Bahnhof Stuttgart-Zuffenhausen

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Stuttgart-Zuffenhausen
Bahnhof Zuffenhausen.jpg
Bahnhof Zuffenhausen
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform ab 23. September 1868: Keilbahnhof
seit 1. April 1908: Inselbahnhof
Bahnsteiggleise 6
Abkürzung TSZ
IBNR 8005778
Kategorie 3
Eröffnung 15. Oktober 1846
Profil auf Bahnhof.de Stuttgart-Zuffenhausen
Lage
Stadt/Gemeinde Stuttgart
Ort/Ortsteil Zuffenhausen
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 49′ 45″ N, 9° 10′ 0″ OKoordinaten: 48° 49′ 45″ N, 9° 10′ 0″ O
Höhe (SO) 281 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Baden-Württemberg
i16

Der Bahnhof Zuffenhausen ist ein Knotenbahnhof der Stuttgarter S-Bahn in Stuttgart-Zuffenhausen. Mit seinen sechs Bahnsteiggleisen zählt er zu den größten Bahnhöfen im Stadtgebiet Stuttgart.

Der Bahnhof Zuffenhausen entspricht laut der Deutschen Bahn AG der Bahnhofskategorie 3.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Oktober 1846 nahm die Königlich Württembergische Staatsbahn den Bahnhof Zuffenhausen in Betrieb. Er war einer der Stationen der Württembergischen Zentralbahn von Stuttgart nach Ludwigsburg und verfügte über ein einstöckiges Empfangsgebäude, in dem ab 1855 auch die Post untergebracht war. Neben Fahrgästen aus Zuffenhausen nutzten vor allem auch Reisende aus Korntal das neue Verkehrsmittel im Nachbarort.

1852 baute die Staatsbahn die Nordbahn zwischen Stuttgart und Bietigheim zweigleisig aus.

Zuffenhausen wird Eisenbahnknoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den beginnenden 1860er Jahren plante die Direktion der Staatsbahn eine Verbindung von der Residenzstadt in den Nordschwarzwald. Nach längeren Kontroversen um eine Streckenführung über Böblingen oder über Zuffenhausen[7] beschloss der Landtag am 13. August 1865 per Gesetz, die Schwarzwaldbahn in Zuffenhausen von der Nordbahn abzweigen zu lassen und über Leonberg und Weil der Stadt nach Calw zu führen.

Bahnhof Zuffenhausen um 1870

Der erste Teilabschnitt zwischen Zuffenhausen und Ditzingen wurde am 23. September 1868 dem Verkehr übergeben. Es dauerte noch nahezu vier Jahre bis die Staatsbahn die Strecke vollendete. Für den neuen Keilbahnhof erbaute Carl Julius Abel 1868 ein neues, größeres und dem erhöhten Fahrgastaufkommen angemessenes Empfangsgebäude. An einen dreigeschossigen Kopfbau schloss sich ein zweigeschossiger Anbau an. Den Abschluss nach Süden bildete ein polygonaler Anbau ähnlich einer Apsis. Er diente als Wartesaal. Damit ähnelte der Bau den – ebenfalls von Abel erbauten – Empfangsgebäuden in Jagstfeld, Brötzingen und Waiblingen.[8] Aufgrund der Wartezeiten beim Umsteigen wurde eine Restauration eingerichtet. Auch ein Güterschuppen und eine Lokomotivremise mit Werkstatt kamen hinzu.

Inzwischen begann für das Dorf die Industrialisierung. 1868 beheimatete es eine Baumwollfabrik, eine Dampfziegelei, sowie eine Ölmühle. Später machten sich vor allem Möbelfabrikanten in Zuffenhausen einen Namen. Aufgrund der rasant steigenden Einwohnerzahl auf über 10.000, erhob die königliche Regierung am 23. April 1907 Zuffenhausen zur Stadt.

Reichsbahnzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1907 genehmigte der Landtag den viergleisigen Ausbau zwischen Stuttgart Hbf und Ludwigsburg. Im Mai 1925 stellte die Deutsche Reichsbahn den Abschnitt zwischen Feuerbach und dem Posten 12 (südlich von Kornwestheim Pbf) fertig. Die Wirtschaftskrise traf die Stadt Zuffenhausen besonders hart und bewirkte einen starken Rückgang der Steuereinnahmen. In dieser Not schlug der Gemeinderat die Eingemeindung in die Stadt Stuttgart vor. Nach Zustimmung der Bevölkerung erfolgte diese am 1. April 1931. Einen Monat später, am 1. Mai 1931, benannte die Reichsbahn den Bahnhof in Stuttgart-Zuffenhausen um.

Nach der Elektrifizierung zweier Gleise begann am 15. Mai 1933 auf dem Abschnitt Stuttgart Hbf–Ludwigsburg der Stuttgarter Vorortverkehr.

Bundesbahnzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1973 wurde ein neues SpDr-L60-Stellwerk in Betrieb genommen.[9]

Für die S-Bahn baute die Deutsche Bundesbahn den Bahnhof um. Dabei verschwanden die Relikte aus dem 19. Jahrhundert. 1980 wurde das alte Empfangsgebäude abgerissen und 1982 durch den heutigen Neubau ersetzt. Neben den Empfangsgebäuden in Waiblingen von 1980 und Ludwigsburg von 1992 handelt es sich um einen der wenigen Bahnhofsneubauten als Ersatz für alte Bausubstanz nach dem Wiederaufbau in Württemberg.[10]

Der Spurplan im heutigen S-Bahn-Bereich des Bahnhofs wurde im Zuge der Baumaßnahmen grundlegend verändert. Dabei entstand auch das Überwerfungsbauwerk für das Gleis Richtung Weil der Stadt.[11]

Bahnbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Zuffenhausen ist ein Eisenbahnknoten. An ihm trennt sich die Frankenbahn von der Württembergischen Schwarzwaldbahn, die hier ihren Nullpunkt hat. An der Frankenbahn befinden sich die Gleise 2 bis 6. Am Gleis 2 halten die S-Bahnen nach Stuttgart Schwabstraße, am Gleis 4 die S-Bahnen nach Bietigheim und Backnang. Die Gleise 3, 5 und 6 dienen durchfahrenden Zügen.

