Bahnhof Mainz Römisches Theater

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mainz Römisches Theater
(ehemals Mainz Süd)
Sicht von oberhalb des Mainzer Eisenbahntunnels auf den Bahnhof
Sicht von oberhalb des Mainzer Eisenbahntunnels auf den Bahnhof
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung FMS
IBNR 8003816
Kategorie 3
Eröffnung 1. August 1858
Profil auf Bahnhof.de Mainz_Roemisches_Theater
Architektonische Daten
Architekt Philipp Johann Berdellé
Lage
Stadt/Gemeinde Mainz
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 59′ 36″ N, 8° 16′ 40″ OKoordinaten: 49° 59′ 36″ N, 8° 16′ 40″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz
i16i16i18

Der Bahnhof Mainz Römisches Theater (ehemals Mainz Süd) ist nach dem Mainzer Hauptbahnhof der zweitgrößte Bahnhof der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt oberhalb des Bahnhofs befindet sich die Zitadelle. Direkt unterhalb des Bahnhofs befand sich zur Bauzeit die Neutorkaserne. Beide Bauwerke mussten umgangen werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Römische Theater Mainz, dahinter der gleichnamige Bahnhof

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof wurde 1884 an der damals neuen Zufahrt zum ebenfalls neuen Hauptbahnhof eingerichtet. In seiner örtlichen Verkehrsfunktion ersetzte er den alten, am Rheinufer gelegenen Bahnhof der Hessischen Ludwigsbahn in Mainz.[1] Südöstlich des Bahnhofs gabeln sich die Rhein-Main-Bahn nach Frankfurt am Main und Darmstadt und die Bahnstrecke Mainz–Mannheim.

Bezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof trug nacheinander mehrere Bezeichnungen. Eröffnet wurde er 1884 unter dem Namen Mainz-Neuthor. 1903 entfiel das „h“. Jetzt hieß der Bahnhof Mainz-Neutor.[2] Bereits 1904 erhielt er die Bezeichnung Mainz Süd.[3] Mit dem Fahrplanwechsel 2006/2007 im Dezember 2006 wurde er in Mainz Römisches Theater umbenannt. Diese Bezeichnung bezieht sich auf das unmittelbar benachbarte römische Bauwerk. Der Bahnsteig des Gleises 4 schneidet den Bühnenbereich. Beim Bau der Bahnstrecke wurde das Bodendenkmal beschädigt und das noch über einen Meter hoch stehende Bühnenhaus bis auf die Grundmauern abgerissen.

Empfangsgebäude und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das historische Empfangsgebäude wurde 1884 nördlich der Bahnsteige erbaut und 2006 weitestgehend abgerissen. Es war ein Klinkerbau nach Plänen von Philipp Johann Berdellé. Das Erdgeschoss wies Bogenportale auf, die sich in der Fensterarkade des niedrigeren Ostanbaus fortsetzten. Das Hauptgebäude hatte zwei Obergeschosse, deren rechteckige Fenster aus Buntsandstein Renaissance-Formen aufnahmen. Nach dem Neubau von Geschäftshäusern am Bahnhof ist nur noch die denkmalgeschützte, bahnsteigseitige Fassade des historischen Gebäudes erhalten. Sie wurde in die neuen Gebäude integriert.

Bahnsteigbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von den Bahnsteigen zu den Mainzer Eisenbahntunneln

Erhalten sind heute die historischen gusseisernen Säulen mit kannelierten Schäften und Kompositkapitellen der Bahnsteigüberdachung in historistischem Stil aus dem Jahr 1861, die hierher vermutlich aus dem alten Ludwigsbahnhof in Darmstadt verbracht und zweitverwendet wurden.

Die zum Schutz der Bahnstrecke vor Hangrutschungen angelegte Stützmauer aus dem 19. Jahrhundert am Bahnsteig zum Gleis 4 wurde zunächst, um Ausgrabungen zu ermöglichen, teilweise entfernt und bis Ende Februar 2013 abgerissen[4], damit Reisende eine freie Sicht auf das Theater haben.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof verfügt über drei Bahnsteige und vier Gleise: Auf der nördlichen Seite befindet sich ein Außenbahnsteig, an dem Reisende Zugang zu Reisezügen auf dem Gleis 1 haben. Südlich davon befindet sich ein Mittelbahnsteig, an dem Reisezüge auf den Gleisen 2 und 3 halten. Südlich von diesem Mittelbahnsteig befindet sich ein weiterer Außenbahnsteig, an dem Züge für Reisende auf dem Gleis 4 halten. In Fahrtrichtung Hauptbahnhof beginnt direkt nach dem Bahnhof der Mainzer Eisenbahntunnel, der durch die Eisgrub führt.

Von hier werden in südöstlicher Richtung drei Strecken bedient:

In westlicher Richtung fahren die Züge zum Mainzer Hauptbahnhof, danach weiter in Richtung Wiesbaden Hauptbahnhof, Koblenz Hauptbahnhof, Bingen (Rhein) Hauptbahnhof und nach Idar-Oberstein.

