Bahnhof Mainz Römisches Theater

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Mainz Römisches Theater ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für das Theater siehe Römisches Theater Mainz.
Mainz Römisches Theater
(ehemals Mainz Süd)
Sicht von oberhalb des Mainzer Eisenbahntunnels auf den Bahnhof
Sicht von oberhalb des Mainzer Eisenbahntunnels auf den Bahnhof
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung FMS
IBNR 8003816
Kategorie 3
Eröffnung 1. August 1858
Profil auf Bahnhof.de Mainz_Roemisches_Theater
Architektonische Daten
Architekt Philipp Johann Berdellé
Lage
Stadt/Gemeinde Mainz
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 59′ 36″ N, 8° 16′ 40″ OKoordinaten: 49° 59′ 36″ N, 8° 16′ 40″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz
i16i16i18

Der Bahnhof Mainz Römisches Theater (ehemals Mainz Süd) ist nach dem Mainzer Hauptbahnhof der zweitgrößte Bahnhof der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainz Römisches Theater ist der dritte Name dieses Bahnhofs. Bis zum Fahrplanwechsel 2006/2007 im Dezember 2006 hieß er Mainz Süd. Eröffnet wurde er als Bahnhof Mainz-Neuthor der Rhein-Main-Bahn von Mainz über Darmstadt nach Aschaffenburg. Die Bahn ging zwischen Mainz und Darmstadt am 1. August 1858 in Betrieb. Bis zum Jahr 1862, als die Südbrücke in Betrieb genommen wurde, nutzte sie zur Querung des Rheins ein Trajekt. Die Bahnstrecke Mainz–Ludwigshafen kam später hinzu.

Empfangsgebäude und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von den Bahnsteigen zu den Mainzer Eisenbahntunneln

Das zuletzt bestehende Empfangsgebäude wurde im Jahr 1884 nördlich der Bahnsteige erbaut und im Jahr 2006 weitestgehend abgerissen. Es war ein Klinkerbau nach Plänen von Philipp Johann Berdellé. Das Erdgeschoss wies Bogenportale auf, die sich in der Fensterarkade des niedrigeren Ostanbaus fortsetzten. Das Hauptgebäude hatte zwei Obergeschosse, deren rechteckige Fenster aus Buntsandstein Renaissance-Formen aufnahmen. Nach dem Neubau von Geschäftshäusern am Bahnhof ist nur noch die denkmalgeschützte Fassade des alten Gebäudes in Richtung Bahngleise erhalten. Diese Fassade wurde in die neuen Gebäude integriert.

Erhalten sind bis heute die historischen gusseisernen Säulen mit kannelierten Schäften und Kompositkapitellen der Bahnsteigüberdachung in historistischem Stil aus dem Jahr 1861, die hierher vermutlich aus dem alten Ludwigsbahnhof in Darmstadt verbracht und zweitverwendet wurden. Sie sollten bis zum Frühjahr 2008 erneuert werden. Allerdings lässt die gesamte Sanierung des Bahnhofes weiterhin auf sich warten. Die Umbauarbeiten am Bahnhof sollen rund eine Million Euro kosten.

Direkt oberhalb des Bahnhofs befindet sich die Zitadelle. Direkt unterhalb des Bahnhofs befand sich zur Bauzeit die Neutorkaserne. Beide Bauwerke mussten umgangen werden.

Der neue Name des Bahnhofs seit Dezember 2006 leitet sich von der Ruine des benachbarten, ehemaligen römischen Theaters ab. Der Bahnsteig des Gleises 4 schneidet den Bühnenbereich des antiken Theaters. Beim Bau der Bahnstrecke wurde dieses heutige Bodendenkmal stark beschädigt und das noch über einen Meter hoch stehende Bühnenhaus bis auf die Grundmauern abgerissen. Die zum Schutz der Bahnstrecke vor Hangrutschungen angelegte Stützmauer aus dem 19. Jahrhundert wurde, um die Ausgrabungen der letzten Jahre am Theater zu ermöglichen, teilweise entfernt. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn sollte die Mauer bis Ende 2012 komplett abgerissen werden, damit Durchreisende freie Sicht auf das Theaterrund haben. Der Abriss erfolgte schließlich bis Ende Februar 2013.[1]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof verfügt über drei Bahnsteige und vier Gleise. In Fahrtrichtung Hauptbahnhof beginnt direkt nach dem Bahnhof der Mainzer Eisenbahntunnel, der durch die Eisgrub führt.

