Bahnhofsschild

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Alt und neu in Speicher (Eifel)

Das Bahnhofsschild – mitunter auch Stationstafel genannt – ist ein Schild, das den Namen eines Bahnhofs benennt.

Geschichte in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kennzeichnung von Bahnhöfen war bei den Bahngesellschaften unterschiedlich. Erste Standards für die Ausführung von Bahnhofsschildern wurde in Deutschland 1860 im preußischen Musterblatt Z 289 veröffentlicht. Seither gab es immer wieder Veränderungen in Design und Farbe der Schilder.

Typen von Bahnhofsschildern in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1920[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Bahnhofsschild von Quedlinburg
Replik eines historischen Bahnhofsschilds in Frankfurt (Main) Hauptbahnhof

Die Beschriftung der Schilder im 19. Jahrhundert richtete sich vor allem in Preußen nach dem Musterblatt Z 289. Danach sollte der Bahnhofsname auf einem 1,97 m hohen Pfahl auf einer Holztafel zu sehen sein. Der Ortsname war in schwarzer Farbe auf weißem Untergrund zu schreiben. Oft war das Schild zusätzlich verschnörkelt oder verziert. Vielfach wurden die Bahnhofsnamen auch an Gebäuden angebracht. Dabei wurde meist die Antiquaschrift verwendet. Frakturen waren hingegen selten. Auch die Groteskenschrift war weit verbreitet; auf alten Fotografien ist sie am häufigsten zu sehen. Eine einheitliche Form gab es jedoch nicht, sodass die Schilder von Bahnhof zu Bahnhof variierten. Seitens der preußischen Eisenbahnverwaltung gab es aber spätestens seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts den Versuch, die Beschilderung zu vereinheitlichen: Während bis dahin ausschließlich Großbuchstaben verwendet wurden, sollte ab 1904 der Ortsname mit einem Großbuchstaben beginnen, der Rest in kleinen Buchstaben geschrieben werden.[1]

1920 bis 1950[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Schrift am Bahnhof Wittmund, noch vor dem ersten DB-Einheitsdesign.

Ab 1928 war die Verwendung von Bahnhofsschildern auch in der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung vorgesehen. Dort hieß es: „Auf den dem Personenverkehr dienenden Bahnhöfen und Haltepunkten ist der Name in einer den Reisenden ins Auge fallenden Weise anzubringen.“[2]

Die Schrift orientierte sich an der Musterzeichnung IV 44 von 1906, die hauptsächlich bei der Beschriftung von Schienenfahrzeugen der Preußischen Staatsbahnen verwendet wurde. Dies wurde 1931 in der DIN 1451 festgesetzt. Vorsitzender des DIN-Ausschuss war Ludwig Goller von der Firma Siemens.

1950 bis 1986[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsschild Dortmund Dorstfeld Süd im ersten DB-Design, erst 2016 durch neue Schilder ersetzt

Ab den 1950er Jahren bemühte sich die Deutsche Bundesbahn erstmals, ein einheitliches Erscheinungsbild ihrer Bahnhöfe zu schaffen. Aus dieser Zeit stammen Schilder mit in Großbuchstaben geschriebenen Bahnhofsnamen, die auch heute noch häufig zu finden sind.

Bei der Reichsbahn in der DDR war das Schilderwerk Beutha für die Fertigung neuer Schilder verantwortlich. Zunächst wurden die Schilder mit einer Höhe von 60 cm ausgeführt, später jedoch aus Kostengründen auf 55 cm reduziert. Der Ortsname wurde in Groß- und Kleinbuchstaben auf die Emailleschilder aufgebrannt. Da die Länge der Blechtafeln auf 1,50 m begrenzt war, mussten bei längeren Ortsnamen häufig mehrere Schilder aneinander gereiht werden. Grundlage für die Gestaltung der Schilder war die Dienstvorschrift für die Information der Reisen DV 675. Die Schrift basierte auf der TGL 0-1451, die auf der DIN 1451 basierte.

