Bahnstrecke Empel-Rees–Münster

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Empel-Rees–Münster (Westf) Hbf
Strecke der Bahnstrecke Empel-Rees–Münster
Streckennummer (DB):2265
Kursbuchstrecke (DB):408
286 (Coesfeld–Isselburg-Anholt)
Streckenlänge:110 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Höchstgeschwindigkeit:100 km/h
Zweigleisigkeit:%
Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Hollandstrecke nach Emmerich
Bahnhof, Station
0,0 Empel-Rees
   
Hollandstrecke von Wesel
   
Issel
   
3,8 Vehlingen
   
6,2 Isselburg-Anholt
   
10,1 Anst Werth
BSicon exSTR.svg
   
14,0 Anst Mussum
  (Museumsverkehr und privater GV)
BSicon STR.svg
   
16,8 Anst Flender West
   
Bocholter Bahn von Wesel
   
18,7 Bocholt
   
ehem. Strecke nach Winterswijk (NL)
   
22,6 Tenking
   
25,1 Rhede (Kr Borken)
   
30,9 Anst Rhedebrügge
   
ehem. Strecke von Winterswijk (NL)
   
ehem. Strecke von Ahaus
   
37,4 Borken (Westf)
   
Strecke von Dorsten
   
40,0 Anst Borken Landwehr
   
44,3 Ramsdorf
   
48,9 Velen
   
55,1 Gescher
   
59,7 Klye
BSicon exBS2+l.svgBSicon exBS2c4.svg
BSicon xKRZo.svgBSicon STR+r.svg
Strecke nach Dorsten
BSicon exKRZ+r.svgBSicon eABZg+r.svg
Strecke von Dortmund
BSicon BHF.svgBSicon BHF.svg
69,0 58,5 Coesfeld (Westf)
BSicon xABZgl.svgBSicon KRZ.svg
Strecke nach Enschede (NL)
BSicon exSTR.svgBSicon HST.svg
59,9 Coesfeld Schulzentrum
BSicon xABZg+l.svgBSicon xABZgr.svg
75,1 64,6 Lutum Streckenwechsel
BSicon BHF.svgBSicon exBHF.svg
75,9 65,4 Lutum (zeitweise Hp)
BSicon dBS2c1.svgBSicon BS2+rxc.svgBSicon exdSTRl+4h.svg
00,0 ehem. Strecke nach Rheine
Bahnhof, Station
81,7 Billerbeck
   
87,2 Anst Bombeck
Bahnhof, Station
91,0 Havixbeck
   
94,8 Tilbeck
   
99,5 Roxel (ehem. Anst)
Haltepunkt, Haltestelle
99,8 Münster-Roxel
   
Strecke nach Wanne-Eickel
Bahnhof ohne Personenverkehr
103,8 Mecklenbeck (Pbf geplant)
   
Güterumgehungsbahn Münster
   
Strecke von Lünen
Bahnhof ohne Personenverkehr
107,5 Geist
   
107,6 Anst MS-Brückenmeisterei
   
Strecke nach Hamm
   
Strecke nach Lippstadt
Bahnhof, Station
110,4 Münster (Westf) Hbf
   
Warendorfer Bahn
   
Strecke nach Rheine
Strecke – geradeaus
Hauptstrecke nach Osnabrück

Die Bahnstrecke Empel-Rees–Münster ist eine Eisenbahnstrecke, die ursprünglich von Empel-Rees an der Hollandstrecke über Bocholt, Borken und Coesfeld nach Münster führte, wobei heute nur noch der östliche Abschnitt zwischen Coesfeld und Münster als Baumbergebahn in Betrieb ist. Diesen Namen hat sie vom Hügelland der Baumberge erhalten, das sie in ihrem Verlauf durchquert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke wurde von den Preußischen Staatseisenbahnen 1908 im Zuge der Ost-West-Erschließung des Münsterlands erbaut und begann ursprünglich in Empel (nördlich von Rees) an der Eisenbahnverbindung Oberhausen–Arnhem. Die gesamte Strecke hatte kaum einen bedeutenden Durchgangsverkehr und diente in erster Linie den lokalen Verkehrsbedürfnissen. Im Bereich der Baumberge war dies neben dem Personenverkehr der Abtransport von fertig bearbeiteten Werkstücken aus dem dort vorhandenen Baumberger Sandstein.

