Bahnhof Wulfen (Westfalen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wulfen (Westf)
Empfangsgebäude, 2014
Empfangsgebäude, 2014
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Bahnhof (1929–2003)
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 1
Abkürzung EWUF
IBNR 8006590
Kategorie 6
Eröffnung 1879
Lage
Stadt/Gemeinde Dorsten
Ort/Ortsteil Wulfen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 43′ 9″ N, 7° 0′ 42″ OKoordinaten: 51° 43′ 9″ N, 7° 0′ 42″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i16i16i18

Wulfen (Westf) ist ein zum Haltepunkt zurückgebauter Bahnhof in unmittelbarer Nähe zum Ortskern des Dorstener Stadtteil Wulfen. Er liegt am Streckenkilometer 30,7 der Bahnstrecke Dorsten–Coesfeld, die das Siedlungsgebiet Alt-Wulfen vom Gewerbegebiet Köhl westlich der Gleise trennt.

Lage und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt liegt südwestlich des Wulfener Ortskern am Abschluss der Straße Kleiner Ring. Er verfügt über einen von ehemals zwei vorhandenen Bahnsteigen. Das Empfangsgebäude befindet sich östlich der von Nord nach Süd verlaufenden Strecke am Kleinen Ring. Der Backsteinbau wurde 2007 unter Denkmalschutz gestellt und wird derzeit (Stand: 2015) nicht genutzt.[1] Ein direkt an das Gebäude angeschlossener Güterschuppen ist bis auf die Grundmauern abgetragen, ein Wiederaufbau ist jedoch vorgesehen.[2]

Die Betriebsstelle verfügt zwei mechanische Stellwerke. Das nördliche Stellwerk am Bahnübergang der Bundesstraße 58 ist das Fahrdienstleiter-Stellwerk Wnf (Wulfen Nord Fahrdienstleiter), seit 2003 ist es das einzige Stellwerk der nunmehrigen Blockstelle. Neben der Bedienung der beiden Blocksignale A und B ist der Fahrdienstleiter gleichzeitig für den Bahnübergang verantwortlich.[3] Das südliche ehemalige Weichenwärter-Stellwerk Ws (Wulfen Süd) ist seit 2003 ein Schrankenposten (Posten 14) und bedient die Bahnübergänge Köhler Straße und Burenkamp.[4][5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt ging zusammen mit der Bahnstrecke Duisburg – Oberhausen – Dorsten – Coesfeld – Rheine – Quakenbrück in Betrieb. 1929 erfolgte der Ausbau zum Bahnhof, es bestanden neben zwei Bahnsteiggleisen eine Güterverladung und einzelne Gleisanschlüsse. Die Bahnhofsgaststätte wurde in den 1930er Jahren von Franz Rößmann betrieben.[6] Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof von einem Luftangriff getroffen.[7] Im Jahr 1968 übernahm Wulfen die Hauptdienststelle aus Lembeck. Im Jahr 1976 wurde der Fahrkartenverkauf in Wulfen eingestellt, ein Jahr später die Güterabfertigung in Dorsten zentralisiert. Im Jahr darauf wurde die Wartehalle im Gebäude geschlossen und der Bahnhofsvorsteher pensioniert. 1982 besetzten Jugendliche das Bahnhofsgebäude und nutzten es als selbstverwaltete Begegnungsstätte. 1994 protestierten mehrere hundert Bürger mit einer Solidaritätsfahrt gegen die mögliche Einstellung der Linie Dorsten–Coesfeld. Im Jahr 1996 wurde der Gleisanschluss zum Metallwerk Kleinken demontiert. Mit der Demontage des zweiten Hauptgleises im Jahr 2003 erfolgte die Herabstufung zum Haltepunkt mit angeschlossener Blockstelle.[8] 2007 stellte die Stadt Dorsten das Empfangsgebäude unter Denkmalschutz.[1] Da sich kein Investor für das leerstehende Gebäude fand, erwog die Stadt 2009 den Abriss. 2012 kamen erneute Pläne für eine Sanierung des Baues unter Leitung von Ferdinand von Merveldt zutage, zwei Jahre später zeichnete sich noch kein Beginn der Arbeiten ab.[2]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnsteig in Blickrichtung Coesfeld (Westf), 2011

Der Bahnhof wird stündlich von der Regionalbahnlinie RB 45 Der Coesfelder der NordWestBahn bedient. Die am Bahnhof vorhandene Bushaltestelle der Vestischen Straßenbahnen wird nicht mehr angefahren, der Umstieg erfolgt in mehreren hundert Metern Entfernung an den Haltestellen Kleiner Ring und Wulfen Mitte.

Fahrplanangebot 2014
Linie Verlauf Takt
RB 45 Der Coesfelder:

Coesfeld (Westf) – Maria-Veen – Reken – Lembeck – Wulfen (Westf) – Hervest-Dorsten – Dorsten
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015

60 min

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Wulfen (Westfalen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

NRWbahnarchiv von André Joost:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Amtsblatt der Stadt Dorsten. Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Dorsten – Bekanntmachung. (Nicht mehr online verfügbar.) Stadt Dorsten, 24. August 2007, S. 15, ehemals im Original; abgerufen am 17. Juli 2011 (PDF).@1@2Vorlage:Toter Link/eservice.gkd-re.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. a b Iris Schmellenkamp: Konzept für neuen Wulfener Bahnhof steht. Dorstener Zeitung, 12. Mai 2011, abgerufen am 16. Juli 2011.
  3. André Joost: StellwerksArchiv Wulfen (Westf) Wnf. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 12. Oktober 2014.
  4. André Joost: StellwerksArchiv Wulfen (Westf) Ws. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 12. Oktober 2014.
  5. André Joost: PostenArchiv Strecke 2273 Posten 14. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 12. Oktober 2014.
  6. Heimatverein Wulfen. Abgerufen am 17. Juli 2011.
  7. Heimatverein Wulfen weiht Gedenktafel ein. Heimatverein Wulfen, 22. März 2005, abgerufen am 17. Juli 2011.
  8. André Joost: BetriebsstellenArchiv Wulfen (Westf). In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 12. Oktober 2014.