Bahnhof Niedernhausen

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Niedernhausen (Taunus)
Der Bahnhof
Daten
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung FNSD
IBNR 8004400
Kategorie 4
Eröffnung 1877
Profil auf Bahnhof.de Niedernhausen__Taunus_
Lage
Stadt/Gemeinde Niedernhausen
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 9′ 35″ N, 8° 18′ 46″ OKoordinaten: 50° 9′ 35″ N, 8° 18′ 46″ O
Eisenbahnstrecken

Bahnhöfe in Hessen
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Der Bahnhof der Gemeinde Niedernhausen im Taunus ist der wichtigste Bahnhof an der Main-Lahn-Bahn zwischen den Bahnhöfen Frankfurt-Höchst und Eschhofen bei Limburg an der Lahn. Er ist Endpunkt der Ländchesbahn, die von Niedernhausen zum Hauptbahnhof der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden führt sowie Endstation der Linie S2 der S-Bahn Rhein-Main.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Niedernhausen entstand mit dem Bau der Main-Lahn-Bahn von Frankfurt am Main nach Limburg an der Lahn im Jahre 1877 durch die Hessische Ludwigsbahn. Am 15. Oktober 1877 wurde das letzte Teilstück der Strecke zwischen Frankfurt-Höchst und Idstein in Betrieb genommen. Die Verbindung zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und dem Limburger Becken war damit sichergestellt. Mit der Eröffnung der Ländchesbahn von Niedernhausen nach Wiesbaden 1879 stieg Niedernhausen (Strecken-Kilometer: 31,80) zum wichtigsten Bahnhof zwischen Höchst und Eschhofen bei Limburg, wo die Main-Lahn-Bahn in die Lahntalbahn einmündet, auf. Als Eisenbahnknoten erhielt der Bahnhof von Niedernhausen einen – heute zu insgesamt sechs Lofts umgebauten – Lokschuppen mit Drehscheibe, einen Wasserturm, eine Kohlenbunkeranlage sowie Abstellgleise zum Betrieb der Dampflokomotiven. Lokschuppen und Wasserturm stehen heute unter Denkmalschutz.[1] 1880 entstand das erste Bahnhofsgebäude, welches am 1. Januar 1906 durch einen repräsentativen Neubau ersetzt wurde. Der Bahnhof trug maßgeblich zum Aufschwung des bis dahin kleinen Ortes sowie seiner Nachbargemeinden bei. Das ab der Jahrhundertwende zum Luftkurort erkorene Niedernhausen konnte nun seine Kurgäste bequem mit der Bahn anreisen lassen. 1913 wurde mit dem Bau des zweiten Gleises der Bahnübergang zur Nachbargemeinde Königshofen durch eine moderne Eisenbahnbrücke ersetzt.

Im Zweiten Weltkrieg war der Bahnhof Ziel mehrerer Luftangriffe. Beim schwersten von ihnen wurden am 22. Februar 1945 das Bahnhofsgebäude, große Teile der Gleisanlagen, rund 30 abgestellte Lokomotiven und Dutzende von Waggons zerstört. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau. Es entstand ein neues Empfangsgebäude mit Stellwerk. Die Zahl der Bahnbediensteten stieg auf 100 Personen. Die Verlagerung von Gütertransporten auf Lastkraftwagen führte später zur Schließung der Güterabfertigung des Bahnhofs. Mit dem Ende der Dampflok-Ära im Oktober 1973 wurden die nicht mehr benötigten Einrichtungen zurückgebaut. Am 25. August 1975 nahm dann die S-Bahn Rhein-Main ihren Betrieb auf; dabei wurde Niedernhausen Endstation der Linie S2. Ab 1978 fuhr sie bis in den neuen Frankfurter S-Bahn-Tunnel zur Station Hauptwache. 1983 wurde der Frankfurter S-Bahn-Tunnel bis zur Konstablerwache verlängert, 1990 bis zum Südbahnhof. 1993 fuhr die S2 bis zur Station Mühlberg, bevor schließlich der Tunnel in Offenbach und 2003 die Rodgau-S-Bahn bis Dietzenbach eröffnet wurden. Die durchgängige Elektrifizierung der Strecke bis nach Limburg war 1988 abgeschlossen. Zwischen 2004 und 2014 wurde die Ländchesbahn von der vectus Verkehrsgesellschaft bedient, welche von der Hessischen Landesbahn (HLB) abgelöst wurde. Vor dem Empfangsgebäude befindet sich der zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) der Gemeinde.

