Bahnhof Waldshut

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Waldshut
Züge im Bahnhof Waldshut
Züge im Bahnhof Waldshut
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung RWU[1]
RXWA (Waldshut Grenze)
RWU S (Waldshut SBB [Gleis 5])
IBNR 8006167
Kategorie 4
Eröffnung 30. Oktober 1856
Lage
Ort/Ortsteil Waldshut
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 47° 37′ 16,2″ N, 8° 13′ 9,5″ OKoordinaten: 47° 37′ 16,2″ N, 8° 13′ 9,5″ O
Höhe (SO) 340,2 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Baden-Württemberg
i16

Der Bahnhof Waldshut ist neben dem Bahnhof Tiengen der wichtigste Bahnhof der südbadischen Stadt Waldshut-Tiengen. Er liegt an der von Basel Badischer Bahnhof über Waldshut und Schaffhausen nach Konstanz führenden Hochrheinbahn und ist Ausgangspunkt der in die Schweiz führenden Bahnstrecke Turgi–Koblenz–Waldshut, welche die erste Eisenbahnverbindung zwischen Deutschland und der Schweiz war.[4]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Waldshut befindet sich an der B34 in der Eisenbahnstraße 11, 79761 Waldshut.

Am Bahnhof ist ein Gewerbegebiet mit Einzelhandelsgeschäften, einem Schnellrestaurant und einem Ärztehaus entstanden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bahnhofsgebäude in Waldshut, erbaut 1856

Nachdem bereits am 4. Februar 1856 der erste Streckenabschnitt von Basel Bad Bf nach Bad Säckingen eröffnet wurde, konnte bereits am 30. Oktober 1856 die Strecke bis nach Waldshut in Betrieb genommen werden. Die Planung des Bahnhofs erfolgte durch Oberbaurat Franz Keller aus Karlsruhe. Am 14. November 1856 besuchte der Großherzog Waldshut und äußerte seine Zufriedenheit mit der neu erstellten Anlage.[5] Dann jedoch stockte der Weiterbau in Richtung Schaffhausen. Erst an 15. Juni 1863, und damit rund 7 ½ Jahre später, konnte die gesamte Bahnstrecke von Basel bis Konstanz befahren werden.

Am 18. August 1859 wurde mit der Bahnstrecke Turgi–Koblenz–Waldshut eine Verbindung zum schweizerischen Eisenbahnnetz über den Rhein nach Koblenz im Kanton Aargau eröffnet. Um den Rhein überqueren zu können, wurde von Robert Gerwig die Eisenbahnbrücke Waldshut–Koblenz gebaut. Die gesamte Bahnstrecke einschließlich der Brücke wurde von der Schweizerischen Nordostbahn (NOB) gebaut.

Die Strecke Waldshut–Koblenz wurde 1999 elektrifiziert, und wird seitdem als autonome Stichstrecke aus der Schweiz aus gesteuert. Endpunkt ist das Gleis 5 als einziges elektrifiziertes Gleis des Bahnhofes.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrtstellungsmelder im Bahnhof Waldshut

Der Bahnhof Waldshut besitzt insgesamt sechs Gleise, von denen vier einen Bahnsteig besitzen. Die beiden Gleise ohne Bahnsteig werden zum Abstellen verwendet. Zudem befindet sich zwischen der Strecke in Richtung Tiengen und dem Gleis 5 ein Abstellgleis für mehrere Triebwagen, zu dem auch eine Tankstelle für diese gehört.

Eine Besonderheit bildet das Stumpfgleis 5, in dem die Züge der S-Bahn Zürich ein- und ausfahren. Fahrten auf dieses Gleis werden nicht über das Waldshuter Stellwerk gesichert, sondern von Koblenz aus. Eine Fahrt von Gleis 5 in die übrigen Gleise des Waldshuter Bahnhofs ist nur über eine Weichenverbindung möglich, deren Umstellung erst durch Schlüsselfreigabe von den zuständigen Fahrdienstleitern auf Schweizer und deutscher Seite möglich ist.

