Bahnstrecke Altshausen–Schwackenreute

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Altshausen–Schwackenreute
Strecke der Bahnstrecke Altshausen–Schwackenreute
Streckennummer (DB):4551 (Altshausen–Burgweiler Strw)
4333 (Schwackenreute–Burgweiler Strw)
Kursbuchstrecke (DB):754; 320b (1944)
Streckenlänge:41,0 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:CE (Altshausen–Burgweiler)
C2 (Burgweiler–Pfullendorf)
Maximale Neigung: 10 
Minimaler Radius:550 m
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von Aulendorf
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0,000 Altshausen
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nach Herbertingen
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0,650
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0,700
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1,250
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5,000
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5,900 Kreenried
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9,190 Hoßkirch-Königseggsee (seit 2014 wieder)
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10,200
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13,300
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13,400 Ostrach (50 m)
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13,993 Ostrach (bis 1971, seit 2011 wieder)
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17,718 Burgweiler (bis 1971, Bf bis 2004, seit 2012 wieder)
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22,000
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22,280 Andelsbach
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22,530 Wirtschaftsweg
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23,500
17,570
Burgweiler Strw
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17,520
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Containerterminal Pfullendorf
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16,420 Pfullendorf Stadtgarten (seit 2010)
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16,044 Pfullendorf (bis 2009)
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15,200
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13,800
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11,800 Aach-Linz
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9,500 Ruhestetten
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6,300
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5,800 Sentenhart
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5,700
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4,100 Roth (Baden)
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2,400 Wirtschaftsweg
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1,200 Gröbelgraben
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von Mengen
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0,000 Schwackenreute
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nach Radolfzell

Die Bahnstrecke Altshausen–Schwackenreute ist eine seit 1987 zwischen Pfullendorf und Schwackenreute abgebaute Strecke, die die Gemeinde Altshausen an der Bahnstrecke Herbertingen–Aulendorf mit der Stadt Pfullendorf verbindet und früher bis in den heute nach Mühlingen eingemeindeten Ort Schwackenreute an der Hegau-Ablachtal-Bahn führte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den westlichen Teil der Strecke von Schwackenreute nach Pfullendorf eröffneten die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen am 11. August 1873. Am 14. August 1875 verlängerten die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen die Strecke bis Altshausen.

Die Deutsche Bundesbahn stellte am 26. September 1971 den Personenverkehr auf der Gesamtstrecke ein, so dass die Strecke nur noch im Güterverkehr bedient wurde. Am 29. Mai 1983 stellte die Deutsche Bundesbahn auch den Güterverkehr auf dem westlichen Abschnitt zwischen Schwackenreute und Pfullendorf ein und baute diesen Abschnitt Ende 1987 ab.[1]

Auf dem östlichen Abschnitt zwischen Pfullendorf und Altshausen gab es noch bis Juli 2002 nennenswerten Güterverkehr, unter anderem sorgte ein großer Küchenhersteller in Pfullendorf mit eigenem Containerterminal jahrelang für ein vergleichsweise hohes Verkehrsaufkommen.[1] Die formelle Stilllegung jenes Abschnitts erfolgte zum 31. August 2004, zu einem Abbau der Gleise kam es aber nicht, denn dieser Streckenteil wurde von einer kommunalen Interessengemeinschaft ab 2004 gepachtet. Lediglich die Gleisinfrastruktur des Bahnhofs Pfullendorf wurde im Sommer 2009 zurückgebaut; das Streckengleis von Altshausen endet seither vor dem ehemaligen Bahnhof an einem Prellbock.

