Bahnhof Uster

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Das Aufnahmegebäude des Bahnhofs Uster

Der Bahnhof Uster wurde von der Glatthalbahn als provisorischer Endbahnhof in Uster, Kanton Zürich, eröffnet. Er kam über die Vereinigten Schweizerbahnen (VSB) in den Bestand der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Der Bahnhof Uster mit zwei Lokremisen steht als Kulturgut nationaler Bedeutung unter Denkmalschutz (KGS-Nr.: 7698).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Uster vor dem Umbau auf Mittelperron (Aufnahmedatum 1967)

Der Bahnhof wurde zusammen mit der ersten Etappe der Glatthalbahn, die von Dübendorf nach Uster führte, am 1. August 1856 eröffnet. Da der Bahnhof Dübendorf einer anderen Gesellschaft gehörte – dort schloss die Glatthalbahn an die Schweizerische Nordostbahn an – wurden die Depotanlagen in Uster erstellt, obwohl der Bahnhof seit der Eröffnung der weiterführenden Strecke nach Wetzikon am 9. November 1857 zum Durchgangsbahnhof wurde.

Der Standort des Bahnhofes war während der Planungsphase recht lange unklar, da anfänglich auch eine Streckenführung über Wetzikon und Gossau zur Diskussion stand. Erst als die Streckenführung über Wetzikon entschieden war, konnte die Lage des Bahnhofes festgelegt werden. Dies führte dazu, dass die Bauarbeiten an den Hochbauten erst relativ spät aufgenommen wurden.

Bahnhofsgebäude und Lokremise Uster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof erhielt 1855 ein einstöckiges, provisorisches Aufnahmegebäude, welches von Kaspar Wetli geplant,[2] jedoch schon 1856 durch ein klassizistisches Aufnahmegebäude ersetzt wurde, das einen doppelstöckigen, fünfachsigen Mittelteil mit beidseitigen Risaliten besitzt. Das Gebäude wurde von der SBB als national schutzwürdig eingestuft.[3]

Die Lokremise 1
Blick über die Drehscheibe auf den Ringschuppen, bzw. Lokremise 2

Die Lokremise Uster besteht aus den Remisen 1 und 2. Diese stehen als Ensemble seit 1985 unter Denkmalschutz. Es ist die älteste, heute weitgehend in den Originalzustand zurückversetzte, Depotanlage der Schweiz. Die Lokremise ist heute im Besitz des Kantons Zürich und wird unter anderem auch vom Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland bei den Revisionen an ihren Lokomotiven genutzt.[4]

Die Lokremise 1 ist als Rechteckremise mit zwei Gleisen ausgeführt und wurde 1856 erbaut. Die Lokremise 2 ist als Rundschuppen mit fünf Gleisen ausgeführt und wurde 1857 erbaut.

Der Güterschuppen mit den darüber liegenden Wohnungen wurde von Max Vogt entworfen und 1984 erbaut.[5]

Der alte, abgebrochene Güterschuppen, der neben Aufnahmegebäude Seite Zürich stand (im Bereich des heutigen Busbahnhofes)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden vier Linien der S-Bahn Zürich führen über Uster. Die einzelnen Linien verkehren im Halbstundentakt, so dass stündlich acht Züge nach Zürich sowie sechs Züge ins Zürcher Oberland fahren:

Am Bahnhof Uster stehen den Reisenden sieben lokale und sechs regionale Buslinien der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland zur Verfügung, die die Feinverteilung übernehmen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Uster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A–Objekte ZH 2018. Schweizerisches Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung. In: babs.admin.ch / kulturgueterschutz.ch. Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS – Fachbereich Kulturgüterschutz, 1. Januar 2018, abgerufen am 26. Dezember 2017 (PDF; 163 KB, 32 S., wird jährlich erneuert, keine Änderungen für 2018).
  2. Walter Frei: Zur Geschichte der Glattalbahn. Dritter Band der Reihe Blätter zur Heimatkunde und Geschichte von Uster. Herausgegeben von der Kulturgemeinschaft Uster 1956.
  3. SBB Historic, Signatur GD_BAUSBB 64; Inventar historischer Bahnhöfe, Uster
  4. Stefan Hotz: Die historische Bahnhofanlage von Uster ist wieder komplett. In: nzz.ch. Neue Zürcher Zeitung, 26. April 2008, abgerufen am 7. April 2019.
  5. Ruedi Weidmann, Karl Holenstein: Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989. (Band 1 der Reihe Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen der Schweiz), Verlag Scheideger & Spiess, Zürich 2008, ISBN 978-3-85881-185-1, S. 103.

Koordinaten: 47° 21′ 3″ N, 8° 43′ 5″ O; CH1903: 696659 / 245227