Bahnstrecke Forchheim–Behringersmühle

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Forchheim (Oberfr)–Behringersmühle
Strecke der Bahnstrecke Forchheim–Behringersmühle
Streckennummer:5113 (Forchheim–Ebermannstadt),
9585 (Ebermannstadt–Behringersmühle)
Kursbuchstrecke (DB):821 (Forchheim–Ebermannstadt),
12821 (Ebermannstadt–Behringersmühle)
Streckenlänge:30,7 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:Forchheim (Oberfr)–Ebermannstadt: C4
Ebermannstadt–Behringersmühle: B2
Maximale Neigung: <20 
Höchstgeschwindigkeit:100 km/h
Strecke – geradeaus
von Bamberg
Bahnhof, Station
0,000 Forchheim (Oberfr) 266 m
   
nach Höchstadt (Aisch) und nach Nürnberg Hbf
   
Trubbach
   
2,200 Sigritzau (bis 1927)
Haltepunkt, Haltestelle
3,361 Pinzberg
Haltepunkt, Haltestelle
4,506 Gosberg
Haltepunkt, Haltestelle
6,112 Wiesenthau
Haltepunkt, Haltestelle
8,831 Kirchehrenbach
   
10,7 Kolmreuth (bis 1927)
Haltepunkt, Haltestelle
12,253 Pretzfeld
Bahnhof, Station
14,765 Ebermannstadt 291 m
   
15,196 Infrastrukturgrenze DB Netz / Dampfbahn Fränkische Schweiz
   
Wiesent (44 m)
Haltepunkt, Haltestelle
17,200 Gasseldorf (seit 1922, ehem. Bf)
   
nach Heiligenstadt (Oberfr)
Bahnhof, Station
19,100 Streitberg 302 m
   
Wiesent (93 m)
Bahnhof, Station
22,700 Muggendorf
Haltepunkt, Haltestelle
25,900 Burggaillenreuth
Haltepunkt, Haltestelle
28,000 Gößweinstein
   
Wiesent (Hindenburgbrücke, 155 m)
Kopfbahnhof – Streckenende
30,700 Behringersmühle 322 m

Quellen: [1][2][3]

Die Bahnstrecke Forchheim–Behringersmühle, auch Wiesenttalbahn genannt, ist eine Nebenbahn in Bayern. Sie verläuft in der Fränkischen Schweiz von Forchheim über Ebermannstadt nach Behringersmühle.

Der Abschnitt ForchheimEbermannstadt wird heute von der DB Netz AG betrieben, wobei die agilis Verkehrsgesellschaft mbH den Personenverkehr bedient. Der Abschnitt Ebermannstadt–Behringersmühle wird von der Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) als Museumsbahn betrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bayerische Staatsbahn eröffnete am 1. Juni 1891 eine 15 km lange Lokalbahn vom Bahnhof Forchheim der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn ins Wiesenttal aufwärts zur damaligen Kreisstadt Ebermannstadt. Der Weiterbau wäre sowohl ins Leinleitertal nach Heiligenstadt als auch weiter aufwärts ins Wiesenttal nach Gößweinstein möglich gewesen; realisiert wurde zunächst die Strecke nach Heiligenstadt, da sich die Gemeinden im Wiesenttal nicht über eine Trassenführung einig werden konnten.

Bahnhof Muggendorf (2016)

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm die Deutsche Reichsbahn den schon 1912 genehmigten Bau der Bahn ins Wiesenttal wieder auf, konnte jedoch aus finanziellen Gründen nur jeweils kurze Abschnitte fertigstellen. So erreichte man am 15. Juni 1922 Muggendorf und am 9. Juli 1927 den Bahnhof des Marktes Gößweinstein, der unterhalb des Ortes im Tal liegt. Am 5. Oktober 1930 wurde, 13,5 km vom Trennungsbahnhof Gasseldorf entfernt, nahe der Mündung der Püttlach in die Wiesent die nächste Station Behringersmühle eröffnet. Der kurze Endabschnitt von Gößweinstein bis dorthin war zugleich die letzte neu gebaute Nebenstrecke in Bayern.[4]

Eine Fortsetzung in Richtung Pottenstein oder gar bis Pegnitz, wo man an die Hauptstrecke Nürnberg–Bayreuth anschließen wollte, kam wegen der einsetzenden Weltwirtschaftskrise und der später wachsenden Bedeutung des Straßenverkehrs nicht mehr zustande.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotzdem erfüllte die vorhandene Bahn für den Fremdenverkehr in der Fränkischen Schweiz rund 50 Jahre lang ihre Aufgabe zufriedenstellend. Hervorzuheben sind die im Sommerfahrplan regelmäßig eingesetzten Ausflugszüge von Nürnberg und Bamberg nach Behringersmühle, die von zahlreichen Wanderern genutzt wurden.