Auf Betreiben der Stadt Pfullendorf und der Gemeinde Ostrach wurde der erhaltene 25 Kilometer lange Abschnitt zwischen Altshausen und Pfullendorf 2009 im Personenverkehr reaktiviert.[2][3] Eisenbahninfrastrukturunternehmen der Strecke, die jetzt als öffentliche Eisenbahn für den Güterverkehr gewidmet ist, ist die Stadt Pfullendorf.[4] Am 31. Juli 2009 und 1. August 2009 befuhren als erste planmäßige Züge mehrere Fahrradsonderzüge die Strecke nach Pfullendorf.[5]

Nach erfolgreichen öffentlichen Sonderfahrten am 12. September 2010[6] und am 11. Dezember 2010 zwischen Aulendorf und Pfullendorf wurde 2011 ein regelmäßiger Ausflugsverkehr aufgenommen: Inzwischen verkehrt der „Radexpress Oberschwaben“ von Mai bis Oktober an allen Sonn- und Feiertagen zwischen Pfullendorf und Aulendorf mit Unterwegshalten in Altshausen, Hoßkirch Königseggsee (seit 2019), Ostrach und Burgweiler.[7] Damit wird erstmals seit Jahrzehnten wieder fahrplanmäßiger Personenverkehr auf der Strecke angeboten. Am Endpunkt beim Stadtgarten in Pfullendorf wurde hierfür ein einfacher Bahnsteig angelegt.

Die Bahnstrecke steht als „Regionale öffentliche Bahn der Stadt Pfullendorf“ allen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) diskriminierungsfrei zur Verfügung.[8] Sie darf mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h befahren werden. Im Bahnhof Altshausen gibt es Nebengleise und eine Ladestraße mit Anschluss an die zur DB Netz AG gehörende Bahnstrecke Herbertingen–Aulendorf, in Ostrach einen solchen ans Gewerbegebiet, in Burgweiler besteht seit 2017 ein Lagerplatz mit Verlademöglichkeit am Streckengleis, und in Pfullendorf besteht Anschluss zur privaten Infrastruktur des ehemaligen Containerterminals (Reaktivierung 2020 geplant).[9][10]

Gitterbrücke in Ostrach über der Ostrach

Im Sommer 2015 haben die Kommunen Pfullendorf, Ostrach und Altshausen die Bahnstrecke für 300.000 Euro von der DB Netz AG gekauft. Der Kaufpreis wurde im Verhältnis 37,5 : 37,5 : 25 Prozent aufgeteilt. Zudem beabsichtigt ein auswärtiges Logistikunternehmen, in Ostrach ein neues Containerumschlagterminal zu schaffen.[11][12] Von den 25 Streckenkilometern verlaufen mehr als die Hälfte auf der Gemarkung Ostrach.[13]

Im Frühjahr 2017 wurde der planmäßige Güterverkehr auf der Strecke mit Holzzügen aufgenommen. Als Ladestellen stehen Altshausen, Ostrach und Burgweiler und seit 2020 auch das ehemalige Pfullendorfer Containerterminal (als "Rail Port" für den Umschlag Schiene/Straße) wieder zur Verfügung.[14][15]

Seit 2018 wird die Strecke im Ausflugsverkehr ausgebaut: Die Haltepunkte wurden touristisch aufgewertet, in Hoßkirch 2019 ein neuer Haltepunkt am Seebad eingerichtet (Hoßkirch Königseggsee),[16] die Schrankenanlagen an den Bahnübergängen wieder in Betrieb genommen, die Fahrtage des Radexpress Oberschwaben (derzeit immer sonn- und feiertags von 1. Mai bis Okt.) verdichtet und touristische Begleitprogramme etabliert.[17] Das Konzept der seither als „Räuberbahn“ vermarkteten Strecke wurde 2019 durch zwei Innovationspreise des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg und des Tourismusverbands Bodensee ausgezeichnet.[18][19][20] Über 5.000 Fahrgäste nutzen die Ausflugszüge pro Saison.[21]

Historischer Bahnhof Burgweiler, Mai 2019
Bahnhof Ostrach und modernisierter Bahnsteig

