Bahnstrecke Eichstätt–Beilngries

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Eichstätt Bahnhof–Beilngries
Streckennummer (DB):5323 (Eichstätt–Kinding)
Kursbuchstrecke (DB):991
Streckenlänge:46,4 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4[1]
Höchstgeschwindigkeit:50 km/h
Strecke – geradeaus
von München
Bahnhof, Station
-0,761 Eichstätt Bahnhof 425 m
   
nach Treuchtlingen
Tunnel
0,172 Schneckenbergtunnel (232 m)
Haltepunkt, Haltestelle
0,825 Wasserzell (b Eichstätt)
Haltepunkt, Haltestelle
3,000 Rebdorf-Hofmühle
   
3,500 Hofmühle
   
3,900 Schlagbrücke (von 1885 bis Oktober 1922 Hp)
Haltepunkt, Haltestelle
5,047 Eichstätt Stadt (ehem. Bf) 389 m
   
5,089
   
7,500 Pietenfeld
   
10,000 Landershofen
   
12,500 Pfünz
   
13,700 Inching
   
17,200 Walting
   
20,100 Pfalzpaint
   
22,000 Gungolding
   
24,100 Arnsberg (Bay)
   
27,300 Böhming
   
29,400 Kipfenberg
   
Altmühl
   
33,300 Ilbling
   
Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt
   
35,200 Kinding 375 m
   
Bundesautobahn 9
   
Schwarzach
   
40,200 Unteremmendorf
   
41,500 Pfraundorf
   
42,900 Badanhausen
   
von Neumarkt
   
46,300 Beilngries
   
nach Dietfurt

Quellen: [2][3][4][5]

Die Bahnstrecke Eichstätt–Beilngries, von der heute noch der Abschnitt Eichstätt Bahnhof–Eichstätt Stadt betrieben wird, ist eine eingleisige Nebenbahn in Oberbayern. Die größtenteils stillgelegte und abgebaute Strecke wurde auch als Altmühlbahn bezeichnet, da sie mit Ausnahme des Schneckenbergtunnels vollständig im Tal der Altmühl verlief. Im Juli 2020 wurden die Bahnstrecken Neumarkt–Beilngries–Kinding (Anschluss Schnellbahnstrecke) im Positionspapier des VDV als zu reaktivierende Bahnstrecken neu aufgenommen.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zunächst schmalspurige Strecke in Meterspur (1000 Millimeter Spurweite) wurde in mehreren Abschnitten gebaut. Zuerst wurde die Strecke von Eichstätt Bahnhof nach Eichstätt Stadt am 15. September 1885 eröffnet, die Erweiterung bis Kinding folgte am 7. November 1898. Am 5. November 1929 wurde die von Anfang an in Normalspur (1435 Millimeter Spurweite) gebaute Strecke zwischen Kinding und Beilngries für den Güterverkehr freigegeben und am 15. Mai 1930 wurde auch der Personenverkehr aufgenommen.[7] Bis 6. Oktober 1934 wurde die Schmalspurbahn zwischen Eichstätt Bahnhof und Kinding umgespurt und zwischen den beiden Eichstätter Bahnhöfen neu trassiert. Dabei entstand der 189 Meter lange Schneckenbergtunnel[8] unmittelbar nach der Ausfahrt aus Eichstätt Bahnhof. Die bis dahin vor dem Bahnhof Eichstädt Bahnhof endende Strecke wurde nun in den Normalspurbahnhof eingeführt.

In den 1950er-Jahren nahm der motorisierte Individualverkehr merklich zu. In der Folge wurde der schienengebundene Personenverkehr am 2. Oktober 1955 auf dem Streckenteil zwischen Kipfenberg und Beilngries sowie am 29. Mai 1960 zwischen Eichstätt Stadt und Kipfenberg eingestellt. Der Güterverkehr wurde ebenfalls reduziert: am 29. Mai 1960 wurde der Abschnitt Kinding–Beilngries stillgelegt, am 1. Oktober auch der Abschnitt Kipfenberg–Kinding. Zum 2. Juni 1973 wurde der Güterverkehr auf dem von Eichstätt Stadt talabwärts gelegenen Streckenabschnitt ganz aufgegeben. Der abschnittsweisen Einstellung des Gesamtverkehrs folgte letztlich jeweils die Demontage der Bahnanlagen. 1996 wurde der noch bestehende Güterverkehr auf der Reststrecke Eichstätt Bahnhof bis Eichstätt Stadt eingestellt.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Bahnhof Kinding
Endbahnhof Eichstätt Stadt, 1991
Haltepunkt Rebdorf-Hofmühle

Die Altmühltalbahn folgte, wie der Name sagt, auf ihrem Weg von Eichstätt nach Beilngries stets dem Lauf der Altmühl. Der Abschnitt Eichstätt Bahnhof–Eichstätt Stadt ist heute als Kursbuchstrecke 991 in Betrieb; auf diesem Abschnitt finden Zubringerfahrten zwischen Eichstätt Stadt und Eichstätt Bahnhof an der Hauptbahnstrecke München–Treuchtlingen statt.

Heutiger Zustand und Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der noch in Betrieb stehende Streckenabschnitt Eichstätt Bahnhof–Eichstätt Stadt wurde bis in die frühen 1980er Jahre von der Deutschen Bundesbahn mit Schienenbussen der Baureihe 798 (einschließlich Steuerwagen der Baureihe 998) bedient, danach mit Dieseltriebwagen der Baureihe 628 und Baureihe 642. Zuletzt wurde hier von DB Regio Oberbayern Personenverkehr im Stundentakt gefahren, in der Hauptverkehrszeit zum Halbstundentakt verdichtet.