Am Bahnhof Waldshut befindet sich auch ein Park-and-ride-Platz.[6]

Gleisanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Waldshut besitzt noch heute recht umfangreiche Gleisanlagen. Der Personenverkehr wird an vier Bahnsteiggleisen abgewickelt.

Die Nummerierung beginnt auf der Nordostseite am Empfangsgebäude.

  • Gleis 1 ist ein Durchgangsgleis und liegt als Hausbahnsteig direkt vor dem Empfangsgebäude. Hier verkehren alle Züge von und nach Lauchringen (RB) bzw. Schaffhausen/Singen/Ulm (IRE).
  • Gleis 2 teilt sich mit Gleis 3 einen Inselbahnsteig. Hier beginnen die Regionalbahnen in Richtung Basel Bad Bf, welche nur in der Hauptverkehrszeit verkehren. Auch die Sonderzüge von und nach Weizen nutzen Gleis 2.
  • Gleis 3 ist ein Durchgangsgleis und liegt am Bahnsteig neben Gleis 2. Heute halten hier die Züge in Richtung Basel Bad Bf.
  • Gleis 4 war ein Stumpfgleis nördlich des Empfangsgebäude am selben Bahnsteig wie Gleis 1. Dieses Gleis ist heute größtenteils überwachsen und teils auch abgebaut. Die Schwellen und der Prellbock sind noch zu sehen.
  • Gleis 5 ist ein weiteres Stumpfgleis mit eigenem Bahnsteig und liegt südlich des Empfangsgebäudes. Dieses Gleis ist das Schweizer Gleis des deutschen Bahnhofs Waldshut. Auf diesem beginnen und enden die S-Bahnen in Richtung Koblenz (CH).
  • Die Gleise 6 und 7 werden von Güter- und Regionalzügen zum Abstellen verwendet. Diese beiden Gleise besitzen keine Bahnsteige.

Die Bahnsteige des Bahnhofs Waldshut sind nicht barrierefrei. Der Zugang zum Mittelbahnsteig an den Gleisen 2 und 3 ist nur über die Treppen der Personenunterführung zu erreichen. Auch der Einstieg in die Züge ist nicht barrierefrei.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Waldshut wird heute (Stand 2015) von Interregio-Express-Zügen mit dem Laufweg Basel Bad BfSingen (Hohentwiel) angefahren, die im 120-Minuten-Rhythmus über Friedrichshafen Stadt bis Ulm Hbf verlängert werden. Außerdem fährt eine stündliche Regionalbahn zwischen Basel Bad Bf, Waldshut und Lauchringen, die zur werktäglichen Hauptverkehrszeit zwischen Basel und Waldshut zu einem Halbstundentakt verdichtet wird.

Der Bahnhof Waldshut verfügt darüber hinaus über einen Anschluss an das Schweizer S-Bahn-Netz. Durch die grenzüberschreitende Rheinbrücke zwischen Waldshut und Koblenz AG ist Waldshut Endstation der Linien S27 (Baden (CH)TurgiDöttingenKoblenz (CH)–Waldshut) und S41 (WinterthurBülachBad Zurzach–Koblenz (CH)–Waldshut) des Zürcher S-Bahn-Netzes. Die beiden Linien ergänzen sich zu einem 30-Minuten-Takt, wobei in Koblenz immer ein schlanker Anschluss in die nicht bediente Richtung besteht (Die S41 nach Baden hat Anschluss an die S41 nach Bad Zurzach, die S27 nach Bad Zurzach/Bülach hat Anschluss an die S41 nach Baden).

