Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg

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Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg
Straßenseite des Empfangsgebäudes
Straßenseite des Empfangsgebäudes
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung NNE
IBNR 8000267
Eröffnung 15. Oktober 1846
Profil auf Bahnhof.de Neuenmarkt-Wirsberg
Lage
Stadt/Gemeinde Neuenmarkt
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 5′ 37″ N, 11° 34′ 49″ OKoordinaten: 50° 5′ 37″ N, 11° 34′ 49″ O
Höhe (SO) 348 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern
i16i18

Gleisplan von 1853 bis 1892
Blick von der Straßenbrücke, rechts das Deutsche Dampflokomotiv-Museum
Dieseltriebwagen der Baureihe 641 im Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg

Der Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg ist ein Trennungsbahnhof an der Bahnstrecke Bamberg–Hof. Bedeutung erlangte er durch seine Lage am Fuß der Steilstrecke Schiefe Ebene.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof liegt im Ort Neuenmarkt am westlichen Rand des Fichtelgebirges, im Regierungsbezirk Oberfranken im fränkischen Teil von Bayern. Er befindet sich im flachen Terrain des weiten Schorgasttals auf 348 m über NN.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Lindau nach Hof wurde als erste Strecke der Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen zwischen 1843 und 1854 gebaut. Der Abschnitt von Lichtenfels nach Neuenmarkt wurde am 15. Oktober 1846 eröffnet. Ursprünglich war am Dorf Neuenmarkt keine Bahnstation geplant, da die Strecke in Richtung Hof durch den Rohrersreuther Tunnel anders trassiert angelegt werden sollte. Erst der Verzicht auf dessen Bau mit der daraus resultierenden Notwendigkeit des Einsatzes von Schiebelokomotiven verhalf dem Ort zu einer Station. Der erste Bahnhof umfasste nur zwei Durchgangsgleise, eine Lokstation mit einer Schiebebühne und insgesamt sieben Weichen.

Am 1. November 1848 wurde die Strecke über die Schiefe Ebene bis nach Hof verlängert. Der Abzweig nach Bayreuth ging als erste bayerische Pachtbahn am 28. November 1853 in Betrieb. Die Anlagen der Bayreuther Bahn befanden sich anfangs auf der Südseite des Empfangsgebäudes. In den 1880er Jahren erreichte der Bahnhof seine Kapazitätsgrenze. Mit dem Umbau der Bahnanlagen bis 1892 wuchs der Bahnhof auf elf Gleise, etwa neunzig Weichen, Anlagen für den Güterverkehr und zwei Ringlokschuppen an. Das Gleisfeld wurde um ungefähr 500 Meter in südöstlicher Richtung verlängert. Der Bayreuther Bahnsteig wurde auf die Nordseite verlegt, wodurch das Empfangsgebäude seine Insellage verlor. Die Streckenäste nach Bayreuth und Hof wurden neu trassiert, der südöstliche Bahnübergang wurde durch eine Brücke ersetzt.

Das vorher unbedeutende Dorf Neuenmarkt erfuhr mit dem Bau der Bahn und des Bahnhofs eine überraschende Blüte. Als „Eisenbahnerdorf“ erlebte es eine rasante Entwicklung.[2] Der Namenszusatz „-Wirsberg“ für den Bahnhof ist jüngeren Datums, er verweist seit 1892 auf den nahegelegenen gleichnamigen Luftkurort.

Die östlich des Bahnhofs anschließende Rampe nach Marktschorgast überwindet auf 6,8 Kilometern Länge 157,7 Höhenmeter und hat eine durchschnittliche Steigung von 23 ‰. Sie war zu Dampflokzeiten eine Herausforderung für Maschinen und Menschen, die meisten Züge mussten mit Schiebelokomotiven nachgeschoben werden. Daher erhielt der Bahnhof Neuenmarkt ein großzügig dimensioniertes Bahnbetriebswerk. Dessen verbliebene Anlagen werden seit 1977 vom Deutschen Dampflokomotiv-Museum genutzt.

Die Züge nach Bayreuth begannen und endeten als Zubringer zunächst am südlichen, ab etwa 1892 am nördlichen Hausbahnsteig. Doch schon in den 1860er Jahren gab es erste durchgehende Reisezüge ohne Wagenwechsel von Köln über Neuenmarkt und Bayreuth nach Wien. Die Sonderzüge und -kurswagen zu den Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen brachten saisonalen Fernverkehr, der in Neuenmarkt teilweise kopfmachen musste.

Von 1896 bis 1974 begannen und endeten im Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg die Züge nach Bad Berneck und Bischofsgrün. Die Nebenbahn Neuenmarkt-Wirsberg–Bischofsgrün zweigte aber erst 2,8 Kilometer südöstlich des Bahnhofs im zur Gemeinde Neuenmarkt gehörenden Ortsteil Schlömen aus der eingleisigen Hauptstrecke nach Bayreuth aus. Das letzte, nur noch als Güteranschluss betriebene Teilstück wurde 1993 stillgelegt.[3]

Das Empfangsgebäude stammt aus dem Jahr 1849. 1870 sowie zwischen 1892 und 1905 wurde es umfassend erweitert.

Die für den Verkehr zwischen Bayreuth und Hof eröffnete Schlömener Kurve erlaubt seit dem 18. Juni 2000 eine östliche Umfahrung des Bahnhofs.

Aktuelle Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Bau und Ausbau der Frankenwaldbahn sowie den Lückenschluss zwischen Ludwigsstadt und Probstzella verlor der Bahnhof Neuenmarkt bereits im frühen zwanzigsten Jahrhundert einen Teil des Personenfernverkehrs. Heute verkehren die Intercity-Express-Züge der Relation München–Berlin ausschließlich auf der genannten Strecke. Die Fernzüge auf der Sachsen-Franken-Magistrale umfuhren seit dem Jahr 2000 den Bahnhof auf der Schlömener Kurve.

2014 verkehren Regional-Express-Züge der Deutschen Bahn, die aus Lichtenfels kommend in Neuenmarkt-Wirsberg geflügelt werden, sowie im Regionalverkehr Dieseltriebwagen des Unternehmens Agilis. Über die Schiefe Ebene finden gelegentlich Sonderfahrten mit dampfbespannten Zügen statt.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Zintl: Bayreuth und die Eisenbahn. Gondrom-Verlag, Bindlach 1992, ISBN 3-8112-0780-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lage, Gleisanlagen, Signale und zulässige Geschwindigkeiten auf der OpenRailwayMap

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Karte des BayernAtlas
  2. Website der Gemeinde Neuenmarkt, abgerufen am 2. Mai 2014
  3. Bernd Schmitt / Gerald Hoch: Nebenbahnen in Oberfranken, S. 153 ff