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter-Michael Mihailescu, Matthias Michalke: Vergessene Bahnen in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0413-6, S. 146–148, 225.
  • Thomas Scherer: Eisenbahnen in Württemberg. Band I: Die württembergische Allgäubahn. Ulm 1981, DNB 821062026.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Altshausen–Schwackenreute – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kurt Kleiner: Streckenmeldung. In: Schiene. Eisenbahn, Verkehrspolitik, Reisekultur. Nr. 2. Seyferth, 1987, ISSN 0932-2574, S. 60.
  2. Gunnar Flotow: Nach sieben Jahren rollte wieder ein Zug von Altshausen nach Pfullendorf (Memento vom 15. September 2012 im Webarchiv archive.today). In: Schwäbische Zeitung. 23. Juni 2009, abgerufen am 27. Mai 2017.
  3. Pfullendorf: Bahnstrecke hat wieder öffentlichen Status (Memento vom 11. Juli 2012 im Webarchiv archive.today). In: Schwäbische Zeitung. 31. März 2009, abgerufen am 27. Mai 2017 („Quelle: Schwäbische Zeitung vom 31. März 2009“).
  4. Eisenbahninfrastrukturunternehmen in der BRD. (Excel-Dokument, 90 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) Eisenbahn-Bundesamt, 6. Juli 2012, ehemals im Original; abgerufen am 26. Mai 2017 (keine Mementos).@1@2Vorlage:Toter Link/www.eba.bund.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  5. Siegfried Volk: Pfullendorf: Bahnstrecke ist funktionstüchtig. In: Südkurier. 6. August 2009.
  6. Der Bodo-Erlebnistag am 12. September 2010. In: claudius-bernhard.de, abgerufen am 28. Mai 2017.
  7. Fahrplantabelle. (PDF; 39 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: bodo.de. 7. Dezember 2010, archiviert vom Original am 24. Dezember 2010; abgerufen am 19. September 2018.
  8. Reaktivierung einer Eisenbahnstrecke: Wieder Züge Altshausen – Pfullendorf. In: Eisenbahn-Kurier. Heft 10/2009, Freiburg i. Br. 2009.
  9. Karlheinz Fahlbusch: Neuer Alno-Investor setzt auf Bahn. In: Südkurier. 26. Januar 2011, abgerufen am 27. Mai 2017.
  10. Stadt Pfullendorf: Unsere Anlagen für Ihren Güterverkehr: Bahnhöfe Altshausen, Ostrach, Burgweiler und Pfullendorf – Beschreibung der Lage, Gleise und Ladestraßen. Broschüre, Stand 6/2019 (Version 6). In: pfullendorf.de, abgerufen am 12. Nov. 2019 (PDF; 1,9 MB).
  11. Siegfried Volk: Güterverkehr zwischen Altshausen und Pfullendorf rollt bald wieder. In: Südkurier. 30. Juni 2015, abgerufen am 27. Mai 2017.
  12. Siegfried Volk: Positives Signal für Güterzugverkehr in Ostrach. In: Südkurier. 23. Juli 2015, abgerufen am 27. Mai 2017.
  13. Siegfried Volk: Modellprojekt bietet für Ostrach viele Chancen. In: Südkurier. 4. Juli 2015, abgerufen am 27. Mai 2017.
  14. Sebastian Korinth: Bahnstrecke zwischen Altshausen und Pfullendorf soll attraktiver werden – Güterverkehr rollt inzwischen wieder. In: Schwäbische Zeitung. 22. April 2017, abgerufen am 12. November 2019.
  15. railway.tools. Abgerufen am 2. Februar 2020.
  16. SWR-Beitrag vom 25. Juli 2019, abgerufen am 12. November 2019
  17. Julia Freyda: Großer Bahnhof für Räuberbahn. In: Schwäbische Zeitung, 27. Juli 2019
  18. Julia Freyda: Räuberbahn nimmt Fahrt auf. (Memento des Originals vom 20. September 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwaebische.deIn: schwaebische.de. 26. April 2018, abgerufen am 20. September 2018.
  19. Stadt Pfullendorf // ÖPNV Innovationspreis 2019. Abgerufen am 2. Februar 2020.
  20. Stadt Pfullendorf // Innovationspreis Bodensee19. Abgerufen am 2. Februar 2020.
  21. Räuberbahn in Oberschwaben: Erfolgreiche Saison geht zu Ende. 12. November 2019, abgerufen am 12. November 2019 (deutsch).