In der Bauphase der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main führte ein Gleis aus dem Bahnhof zeitweise auf die Schnellfahrstrecke. Diese vorübergehende Verbindung wurde für den Gleisbau auf der Strecke genutzt. Dabei waren Steigungen von bis zu 55 Promille zu überwinden.[2]

In den nächsten Jahren soll der Bahnhof durch den Einbau von Aufzügen barrierefrei umgebaut und modernisiert werden (u. a. neue Bahnsteigdächer).

Gleisbelegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gleis 1 (Hausbahnsteig): nicht regelmäßig bedient. Um 8:33 und 15:33 Uhr verkehrt montags bis freitags von hier aus jeweils ein Zug nach Wiesbaden (Bahnsteighöhe: 38 cm, Bahnsteiglänge: 231 m).
  • Gleis 2: ehemaliges Abstellgleis, was meist für Güterwagen genutzt wurde; heute nicht mehr benutzbar, weil die Weichen an den Enden ausgebaut wurden.
  • Gleis 3 (Bahnsteig Gleis 3/4): Regionalbahn/Regional-Express Richtung Limburg (Lahn) (aus Frankfurt bzw. HLB-Züge aus Wiesbaden kommend) (Bahnsteighöhe: 76 cm, Bahnsteiglänge: 285 m)
  • Gleis 4 (Bahnsteig Gleis 3/4): Züge der HLB nach Wiesbaden Hauptbahnhof (von dort kommend) (Bahnsteighöhe: 76 cm, Bahnsteiglänge: 285 m)
  • Gleis 5 (Bahnsteig Gleis 5/6): S-Bahn-Linie S2 Richtung Dietzenbach über Hofheim, Frankfurt-Höchst, Frankfurt Hbf (tief) und Offenbach Ost (von dort kommend) (Bahnsteighöhe: 76 cm, Bahnsteiglänge: 259 m)
  • Gleis 6 (Bahnsteig Gleis 5/6): Regional-Express Richtung Frankfurt Hbf; HLB-Züge Richtung Wiesbaden (aus Limburg kommend) (Bahnsteighöhe: 76 cm, Bahnsteiglänge: 259 m)
  • Gleis 7: Durchfahrtsgleis für Güterzüge aus Richtung Limburg (meist Ganzzüge aus Tamns-Wagen beladen mit Ton)
  • Gleise 8 bis 10: Abstellgleise, genutzt von der HLB und der S-Bahn Rhein-Main
  • Gleis 11: betrieblich stillgelegt und nur noch mit einer Weiche am südlichen Bahnhofskopf angebunden
Linie Strecke Taktfrequenz
S2 Niedernhausen (Taunus) – Niederjosbach – Bremthal – Eppstein – Lorsbach – Hofheim (Taunus) – Kriftel – Frankfurt-Zeilsheim – Frankfurt-Höchst Farbwerke – Frankfurt-Höchst – Frankfurt-Nied – Frankfurt-Griesheim – Frankfurt (Main) Hbf tief – Frankfurt (Main) Taunusanlage – Frankfurt (Main) Hauptwache – Frankfurt (Main) Konstablerwache – Frankfurt (Main) Ostendstraße – Frankfurt (Main) Mühlberg – Offenbach-Kaiserlei – Offenbach Ledermuseum – Offenbach Marktplatz – Offenbach (Main) Ost – Offenbach-Bieber – Heusenstamm – Dietzenbach-Steinberg – Dietzenbach Mitte – Dietzenbach Bhf Halbstundentakt

Linien
Idstein (Taunus) Regional RE 20
Main-Lahn-Bahn
Hofheim (Taunus)
Idstein (Taunus) Eisenbahn RB 21
Ländchesbahn
Auringen-Medenbach
Beginn S-Bahn S2
S-Bahn Rhein-Main
Niederjosbach

Busbahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niedernhausen Bahnhof ist einer der zentralen Knotenpunkte im Idsteiner Land und wird vom Wiesbadener Stadtverkehr (ESWE) und der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft (RTV) bedient:

Die RTV-Linien werden durch die ORN Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH bzw. deren Subunternehmer durchgeführt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Niedernhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Bahnhofstafel des Bahnhofs Niedernhausen (Taunus): Aktuelle Abfahrten

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Hirt: 1877-2002: 125 Jahre Main-Lahn-Bahn Höchst-Limburg. Eppstein (Taunus), 2002, ISBN 3-00-010714-2.
  • Adolf Tham: Heimatgeschichte Niedernhausen, Heft 5, 1991.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Lokomotivschuppen Niedernhausen In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen
  2. In 120 Meter-Schritten in Richtung Taunus – Schienenverlegung im Baulos C. In: Zum Thema, ZDB-ID 2115698-0, Ausgabe 2/2001, April 2001, S. 10 f.