Bahnstrecke Salzgitter-Drütte–Derneburg

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Salzgitter-Drütte–Derneburg
DB 1923, Salzgitter-Drütte - Derneburg
Streckennummer (DB):1923
Kursbuchstrecke (DB):352 (Braunschweig–SZ-Lebenstedt)
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
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Strecke von Leiferde
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Strecke von Wolfenbüttel (1941–1959)
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12,7 Salzgitter-Drütte (seit 1944[1])
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Strecke nach Salzgitter-Bad
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14,2 Salzgitter-Immendorf (seit 1953)
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16,7 Salzgitter-Watenstedt (Endpunkt 1953/54)
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VPS Watenstedt Nord–Immendorf
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VPS Watenstedt Nord–Salzgitter-Voßpaß
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von Salzgitter Hütte Süd (VPS)
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18,5 Salzgitter-Hallendorf (1954–?)
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nach Salzgitter-Engelnstedt
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VPS „Erzbahn“ Broistedt–Calbecht
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22,0 Salzgitter-Lebenstedt (seit 1954)
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Salzgitter-Bruchmachtersen (1954–1984)
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Salzgitter-Fredenberg (1954–1984,
Reaktivierung geplant)
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Strecke von Braunschweig Nord (BLE)
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25,3 Salzgitter-Lichtenberg (bis 1984)
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29,0 Osterlinde-Burgdorf (bis 1984)
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33,7 Luttrum (bis 1984)
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36,1 Grasdorf (bis 1984)
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Strecke von Goslar
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Strecke von Seesen
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38,1 Derneburg
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Strecke nach Hildesheim

Die Bahnstrecke Salzgitter-Drütte–Derneburg ist eine eingleisige, nicht-elektrifizierte, normalspurige und in Teilen entwidmete Hauptbahn.

Der Abschnitt Lichtenberg–Derneburg wurde im 19. Jahrhundert als Teil der Verbindung Braunschweig–Derneburg von der Braunschweigischen Landes-Eisenbahn-Gesellschaft gebaut. 1954 wurde diese Strecke zwischen Salzgitter-Drütte und Salzgitter-Lichtenberg über Salzgitter-Lebenstedt neutrassiert, wodurch eine durchgehende Strecke von Salzgitter-Drütte nach Derneburg entstand.

In den 1980er-Jahren wurde der Abschnitt von Salzgitter-Lebenstedt bis Derneburg stillgelegt. Seit Ende der 2010er-Jahre wird die Reaktivierung der Bahnstrecke von der Station Salzgitter-Lebenstedt bis nach Fredenberg politisch diskutiert.[2]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fuhsebrücke in der Ortslage Bruchmachtersen

Die Trasse wendet sich vom Bahnhof Salzgitter-Drütte aus als Abzweigung von der Bahnstrecke Braunschweig–Salzgitter-Bad nach Westen und stellt Haltepunkte in Immendorf und Watenstedt. Westlich von Watenstedt ist die Bahnstrecke mit dem Gleisnetz der Hüttenwerke Salzgitter verbunden. Sie überquert die Güterstrecke der Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter, die dann ein Stück parallel verläuft. Während die Güterstrecke nach Norden abbiegt, wendet sich die Personenstrecke nach Südwesten und erreicht Lebenstedt südlich des Ortskerns. Von hier führte bis 1984 eine fast gradlinige Verbindung weiter nach Lichtenberg. Dieser Streckenabschnitt wurde auch für schwere Güterzüge trassiert und weist im Gegensatz zur ursprünglichen Strecke kaum Kurven auf.

Weiter ging es über Lichtenberg und Osterlinde, um dann wieder in südwestlicher Richtung auf Derneburg zu treffen. Dieser Streckenabschnitt war als Erschließungsstrecke im ländlichen Raum kurvenreich und machte größere Umwege. Sie ließ nur geringe Geschwindigkeiten zu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau Lichtenberg–Derneburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bau der Fernstrecken war das Dreieck zwischen der Braunschweigischen Südbahn (damals noch über Börßum Richtung Kreiensen), der Bahnstrecke Hildesheim–Goslar und der Bahnstrecke Hildesheim–Braunschweig frei geblieben. Zur Erschließung dieses Raumes erteilte die Landesregierung 1885 eine Konzession an die private BLE, eine Bahn nach Derneburg und von dort weiter nach Seesen zu bauen und zu betreiben. Sie gewährte Bauzuschüsse, um das Projekt interessant zu machen. So wurde am 18. Juli 1886 der alte Abschnitt von Salzgitter-Lichtenberg nach Derneburg eröffnet, zunächst nur im Personenverkehr. Der Güterverkehr wurde am 5. August aufgenommen. Bis 1889 folgte die Verlängerung nach Seesen.