Teilstück Forchheim–Ebermannstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Abschnitt wurde am 27. September 1987 in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg aufgenommen und wird seitdem als Regionalbahnlinie R22 bezeichnet. Bis zum Fahrplanwechsel im Winter 2008 wurden Dieseltriebwagen der Baureihe VT 614 eingesetzt, danach fuhr ein Zug der Baureihe 642 als einfacher bzw. oder Doppelzug.

Als Teil des „Dieselnetzes Oberfranken“ wurde die Strecke von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft am 8. Februar 2008 ausgeschrieben[5]. Die Gewinnerin der Ausschreibung, die agilis Verkehrsgesellschaft mbH, setzt seit dem 12. Juni 2011 einteilige Dieseltriebwagen vom Typ Stadler Regio-Shuttle RS1 ein. Damit verbunden sind verlängerte Betriebszeiten am Abend und ein dichterer Takt am Wochenende.[6]

Teilstück Ebermannstadt–Behringersmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museumszug auf der Fahrt Richtung Behringersmühle

Zum 30. Mai 1976 stellte die DB den Personenverkehr auf dem Abschnitt Ebermannstadt–Behringersmühle ein. Da der Güterverkehr hier nie eine große Rolle gespielt hatte, plante die Deutsche Bundesbahn alsbald den Abbau der Gleisanlagen. Gegen die absehbare Entwicklung regte sich schon 1974 Widerstand, und es gelang der DFS, die Bahnstrecke zu kaufen. So wurde es möglich, ab 9. August 1980 hier einen touristischen Eisenbahnverkehr aufzunehmen, der im Sommerhalbjahr nach einem festen Fahrplan durchgeführt wird.

Hauptartikel: Dampfbahn Fränkische Schweiz

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infozentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Muggendorf beherbergt heute das Info-Zentrum des Naturparks Fränkische Schweiz – Frankenjura.[7]

Digitalisierungslabor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr fördert eine Vorstudie zu autonomen Zugfahren auf dieser Strecke.[8] Genau diese beiden Teilabschnitte gehören jetzt zu einer Pilotstrecke. Da die öffentliche Hand derzeit mehr Geld für einen heute schon bestehenden höheren Bedarf investieren müsste, sollen eher auf dieser Strecke Demonstrationsfahrzeuge für zukünftig autonomes Fahren verkehren, so die Seite.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Klebes: Links und rechts der Wiesenttalbahn. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1984. ISBN 978-90-288-2801-8.
  • Wolfgang Bleiweis, Ekkehard Martin, Stefan Winkler: Fränkische Nebenbahnen einst und jetzt – Oberfranken. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1986, ISBN 3-922138-25-X.
  • Kerstin Schäfer: Die Hochbauten der oberfränkischen Nebenbahnen. Geschichte, Bestand und Umnutzung. Michael Resch, Coburg 2013, ISBN 978-3-944237-05-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Forchheim–Behringersmühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DB Netz AG: Infrastrukturregister. In: geovdbn.deutschebahn.com, abgerufen am 3. Juni 2020.
  2. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  3. Schienennetz–Benutzungsbedingungen der Dampfbahn Fränkische Schweiz e. V. Dampfbahn Fränkische Schweiz, 2013, abgerufen am 27. Januar 2019.
  4. Rainer Mertens: Anbindung der Region. In: Eisenbahn in Nürnberg. Eisenbahn Journal, Sonderausgabe 1, 2010, S. 28 ff.
  5. Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie: Freistaat Bayern schreibt Diesel-Zugleistungen auf dem Schienennetz in Nordostbayern aus (Memento vom 24. Juli 2011 im Internet Archive), Pressemitteilung vom 11. Februar 2008
  6. Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG): http://www.bayern-takt.de/dl/Presseinformation_Verkehrsvertrag_130209_final.pdf
  7. Große Veränderungen im Naturpark in: Nordbayerischer Kurier vom 2. Oktober 2020, S. 21.
  8. Verkehrsministerium fördert Studie zu autonomen Zugfahren im ländlichen Raum. In: stmb.bayern.de. Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, 16. Februar 2021, abgerufen am 19. Februar 2021.
  9. Öffentlicher Nahverkehr: Neuartige Mobilität auf Schienen im ländlichen Raum - "Bahnautonom Bayern 2029". In: Innovation Zukunft - Projekte - Bahn im ländlichen Raum. Innovation und Zukunft Stiftung, abgerufen am 19. Februar 2021.