Bahnhofbuffet Olten

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Bahnhof Olten.
Das Bahnhofbuffet befindet sich zwischen den Geleisen im höheren Gebäude.

Das Bahnhofbuffet Olten (der Ausdruck „Bahnhofbuffet“ ist als Helvetismus für „Bahnhofsrestaurant“ üblich) ist wegen seiner zentralen Lage im 1856 eröffneten Bahnhof Olten, einem der wichtigsten Eisenbahnknoten der Schweiz, neben seiner Funktion als Raststätte für die Reisenden und als Gasthaus für die Bewohner von Olten ein bevorzugter Ort für Versammlungen und Sitzungen von Unternehmen, Verbänden, Parteien, Gewerkschaften, Behörden und anderer Gruppen aus der ganzen Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im ursprünglichen Bahnhofgebäude der Schweizerischen Centralbahngesellschaft befand sich neben zahlreichen andern Einrichtungen auch ein Restaurant, das aus zwei getrennten Bereichen für die Bahnpassagiere der ersten und der zweiten Klasse bestand. Das Lokal war damals noch vom Bahnhofplatz direkt zugänglich – der Platz wurde erst später mit Gleisanlagen überbaut. Nach dem Bau der Gäubahnlinie und den zusätzlichen Gleisen auf dem Bahnhofplatz wurde der Bahnhof Olten ausgebaut, und seither änderten sich auch die dem Bahnhofbuffet zur Verfügung stehenden Räume.

Die SBB übergaben die Führung des Bahnhofbuffets der Schweizerischen Speisewagengesellschaft, die 1952 ihren Sitz in Olten errichtete. Die Firma änderte ihren Namen 2000 in Passagio Rail und wurde noch im gleichen Jahr von Autogrill übernommen. Seither betreibt die Autogrill Schweiz AG das Bahnhofbuffet Olten.

Gründung von Organisationen im Bahnhofbuffet Olten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Entstehung zahlreicher Vereine und Unternehmungen fanden die entscheidenden Versammlungen im Bahnhofbuffet Olten statt. Beispiele sind:

Das Oltener Aktionskomitee, das den Landesstreik von 1918 initiierte, formierte sich zwar auch in Olten, aber nicht im Bahnhofbuffet, sondern im Volkshaus.

Bahnhofbuffet-Olten-Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als „Bahnhofbuffet-Olten-Dialekt“ wird scherzhaft eine schweizerdeutsche Mischsprache bezeichnet, der keine bestimmte regionale Herkunft mehr anzuhören sei. Der Eindruck, es gebe einen solchen Dialekt, rührt daher, dass im Einzugsgebiet der grossen Agglomerationen viele Dialektunterschiede abgebaut worden sind. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht wird oft vertreten, dass ein solcher Dialekt jedoch nicht existiere, denn zwischen den verschiedenen Grossagglomerationen bestünden die Dialektunterschiede in unveränderter Deutlichkeit fort.[1] Dies stimmt allerdings nur bedingt, denn nicht nur der klein-, sondern auch der grossräumige Dialektausgleich macht sich durchaus bemerkbar; allerdings liegt hierzu noch zu wenig Forschung vor, um diesen Ausgleich zu quantifizieren.[2]

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das Bahnhofbuffet Olten ist die Brutstätte des Schweizer Wohlergehens. In seinen Sitzungsräumen werden Visionen zu Statuten, und alles Chaos findet einen Bundesordner. […] Es soll Schweizerinnen und Schweizer geben, die noch nie an einer Zusammenkunft in Olten waren. Viele können es nicht sein.“

NZZ Folio 7/2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helen Christen: «Bahnhofbuffet-Olten-Dialekt» und «nicht-richtiger Dialekt» – Zustand und Zukunft schweizerdeutscher Dialekte (PDF; 72 kB). In: Sprachspiegel. Schweizerische Zeitschrift für die deutsche Muttersprache, 63. Jahrgang 2007, Heft 5 (Oktober), S. 146–156.
  2. Vgl. Christoph Landolt: Dialektale Morphologie und Morphonologie im Wandel – Beispiel Zürichdeutsch. In: Alemannische Dialektologie: Wege in die Zukunft. Beiträge zur 16. Tagung für alemannische Dialektologie in Freiburg/Fribourg vom 07.–10.09.2008. Hrsg. von Helen Christen, Sibylle Germann, Walter Haas, Nadia Montefiori, Hans Ruef. Stuttgart 2010 (ZDL-Beiheft 141), S. 97–113.

Koordinaten: 47° 21′ 7″ N, 7° 54′ 28″ O; CH1903: 635448 / 244672