsbahnhof erhalten, die Bedienung erfolgt von Schwarzenberg aus. Der letzte planmäßige Zug durchquerte den Bahnhof Grünstädtel am 27. September 1997. Seitdem wird die Station als Güterbahnhof geführt.

Die Bahnstrecke Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg wurde am 1. Januar 2002 von der DB-eigenen Erzgebirgsbahn übernommen. Seit dem Jahr 2009 wird die Strecke an einzelnen Wochenenden im Sommerhalbjahr als Erzgebirgische Aussichtsbahn für den touristischen Ausflugsverkehr genutzt. Verantwortliches Eisenbahnverkehrsunternehmen ist der Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde e.V.[3] Während der Lokschuppen bereits 1966 abgerissen wurde, erfolgte der Abbruch des Güterschuppens im Jahr 2008. Das ehemalige Empfangsgebäude wird heute als Wohnhaus genutzt. Am 13. April 2012 wurde ein Transformator für das Pumpspeicherwerk Markersbach im Bahnhof Grünstädtel auf die Straße umgeladen und per Tieflader zum Pumpspeicherwerk transportiert.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnhof Grünstädtel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde e. V.: Erzgebirgische Aussichtsbahn (Memento des Originals vom 9. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vse-eisenbahnmuseum-schwarzenberg.de
  2. Webseite über die Haltestelle Siegelhof
  3. Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde e. V.: Erzgebirgische Aussichtsbahn (Memento des Originals vom 9. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vse-eisenbahnmuseum-schwarzenberg.de
  4. Umladung des Trafos im Bahnhof Grünstädtel auf www.erzgebirgsbahner.bplaced.net