Der Verkehr zwischen Empel-Rees und Isselburg-Anholt wurde am 30. September 1961 eingestellt und die Strecke 1962 stillgelegt. Der Personenverkehr zwischen Coesfeld und Isselburg-Anholt endete am 26. Mai 1974. Der Güterverkehr wurde schrittweise eingestellt. Ab 22. Mai 1982 gab es zwischen Ramsdorf und Rhedebrügge keinen Güterverkehr mehr. Am 1. Juni 1984 endete er auch zwischen Gescher und Ramsdorf, am 31. Dezember 1984 zwischen Coesfeld und Gescher. Am 3. Juni 1984 wurde der Abschnitt zwischen Bocholt und Isselburg-Anholt stillgelegt. Der Abschnitt Bocholt–Mussum jedoch wurde an die Stadt Bocholt verkauft, die dort den Güterverkehr übernahm. Zwischen Bocholt und Rhedebrügge endete der Güterverkehr am 1. Juni 1991.

Im Raum Gescher wurde die Strecke nach der Einstellung des regulären Zugverkehrs noch für den Bau der Bundesautobahn 31 benötigt. Schwere Güterzüge brachten Mitte der 1980er Jahre Abraum aus dem nahen Ruhrbergbau zum Auffüllen der Dammbauten an der Autobahnbaustelle. Nach Beendigung dieser Arbeiten wurde der betroffene Streckenabschnitt dann endgültig stillgelegt und zum Teil abgebaut.

Zwischen Lutum und Coesfeld wurde der Verkehr nach der Stilllegung der Strecke Rheine-Coesfeld wegen des besseren Erhaltungszustands auf diese dort parallel verlaufende Strecke verlegt und das ursprüngliche Gleis der Baumbergebahn abgebaut.

Im Zuge des Ausbaus der Strecke wurde am 10. Juni 2011 der Haltepunkt Coesfeld Schulzentrum eröffnet.[2] Ursprünglich war dies schon zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 geplant. Seit dem 12. Juni 2011 wird der neue Haltepunkt von Zügen planmäßig angefahren.

Nachdem im Mai 2009 die Finanzierung des im Jahre 2008 beschlossenen Ausbauplans sichergestellt wurde, ist zum Fahrplan 2012 in diesem Rahmen die Streckengeschwindigkeit abschnittweise auf bis zu 100 km/h erhöht worden. Gleichzeitig können nach dem Umbau des dortigen Haltepunktes seit dem 21. November 2010 in Lutum wieder Zugkreuzungen stattfinden. Diese Maßnahmen ermöglichen in den Hauptverkehrszeiten einen erweiterten Halbstundentakt.[3][4]

Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 wurde außerdem der Haltepunkt Roxel reaktiviert, der zunächst im Stundentakt bedient wird. Sobald der geplante Haltepunkt in Mecklenbeck fertiggestellt ist, können diese beiden zu Münster gehörende Stationen auch im Zwischentakt angefahren werden. Aufgrund von Verzögerungen beim Bau eines Stellwerks in Mecklenbeck ist dies frühestens im Dezember 2018 der Fall.[5][6]

Für den stillgelegten und rückgebauten Streckenabschnitt Bocholt – Coesfeld wurde darüber hinaus 2012 ein Potenzial für Schienenpersonenverkehr nachgewiesen.[7][8]

Der NWL hat die Infrastrukturertüchtigung für einen Halbstundentakt zwischen Münster und Coesfeld, sowie die Reaktivierung der Strecke Coesfeld–Borken–Bocholt für die Neuaufstellung des ÖPNV-Bedarfsplans 2017 des Landes NRW angemeldet. [9]

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baumbergebahn von einer Straßenbrücke bei Billerbeck aus gesehen

Die Baumbergebahn ist kurvenreich trassiert und durchquert in Einschnitten und auf Dämmen die reizvolle Landschaft der Baumberge.