2001 wurde die Strecke saniert und vollständig mit neuen Gleisen ausgestattet. Der ehemalige Güterbahnhof in Eichstätt Stadt wurde aufgelassen. Das Gelände wird inzwischen im Rahmen einer städtebaulichen Neuordnung erschlossen und bebaut. Von den einstmals umfangreichen Gleisanlagen existiert im „Stadtbahnhof“ nur noch ein einziges Gleis, so dass Eichstätt Stadt nurmehr ein Haltepunkt ist.

In Eichstätt gab es 2007 Vorschläge der Pro Bahn-Kreisgruppe Eichstätt, die Strecke wieder bis in das Industriegebiet zu verlängern.[9]

Im Dezember 2009 übernahm die Bayerische Regiobahn den Verkehr auf der Strecke mit Triebwagengarnituren vom Typ Alstom Coradia LINT 41 zunächst bis Dezember 2019. Im Dezember 2018 verlängerte der Aufgabenträger, die BEG, den Vertrag nach einer Ausschreibung bis mindestens Dezember 2029.[10]

Die Trasse von Eichstätt Stadt nach Beilngries wird zum Teil für den Altmühltalradweg genutzt, andernorts ist sie dagegen durch den Bau des Main-Donau-Kanals und der Bahnstrecke München–Treuchtlingen vollständig verschwunden. Daher ist eine Reaktivierung zwischen Eichstätt und Kinding oder eine Verknüpfung mit dem neuen Bahnhof Kinding an der Schnellfahrstrecke nicht möglich.

Am Haltepunkt Eichstätt Stadt ersetzte DB Station&Service 2018 den damals vorhandenen 22 Zentimeter hohen Bahnsteig durch einen neuen mit einer Länge von 90 Metern sowie einer Höhe von 55 Zentimetern.[11] Die 850.000 Euro teure Baumaßnahme ermöglicht einen barrierefreien Zustieg.[12]

Nach dem Konzept der Bayerischen Staatsregierung für mehr Elektromobilität auf der Schiene in Bayern hat Innenminister Joachim Herrmann die Strecke Eichstätt Bahnhof – Eichstätt Stadt aus bayerischer Sicht als Pilotprojekt für den Betrieb mit LOHC-Technik (Liquid Organic Hydrogen Carriers) vorgeschlagen.[13]

Fahrzeugpark Schmalspur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn erhielt die Bahn fünf dreiachsige Lokomotiven, die als Klasse LE geführt wurden. 1909 kam noch die vierachsige Gts 4/4 und 1919 eine sechsachsige Malletlokomotive Gts 2×3/3 hinzu. Alle Lokomotiven wurden nach der Umspurung verschrottet. Es waren 18 Personenwagen, vier kombinierte Post/Packwagen, zehn gedeckte und vier offene Güterwagen, außerdem 32 Langholzwagen vorhanden. Für den Transport von Normalspurwagen waren bis zu 123 Rollböcke eingesetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Hoecherl: Eichstädter Schmalspurbahn 1885–1934. Bufe Fachbuchverlag, Egglham und München 1984, ISBN 3-922138-18-7.
  • Leonhard Bergsteiner: Altmühlabwärts auf Meter- und Normalspur. In: eisenbahn-magazin. Nr. 11, 2020, S. 46–51.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Eichstätt Bahnhof–Eichstätt Stadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivierte Kopie (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive)
  2. Strecke 5323. Eigenschaften der jeweiligen Betriebsstellen. In: Trassenfinder. DB Netz AG, abgerufen am 16. Dezember 2020.
  3. Serviceeinrichtungen Eichstätt Bahnhof. In: Trassenfinder. DB Netz AG, 21. Dezember 2020, abgerufen am 16. Dezember 2020.
  4. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  5. Informationen und Bilder zu den Tunneln der Strecke 5323 auf eisenbahn-tunnelportale.de von Lothar Brill
  6. VDV: Reaktivierung von Bahnstrecken. Abgerufen am 5. August 2020.
  7. Mitteilungen der Geschäftsführenden Verwaltung. In: Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen, 70. Jahrgang, Nr. 22 (29. Mai 1930), S. 596.
  8. https://eisenbahn-tunnelportale.de/lb/inhalt/tunnelportale/5323-schneckenberg.html Tunnel laut Schild 189 Meter lang
  9. Webseite der Pro Bahn-Kreisgruppe Eichstätt zum Stand auf der Kursbuchstrecke 991. Archiviert vom Original am 3. Juli 2007; abgerufen am 20. März 2015.
  10. Jetzt ist es amtlich: BRB erhält Zuschlag für Weiterbetrieb des Bestandsnetzes, BOB gewinnt neues Netz - Meridian-BOB-BRB. Bayerische Regiobahn, 18. Dezember 2018, abgerufen am 12. Juli 2019.
  11. Plangenehmigung für das Vorhaben "Erneuerung des Bahnsteigs im Bf Eichstätt Stadt". Eisenbahn-Bundesamt, abgerufen am 2. April 2018.
  12. Markus Meßner: Eichstätt: Barrierefreies Eingangstor: Der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart eröffnet den ausgebauten Bahnhof Eichstätt Stadt. In: donaukurier.de. 20. Dezember 2018, abgerufen am 17. Januar 2019.
  13. Mehr Elektromobilität auf der Schiene. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, 23. Januar 2018, abgerufen am 2. Juni 2019.