Bahnstrecke Basel–Rodersdorf

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Basel Heuwaage–Rodersdorf
Der Bahnhof Leymen in Frankreich
Fahrplanfeld:505 (Linie 10 Dornach–Rodersdorf)
506 (Linie 17 Ettingen-Basel Wiesenplatz)
Streckenlänge:16.27[1] km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Stromsystem:940 Volt (bis 1984)
600 Volt (seit 1984) =
Maximale Neigung: 46 
Zweigleisigkeit:Heuwaage–Sonnenrain
Witterswil-Bättwil
   
Verknüpfung mit Basler Tramnetz (seit 1986)
   
0.00 Basel Heuwaage mit Wendeschlaufe
   
Tramlinien 1 und 8
Haltepunkt, Haltestelle
0,49 Zoo
Planfreie Kreuzung – unten
Bahnstrecke Strasbourg–Basel
   
Tramlinie 2
Haltepunkt, Haltestelle
1.30 Dorenbach (seit 1934)
Haltepunkt, Haltestelle
1,63 Binningen Oberdorf
Haltepunkt, Haltestelle
2,00 Binningen Schloss
Haltepunkt, Haltestelle
2,60 Bottmingermühle
Haltepunkt, Haltestelle
3,12 Batteriestrasse (seit 1962)
Haltepunkt, Haltestelle
3,48 Bottmingen Schloss
Haltepunkt, Haltestelle
4,37 Stallen
Haltepunkt, Haltestelle
4,93 Oberwil Zentrum
Haltepunkt, Haltestelle
5,93 Hüslimatt Depot, mit Wendeschlaufe
Haltepunkt, Haltestelle
6,77 Therwil Zentrum
Haltepunkt, Haltestelle
7,28 Känelmatt (seit 1990)
Bahnhof, Station
8.72 Ettingen Bahnhof mit Wendeschlaufe
Haltepunkt, Haltestelle
10,10 Sonnenrain (seit 1997)
Bahnhof, Station
10,67 Witterswil Station
Haltepunkt, Haltestelle
11,66 Bättwil Dorf
Bahnhof, Station
12,42 Flüh Bahnhof mit Wendeschlaufe
Grenze
12,53 Staatsgrenze Schweiz / Frankreich
Bahnhof, Station
13,72 Leymen Station
Grenze
15,48 Staatsgrenze Frankreich / Schweiz
Kopfbahnhof – Streckenende
16,17 Rodersdorf Station mit Wendeschlaufe

Die Bahnstrecke Basel–Rodersdorf, auch als Birsigtalbahn bekannt, ist eine 16,27 Kilometer lange Vorortsbahn, ausgehend von Basel im Kanton Basel-Stadt nach Rodersdorf im Kanton Solothurn, in der Schweiz.

Eigentümerin und Betreiberin war bis 1. Januar 1974 die Birsigthalbahn-Gesellschaft (BTB) mit Sitz in Basel. An diesem Tag ging die Strecke an das Nachfolgeunternehmen Baselland Transport AG (BLT) über.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau und Dampfbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

G 3/3 5 „Blochmont“, die letztgelieferte von fünf gleichartigen Dampfloks. Die Aufnahme entstand vermutlich anlässlich der Lieferung 1896 beim Depot Oberwil.

Am 17. Mai 1887 wurde die Birsigthalbahn-Gesellschaft als Actiengesellschaft mit Sitz in Basel gegründet.

Der Bauauftrag für das Erstellen der Bahngleise erging an das Berner Bauunternehmen Pümpin & Herzog, Gesellschaft für Specialbahnen. Der erste Abschnitt der Bahnstrecke wurde am 4. Oktober 1887 eröffnet. Dieser führte von Basel nach Therwil und wurde als Dampfstrassenbahn betrieben. Das Trassee wurde vom späteren Baselbieter Regierungsrat Martin Stohler ausgesteckt. Die ursprüngliche stadtseitige Endstelle befand sich in der Steinentorstrasse und hiess Vierlindenbrunnen. Schon am 11. Oktober 1888 konnte die Strecke bis Flüh verlängert werden. Damit die Basler Strassen Bahnen (BStB) ihre Tramlinie 4 zum Morgartenring eröffnen konnten, musste die Endstation der Birsigtalbahn ab dem 2. April 1900 zur Heuwaage verlegt werden. Am 2. August 1900 konnte dort ein Stationsgebäude und ein Jahr später ein Güterschuppen bezogen werden.[2]

Elektrischer Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plakat von Burkhard Mangold für die verlängerte Birsigtalbahn (1910)

Zum 2. Juni 1905 wurde der Dampfbetrieb durch die elektrische Traktion mit 750 Volt Gleichstrom abgelöst. Durch die am 1. Mai 1910 fertiggestellte Verlängerung bis Rodersdorf wurde die Strecke zu einer internationalen Bahn, da sie auf knapp drei Kilometer über elsässisches Gebiet (bei Betriebseröffnung noch Deutsches Reich) verläuft und mit dem Bahnhof Leymen dort auch eine Station bedient. Eine geplante Weiterführung bis nach Belfort wurde hingegen nie realisiert.

Die Birsigtalbahn war eine typische Vorortsbahn und diente vorwiegend dem Pendlerverkehr. 1910 bis 1920 erhöhte sich der Anteil des Personenverkehrs am Ertrag von 75 auf 95 Prozent. Die Zahl der Fahrgäste stieg bis 1920 auf knapp 2,8 Millionen Personen, stagnierte dann jedoch für lange Zeit ungefähr auf diesem Niveau, was die Birsigtalbahn ab den 1950er-Jahren zunehmend in finanzielle Bedrängnis brachte.[3]

Betreiberwechsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Fusion vom 1. Januar 1974 zur BLT blieben die hellblau-weiss lackierten Fahrzeuge der Birsigtalbahn bis Oktober 1984 im Einsatz. Im hellblauen Farbteil wurde lediglich das BTB-Logo durch ein weisses BLT-Logo ersetzt. Die BLT ordnete die Strecke nach Rodersdorf, in Koordination mit den Basler Verkehrs-Betrieben BVB, als Linie 17 ein.