Bau Drütte–Lichtenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Krieg stand einer gut ausgebauten Nordosthälfte Braunschweig–Drütte ein ländlich trassierter Westabschnitt Derneburg–Drütte gegenüber, der Industriestandorte und neue Wohngebiete mit einem Umweg nach Süden umfuhr. Daraufhin wurde auch der Abschnitt von Drütte bis Lichtenberg über Watenstedt und Lebenstedt neu trassiert und deutlich verkürzt (Strecke 1923). Bis Watenstedt, mit Anschluss der Hüttenwerke, wurde der Verkehr am 17. Mai 1953 aufgenommen, ab dem 28. November 1954 fuhren die Züge von dort über Lebenstedt nach Lichtenberg weiter. Ab dort nutzten sie weiterhin die alte BLE-Trasse. Die Altstrecke über Barum und Heerte verlor den Verkehr und diente allenfalls noch als Anschluss.

Rückzug ab 1984[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbindung hielt sich bis in die 1980er Jahre, wobei der Verkehr, insbesondere westlich von Lebenstedt, immer weiter zurückging. Unter Eisenbahnfreunden war die Strecke als einer der letzten Einsatzorte der Dieseltriebwagen der Baureihe VT 08 überregional bekannt.

Die Bundesbahn zog ihre Konsequenz und stellte zu Beginn des Sommerfahrplans am 2. Juni 1984 den Personenverkehr auf dem Abschnitt zwischen Lebenstedt und Derneburg ein. Gleichzeitig wurde auch der Güterverkehr zwischen Derneburg und Osterlinde aufgegeben. Am 31. März 1985 war auch mit dem Güterverkehr zwischen Lebenstedt und Osterlinde Schluss.

Der Abschnitt Derneburg–Lebenstedt ist inzwischen zum größten Teil abgebaut und überbaut. Östlich des Bosch-Werkes Salzgitter ist der alte Bahndamm samt Gleiskörper noch vorhanden und überbrückt mehrere Straßen und die Fuhse. Die Kattowitzer Straße in Lebenstedt wird untertunnelt, der Tunnel ist lediglich mit Gittern abgesperrt. Direkt am Bahnhof Lebenstedt, der nur noch ein Gleis hat, steht das Parkhaus des Bundesamtes für Strahlenschutz auf der Trasse, bei Lichtenberg wurde ein längeres Stück mit der Bundesautobahn 39 überbaut.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vollständig zum Verbundtarif Region Braunschweig gehörende Linie RB44 wurde bis Dezember 2014 im Zweistundentakt mit einzelnen Verstärkerzügen zur Hauptverkehrszeit betrieben. Auf dieser Linie wurden Triebwagen der Baureihe 628 von DB Regio aus Braunschweig eingesetzt. Über diese Strecke verläuft auch ein Teil der Linie RB46 Braunschweig Hbf – Herzberg auf der DB Regio seit Dezember 2005 Fahrzeuge der Baureihe 648 einsetzt. Im Rahmen der europaweiten Ausschreibung des Dieselnetzes Niedersachsen Südost (DINSO) erhielt die DB Regio den Zuschlag für das Los 1, welches auch die Regionalbahnen Braunschweig – Salzgitter-Lebenstedt und Braunschweig – Herzberg enthält. Das Unternehmen betreibt die Linien seit Dezember 2014 mit modernisierten LINT-41-Triebzügen für 15 Jahre weiter. Mit der Betriebsaufnahme wurden im Rahmen des „Regionalbahnkonzeptes 2014+“ einige Verbesserungen im Fahrplan umgesetzt. So verkehrt die Linie RB44 unter der Woche stündlich und die Betriebszeiten wurden verlängert.[3]

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 erfolgte eine weitere Verdichtung des Angebots von Montag bis Freitag durch die zusätzlich verkehrende Linie RB48, die nicht in Immendorf und Watenstedt hält. Seitdem kommen auch redesignte LINT-27-Triebwagen zum Einsatz.[4] Am Wochenende verkehren Züge des Typs LINT 41. Ein echter Halbstundentakt mit Halt an allen Stationen ist derzeit nicht möglich, da sich Züge im Abschnitt Drütte – Lebenstedt nicht kreuzen können und die Fahrzeit mit Wende in Lebenstedt sonst zu lang ist, um diesen Abschnitt pünktlich für den nächsten Zug wieder freizugeben.[5]

Am Wochenende ist die RB44 am Braunschweiger Hauptbahnhof mit der RB45 Braunschweig – Schöppenstedt verknüpft. Züge aus Salzgitter fahren somit weiter nach Schöppenstedt und umgekehrt. Durch diese Maßnahme entfällt die 55 minütige Wendezeit der RB45 und es lässt sich ein Umlauf einsparen.

Geplante Regiostadtbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lebenstedt war geplant, die Strecke in das System der Regiostadtbahn Braunschweig zu integrieren. Die Dieselhybrid-Stadtbahnen wären dann vor dem jetzigen Endhaltepunkt auf eine neue Straßenbahntrasse gewechselt und näher zum Zentrum des Stadtteils gefahren. Die Stadtbahnlinie sollte von Salzgitter-Fredenberg zum Braunschweiger Nordbahnhof verkehren und dabei in Braunschweig über Stadtbahngleise durch die Innenstadt fahren. Dazu sollten einige Bahnhöfe bzw. Haltepunkte neu gebaut und die Anzahl der Züge auf diesem Streckenabschnitt gemäß dem dichteren Zugfolgetakt der Regiostadtbahn erhöht werden. Das gesamte Vorhaben sollte ursprünglich bis 2014 realisiert werden. Im Jahr 2010 scheiterte das Projekt, da durch deutlich gestiegene Fahrzeugbeschaffungskosten die Wirtschaftlichkeit des Konzeptes nicht mehr gegeben war.

