Bahnhof Lüneburg

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Lüneburg
Lueneburg Hbf.jpg
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bauform Inselbahnhof
Bahnsteiggleise 2 (West) + 5 (Ost)
Abkürzung ALBG
IBNR 8000238
Kategorie 2
Profil auf Bahnhof.de Lueneburg
Architektonische Daten
Baustil Spätklassizismus (Westbf)
Lage
Stadt/Gemeinde Lüneburg
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 15′ 0″ N, 10° 25′ 11″ OKoordinaten: 53° 15′ 0″ N, 10° 25′ 11″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Niedersachsen
i11i16i16i18

Der Bahnhof Lüneburg besteht aus den beiden ehemals eigenständigen Bahnhöfen der Stadt Lüneburg. Lüneburg Ost ist heute der eigentliche Bahnhof, Lüneburg West nur noch Bahnhofsteil. Beide Empfangsgebäude stehen einander gegenüber auf dem Bahnhofsvorplatz zwischen den Bahnhofsteilen.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof besteht eigentlich aus zwei Bahnhöfen mit je einem eigenen Empfangsgebäude, die sich durch die Bahnhofstraße getrennt gegenüberliegen.

Westbahnhof, heute als Spielbank genutzt

Der Bahnhofsteil Lüneburg West ist an der Strecke Bahnstrecke Wittenberge–Buchholz. Das Empfangsgebäude in aufwändiger spätklassizistischer Architektur wird inzwischen als Spielhalle genutzt. Außer dem nicht mehr genutzten Hausbahnsteig ist ein weiterer Bahnsteig vorhanden, dort fahren die Regionalbahn-Züge von und nach Hamburg und Dannenberg.

Der Bahnhofsteil Lüneburg Ost hat ein etwas einfacheres Gebäude, das auch heute noch als Empfangsgebäude genutzt wird. Außer dem Hausbahnsteig sind noch drei Bahnsteige mit je zwei Gleisen vorhanden, wovon der östlichste nicht mehr genutzt wird.

Südlich des Personenbahnhofes liegt der Güterbahnhof. Bis Mitte 1960 befand sich östlich davon auf der gegenüberliegenden Seite der Gleise das Bahnbetriebswerk Lüneburg. Die Anlagen des Betriebswerkes wurden bis zur Neugestaltung des Bahnhofsbereichs zwischen 1994 und 2002[4] noch zum Abstellen von Schienenfahrzeugen genutzt.[5]

Ebenso befand sich südlich der Bahnhof Lüneburg Süd der OHE. Dieser wurde nahezu komplett zurückgebaut und teilweise überbaut und lässt sich heute nur noch durch einen Fußweg, der an ähnlicher Stelle (jedoch einige Meter höher) verläuft, erahnen.

Des Weiteren gab es in Lüneburg noch den Bahnhof Lüneburg Nord der OHE an der Strecke nach Lübeck.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrradparkhaus am Bahnhof

Der Bahnhof verfügt neben einem eigenen Park & Ride-Parkhaus auch über zwei Fahrradparkhäuser, eine automatisierte Fahrradleihstation des StadtRAD Lüneburg sowie eine Kiss & Ride-Anlage. Des Weiteren schließt sich an den Bahnhof der ZOB Lüneburg sowie ein Taxenstand an.

Kunst im Bahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merians Stadtansicht von Lüneburg, die als Vorlage für das Wandbild diente

Der Bardowicker Maler Hugo Friedrich Hartmann (1870–1960) malte 1939 zwei große Wandbilder in der Wartehalle des Ostbahnhofs. Ein Bild zeigt eine Heidelandschaft, das andere eine Lüneburger Stadtansicht nach einem Kupferstich aus der Topographia Germaniae von Matthäus Merian dem Älteren.

Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ostbahnhof liegt an der Hauptstrecke von Hannover nach Hamburg und wird sowohl von Zügen der Deutschen Bahn AG als auch der Metronom Eisenbahngesellschaft angefahren. Neben Regionalzügen halten in Lüneburg auch Intercity- und Intercity-Express-Züge.

Ebenfalls vom Ostbahnhof aus führt die Strecke nach Lübeck über Lauenburg/Elbe und Büchen, sowie die Strecke nach Bleckede.

Durch den Westbahnhof verläuft die ehemals durchgehende Strecke von Wittenberge nach Buchholz, diese ist heute eine eingleisige Stichbahn nach Dannenberg Ost, genannt Wendlandbahn, die durch die auf ihr stattfindenden Atommüll-Transporte zum Atommülllager Gorleben bekannt wurde. Daneben gibt es vom Westbahnhof einen Anschluss an die Strecke nach Soltau Süd.

Die Osthannoverschen Eisenbahnen betreiben die untereinander nur indirekt und über Gleisanlagen der Deutschen Bahn AG verbundenen Strecken nach Bleckede und Soltau im Güter- und Ausflugsverkehr. Während Personenzüge aus Bleckede bereits ab 1960 statt im OHE-Bahnhof Lüneburg Nord im Ostbahnhof endeten, war der Endpunkt der Personenzüge aus Soltau stets der einen Kilometer entfernt gelegene Bahnhof Lüneburg Süd, ein Einführungsvertrag für Züge in den Westbahnhof wurde erst zwischen DBAG und OHE geschlossen. Der fahrplanmäßige OHE-Personenverkehr nach Bleckede und nach Soltau wurde am 21. Mai 1977 eingestellt.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof wird von IC-Zügen der DB Fernverkehr, als auch von Nahverkehrszügen von DB Regio, metronom und erixx bedient. Die meisten ICE passieren den Bahnhof ohne Halt, nur in den Tagesrandlagen halten vereinzelt Züge.

Linie Linienverlauf Takt (min) EVU
ICE 11 MünchenStuttgartFrankfurtGöttingenHannoverLüneburgHamburg einzelne Züge nachts DB Fernverkehr
ICE 20 Hamburg-Altona – Lüneburg – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Fulda – Frankfurt – Wiesbaden einzelne Züge DB Fernverkehr
IC 26 StralsundHamburgLüneburgHannoverKassel-WilhelmshöheFrankfurt (Main) 060 DB Fernverkehr
IRE 1 Berlin OstbahnhofStendalSalzwedelLüneburg – Hamburg einzelne Züge DB Regio
RE 3 UelzenLüneburg – Hamburg 060 metronom
RE 83 LüneburgBüchenLübeck FlughafenLübeck (– Kiel) 060 DB Regio
RB 31 Lüneburg – Winsen (Luhe) – Maschen – Hamburg-Harburg – Hamburg 060 metronom
RB 32 Lüneburg – Dahlenburg – Dannenberg Ost 180 erixx

Tarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt und Landkreis Lüneburg sind seit Dezember 2004 Teil des Hamburger Verkehrsverbunds. Durch seine Nähe zu Hamburg und seine verkehrsgünstige Lage ist Lüneburg leicht erreichbar, die Fahrtzeit zum Hamburger Hauptbahnhof beträgt etwa 30 Minuten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lüneburg train station – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Architektenkammer Niedersachsen (Hrsg.): Tag der Architektur 2003. Hannover 2003, S. 68 (PDF; 2,48 MB).
  2. Matthias Fuhrmann (Hrsg.): Das Bw Lüneburg. In: Deutsche Bahnbetriebswerke und der Triebfahrzeugpark der deutschen Eisenbahnen von 1920 bis heute. GeraNova Zeitschriften-Verlag, München, ISSN 0949-2119.