1986 bis Ende der 1990er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit der 1986 erfolgten Einführung der sogenannten Produktfarben gab die Deutsche Bundesbahn die Großbuchstaben auf, um ein zeitgemäßes, einheitliches Erscheinungsbild auf den Bahnhöfen zu schaffen. Insbesondere bei Neubauten und Renovierungen wurden die neuen Schilder verwendet. Die Bahnhofsnamen wurden ab sofort mit Groß- und Kleinbuchstaben geschrieben und die Schilder mit einer fernblauen (RAL 5023) Umrandung versehen.

Dieses Design wurde nach der Deutschen Wiedervereinigung von 1990 auch auf die Deutsche Reichsbahn in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) übertragen und schließlich 1994 von der privatwirtschaftlich organisierten Deutschen Bahn AG (DB AG) übernommen. In wenigen Fällen wurden auch die alten weißen Schilder mit Großbuchstaben nachträglich mit einem blauen Rand versehen.

Seit Ende der 1990er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsschild Nienburg(Weser) im aktuellen blauen Design

Ende der 1990er Jahre wurde motiviert durch eine neue „Kundenorientierung“ von der CDC Design GmbH in Frankfurt am Main das heutige Aussehen geschaffen. Dabei steht auf blauem Grund in weißer Schrift der Bahnhofsname. Mit dieser Änderung ging auch ein einheitliches Anbringen der Schilder parallel zum Bahnsteig einher. Durch das Anbringen in der Nähe von Lichtmasten wurde die Les- und Erkennbarkeit bei Nacht erheblich verbessert. Die ersten Bahnhöfe, in denen diese Bahnhofsschilder angebracht wurden, waren Westerland und Aschaffenburg Hbf.

Die DB Station&Service AG hat eine nationale Bauform für sämtliche Bahnhofsschilder geschaffen. Diese ist über die Richtlinie 183 „Personenbahnhöfe planen“ definiert. Es gibt hierzu auch das Ausführungshandbuch 81393 „Wegeleit- und Informationssystem“.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Siedlungsgebieten der Sorben und der Friesen sind die Bahnhofsschilder mehrsprachig.[3]

Schwer zu lösen ist der Konflikt zwischen Denkmalschutz und Ästhetik. So können Namen an Gebäuden unter Denkmalschutz nicht entfernt werden, wenn aktuelle Bahnhofsschilder angebracht werden.

Bahnhofsvorplatzschilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit etwa 2012 gibt es auch ein weitgehend einheitliches Aussehen der Schilder auf den Bahnhofsvorplätzen. Hierbei wird eine linksbündige, weiße Schrift auf blauem Grund mit Logografie verwendet, die auf einem roten freistehenden quaderförmigen Objekt angebracht ist. Insbesondere im Bezug auf die Bereitstellung von Omnibussen im Schienenersatzverkehr stehen auf diesen Schildern Angaben dazu.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreieckiges Schild im Bahnhof Altötting
neues Bahnhofsschild mit „falscher“ Typografie (Helvetica Neue statt DB WLS) und zentriert statt linksbündig
  • Nicht jeder Bahnhof ist einheitlich beschildert, so beispielsweise am Bahnhof Gemünden (Main)
  • Früher waren auch noch gewinkelte Schilder am Empfangsgebäude oder aber sogar einige Meter vor dem Bahnhof auf dem Boden üblich. Von diesen besonderen Bauarten zeugen heute noch Beispiele, welche die Zeit überdauert haben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhofsschilder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 9. Januar 1904, Nr. 2. Bekanntmachung Nr. 21, S. 22.
  2. Bahnhöfe – Harzerode 1992. In: sites.google.com. 6. September 2007, abgerufen am 22. April 2017.
  3. Friesische Bahnhofsschilder: Im Zug nach Weesterlön. In: Spiegel Online. Abgerufen am 25. Mai 2017.