Bahnhof Lindau-Reutin

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Lindau-Reutin
Gleisanlagen des Bahnhofs Lindau-Reutin
Gleisanlagen des Bahnhofs Lindau-Reutin
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Abkürzung MLIR[1]
Eröffnung 1872
Lage
Stadt/Gemeinde Lindau (Bodensee)
Ort/Ortsteil Reutin
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 47° 33′ 8″ N, 9° 42′ 18″ OKoordinaten: 47° 33′ 8″ N, 9° 42′ 18″ O
Höhe (SO) 399 m
Eisenbahnstrecken

Bahnhöfe in Bayern
i16i18

Der Bahnhof Lindau-Reutin ist der Güterbahnhof der Stadt Lindau (Bodensee) an der Vorarlbergbahn. Im Zuge des 2016 begonnenen Umbaus des Eisenbahnknotens Lindau soll er bis 2020 zum neuen Fernbahnhof von Lindau ausgebaut werden.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1853 eröffnete Hauptbahnhof Lindau liegt auf der Insel im Bodensee, die die historische Altstadt von Lindau trägt. Angebunden ist dieser Kopfbahnhof über einen Damm mit zwei je zweigleisigen Strecken in Richtung Aeschach und Reutin.

Der Bahnhof Lindau-Reutin dagegen ist ein Durchgangsbahnhof auf dem Festland im heutigen Lindauer Stadtteil Reutin, der an der Vorarlbergbahn sowie der Aeschacher Kurve liegt. Für den durchgehenden Verkehr ist diese Lage günstiger als die des bestehenden Hauptbahnhofs. Dies führte bereits vor mehreren Jahrzehnten zu Überlegungen, dort – mindestens für den durchgehenden Personenverkehr – einen neuen Bahnhof zu errichten.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Lindau-Reutin wurde mit dem Bau der Vorarlbergbahn errichtet und mit der Strecke 1872 eröffnet. Einen Halt für Personenverkehr gibt es hier heute nicht mehr. Der Bahnhof dient dem Güterverkehr.

Ab 1995 gab es eine Reihe unterschiedlicher Planungen, die alle vorsahen, den Bahnhof Lindau-Reutin zum neuen Hauptbahnhof von Lindau auszubauen. Die erste erfolgte im Rahmen der Projektserie „Bahnhof 21“ der Deutschen Bahn (DB). Sie scheiterte, weil die Stadt den bisherigen Hauptbahnhof, den „Inselbahnhof“, für unverzichtbar hielt, die Bahn aber nur investieren wollte, wenn dieser aufgegeben würde.

Ab dem Jahr 2000 versuchte die DB wieder, ihr Konzept durchzusetzen. Das scheiterte erneut: Nach zwei Bürgerentscheiden 2011 und 2012 war das Konzept der Bahn nicht mehr umsetzbar. Schon nach dem ersten Bürgerentscheid ließ die DB das von ihr betriebene Planfeststellungsverfahren stoppen (vgl.: hier).

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Scheitern des ursprünglichen Vorhabens 2011/12 kam es erneut zu Gesprächen zwischen den Beteiligten, die das Ergebnis der Bürgerentscheide einbinden mussten. Der gefundene Kompromiss beinhaltet den Erhalt von Lindau Hauptbahnhof in vermindertem Umfang: Die Abstellanlage für Fahrzeuge und die Tankstelle für mit Dieselkraftstoff betriebene Fahrzeuge werden nach Reutin verlagert. Damit kann eine Fläche von etwa fünf Hektar von Eisenbahnbetriebszwecken freigestellt und künftig als Bauland zur Verfügung gestellt werden.

Ebenso enthalten ist der Umbau des Bahnhofs Reutin zu einem Bahnhof des Fernverkehrs.[3] Dort wird ein neues elektronisches Stellwerk (ESTW) für den gesamten Eisenbahnknoten Lindau errichtet.[4] Der neue Fernverkehrsbahnhof Lindau-Reutin soll vier Bahnsteigkanten (also zwei Bahnsteige mit je zwei Gleisen) erhalten.[5] Zusätzlich zum Fernverkehr werden die S-Bahn Vorarlberg und der Regionalverkehr hier halten. Die Regional- und S-Bahn-Züge werden darüber hinaus den Bahnhof auf der Lindauer Insel anfahren. Zugleich wird die Eisenbahninfrastruktur der an- und abfahrenden Strecken zu beiden Bahnhöfen umfassend erneuert, niveaugleiche Bahnübergänge im Stadtgebiet werden beseitigt, der Haltepunkt Aeschach wird modernisiert und mit Bahnsteigen an der Allgäubahn ausgestattet. Außerdem erhalten der Stadtteil Oberreitnau und die Gemeinden Hergensweiler, Schlachters und Weißensberg neue Haltepunkte.[4]

Die Kosten der gesamten Maßnahme sind mit 130 Mio. Euro veranschlagt.[3] In Reutin wird durch den Umbau des Bahnhofs eine Fläche von etwa 12 Hektar von Eisenbahnbetriebszwecken freigestellt und steht damit künftig als Bauland zur Verfügung.[3]

Der erste Spatenstich für die Modernisierung der Bahnanlagen im Bereich Lindau und damit für den Umbau des Bahnhofs Lindau-Reutin zu einem Bahnhof für den Personenverkehr fand am 24. Oktober 2016 statt.[3] Die Bauarbeiten haben allerdings schon früher begonnen.[4]

Der neue Bahnhof soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 in Betrieb gehen. Nach München und Zürich sollen dann täglich jeweils sechs Verbindungen angeboten werden, die – insbesondere durch den Neigetechnikausbau und die Elektrifizierung der Strecke Geltendorf – Memmingen – Lindau-Reutin – zwischen beiden Städten um etwa 45 Minuten schneller verkehren als heute.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • pd/an: Spatenstich in Lindau. In Eisenbahn-Revue International 12/2016, S. 606f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Lindau-Reutin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Dittrich: Abkürzungsverzeichnis. Abgerufen am 15. Februar 2017.
  2. pd/an: Spatenstich; Rauscher: Ein Durchgangsbahnhof.
  3. a b c d e pd/an: Spatenstich in Lindau, S. 606.
  4. a b c pd/an: Spatenstich in Lindau, S. 607.
  5. Lindau Bahnhöfe auf dem Bauinfoportal der Deutschen Bahn, abgerufen am 22. Juli 2018