Bahnhof Wangen (Allgäu)

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Wangen (Allgäu)
Empfangsgebäude von der Straßenseite
Empfangsgebäude von der Straßenseite
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung TWW
IBNR 8006200
Kategorie 5
Eröffnung 31. Juli 1880
Profil auf Bahnhof.de Wangen__Allgaeu_
Lage
Stadt/Gemeinde Wangen im Allgäu
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 47° 41′ 21″ N, 9° 49′ 51″ OKoordinaten: 47° 41′ 21″ N, 9° 49′ 51″ O
Höhe (SO) 570 m ü. NN
Eisenbahnstrecken

Kißlegg–Hergatz (km 13,3)

Bahnhöfe in Baden-Württemberg
i16

Der Bahnhof Wangen (Allgäu) ist der Bahnhof in Wangen im Allgäu, Landkreis Ravensburg. Er befindet sich an der Bahnstrecke Kißlegg–Hergatz und gehört zur DB Station&Service.

Lage und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Situierung, Luftaufnahme 2008
Durchfahrender Eurocity München–Zürich–Basel

Der Bahnhof liegt am Streckenkilometer 13,3 der Bahnstrecke Kißlegg–Hergatz.

Das Empfangsgebäude ist über die Bahnhofstraße zu erreichen, die den Bahnhof mit der südlich gelegenen Wangener Altstadt verbindet. Die Betriebsstelle verfügt über zwei Hauptgleise mit je einer Bahnsteigkante, zwei Einfahrsignale, vier Ausfahrsignale und zwei Weichen. Im Bahnhofsbereich liegt ferner ein Bahnübergang, im Osten kreuzt die Ravensburger Straße (Bundesstraße 32) die beiden Gleise. Die Steuerung und Überwachung der signaltechnischen Anlagen übernimmt das Stellwerk Wf, ein Relaisstellwerk der Bauart Sp Dr L30 von Standard Elektrik Lorenz.[1]

Neben dem Empfangsgebäude existiert noch ein Bau mit der Relaistechnik des Stellwerks.

Der teilweise überdachte Hausbahnsteig an Gleis 1 ist 30 Zentimeter hoch und 156 Meter lang, der über einen höhengleichen Übergang zu erreichende Zwischenbahnsteig an Gleis 2 bis zu 36 Zentimeter hoch und 247 Meter lang.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empfangs- und mittlerweile abgerissenes Nebengebäude
Empfangsgebäude von der Gleisseite

Das 1861 gegründete „Eisenbahnkomitée“ in der Oberamtsstadt Wangen bemühte sich um einen Anschluss an die 1850 eröffnete Württembergische Südbahn oder die Bayerische Allgäubahn, die zwischen Immenstadt und Lindau 1853 eröffnet worden war. Zunächst hatten die Deputationen nach Stuttgart wenig Erfolg, auch der bayerische, damals also ausländische, Plan einer Strecke Memmingen–Wangen–Lindau, mithin über württembergisches Gebiet, erregte eher Missfallen in Stuttgart. Aufgrund der Wangener Gespräche mit dem „Ausland“ sah sich die Regierung gar bestärkt, keine Eisenbahnverbindung zu bauen. So wurden zunächst die Straßen nach Hergatz, zum nächsten bayerischen Bahnhof also, und Ravensburg an der Südbahn ausgebaut.

Ab 1870 war der nächste württembergische Bahnhof der in Kißlegg als vorläufiger (bis 1872) Endpunkt der Strecke aus Aulendorf, am 11. Juni 1876 wurde schließlich der Bau der Strecke Kißlegg–Wangen vom Landtag beschlossen, wobei sich der Bau aufgrund der topographischen Umstände bis 1880 hinzog. Am 26. Juli 1880 erreichte der erste Probezug Wangen, am 30. und 31. Juli wurde die Eröffnung in Wangen im Beisein Hermann von Mittnachts groß gefeiert. Mitte Juli 1890 wurde auch die topographisch ebenso schwierige Strecke, im Stadtgebiet wurden Dämme mit Holzkonstruktion gebaut, ins bayerische Hergatz eröffnet. Hierdurch waren die Grundlagen für eine verstärkte Industrialisierung Wangens gelegt.

Das ursprüngliche einstöckige und eher einfache Empfangsgebäude wurde 1902 durch das heutige ersetzt. Es blieb weitgehend erhalten, auf dem Bild links (beim Fahrdienstleiter) wurde ein Bau vor die ursprüngliche Außenmauer gebaut. Die an den Seitenbauten angebrachten Bahnsteigdächer wurden durch eines am Mittelbau ersetzt. Mit dem Niedergang im Güterverkehr bis zur völligen Einstellung wurde der Bahnhof auf die heutigen zwei Gleise zurückgebaut, ein Nebengebäude und der Güterschuppen (auf dem Luftbild noch zu sehen) wurden um 2010 abgerissen. Das Anschlussgleis zur Zellulosefabrik am Atzenberg existiert ebenso nicht mehr.

Bis 2020 soll die Strecke Geltendorf–Lindau über Buchloe, Memmingen und Wangen elektrifiziert werden, der Bahnübergang der Ravensburger Straße soll durch eine Unterführung ersetzt werden, am Bahnhof selbst sollen die Bahnsteiganlagen erneuert und eine Unterführung gebaut werden.[3] Für die Bahnsteigerneuerung fand am 9. April 2019 der symbolische erste Spatenstich statt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer Jensch: Stadtchronik Wangen im Allgäu. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2015, ISBN 978-3-89870-872-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Wangen (Allgäu) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Kötting: Liste deutscher Stellwerke. Einträge W–We. In: www.stellwerke.de. 26. Oktober 2015, abgerufen am 15. Oktober 2016.
  2. DB Station&Service: Wangen (Allgäu) (Memento des Originals vom 16. September 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschebahn.com auf deutschebahn.com, vom 29. August 2018, abgerufen am 16. September 2018.
  3. Jan Peter Steppat: Verringerte Zuschüsse „sind eine Gemeinheit“, Schwäbische Zeitung, 28. Januar 2016, abgerufen am 16. Oktober 2016.
  4. Bernd Treffler: Barrierefreier Bahnhofsumbau in Wangen startet. Schwäbische Zeitung, 9. April 2019, abgerufen am 12. April 2019.