Bahnhof Zürich Altstetten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zürich Altstetten
Zürich Altstetten von der Europabrücke aus gesehen
Zürich Altstetten von der Europabrücke aus gesehen
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Perrongleise

7

Abkürzung

ZAS

IBNR 8503001
Eröffnung

1847

Profil auf SBB.ch Nr. 3001
Lage
Stadt/Gemeinde

Zürich

Ort/Ortsteil

Altstetten

Kanton Zürich
Staat Schweiz
Koordinaten 679298 / 249492Koordinaten: 47° 23′ 29,3″ N, 8° 29′ 20,2″ O; CH1903: 679298 / 249492
Höhe (SO) 399 m ü. M.
Liste der Bahnhöfe in der Schweiz
i11i16
Ein Treppenhaus als Skulptur

Der Bahnhof Zürich Altstetten ist eine der 13 SBB-Stationen auf dem Gebiet der Stadt Zürich und liegt im gleichnamigen Quartier Altstetten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Bahnstation wurde in der damals noch selbstständigen Gemeinde Altstetten (1934 eingemeindet) am 9. August 1847 anlässlich der Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke der Schweiz in Betrieb genommen (Spanisch-Brötli-Bahn Zürich – Baden). Am 1. Juni 1864 wurde die Ämtlerlinie Zürich – Zug über das Knonauer Amt eröffnet. Mit der Eröffnung des Zimmerbergtunnels als Teil der Gotthardzufahrt Zürich – Thalwil – Zug – Arth-Goldau wurde am 1. Juni 1897 die Verbindungslinie Wiedikon – Altstetten eröffnet.

In den 1960ern erfasste der beschlossene Bau des Rangierbahnhofs Limmattal (RBL), die Auslagerung des Güterumschlags aus dem Stadtgebiet hinaus und die damit verbundenen Ausbauten im Limmattal, auch Altstetten. Östlich des RBL entstanden zwischen Dietikon und Altstetten ein drittes und viertes Streckengleis. Von Altstetten aus konnten Güterzüge den Hauptbahnhof nur über die Verbindungslinie nach Zürich Wiedikon umfahren, mit Inbetriebnahme der Käferberglinie am 1. Juni 1969, wurde schliesslich auch die eingleisige Verbindung nach Zürich Oerlikon ermöglicht.

Abendrot über dem Bahnhofsgebäude

Mit der Inbetriebnahme der S-Bahn Zürich am 2. Mai 1990 wurde die zweite Doppelspur zwischen Altstetten und Hardbrücke in Betrieb genommen. Im Regelbetrieb benutzen seither S-Bahn-Züge in Altstetten Gleis 3 und 4 (südliche Doppelspur) und wechseln zwischen Altstetten und Hardbrücke via Überwurfbauwerk über die Fernverkehrsgleise (in Altstetten Gleis 6 und 7, nördliche Doppelspur) an den nördlichen Rand des Gleisfelds.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Gebäude wurde anlässlich der Eröffnung der Linie nach Baden 1847 durch die SNB erstellt. Bereits 1864 wurde durch die NOB ein neues Bahnhofgebäude errichtet; durch die Einführung der Linie von Zug her, entstand ein Keilbahnhof. Er wurde nach den Bauplänen von Jakob Friedrich Wanner, der auch den damaligen Hauptbahnhof entwarf, auf bestehenden Mauerteilen des Mittelbaus des alten Bahnhofs gebaut und zur Eröffnung der Linie nach Zug fertiggestellt. Das alte Bahnhofgebäude von 1847 befand vor der südöstlichen Ecke der Schnellguthalle, dort wo sich heute der nordwestliche Weichenkopf des Bahnhofes befindet. Das neue Bahnhofgebäude von 1864 kam in Insellage zu liegen. Die beiden Streckenäste des Keilbahnhofes wurden beim Bau des heutigen Bahnhofes nicht verlegt.

Zusammen mit der Käferberglinie und dem Bau des Schnellgutbahnhofs Mülligen wurde in den 1960ern die gesamte Bahnanlage umgebaut und der Bahnhof erhielt mit dem dritten Bahnhofgebäude sein heutiges Erscheinungsbild.

