Bahnstrecke Crossen an der Elster–Porstendorf

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Crossen an der Elster–Porstendorf
ehemalige Bahntrasse nahe Bürgel, heute Rad- und Wanderweg
ehemalige Bahntrasse nahe Bürgel, heute Rad- und Wanderweg
Streckennummer (DB): 6659
Kursbuchstrecke (DB): 552
Streckenlänge: 29,41 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Leipzig–Zeitz
Bahnhof, Station
0,00 Crossen an der Elster
   
nach Probstzella
   
3,60 Rauda
   
Bundesstraße 7
   
6,69 Eisenberg Ost
   
8,71 Eisenberg (Thür)
   
Bundesautobahn 9
   
12,82 Hainspitz
   
14,79 Serba
   
19,12 Bürgel (Thür)
   
22,67 Graitschen
   
24,58 Löberschütz
   
26,38 Beutnitz (Thür)
   
Saale
   
von Großheringen
Bahnhof, Station
29,41 Porstendorf
Strecke – geradeaus
nach Saalfeld

Die Bahnstrecke Crossen an der Elster–Porstendorf verband Elster- und Saaletal und die dazwischen gelegenen Städte Bürgel und Eisenberg wenige Kilometer nördlich der Bahnstrecke Weimar–Jena–Gera. In Crossen an der Elster (bis 1991 Krossen/Elster) bestand Anschluss an die Bahnstrecke Leipzig–Zeitz–Gera–Saalfeld–Probstzella, in Porstendorf an die Saalbahn (Großheringen–Camburg–Jena–Rudolstadt–Saalfeld).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in den 1850er Jahren gab es erste Versuche für eine Bahnstrecke in dieser Gegend, dieses Vorhaben scheiterte ebenso wie das 1865 aufgestellte Projekt Weimar–Jena–Bürgel–Eisenberg–Krossen an zu hohen Kosten.

Privatbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die teils im Raudatal verlaufende Osthälfte Crossen–Eisenberg wurde am 1. April 1880 durch die Eisenberg–Crossener Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet, an der das Herzogtum Sachsen-Altenburg und die Stadt Eisenberg beteiligt waren. Die Trassierung erfolgte zunächst äußerst sparsam, indem zwischen Cursdorf (damalige Schreibweise) und Crossen die Staatschausse mitbenutzt wurde.[1]

Verstaatlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das Unternehmen am 1. April 1903 an die Preußische Staatsbahn übergegangen war, setzte diese den Bahnbau nach Westen durch anspruchsvolleres Gebiet fort. Diese teils im Gleistal verlaufende Teilstrecke Eisenberg–Porstendorf (im Volksmund »Esel« genannt) wurde am 2. Oktober 1905 in Betrieb genommen. Anschließend wurden die auf der Landstraße verlaufenden Streckenabschnitte neu trassiert und am 1. Oktober 1906 dem Verkehr übergeben.

Dampfbespannter Zug bei Löberschütz, um 1962.

Die Strecke kreuzte mehrfach die heutige B 7. Der höchste Punkt der Strecke lag bei Serba mit 282,3 m ü.NN, der tiefste Punkt in Porstendorf mit 139,3 m ü. NN.[2] 1945 wurde die Saalebrücke bei Porstendorf gesprengt. Sie war jedoch ab 30. April 1945 nach Instandsetzung wieder befahrbar.[3]

Niedergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1969 wurde der Personenverkehr zwischen Eisenberg und Bürgel eingestellt, am 1. August 1969 folgte der Abschnitt Bürgel – Porstendorf. Die Aufgabe des Güterverkehrs zwischen Eisenberg und Porstendorf erfolgte am 24. November 1969.

Baureihe 202 in Crossen an der Elster, 1994

1998 wurde auch die Bedienung auf dem Ostteil Crossen–Eisenberg beendet: Am 24. Mai der Personen- und am 31. Dezember der Güterverkehr. Juristisch vollzogen wurde die Stilllegung des Abschnitts am 4. Mai 1999. Damit sind Eisenberg, der Verwaltungssitz des Saale-Holzland-Kreises und das beliebte Ausflugsziel Mühltal, dessen Beginn sich bei Kursdorf zwischen Rauda und Eisenberg befindet, ohne Bahnanschluss. Die Abschnitte zwischen Crossen an der Elster und dem Mühltal (Radfernweg Thüringer Städtekette) sowie Trotz und Beutnitz sind heute ein Radweg.

Relikte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginnend bei Porstendorf sind große Teile der einstigen Bahntrasse noch gut erkennbar (2016). Das Bahnhofsgebäude in Eisenberg ist eines der noch erhaltenen Stationsgebäude. Beim Ausbau der A 9 in den 1990er Jahren blieb der ehemalige Durchlass der Strecke unter der Autobahn erhalten.

Im Bahnhof Crossen an der Elster ist die einst übergeordnete Funktion als Abzweigbahnhof für die Nebenbahn von der preußischen Hauptbahn Leipzig-Gera noch zu erkennen. Dieser Bahnhof war vergleichsweise aufwändig ausgebaut. Auch heute noch verfügt er, zusätzlich zum Hausbahnsteig für die Züge nach Eisenberg und Porstendorf, über einen etwa 100 Jahre überdachten Inselbahnsteig und einen ebenso alten Fußgängertunnel.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Fromm: 100 Jahre Eisenberg-Crossener Eisenbahn, in: Der Modelleisenbahner, Heft 4/1980, S. 94/95
  • Ferdinand Plessner: Die Dampf-Strassen-Bahn von Eisenberg nach Crossen: ihre Bau- und Betriebs-Formen und Rathschläge für die Herstellung ähnlicher Local-Bahnen, Stollbergsche Buchdruckerei, Gotha 1880 (Digitalisat)
  • Werner Drescher: Die Saal-Eisenbahn und ihre Anschlußbahnen, transpress-Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-344-00109-4

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fromm, Günther; Der Modelleisenbahner, Zeitschrift des Deutschen Modelleisenbahnverbandes der DDR, Ausgabe 4/1980, S.94
  2. Der Modelleisenbahner, Zeitschrift des Deutschen Modelleisenbahnverbandes der DDR, Ausgabe 4/1980, S.95
  3. Drescher, Werner: Die Saalbahn, Eisenbahn-Kurier-Verlag, Freiburg, 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]