Pro Tag halten planmäßig 320 bis 330 Züge.[12]

Gleis 11, das von S-Bahnen nach Weil der Stadt und Böblingen befahren wird, befindet sich an einem Hochbahnsteig der mittels einer Brücke mit der oberhalb des Bahnhofs liegenden Schwieberdinger Straße verbunden ist. Das 991 m lange Überwerfungsbauwerk überquert das S-Bahn-Gleis Ludwigsburg–Stuttgart und das Gütergleis Kornwestheim–Nordbahnhof. An den ebenen 385 m langen Mittelteil (mit einem 210 m langen Bahnsteig) schließen sich beidseitig mit 30 Promille geneigte Rampen von 290 bzw. 268 m Länge an.[11]

Gleis 12 dient den S-Bahnen nach Stuttgart Schwabstraße, und bis Dezember 2012 auch einzelnen Zügen der Württembergischen Eisenbahngesellschaft die zwischen Feuerbach und Weissach verkehrten.

Das Zuffenhausener Stellwerk Zf ist ein Relaisstellwerk vom Typ DrL60. Dem Bahnhof Zuffenhausen ist auch der Betriebsbahnhof Stuttgart-Zazenhausen an der Bahnstrecke Stuttgart-Untertürkheim–Kornwestheim als Bahnhofsteil zugeordnet[13], und der nördlich gelegene Bahnhof Kornwestheim Pbf wird von hier aus ferngesteuert[14].

Im Juni 2016 wurde im Zuge des Projekts Stuttgart 21 ein 1,4 Millionen Euro teurer Umbau des Stellwerks beauftragt.[15]

S-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Strecke
S 4 Backnang – Marbach – Ludwigsburg – Zuffenhausen – Hauptbahnhof – Schwabstraße
S 5 Bietigheim – Ludwigsburg – Zuffenhausen – Hauptbahnhof – Schwabstraße
S 6 Weil der StadtRenningen – Leonberg – Zuffenhausen – Hauptbahnhof – Schwabstraße
(Verstärkerzüge im Berufsverkehr zwischen Leonberg und Schwabstraße)
S 60 BöblingenSindelfingenMagstadtRenningenLeonbergZuffenhausen – Hauptbahnhof – Schwabstraße

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albrecht Gühring: Zuffenhausen Dorf – Stadt – Stadtbezirk. Verlag W. Meyle, 2004, ISBN 300013395X.
  • Hans-Wolfgang Scharf: Die Eisenbahn im Nordschwarzwald. Band 1. Historische Entwicklung und Bahnbau. EK-Verlag, Freiburg im Breisgau, 1995 ISBN 3-88255-763-X.
  • Hans-Wolfgang Scharf: Die Eisenbahn im Nordschwarzwald. Band 2. Ausgestaltung, Betrieb und Maschinendienst. EK-Verlag, Freiburg im Breisgau, 1995 ISBN 3-88255-764-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oskar Jakob: Die K. württembergischen Staatseisenbahnen in historisch-statistischer Darstellung. ein Beitrag zur Geschichte des Eisenbahnwesens. H. Laupp, Tübingen 1895.
  2. Roland Feitenhansl: Der Bahnhof Heilbronn – seine Empfangsgebäude von 1848, 1874 und 1958. DGEG Medien, Hövelhof 2003, ISBN 3-937189-01-7, S. 187.
  3. DB ProjektBau, Niederlassung Nordwest (Hrsg.): Planfeststellungsunterlagen. Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart. Ausbau- und Neubaustrecke Stuttgart - Augsburg. Bereich Stuttgart - Wendlingen mit Flughafenanbindung. Abschnitt 1.5: Zuführung Feuerbach und Bad Cannstatt. Bau-km -4.0 -90.3 bis -0.4 -42.0 und -4.8 -64.4 bis -0.4 -42.0.
    Anlage 1: Erläuterungsbericht. Teil III: Beschreibung des Planfeststellungsbereiches
    .
    Dokument mit Stand vom 9. Juni 2006. Planfestgestellt am 13. Oktober 2009 durch das Eisenbahn-Bundesamt, Außenstelle Karlsruhe/Stuttgart (Aktenzeichen 59160 PAP-PS21-PFA1.5), S. 40.
  4. Feitenhansl (2003), S. 54.
  5. a b Olaf Schott, Friedrich Sillis, Manfred Thömmes, Friedrich Reinisch: Neue Streckengleise und Kreuzungsbauwerke. In: Jürgen Wedler, Manfred Thömmes, Olaf Schott: Die Bilanz. 25 Jahre Planung und Bau der S-Bahn Stuttgart. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-925565-03-5, S. 67–124, insbesondere S. 68–76.
  6. Leonie Hemminger: Eine knappe Vier für Feuerbach. In: Stuttgarter Zeitung, 20. August 2012, S. 20 online.
  7. DB Netz: Gleise in Serviceeinrichtungen, 1. April 2010 (PDF, 246 kB).
  8. DB Netz: Gleise in Serviceeinrichtungen, 1. Juli 2010 (PDF, 188 kB).
  9. Deutschland-Stuttgart: Elektrische Signaleinrichtungen für den Eisenbahnverkehr. Dokument 2016/S 125-223419. In: Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union. 1. Juli 2016, abgerufen am 1. Juli 2016 (deutsch).