Von hier werden in südöstlicher Richtung drei Strecken bedient:

In westliche Richtung fahren die Züge zum Mainzer Hauptbahnhof, danach weiter in Richtung Wiesbaden Hauptbahnhof, Koblenz Hauptbahnhof, Bingen Hauptbahnhof und nach Idar-Oberstein.

Alle Bahnsteige sind barrierefrei zu erreichen. Nachdem anfangs ein Aufzug von der denkmalgeschützten[2] Fußgängerunterführung zu einem Bahnsteig nur zum Bahnsteig zu Gleis 1 bestand, begannen Anfang 2012 Arbeiten zum Einbau von zwei Aufzügen zu den Bahnsteigen zu den Gleisen 2 bis 4. Seit Dezember 2012 sind die neuen Aufzüge zu den Bahnsteigen 2 bis 4 für die Reisenden nutzbar.

Regional- und Schnellbahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nahverkehr bestehen folgende Verbindungen:

Linie Strecke Taktfrequenz
S8 Wiesbaden Hbf – Wiesbaden Ost – Mainz Nord – Mainz Hbf – Mainz Römisches Theater – Mainz-Gustavsburg – Mainz-Bischofsheim – Rüsselsheim Opelwerk – Rüsselsheim – Raunheim – Kelsterbach – Frankfurt (Main) Flughafen – Frankfurt am Main Stadion – Frankfurt-Niederrad – Frankfurt (Main) Hbf tief – Frankfurt (Main) Taunusanlage – Frankfurt (Main) Hauptwache – Frankfurt (Main) Konstablerwache – Frankfurt (Main) Ostendstraße – Frankfurt (Main) Mühlberg – Offenbach-Kaiserlei – Offenbach Ledermuseum – Offenbach Marktplatz – Offenbach (Main) Ost (– Mühlheim (Main) – Mühlheim (Main) Dietesheim – Steinheim (Main) – Hanau Hbf) 30-Minuten-Takt
RB 44 Mainz Hbf – Mainz Römisches TheaterOppenheimWormsBobenheim-RoxheimFrankenthal HbfLudwigshafenMannheim HbfMannheim-Friedrichsfeld 30/60-Minuten-Takt
RB 75 Wiesbaden – Mainz Hbf – Mainz Römisches TheaterGroß GerauDarmstadtDieburgBabenhausen (Hess)Aschaffenburg 30/60-Minuten-Takt
RE 2 KoblenzBoppardBingen (Rhein) – Mainz Hbf – Mainz Römisches Theater – Rüsselsheim – Frankfurt Flughafen Regionalbahnhof – Frankfurt (Main) Hbf 120-Minuten-Takt

Mainzer ÖPNV-Netz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zudem kann der Bahnhof über das Mainzer ÖPNV-Netz mit zwei Bushaltestellen erreicht werden:

  • Bahnhof Römisches Theater/CineStar – der Filmpalast (Linien 64, 65, 66E, 67E, 71, 92)
  • Zitadellenweg/Bahnhof Römisches Theater (Linien 64, 65, 66E, 67E, 90, 92)

Es bestehen direkte Verbindungen zum Mainzer Hauptbahnhof (Linien 64, 65, 71, 90, 92) und in die Mainzer Innenstadt (Linien 64, 65, 66E, 67E, 71, 90, 92).

Tarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Mainz Römisches Theater gehört zum Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und zum Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund (RNN) und kann somit aus Richtung Wiesbaden, Frankfurt am Main, Darmstadt, Bingen am Rhein, Alzey und Idar-Oberstein zu einem einheitlichen Tarif erreicht werden. Innerhalb des Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden gilt die RMV-Preisstufe 13.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahnatlas Deutschland – Ausgabe 2005/2006, Vlg. Schweers + Wall, Köln 2005, ISBN 3-89494-134-0.
  • Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnenbauten- und strecken 1839–1939, 1. Auflage. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, Bd. 2.1, S. 234 (Strecke 014).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Mainz Römisches Theater – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • OpenRailwayMap - Gleisanlagen sowie einzelne Signale und zulässige Geschwindigkeiten
  • Bilder zur Geschichte des Bahnhofs Mainz Römisches Theater
  • Bilder des alten Bahnhofs Mainz Süd
  • Bahnhofstafel des Bahnhofs Mainz Römisches Theater: Aktuelle Abfahrten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Schug: Die Mauer ist weg. In: FAZ.net. 22. Februar 2013, abgerufen am 6. Oktober 2016.
  2. Quelle: Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Rheinland-Pfalz für Mainz als PDF-Datei, S. 19