Bahnhof Hamburg-Harburg

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Hamburg-Harburg
Bahnhof Hamburg-Harburg (Vorgebäude, Straßenseite)
Bahnhof Hamburg-Harburg (Vorgebäude, Straßenseite)
Daten
Bahnsteiggleise
  • 6 Fernbahngleise
  • 2 S-Bahn-Gleise (im Tiefbahnhof)
Abkürzung

AHAR

IBNR 8000147
Kategorie

2

Lage
Ort/Ortsteil

Harburg

Land Hamburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 27′ 22″ N, 9° 59′ 29″ OKoordinaten: 53° 27′ 22″ N, 9° 59′ 29″ O
Eisenbahnstrecken

im Tiefbahnhof:

Bahnhöfe im Raum Hamburg
i16i16i18
Empfangsgebäude sowie die Gleise 5 und 4
Gleise 1, 2, 9 und 10
Zugang zum S-Bahn-Haltepunkt
Blick über die Bahnhofsanlagen auf die Verwaltung der Phoenix AG, links die Schlachthofbrücke
Vorgebäude, Straßenseite
Erklärung des HVV zum Victoria-Schild

Der Bahnhof Hamburg-Harburg ist ein Fernverkehrsbahnhof in der Hansestadt Hamburg. Er befindet sich im Süden der Metropole im Stadtteil Harburg und ist der wichtigste Bahnhof der südlich der Elbe gelegenen Stadtteile. Hier halten InterCity-Express-, Intercity- und EuroCity-Züge, der Hamburg-Köln-Express, Nachtzüge sowie Züge des Regionalverkehrs.

Im Bahnhof verzweigen sich die Trassen der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg und der Bahnstrecke Hannover–Hamburg, in deren Verlauf nach wenigen Kilometern auch der Rangierbahnhof Maschen beginnt. Gleiches gilt für die Niederelbebahn nach Cuxhaven, es bestehen ferner Abzweige in die Elbhäfen und zur Hamburger Hafenbahn. Außerdem startet hier die Güterumgehungsbahn Hamburg mit weiterem Anschluss nach Neumünster/Kiel.

Der Bahnhof wird von der S-Bahn-Strecke nach Stade (Linien S3 und S31) in einem Tunnel unterquert, die hier einen Haltepunkt hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Harburger Bahnhof wurde 1847 für die Bahnstrecke Celle–Harburg eröffnet. Er wurde später als Güterbahnhof für Stück- und Expressgut genutzt. Das Gelände zwischen östlichem und westlichem Bahnhofskanal liegt heute schienenlos brach. Ein weiterer Bahnhof wurde 1872 mit der Eröffnung der Strecke nach Hamburg gebaut. Er lag in Richtung der Elbbrücken an der Grubestraße (heute: Hannoversche Straße). Er wurde ersetzt durch den heutigen Bahnhof, der am 1. Mai 1897 als Hauptbahnhof der Stadt Harburg eröffnet. Die Entwürfe lieferte der Architekt Hubert Stier. Der neue Hauptbahnhof wurde zugleich anstelle des Unterelbeschen Bahnhofs (1881–1984) zum Ausgangspunkt der Niederelbebahn nach Cuxhaven.

Die Bezeichnung Harburg Hauptbahnhof behielt er bis 1927, danach hieß er bis 1938 Harburg-Wilhelmsburg Hauptbahnhof.

Am 18. Oktober 2003 kam es infolge eines Kabelbrandes im S-Bahn Tunnel zu einem Millionenschaden. Menschen wurden nicht verletzt. Der S-Bahn-Verkehr zwischen Harburg Rathaus und Wilhelmsburg war bis zum 27. Oktober 2003 unterbrochen.[1]

Im Zuge der Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028 war um 2015 geplant, bei einem Zuschlag für Hamburg im Bahnhof Harburg temporär einige Bahnsteige zu verlängern. Dafür hätten laut Senat zwei Gleise wiederhergestellt werden müssen.[2]

Bahnhofsanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Personenbahnhof verfügt über drei Bahnsteige mit je zwei Bahngleisen. Das Empfangsgebäude aus Backstein befindet sich im Bereich des breiten mittleren Bahnsteiges. Eine überdachte Fußgängerbrücke verbindet alle Bahnsteige mit dem Vorgebäude an der Hannoverschen Straße.