Die Strecke erreicht in Billerbeck als höchstem Streckenpunkt eine Höhe von 140 m ü. NN und überwindet dabei von Münster aus einen Höhenunterschied von etwa 85 Metern.

Angebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute verkehren auf der Strecke im Stundentakt Regionalbahnen der Linie RB 63 Baumberge-Bahn zwischen Münster und Coesfeld mit Zwischenhalten in Münster-Roxel, Havixbeck, Billerbeck und Lutum. Die Zugkreuzungen finden zur üblichen Symmetrieminute in Havixbeck statt. Wegen der Eingleisigkeit sind die Ankünfte jeweils mehrere Minuten zeitversetzt. Im Berufs- und Schülerverkehr gibt es Taktverdichtungen mit Kreuzung in Lutum, wobei jeweils der Verstärkerzug außerhalb des Stundentaktes dort keinen Verkehrshalt hat.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von DB Regio AG, Region NRW mit Dieseltriebwagen vom Typ Bombardier Talent.

Die Linie wurde im Rahmen des Dieselnetzes Westliches Münsterland unter Federführung des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) ausgeschrieben.[10] Seit 11. Dezember 2011 betreibt DB Regio AG, Region NRW diese Linie. Als Fahrzeuge kommen wie zuvor bei der Prignitzer Eisenbahn modernisierte Dieseltriebwagen des Typs Talent der DB zum Einsatz.[11]

Einzelne Züge der Baumbergebahn werden montags bis freitags über Münster Hauptbahnhof hinaus bis zur Station Münster Zentrum Nord verlängert bzw. beginnen dort.

Die Strecke ist Bestandteil des Regionalnetzes Münster-Ostwestfalen (MOW) der DB Netz mit Sitz in Münster.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wieland Proske Clemens Schröder: Eisenbahnreviere Münsterland/Emsland. transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71020-6.
  • Heribert Lülf, Clemens Schröder: Heide-Express und Baumbergebahn ASM e.V., Münster 1988, ISBN.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Empel-Rees–Münster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Station Coesfeld Schulzentrum eröffnet. In: Eisenbahnmagazin Zughalt.de. 10. Juni 2011; abgerufen am 10. Juni 2011.
  3. Ausbau der Strecke mit neuem Haltepunkt Coesfeld-Schulzentrum bis Dezember 2010. In: billerbeck.de. 7. Juli 2009; abgerufen am 7. Juli 2009.
  4. Ausbau der Baumbergebahn Münster – Coesfeld. In: Eurailpress.de. 25. Juni 2009; abgerufen am 25. Juni 2009.
  5. Bald hält der erste Zug. In: Westfälische Nachrichten. 7. November 2014; abgerufen am 7. November 2014.
  6. Aktuelle Meldung des ZVM. 7. November 2013; abgerufen am 11. Dezember 2014.
  7. Zweckverband SPNV Münsterland: Korridor Bocholt – Borken – Münster hat SPNV-Potential. In: eurailpress.de. 12. September 2012; abgerufen am 2. November 2017.
  8. Presseinformation zur ZVM-Verbandsversammlung. 10. September 2012; abgerufen am 10. September 2012 (PDF).
  9. 36. Verbandsversammlung, TOP 3, Anmeldungen des NWL zum ÖPNV-Bedarfsplan des Landes NRW. Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe, 16. Dezember 2015; abgerufen am 4. Juli 2016 (ZIP; 16,9 MB).
  10. Ausschreibung des Schienennetzes „Westliches Münsterland“ gestartet. Pressemitteilung des NWL. 9. Januar 2009; abgerufen am 9. Januar 2009.
  11. Im westlichen Münsterland kommen modernisierte Fahrzeuge zum Einsatz