Regionalbahnkonzept 2014+[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Attraktivität der Linien auch ohne Stadtbahn zu steigern, verfolgt der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) die Realisierung des „Regionalbahnkonzeptes 2014+“. Dieses sieht moderne Fahrzeuge und ein verbessertes Fahrplanangebot für die Regionalbahnlinie Braunschweig–Salzgitter-Lebenstedt vor.[6][7]

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisheriges Streckenende in SZ-Lebenstedt (2012)

Im Zuge der Planungen des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums zur Reaktivierung von Eisenbahnstrecken im Personenverkehr erreichte die Verlängerung des Verkehrs von Salzgitter-Lebenstedt bis zu einem neu zu bauenden Haltepunkt Salzgitter-Fredenberg das beste Ergebnis. Die Nutzen-Kosten-Analyse ergab einen Wert von 1,82.[8] Der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) gab im März 2017 zunächst bekannt, dass durch eigene Untersuchungen erhebliche Mehrkosten sowie lediglich 280 Fahrgäste, von denen nur 70 bis Braunschweig fahren, für diesen Abschnitt ermittelt wurden. Der ZGB sah daher zu diesem Zeitpunkt von dem Beginn von Reaktivierungsplanungen ab.[9][10]

Im Mai 2021 beschloss die Verbandsversammlung des Regionalverbands Großraum Braunschweig offiziell, die Planungsarbeit zur Reaktivierung des Abschnitts SZ-Lebenstedt – SZ-Fredenberg wieder aufzunehmen. Zusätzlich zur 2017 abgelehnten Planung soll auch ein weiterer Neubau bis zum Boschwerk überprüft werden.[2]

Der RGB plant verschiedene Infrastrukturmaßnahmen, um die Strecke aufzuwerten. Der Haltepunkt in Lebenstedt soll zu einem zweigleisigen Bahnhof ausgebaut werden. Hierdurch wird die Kapazität für eine überschlagene Wende geschaffen, wodurch es möglich wird im eingleisigen Stichstreckenblock ab Drütte einen echten Halbstundentakt mit allen Unterwegshalten anzubieten. Die technische Realisierbarkeit einer Reaktivierung nach Fredenberg soll hierbei erhalten bleiben.[5] Zuvor hatte der RGB noch argumentiert, dass die Kreuzungsstelle in Lebenstedt nur bei Reaktivierung bis Fredenberg notwendig ist und mit ihr auch die Unwirtschaftlichkeit der Maßnahme begründet.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Fiegenbaum, Wolfgang Klee: Abschied von der Schiene. Stillgelegte Bahnstrecken im Personenzugverkehr Deutschlands 1980–1985. Motorbuch, Stuttgart 1988, ISBN 3-613-01191-3, S. 39 ff.
  • Christopher Wulfgramm: Die Braunschweigische Landes-Eisenbahn. EK-Verlag, Freiburg 2017, ISBN 978-3-8446-6409-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Salzgitter-Drütte–Derneburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Drehscheibe Online
  2. a b Reaktivierung von Bahnstrecken im Gebiet des Regionalverbandes – Start in Salzgitter. Braunschweig Spiegel, 7. Mai 2021, abgerufen am 21. November 2021.
  3. Pressemitteilung der LNVG zur Vertragsunterzeichnung für das DINSO-Netz (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lnvg.de
  4. Regionalverband Braunschweig: Deutsche Bahn verbindet im Auftrag des Regionalverbandes Salzgitter und Braunschweig im 30-Minuten-Takt (Meldung vom 11. Dezember 2017), abgerufen am 26. Februar 2018
  5. a b Regionalverband Großraum Braunschweig, Ausschuss für Regionalverkehr, TOP 2: Nahverkehrsplan für den Großraum Braunschweig - Entwurf, 24. April 2019, S. 139, 145, 431
  6. ZGB Pressemitteilung zu den Angebotsverbesserungen
  7. ZGB, Regionalbahnkonzept 2014+
  8. Presseerklärung des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. 11. März 2015, abgerufen am 12. März 2015.
  9. ZGB: Fragezeichen bei Streckenreaktivierung. In: Bus & Bahn. DVV Media Group GmbH, 14. März 2017, abgerufen am 14. März 2017.
  10. a b Informationsvorlage - Reaktivierung der Bahnstrecke SZ-Lebenstedt–SZ-Fredenberg. (PDF; 6,73 MB) Zweckverband Großraum Braunschweig, 17. Februar 2017, abgerufen am 20. Januar 2018.