Südlich des Personenbahnhofs befand sich ein zweiseitiger Rangierbahnhof, der nach seiner Stilllegung infolge der Errichtung des Rangierbahnhofs Maschen durch eine viel kleinere einfache Gleisharfe für den örtlichen Güterverkehr ersetzt wurde. Daneben befindet sich ein Gleislager. Früher gab es hier das Ausbesserungswerk Hamburg-Harburg nordöstlich des Personenbahnhofs, dessen denkmalgeschützte Hallen für die Nutzung als Baumarkt umgebaut und erhalten wurden.

Im Zuge der Konjunkturprogramme soll das Empfangsgebäude mit energetischen Maßnahmen durch die DB Station&Service AG saniert werden. Darüber hinaus wird auch die Personenüberführung saniert und der Wetterschutz verbessert.

Die S-Bahn verkehrt in einem Tunnel unter den sechs Bahnsteiggleisen des Fernverkehrs. Dieser Tunnel liegt etwa rechtwinklig zu den Fernbahngleisen.

Kulturbahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebäude zwischen den Bahnsteigen befindet sich im ehemaligen Wartesaal 3. Klasse, der später als Lehrstellwerk genutzt wurde, seit 2005 der Jazzclub im Stellwerk. Ihm gegenüber befindet sich der ehemalige Wartesaal 1. Klasse, dessen ursprüngliche Kassettendecke noch erhalten ist. Er beheimatet den Kunstverein Harburger Bahnhof e. V. mit wechselnden Kunstausstellungen.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf Takt
ICE 25 (Lübeck –) Hamburg – Hamburg-Harburg – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Fulda – Würzburg – Nürnberg – Ingolstadt – München (– Garmisch-Partenkirchen) Stundentakt
ICE 31 Kiel – Hamburg-Harburg – Osnabrück – Dortmund – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt – Würzburg – Nürnberg – München einzelne Züge
IC 26 (Ostseebad Binz –) Stralsund – Rostock – Hamburg-Harburg – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Gießen – Frankfurt – Heidelberg – Karlsruhe Zweistundentakt
IC 30 Hamburg – Hamburg-Harburg – Münster – Dortmund – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Mannheim – Stuttgart Zweistundentakt
IC 31 (Kiel –) Hamburg – Hamburg-Harburg – Münster – Dortmund – Wuppertal – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt (– Würzburg – Nürnberg – Passau) Zweistundentakt
HKX Hamburg – Hamburg-Harburg – Münster – Gelsenkirchen – Duisburg – Köln (– Bonn – Koblenz – Bingen – Frankfurt) Ein Zug je Richtung Do–Mo
CNL Hamburg – Hamburg-Harburg – Hannover – Augsburg – München 1x täglich (Nachtzug)
CNL Hamburg – Hamburg-Harburg – Hannover – Karlsruhe – Freiburg – Basel – Zürich 1x täglich (Nachtzug)
EN Hamburg – Hamburg-Harburg – Hannover – Nürnberg – Linz – Wien 1x täglich (Nachtzug)

Regionalverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf EVU KBS
IRE 1 Hamburg – Hamburg-Harburg – Lüneburg – Salzwedel – Stendal – Berlin Ost DB Regio
RE 3/RB 31 Hamburg – Hamburg-Harburg – Lüneburg – Uelzen (– Celle – Hannover) Metronom Eisenbahngesellschaft 110
RE 4/RB 41 Hamburg – Hamburg-Harburg – Buchholz – Tostedt – Rotenburg – Bremen Metronom Eisenbahngesellschaft 120
RE 5 Hamburg – Hamburg-Harburg – Buxtehude – Stade – Cuxhaven Metronom Eisenbahngesellschaft 121

Schnellbahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn Hamburg GmbH ist eine Tochter der Deutschen Bahn und betreibt die Linien:

Linie Verlauf
S 3 Pinneberg – Thesdorf – Halstenbek – Krupunder – Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Hammerbrook (City Süd) – (geplant: Elbbrücken –) Veddel (BallinStadt) – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben – Fischbek – Neu Wulmstorf – Buxtehude – Neukloster – Horneburg – Dollern – Agathenburg – Stade
S 31 Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof | – Hammerbrook (City Süd) – (geplant: Elbbrücken –) Veddel (BallinStadt) – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben | – Berliner Tor

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Hamburg-Harburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meldung Tunnelbrand in Hamburg. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 12/2003, ISSN 1421-2811, S. 528
  2. So will Hamburg Bus und Bahn Olympia-fit machen. Bericht vom 9. Oktober 2015 auf nahverkehrhamburg.de.