Bahnhof Züssow

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Züssow
Empfangsgebäude, Gleisseite
Empfangsgebäude, Gleisseite
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung WZS
IBNR 8010396
Kategorie 5
Eröffnung 1. November 1863
Profil auf Bahnhof.de Zuessow
Lage
Stadt/Gemeinde Züssow
Land Mecklenburg-Vorpommern
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 58′ 26,1″ N, 13° 32′ 54,2″ O53.9739313.548397Koordinaten: 53° 58′ 26,1″ N, 13° 32′ 54,2″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Mecklenburg-Vorpommern
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Der Bahnhof Züssow ist ein Trennungsbahnhof der gleichnamigen Gemeinde im mecklenburg-vorpommerschen Landkreis Vorpommern-Greifswald. Er befindet sich am Streckenkilometer 191,9 der Angermünde-Stralsunder Eisenbahn und ist Ausgangspunkt einer Zweigbahn nach Wolgast.

Lage und Aufbau[Bearbeiten]

Bahnsteig und UBB-Zug bei Nacht

Der Bahnhof befindet sich südöstlich des Züssower Dorfkerns an der Kreuzung der Angermünde-Stralsunder Eisenbahn mit der Bundesstraße 111. Die Zweigbahn nach Wolgast fädelt südlich mit einem Bogen nach Osten aus der Strecke aus.

Die Anlage verfügte ursprünglich über drei Bahnsteiggleise. Gleis 1 war für die Zweigbahn nach Wolgast, Gleis 2 befand sich am Hausbahnsteig und Gleis 3 als Zwischenbahnsteig an den Hauptgleisen. Hinzu kamen diverse Güter- und Ladegleise.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bahnhof wurde zusammen mit dem Streckenabschnitt Anklam–Stralsund und der Zweigbahn Züssow–Wolgast am 1. November 1863 eröffnet. Der Betrieb wurde bis 1879 von der Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft durchgeführt. Das Empfangsgebäude wurde für den Umsteigeverkehr größer gestaltet als bei den normalen Durchgangsstationen. Ferner baute die Gesellschaft einen Pferdestall für den ansässigen Landadel.[1] Für den Aufenthalt der Reisenden, sowie für die Anwohner wurde im Empfangsgebäude eine größere Bahnhofsgaststätte auch als Wartesaal eingerichtet. Links neben dem Gebäude war eine Toilettenanlage gebaut.

An der Abzweigung nach Wolgast steht noch heute ein damals errichteter Stellwerksturm. Links und rechts des Bahnhofsvorplatzes sind auch heute noch je zwei Wohngebäude für die Bahnangestellten vorhanden, die aber nach und nach freigezogen wurden und jetzt leer stehen. Gegenüber dem Hauptgebäude am Vorplatz steht ein relativ großer Postbau, der zu der Bauzeit von Bahnhof mit eingerichtet wurde, weil die Post in Richtung Wolgast und Usedom per Bahn transportiert wurde. Mit dem Aufkommen des Post-Kraftfahrverkehrs wurde das Gebäude zum Wohngebäude umgebaut. Alle Gebäude des Bahnhofes mit dem Umfeld wurde in Klinkerbauweise errichtet, gemäß der damals typischen Bahnhofs- und Postarchitektur. Auch die Güterschuppen wurden in Klinkerbauweise errichtet, aber kombiniert mit Fachwerk.

Mit der Eröffnung der Greifswald-Jarmener Kleinbahn bestand ab 1897 eine weitere Schienenverbindung. Die GJK hatte einen eigenen kleinen Bahnhof schräg gegenüber dem Hauptgebäude. Besonderheit war eine Auffahrtrampe mit deren Hilfe Fahrzeuge der Kleinbahn mittels Plattformwagen der Staatsbahn transportiert werden konnten. Die vor allem dem Güterverkehr dienende Schmalspurbahn wurde bis 1945 betrieben und ihre Gleise sowie alles rollende und technische Material anschließend zu Reparationszwecken für die UdSSR demontiert bzw. abtransportiert wurden. Von den Anlagen der Kleinbahn ist lediglich streckenweise der Bahnkörper noch vorhanden, der als Rad- und Wanderweg genutzt wird.

Der Bahnhof Züssow wurde nach dem Krieg wichtiger Verladebahnhof für den VEB Landmaschinenbau Gützkow, aber auch für die Werft und andere Betriebe in Wolgast. Als Ende der 1970er Jahre für den Gützkower Betrieb, der inzwischen als Betriebsteil dem VEB Reparaturwerk Neubrandenburg angegliedert wurde, tausende Militärkraftfahrzeuge (URAL, GAZ, KRAS usw.) als Import aus der UdSSR für die NVA der DDR zur Umrüstung für die hiesige Straßenverkehrsordnung hier auf dem Bahnhof Züssow von der Bahn auf die Straße umgesetzt wurden, war hier Hochbetrieb.

In den 1960er Jahren wurde der alte Stellwerksturm stillgelegt und an der Kreuzung der Gleise mit der B 111 ein neues Stellwerk gebaut.