Umstellung auf Trambetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1980: Der Endbahnhof Heuwaage vor der Verknüpfung mit dem Tramnetz

Von 1982 bis 1984 wurde die Strecke modernisiert, abschnittsweise doppelspurig erweitert und auf den Betrieb mit Tramfahrzeugen vorbereitet. Gleichzeitig richtete man vier neue Haltestellen ein. In der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober 1984 wurden die blau-weissen Zweirichtungsfahrzeuge, die sogenannten "Blauen Bähnli", durch Standardtrams in Einrichtungsbauweise ersetzt. In jener Nacht waren mehrere Unternehmen mit der Umstellung beschäftigt. Ersetzt werden mussten unter anderem die Herzstücke aller Weichen, zudem wurde die Fahrspannung von 940 auf 600 Volt Gleichstrom herabgesetzt. Die Rangiergeleise im Depot Oberwil wurden abgehängt, beim damals neu entstandenen Depot Hüslimatt (ebenfalls in Oberwil gelegen) mussten dagegen zahlreiche neue Weichen eingebaut werden.

Ebenso mussten Wendeschleifen an der Heuwaage, beim neuen Depot Hüslimatt Oberwil, in Ettingen, in Flüh und in Rodersdorf errichtet werden. Seither verkehren gelb-rote Gelenktriebwagen auf der Strecke, zunächst teils mit grünen, von den BVB übernommenen Anhängern. In diesem Zusammenhang entfiel auch die erste Wagenklasse.

Am 25. Oktober 1986 wurde die Rodersdorfer Strecke schliesslich vollständig in das Basler Tramnetz integriert. Hierzu mussten zwei Verbindungsgleise zwischen dem ehemaligen Endbahnhof Heuwaage und der Tramhaltestelle Heuwaage gebaut werden. Anschliessend wurde die Tramlinie 10, die zuvor von Dornach zum Aeschenplatz führte, bis Rodersdorf verlängert. Durch die Verknüpfung mit der Bahnstrecke Basel–Dornach entstand eine 25,952[4] Kilometer lange Durchmesserlinie. Die Linie 17 wurde im Gegenzug zu einer 12,322 Kilometer langen Einsatzlinie zwischen Ettingen und Schifflände beziehungsweise Wiesenplatz umgewandelt.

Heutiger Betrieb und Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Ettingen besteht ein durchgehender 7,5-Minuten-Takt, mit der Linie 17 verkehrt bis Ettingen in Spitzenzeiten alle 3,75 Minuten ein Kurs. Bis Flüh wird im 15-Minuten-Takt gefahren, Rodersdorf wird alle 30 Minuten beziehungsweise in den Spitzenzeiten ebenfalls alle 15 Minuten bedient.

2013 begannen die Vorarbeiten zum Doppelspurausbau im Abschnitt Ettingen–Rodersdorf. Vom 2. Juni bis zum 7. September 2014 erfolgte der komplette Neubau der Strecke inklusive des Ausbaus auf Doppelspur zwischen Ettingen und Sonnenrain sowie zwischen Witterswil und Bättwil.

Damit wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 die Einführung eines 7,5-Minuten-Takts bis Flüh möglich, welcher vorerst in den Hauptverkehrszeiten realisiert wird. Der Abschnitt Flüh–Rodersdorf wird weiterhin alle 30 beziehungsweise in den Hauptverkehrszeiten alle 15 Minuten bedient werden.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1966 wurde das Rollmaterial durch modernere Pendelzüge bestehend aus sechs Motorwagen (11–16), sieben Steuerwagen (21–27) und zwei Mittelwagen (61–62) ersetzt. Ein Teil der alten Motorwagen wurde an die Biel-Täuffelen-Ins-Bahn (BTI) verkauft, ein anderer Teil an die AOMC. Letztere wurden aber mangels Zahnradantrieb nur auf den „Flachstrecken“ zwischen Aigle und Monthey eingesetzt.

1984 wurden die blau-weissen Fahrzeuge der ehemaligen BTB durch Gelenk-Motorwagen Be 4/6 in gelb-rot der BLT ersetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Jeanmaire: Die Entwicklung der Basler Straßen- und Überlandbahnen 1840-1969. Verlag für Eisenbahn und Straßenbahn, Basel 1969
  • Hansrudolf Schwabe, Rudolf Werder, Werner Heuberger, Paul Messmer, Rudolf Pleuler, Christian Siposs: BTB + BEB + TBA + BUeB = BLT, Baselland Transport AG, 100 Jahre öffentlicher Regionalverkehr in der Nordschweiz, Pharos-Verlag, Basel 1987, ISBN 3-7230-0222-6
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+, in Schuber. AS Verlag, Zürich, 2010, ISBN 978-3-909111-74-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.blt.ch/Dokumente/PDF/netzzugang leistungskatalog blt.pdf (Link nicht abrufbar)
  2. Tram-Basel: Haltestelle: Heuwaage. Abgerufen am 4. August 2021
  3. Thomas Frey, Hans-Ulrich Schiedt: bahndaten.ch. Daten zu den Schweizer Eisenbahnen 1847–1920. Via Storia, Zentrum für Verkehrsgeschichte der Universität Bern, abgerufen am 1. August 2021.
  4. Archive.org: BLT Unternehmen Die BLT-Linien mit den Umsteigebeziehungen im Überblick. Bericht vom 11. November 2011. Abgerufen am 4. August 2021