Das heutige Bahnhofsgebäude ist mit seinen zehn Geschossen eines der wenigen Hochhäuser in Zürich. Erbaut wurde es 1966 von den SBB respektive dem Chefarchitekten der Kreisdirektion III, Max Vogt. Der Bau ist in Sichtbeton gehalten.

Das Erdgeschoss beherbergt neben dem SBB-Schalter einen Kiosk, einen Imbiss und andere Geschäftslokale, in den Obergeschossen befinden sich Wohnungen. Der heutige Bahnhof ist aus architektonischer Sicht eine der wichtigsten Bauten der SBB und mit ein Grund, weshalb diese 2005 den Wakkerpreis für eine hochstehende Baukultur erhalten haben.

Vor dem Bahnhof befindet sich ein grösserer Platz, welcher kürzlich umgestaltet wurde. Vier grosse Platanen grenzen den Bahnhof gegen den Platz ab und spenden im Sommer den Wartenden Schatten.

Der Bahnhof Altstetten gewann die «Auszeichnung für gute Bauten» der Stadt Zürich, wie ein Schild bei der Ticketverkaufsstelle erwähnt.

Gleisführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist seither nicht mehr als Keilbahnhof, sondern als Durchgangsbahnhof mit 7 Gleisen ausgebildet. Nur die Gleise 2, 3, 4, 6 und 7 haben einen Normbahnsteig; Gleis 5 ist ein reines Durchfahrgleis und wird vor allem von den Güterzügen benutzt, die über die Käferberglinie verkehren. Das Gleis 1 dagegen ist im sogenannten Hausperron eingelassen, der am Bahnhofgebäude liegt und den Normbahnsteig zu Gleis 2 bildet. Das als Strassengleis ausgebildete Gleis 1 wird daher im Regelbetrieb nie genutzt.

Eröffnungsdaten der Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minimalistische Architektur mit strenger Aussage
  • 9. August 1847 Zürich – Baden durch die Schweizerische Nordbahn (SNB)
  • 1. Juni 1864 Altstetten – Zug durch die Zürich-Zug-Luzern-Bahn (ZZL)
  • 1. Juni 1897 Altstetten – Zürich Wiedikon durch die Schweizerische Nordostbahn (NOB)
  • 1967 Bau des Schnellgutbahnhofs Zürich Mülligen (Beginn des 4-spurigen Ausbaus Altstetten – Dietikon)
  • 1. Juni 1969 Zürich Altstetten – Zürich Oerlikon durch die SBB (Käferberglinie)
  • 2. Mai 1990 Zürich Altstetten – Zürich Hardbrücke durch die SBB (S-Bahn Zürich, zweite Doppelspur)

Weitere Daten zu den Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1861 Doppelspur Zürich – Turgi
  • 21. Januar 1925 Elektrifikation Zürich – Olten
  • 1. März 1927 Doppelspur und Elektrifikation Altstetten – Zürich Wiedikon
  • 15. Oktober 1932 Elektrifikation Altstetten – Zug
  • 5. November 1967 Drittes Gleis Zürich Altstetten – Schlieren
  • 1. Dezember 1974 Viertes Gleis Zürich Altstetten – Schlieren
  • 29. Juni 2004 Fünftes Einfahrgleis nach Zürich HB[1]
  • 26. Oktober 2015 Letzigrabenbrücke bildet das sechste Streckengleis zwischen Zürich Altstetten und Zürich HB

Distanzen zu den nächstgelegenen Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zughalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn Zürich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Einführung der S-Bahn Zürich sind die S-Bahn-Züge die Hauptverkehrsträger im Bahnhof Zürich Altstetten.

Alle Linien verkehren grundsätzlich täglich und ganztägig im Halbstundentakt (mit ändernden Endpunkten), einzig die S 14 verkehrt jeweils nur bis 20:30 Uhr weiter in Richtung Affoltern am Albis und die S 19 nur werktags.

Schnellzüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeweils täglich von 05:43 Uhr (erste Verbindung nach Zürich Flughafen) bis 21:16 Uhr (letzte Verbindung nach Basel SBB) bedient eine InterRegio-Linie den Bahnhof.

Zudem halten ab Dezember 2015 zwei InterCity-Entlastungszüge Zürich–Bern in Zürich Altstetten.

Betriebliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bahnhofgebäude befand sich bis Herbst 2011 die Fernsteuerzentrale (FstZ) Altstetten, welche für die Fernsteuerung der Strecken Altstetten - Turgi und Altstetten - Steinhausen zuständig ist. Seit Herbst 2011 wird dieser Sektor inkl. Bahnhof Zürich Altstetten vom BZ Ost im Flughafen Zürich aus ferngesteuert.

In den Sommermonaten war es bis 2007 möglich, Autos auf die saisonalen Autoreisezüge zu verladen, welche von Zürich Altstetten aus in Richtung Italien verkehren. Früher gab es auch entsprechende Verbindungen nach Frankreich (Narbonne). Es handelt sich hierbei um den einzigen kommerziellen Autoverlad im Schweizer Mittelland und seit einiger Zeit – von den Tunnel-Autoverladen abgesehen – sogar um den schweizweit letzten Autoverlad. Der Fahrplan 2007 war der letzte mit Autoreisezügen ab und nach der Schweiz.

Gleich nach dem Bahnhof in Richtung Hauptbahnhof befindet sich auf der südlichen Seite die ehemalige Hauptwerkstätte Zürich. Sie bildet nun zusammen mit der auf der nördlichen Seite gelegenen Unterhaltsanlage Herdern den Service-Standort Zürich.

Westlich des Personenbahnhofes befindet sich der ehemalige Schnellgutbahnhof Altstetten, der heute noch unter der Bezeichnung Rangieranlage Zürich Mülligen als kleiner Rangierbahnhof benützt wird. Zwischen Zürich Altstetten und Zürich HB befindet sich das Gebiet des sogenannten Zürcher Vorbahnhofs mit dem ehemaligen Zürcher Rangierbahnhof und diversen Abstell- und Unterhaltsanlagen.

Bahnhofplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bahnhofsgebäude mit Altstetterplatz auf der Südseite

Altstetterplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2005 wurde der neugestaltete Altstetterplatz auf der Südseite des Bahnhofs eröffnet. Die Personenströme wurden durch die neue offene Gestaltung wesentlich verbessert. Zusätzlich bekam der Platz eine lange Buswartehalle aus Beton. Diese nimmt die architektonische Sprache des Bahnhofgebäudes aus dem Jahr 1968, auf der andern Seite des Platzes, der heutigen Zeit angepasst auf.

Vulkanplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Nordseite des Bahnhofs entstand um 2011 ein neuer Stadtplatz mit der Wendeschleife für das geplante Tram Zürich West, das im Dezember 2011 seinen Betrieb aufnahm. Der Platz war aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellt. Auch die bestehenden Buslinien nördlich des Bahnhofs werden nach Vollendung ab dem neuen Vulkanplatz verkehren. Das zum Teil brachliegende Gebiet auf der nördlichen Seite des Bahnhofs Altstetten, eingeengt zwischen Bahnareal und der Autobahn A1H/A3 ist eine der grössten zusammenhängenden Baulandreserven im Zürcher Stadtgebiet.

Bereits heute haben sich wichtige nationale und internationale Firmen rund um den Bahnhof Altstetten mit Headquarters, Backoffices und Schulungszentren angesiedelt. Durch eine gezielte Gebietsentwicklung (u. a. Areal WestLink) soll der Standort weiter gefördert werden. Ende September 2008 wurde mit den Abbrucharbeiten der Sika-Gebäude begonnen. Gegen Ende 2009 wird mit dem Bau begonnen werden.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof kam in die Schlagzeilen, als am 5. Dezember 2004 etwa 400 Fans des FC Basel festgenommen wurden, die mit einem Extrazug angereist waren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Zürich Altstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans G. Wägli Schienennetz Schweiz Seite 55