Von Anfang Mai bis Ende Oktober jeden Jahres sowie ganzjährig im Schülerverkehr ist der Bahnhof Waldshut darüber hinaus Ausgangspunkt einzelner Züge, welche im Bahnhof Lauchringen auf die touristisch bedeutsame Wutachtalbahn abzweigen und auf dieser bis nach Weizen fahren.[7]

Zuggattung Strecke Taktfrequenz
IRE Basel Bad BfRheinfelden (Baden)Bad SäckingenWaldshutSchaffhausenSingen (Hohentwiel) (– Ulm Hbf) 60-Minuten-Takt

120-Minuten-Takt nach Ulm und am Wochenende

RB Basel Bad Bf – Rheinfelden (Baden) – Bad Säckingen – Laufenburg (Baden)WaldshutLauchringen 60-Minuten-Takt
(in der HVZ Basel–Waldshut 30-Minuten-Takt)
RB WaldshutTiengen (Hochrhein) – Lauchringen West – EggingenStühlingenWeizen einzelne Züge
S 27 BadenTurgiDöttingenKoblenz (CH)Waldshut 60-Minuten-Takt
S 41 Winterthur HBBülachBad Zurzach – Koblenz (CH) – Waldshut 60-Minuten-Takt

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den Bahnhof ist ein großer zentraler Busbahnhof mit zehn Bussteigen angegliedert. Von hier aus fahren Regionalbusse in die umliegenden Städte, Dörfer und Gemeinden. Darüber hinaus befindet sich am Busbahnhof das SBG-KundenCenter Waldshut, welches gleichzeitig als Sitz des Waldshuter Tarifverbundes (WTV) dient.[8]

Tarife[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt gehört dem Waldshuter Tarifverbund (WTV) an. In Richtung Basel existieren Übergangstarife zu den Verkehrsverbünden RVF und RVL. In Richtung Koblenz (CH) und damit zum Tarifverbund A-Welle im Kanton Aargau gelten Schweizer Tarife sowie das deutsche „Hochrhein-Ticket“.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Hochrheinbahn zwischen dem Badischen Bahnhof in Basel und Waldshut verkehrte die frühere S-Bahn-Linie 7 der Regio-S-Bahn Basel. Diese Kurse werden heute als Regionalbahn geführt. Eine Reintegration in das Basler S-Bahn-Netz ist für die Zukunft geplant.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer Gerber: 125 Jahre Basel–Waldshut: Jubiläum der Eisenbahn am Hochrhein. Eisenbahn-Kurier Verlag, Freiburg 1981, ISBN 3-88255-789-3
  • Hans Wolfgang Scharf: Die Eisenbahn am Hochrhein. Band 1: Von Basel zum Bodensee 1840–1939. (= Südwestdeutsche Eisenbahngeschichte, Band 4). Eisenbahn-Kurier Verlag, Freiburg 1993, ISBN 3-88255-755-9
  • Hans Wolfgang Scharf: Die Eisenbahn am Hochrhein. Band 2: Von Basel zum Bodensee 1939–1992. (= Südwestdeutsche Eisenbahngeschichte, Band 5). Eisenbahn-Kurier Verlag, Freiburg 1993, ISBN 3-88255-756-7
  • Dietmund Schwarz: Eine Dorfgemeinde und ihre Bahngeschichte – 150 Jahre Eisenbahn in Lauchringen und am Hochrhein von Waldshut nach Konstanz 1863 – 2013, Lauchringen 2013, ISBN 978-3-00-040605-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abkürzung
  2. Die Oberrheinstrecke BaselKonstanz erreichte Schaffhausen erst 1863.
  3. Alois Nohl, Bahnhof Waldshut. In: 125 Jahre Basel-Waldshut Jubiläum der Eisenbahn am Hochrhein, S. 87 ff.
  4. Park and Ride Platz Bahnhof Waldshut
  5. offizielle Webseite der Wutachtal-/Sauschwänzlebahn
  6. Internetauftritt des SBG-KundenCenters Waldshut
  7. Mehr S-Bahn für Basel – Blog zur Regio-S-Bahn