In den 2000er Jahren wurden der Hausbahnsteig und der Anschlussbahnsteig geschlossen und der Mittelbahnsteig eröffnet, der über einen technisch gesicherten Reisendenübergang erreichbar ist. Nordwestlich von diesem wurde eine Kehranlage für hier endende Züge der Usedomer Bäderbahn (UBB) errichtet.

Fahrkartenschalter und Diensträume der Bahn wurde zu dieser Zeit geschlossen und durch voll technisierte Anlagen ersetzt. Die Gaststätte überdauerte noch einige Zeit, wurde dann aber auch geschlossen. Auch das Stellwerk an der B 111 überdauerte die Zeit nicht, es wurde nach 2008 abgerissen. Zur gleichen Zeit wurde auch die Bahnsteigüberdachung am Empfangsgebäude abgerissen, sie war marode.

Nach 2010 wurde der Bahnhofsvorplatz einschließlich der Parkplätze neu gestaltet und auch die Zuwegung neu geregelt.

Anbindung[Bearbeiten]

Der Bahnhof wird alle zwei Stunden von der Regional-Express-Linie 3 der DB Regio Nordost bedient. Hinzu kommt eine stündliche Verbindung der Usedomer Bäderbahn aus Richtung Wolgast, die zweistündlich nach Stralsund verlängert wird. Ferner ist Züssow Halt von Intercity-Zügen zwischen Stralsund und weiter Richtung Berlin sowie zwischen Heringsdorf und dem Ruhrgebiet. Seit dem 27. März 2011 hält zudem am Wochenende ein ICE-Zugpaar in Züssow. Züssow ist damit bundesweit der kleinste Ort mit ICE-Anbindung.[2]

Linie Betreiber Verlauf
ICE 28 DB Fernverkehr Ostseebad BinzStralsund Hbf – Greifswald – Züssow – Anklam – Pasewalk – Prenzlau – Angermünde – Eberswalde Hbf – Berlin Gesundbrunnen – Berlin Hbf – Berlin Südkreuz – Lutherstadt Wittenberg – Leipzig Hbf – Jena Paradies – Bamberg  – Nürnberg Hbf – Augsburg Hbf – München Hbf
EC 27 DB Fernverkehr Ostseebad Binz – Bergen auf Rügen – Stralsund Hbf – Greifswald – Züssow – Anklam – Pasewalk – Prenzlau – Angermünde – Eberswalde Hbf – Bernau (b Berlin) – Berlin Gesundbrunnen – Berlin Hbf – Berlin Südkreuz – Dresden Hbf – Bad Schandau – Decin hl.n. – Usti nad Labem hl.n. – Praha-Holešovice – Praha hl.n. – Kolin – Pardubice hl.n. – Brno hl.n. (– Bratislava)
IC 32 DB Fernverkehr UrlaubsExpress Mecklenburg-Vorpommern: Köln Hbf – Düsseldorf Hbf – Duisburg Hbf – Essen Hbf – Bochum Hbf – Dortmund Hbf – Hamm (Westf) – Bielefeld Hbf – Hannover Hbf – Wolfsburg Hbf – Berlin-Spandau – Berlin Gesundbrunnen Eberswalde Hbf Prenzlau Züssow – Stralsund Hbf – Binz; Kurswagenteil ZüssowWolgastZinnowitzSeebad Heringsdorf
IC 50 DB Fernverkehr Ostseebad Binz – Bergen auf Rügen – Stralsund Hbf – Greifswald – Züssow – Anklam – Pasewalk – Prenzlau – Angermünde – Eberswalde Hbf – Bernau (b Berlin) – Berlin Gesundbrunnen – Berlin Hbf – Berlin Südkreuz – Lutherstadt Wittenberg – Bitterfeld – Halle (Saale) Hbf –Weißenfels – Naumburg (Saale) Hbf – Weimar – Erfurt Hbf – Gotha – Eisenach – Bad Hersfeld – Fulda – Frankfurt (Main) Süd – Frankfurt (Main) Flughafen Fernbf
RE 3 DB Regio Nordost Stralsund Hbf – Greifswald – Züssow – Anklam – Pasewalk – Prenzlau – Angermünde – Eberswalde Hbf – Bernau (b Berlin) – Berlin Gesundbrunnen – Berlin Hbf – Berlin Südkreuz – Zossen – Doberlug-Kirchhain – Elsterwerda
UBB UBB Stralsund Hbf – Greifswald – Züssow – Wolgast – Zinnowitz – Seebad Heringsdorf – Świnoujście Centrum

Literatur[Bearbeiten]

  •  Dieter Grusenick, Erich Morlok, Horst Regling: Die Angermünde-Stralsunder Eisenbahn einschließlich Nebenstrecken. 1. Auflage. transpress, Stuttgart 1999, ISBN 3-613-71095-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Züssow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grusenick, Morlok, Regling: Die Angermünde-Stralsunder Eisenbahn einschließlich Nebenstrecken. 1999, S. 27
  2.  Am Sonntag fährt der erste ICE nach Greifswald. In: Ostsee-Zeitung, Lokalausgabe Greifswald. 25. März 2011, S. 11.