Bahnstrecke Cloppenburg–Ocholt

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Cloppenburg–Ocholt
Streckennummer (DB):1521
Kursbuchstrecke (DB):ex 220d (1961), 220f (1950)
Streckenlänge:62,5 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 10[1] 
Minimaler Radius:230[1] m
Höchstgeschwindigkeit:40[2] km/h
ehem. Strecke von Ellenserdamm
Strecke von Oldenburg
62,5 Westerstede-Ocholt m[1]
Strecke nach Leer
57,5 Godensholt
57,0 Anst Godensholt Westfalen AG
54,6 Carolinenhof (bis ca. 1955 Bf)
52,5 Barßel
Soeste
Elisabethfehnkanal (Klappbrücke)
49,4 Elisabethfehn m[1]
45,9 Strücklingen
42,4 Ramsloh m[1]
39,7 Anst Scharrel Brinkmann
39,0 Scharrel
36,8 Anst Scharrel Union
34,9 Sedelsberg
Küstenkanal
26,3 Friesoythe m[1]
26,0 Friesoythe
24,8 Anst Friesoythe Bruns
24,8 Anst Friesoythe Leitungswerk
19,8 Bösel 17 m[1]
Glassdorf
12,6 Garrel 20 m[1]
6,2 Staatsforsten-Varrelbusch (ehem. Varrelbusch) 42 m[1]
2,9 Bethen
Strecke nach Oldenburg
0,0 Cloppenburg 43 m[1]
Strecke nach Osnabrück

Die Bahnstrecke Cloppenburg–Ocholt ist eine nur noch teilweise bestehende, eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn in Niedersachsen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Scharrel

Eröffnet wurde sie zunächst als Stichbahn Cloppenburg–Friesoythe am 1. Oktober 1906 durch die Großherzoglich Oldenburgischen Staatseisenbahnen (GOE). Ein Jahr später, am 1. Oktober 1907 wurde sie bis Scharrel verlängert, die Verbindung zur Bahnstrecke Oldenburg–Leer wurde am 1. September 1908 in Ocholt hergestellt.

1950 verkehrten täglich fünf Zugpaare über die ganze Strecke. Der Personenverkehr wurde am 29. September 1968 eingestellt, wobei der Verkehr seit Anfang der 1960er Jahre nur noch aus einem werktäglichen Zugpaar bestand.

1973 wurde die kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke über den Küstenkanal wegen der Verbreiterung des Kanals abgebaut und durch eine reine Straßenbrücke ersetzt. Das Geld für eine Eisenbahnbrücke war nicht vorhanden, und infolgedessen wurde auch die Strecke zwischen Sedelsberg und Friesoythe ebenfalls abgebaut.

Die Strecke Cloppenburg–Friesoythe verblieb im Besitz der Deutschen Bahn AG und wurde bis zum 1. Januar 1999 regelmäßig von DB Cargo bedient.

Am 1. April 2001 übernahm die Emsländische Eisenbahn die Strecke Ocholt–Sedelsberg für den symbolischen Preis von einer DM und betrieb den Güterverkehr weiter. Hauptfracht ist nach wie vor Torf, täglich verkehrt ein Güterzug.

Seit 2004 gehört die Strecke von Cloppenburg nach Friesoythe der von der Stadt Friesoythe gegründeten Friesoyther Eisenbahngesellschaft (damaliger Name Friesoyther Eisenbahninfrastruktur-Gesellschaft), welche einen Holzverkehr auf dieser Strecke ermöglicht. Außerdem finden seit 2006 mehrmals im Jahr Museumsbahnfahrten von Friesoythe nach Cloppenburg und zurück statt.[3]

Die Museumseisenbahn Ammerland-Saterland betrieb ab Mitte der 1990er Jahre an zwei Samstagen im Monat einen touristischen Personenverkehr in den Sommermonaten. Standort des Vereins, der sich seit 2013 Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland nennt, ist der Lokschuppen in Ocholt an der Strecke Oldenburg–Leer. Zum Einsatz kommt meist die dreiteilige Schienenbusgarnitur, die auch die Gleise der DB befahren darf. Des Weiteren besaß der Verein noch eine Köf III und zwei Donnerbüchsen, diese wurden ausschließlich auf der Strecke zwischen Ocholt und Sedelsberg eingesetzt und sind mittlerweile verkauft. Seit dem Jahre 2008 startete der Verein seine Fahrten von Bad Zwischenahn, seit 2014 von Oldenburg Hbf aus, das Ziel der Fahrten sind die Bahnhöfe Barßel, Elisabethfehn oder Scharrel.[4] Nur selten wird der Endbahnhof Sedelsberg angefahren. Im Jahr 2019 war Leer/Ostfriesland erstmals Ausgangsbahnhof einer Kohlfahrt ins Saterland. Seit einigen Jahren hat sich ein weiteres Angebot etabliert, mit "Schiff und Schiene" veranstaltet die Museumsbahn regelmäßig Fahrten von Oldenburg Hbf aus direkt in den Leeraner Hafen, wo zu einer kleinen Kreuzfahrt auf das Schiff "Warsteiner Admiral" umgestiegen wird.

Unfall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Juli 1944 kam es am Bahnübergang beim Flugplatz Varrelbusch zu einer Kollision zwischen einem Zug und einem Mannschaftswagen der Wehrmacht, bei dem alle neun Fahrzeuginsassen ums Leben kamen.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 9: Niedersachsen 1. Zwischen Weser und Ems. EK-Verlag, Freiburg 2005, ISBN 3-88255-668-4
  • Eisenbahnatlas Deutschland, Ausgabe 2007/2008. Verlag Schweers+Wall, Köln 2007, ISBN 978-3-89494-136-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Cloppenburg–Ocholt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Jahres-Bericht über die Betriebsverwaltung der Oldenburgischen Eisenbahnen für das Jahr 1915. Büttner, Oldenburg. Zitiert nach Oliver Westerhoff: Cloppenburg–Ocholt. In: Laenderbahn.info. Abgerufen am 7. Oktober 2008.
  2. a b Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr: Zustand und Zukunft des Bahnverkehrs in Niedersachsen. (PDF) Niedersächsischer Landtag, 2. September 2008, S. 19, archiviert vom Original am 19. Juli 2011; abgerufen am 25. September 2008.
  3. Museumseisenbahn Friesoythe–Cloppenburg: Sonderfahrten 2014 (Memento vom 25. Juli 2014 im Internet Archive)
  4. Homepage der Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland (Memento vom 24. Juli 2014 im Internet Archive)
  5. NWZ Online, 21. Oktober 2016: Neun Soldaten starben bei Militär-Unfall, abgerufen am 21. Oktober 2016