Alle Bahnsteige sind barrierefrei zu erreichen. Nachdem anfangs ein Aufzug von der denkmalgeschützten[5] Fußgängerunterführung zu einem Bahnsteig nur zum Bahnsteig zu Gleis 1 bestand, begannen Anfang 2012 Arbeiten zum Einbau von zwei Aufzügen zu den Bahnsteigen zu den Gleisen 2 bis 4. Seit Dezember 2012 sind die neuen Aufzüge zu den Bahnsteigen 2 bis 4 für die Reisenden nutzbar.

Regional- und Schnellbahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nahverkehr bestehen folgende Verbindungen:

Linie Strecke Taktfrequenz
S8 Wiesbaden Hbf – Wiesbaden Ost – Mainz Nord – Mainz Hbf – Mainz Römisches Theater – Mainz-Gustavsburg – Mainz-Bischofsheim – Rüsselsheim Opelwerk – Rüsselsheim – Raunheim – Kelsterbach – Frankfurt (Main) Flughafen – Frankfurt am Main Stadion – Frankfurt-Niederrad – Frankfurt (Main) Hbf tief – Frankfurt (Main) Taunusanlage – Frankfurt (Main) Hauptwache – Frankfurt (Main) Konstablerwache – Frankfurt (Main) Ostendstraße – Frankfurt (Main) Mühlberg – Offenbach-Kaiserlei – Offenbach Ledermuseum – Offenbach Marktplatz – Offenbach (Main) Ost (– Mühlheim (Main) – Mühlheim (Main) Dietesheim – Steinheim (Main) – Hanau Hbf) 30-Minuten-Takt
RB 44 Mainz Hbf – Mainz Römisches TheaterOppenheimWormsBobenheimFrankenthal HbfLudwigshafenMannheim HbfMannheim-Friedrichsfeld 30/60-Minuten-Takt
RB 75 Wiesbaden – Mainz Hbf – Mainz Römisches TheaterGroß GerauDarmstadtDieburgBabenhausen (Hess)Aschaffenburg 30/60-Minuten-Takt
RE 2 KoblenzBoppardBingen (Rhein) – Mainz Hbf – Mainz Römisches Theater – Rüsselsheim – Frankfurt Flughafen Regionalbahnhof – Frankfurt (Main) Hbf 120-Minuten-Takt

Mainzer ÖPNV-Netz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zudem kann der Bahnhof über das Mainzer ÖPNV-Netz mit zwei Bushaltestellen erreicht werden:

  • Bahnhof Römisches Theater/CineStar – der Filmpalast (Linien 64, 65, 66E, 67E, 71, 92)
  • Zitadellenweg/Bahnhof Römisches Theater (Linien 64, 65, 66E, 67E, 90, 92)

Es bestehen direkte Verbindungen zum Mainzer Hauptbahnhof (Linien 64, 65, 71, 90, 92) und in die Mainzer Innenstadt (Linien 64, 65, 66E, 67E, 71, 90, 92).

Tarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Mainz Römisches Theater gehört zum Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und zum Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund (RNN) und kann somit aus Richtung Wiesbaden, Frankfurt am Main, Darmstadt, Bingen am Rhein, Alzey und Idar-Oberstein zu einem einheitlichen Tarif erreicht werden. Innerhalb des Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden gilt die RMV-Preisstufe 13.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahnatlas Deutschland – Ausgabe 2005/2006, Vlg. Schweers + Wall, Köln 2005, ISBN 3-89494-134-0.
  • Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnenbauten- und strecken 1839–1939, 1. Auflage. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, Bd. 2.1, S. 234 (Strecke 014).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Mainz Römisches Theater – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • OpenRailwayMap - Gleisanlagen sowie einzelne Signale und zulässige Geschwindigkeiten
  • Bilder zur Geschichte des Bahnhofs Mainz Römisches Theater
  • Bilder des alten Bahnhofs Mainz Süd
  • Bahnhofstafel des Bahnhofs Mainz Römisches Theater: Aktuelle Abfahrten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen = Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. 3 Bände. Hg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, Bd. 2.1, S. 234; Ewald Wegner: Stadt Mainz. Altstadt = Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 2.2. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1988, S. 216f.
  2. Bekanntmachung Nr. 556, S. 449. In: Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Sammlung der herausgegebenen Amtsblätter 7 (1903). Mainz 1904. Amtsblatt vom 3. Oktober 1903. Nr. 50.
  3. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 23. April 1904, Nr. 21. Bekanntmachung Nr. 183, S. 299.
  4. Markus Schug: Die Mauer ist weg. In: FAZ.net. 22. Februar 2013, abgerufen am 6. Oktober 2016.
  5. Quelle: Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Rheinland-Pfalz für Mainz als PDF-Datei, S. 19