Bahnhof Riesa

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Riesa
Gleisanlagen auf der Westseite des Bahnhofs
Gleisanlagen auf der Westseite des Bahnhofs
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 10
Abkürzung DR[1]
IBNR 8010297
Eröffnung 11. November 1838
Profil auf Bahnhof.de Riesa
Lage
Stadt/Gemeinde Riesa
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 18′ 34″ N, 13° 17′ 14″ O51.30944413.287222Koordinaten: 51° 18′ 34″ N, 13° 17′ 14″ O
Höhe (SO) 106,39 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe und Haltepunkte in Sachsen
i16i18

Der Bahnhof Riesa ist der einzige Personenbahnhof der Großen Kreisstadt Riesa. Er ist ein regelmäßiger Halt von Intercity- und Intercity-Express-Zügen. Der Bahnhof befindet sich am Streckenkilometer 65,8 der Bahnstrecke Leipzig–Dresden. Außerdem beginnen dort die Bahnstrecke Riesa–Chemnitz und die stillgelegte Bahnstrecke Riesa–Nossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im November 1838 nahm die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie den Bahnhof Riesa zusammen mit dem Abschnitt Oschatz–Riesa der Bahnstrecke Leipzig–Dresden in Betrieb. 1844 kam das erste Empfangsgebäude hinzu. Im August 1847 wurde die Bahnstrecke Riesa–Chemnitz eröffnet, die in Richtung Süden von der vorhandenen Strecke abzweigte. Dabei wurde in Riesa ein zweiter Bahnhof errichtet, der auch ein eigenes Empfangsgebäude erhielt. 1867 wurde ein direkter Verbindungsgang zwischen den beiden Bahnhöfen gebaut. Zwischen 1879 und 1881 gab man den Chemnitzer Bahnhof auf Forderung des Finanzministeriums jedoch wieder auf und vereinigte die beiden Bahnhöfe. Im Zuge dieser Umbaumaßnahme entstand auch das heutige Bahnhofsgebäude.

1875 und 1877 wurde der Bahnhof mit den Bahnstrecken Riesa–Elsterwerda und Riesa–Nossen verbunden. Letztere wurde 2007 offiziell stillgelegt, nachdem der Personenverkehr bereits 1998 eingestellt worden war.

Von 1889 bis 1924 war der Bahnhofsvorplatz Ausgangspunkt einer meterspurigen Pferdebahn, die zum Rathausplatz führte. Aufgrund der Deutschen Inflation 1914 bis 1923 wurde diese stillgelegt und durch eine Omnibusverbindung ersetzt.

Im Mai 1970 erhielt der Bahnhof Riesa Anschluss an das elektrische Eisenbahnnetz, als die Strecke Leipzig–Dresden elektrifiziert wurde.

In der ersten Hälfte der 1990er Jahre war geplant, im Zuge des Ausbaus der Strecke Leipzig–Dresden Riesa südlich zu umfahren. Am 8. März 1995 wurde diese Planung verworfen und ein Ausbau des Bahnknotens Riesa (mit Geschwindigkeitseinbrüchen bis auf 100 km/h) weiterverfolgt. Im gleichen Jahr wurde die Einrichtung eines Fernbahnsteiges in Riesa neu eingeplant.[2] Der Ausbau des Bahnhofs ist Bestandteil der dritten Baustufe des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 9, der mit einer Entscheidung von 2004 zurückgestellt wurde.[3] Der Bahnhof bildet den Planfeststellungsabschnitt 1303 des Projekts, für den noch keine Entwurfsplanung vorliegt (Stand: 2013).[4]

2006 war Riesa Halt des letzten Interregio-Zugpaares im Fahrplan der Deutschen Bahn zwischen Berlin und Chemnitz. Seitdem wird diese Linie einmal täglich vom Vogtland-Express der Netinera Deutschland GmbH bedient, welcher wiederum 2012 durch den Vogtland-Fernbus ersetzt wurde.

Anlage[Bearbeiten]

Der Personenbahnhof befindet sich zwischen dem Güterbahnhof im Westen und der Elbebrücke im Osten. Er verfügt über fünf Durchgangsgleise (1–5) sowie fünf Kopfgleise (1a und 6–9). Regelmäßig vom Personenverkehr genutzt werden jedoch nur die Gleise 1–4 und 6. Am Busbahnhof verkehren mehrere Stadt- und Regionalbuslinien, die von der Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) betreiben werden.

Zugverkehr[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Linie Verlauf Taktfrequenz
ICE 50 DresdenRiesaLeipzigNaumburg (Saale)WeimarErfurtEisenachFuldaFrankfurt (M) Flughafen Zweistundentakt
IC 55 Dresden – Riesa – Leipzig – Halle (Saale)MagdeburgBraunschweigHannoverBielefeldHamm (Westf)DortmundWuppertalKöln Zweistundentakt
IC PragBad Schandau – Dresden – Riesa – Leipzig – Naumburg (Saale) – Weimar – Erfurt Ein Zugpaar

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Linie Verlauf Taktfrequenz
RE 50 Dresden – Radebeul OstPriestewitzRiesaOschatzDahlenWurzen – Leipzig Stundentakt
RB 45 ChemnitzMittweidaDöbelnRiesaElsterwerda Stundentakt
S 1 (Riesa – Oschatz – Dahlen –) Wurzen – Leipzig-StötteritzLeipzig Bayer BfLeipzig Markt – Leipzig Hbf (tief) – Leipzig-LeutzschLeipzig-PlagwitzLeipzig Miltitzer Allee einzelne Züge

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Eisenbahnknoten Riesa, Städtisches Zentrum für Geschichte und Kunst der FVG, 2. überarbeitete Auflage 2007

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Riesa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Riesa Bilder des Bahnhofs auf sachsenschiene.de
  • Darstellung des Bahnhofs auf der OpenRailwayMap

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.michaeldittrich.de/abkuerzungen/bahnseite/index.php?dir=d
  2. Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit (Hrsg.): Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Schiene Nr. 9. ABS Leipzig – Dresden: Bilanz 1995. 13-seitige Broschüre, Dresden, Januar 1996, S. 2–6
  3.  Ralf Rothe, Seckin Kurkut: Verkehrsprojekte Deutsche Einheit Ausbaustrecke Leipzig – Dresden und S-Bahn Dresden – Coswig. In: Eisenbahntechnische Rundschau. Nr. 7/8, 2008, ISSN 0013-2845, S. 456–461.
  4.  Deutscher Bundestag (Hrsg.): Unterrichtung durch die Bundesregierung: Verkehrsinvestitionsbericht für das Berichtsjahr 2013. 18, Nr. 5520, Berlin 7. Juli 2015, ISSN 0722-8333, S. 56 (PDF-Datei, 85 MB).