Bahnstrecke Götzenhof–Wüstensachsen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Bahnstrecke Götzenhof–Wüstensachsen, deren Abschnitte von Götzenhof bis Hilders als Biebertalbahn, danach auch als Rhönbahn bezeichnet wurden, war eine eingleisige Nebenbahn in Hessen. Sie begann am Bahnhof Götzenhof und verlief über Ortsteile von Hofbieber und Hilders nach Wüstensachsen. In Hilders bestand eine Umsteigemöglichkeit zur Ulstertalbahn.

Götzenhof–Wüstensachsen
Strecke der Bahnstrecke Götzenhof–Wüstensachsen
Streckennummer: 3820
Kursbuchstrecke: 506 (1986), 190z (1944)
Streckenlänge: 35,3 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
nach Fulda
Bahnhof ohne Personenverkehr
0,20 Götzenhof
   
nach Bebra
   
3,30 Melzdorf-Almendorf
   
Haune
   
5,70 Wiesen (Kr Fulda)
   
9,10 Niederbieber
   
12,90 Langenbieber
   
Haune
   
12,90 Bieberstein
   
15,10 Elters
   
17,30 Milseburgtunnel
   
18,80 Milseburg
   
21,10 Rupsroth
   
Scheppenbach
   
23,70 Eckweisbach
   
Scheppenbach
   
26,51 Abzweig Aura nach Tann
   
27,16 Hilders
   
29,30 Brandbach
   
29,40 Bundesstraße 458
   
29,47 Batten
   
30,52 Viadukt über das Ulstertal
   
31,02 Unterquerung eines Baches auf einer Brücke
   
32,09 Seiferts
   
35,26 Wüstensachsen
   
35,58 Streckenende

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht Nordrhönbahnen.jpg

Bau und Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1880 gründete der Rhönklub eine Initiative zum Bahnbau, damit die nördliche Rhön besser erschlossen werden konnte. 1885 folgte der Planungsbeschluss durch den Kommunallandtag in Kassel. Das Gesetz zum Bau der Eisenbahn Fulda–Hilders–Tann wurde 1886 durch Kaiser Wilhelm I. erlassen. Schon drei Jahre später, am 1. Juni 1889, wurde das Teilstück Götzenhof–Bieberstein eröffnet. Nun folgten die weiteren Abschnitte und am 12. Dezember 1890 wurde der Abschnitt Bieberstein–Hilders feierlich eröffnet. In zweijähriger Bauphase wurde von 1887 bis 1889 der Milseburgtunnel gebaut. Mit der Eröffnung des Teilstücks nach Tann am 1. Juni 1891 war die Strecke fertiggestellt. Nach Fertigstellung der Ulstertalbahn Geisa–Tann wurde 1909 eine Verbindung der Rhönbahn mit dem Kalirevier im Werratal geschaffen. Das letzte Teilstück von Hilders nach Wüstensachsen ging am 1. Februar 1916 in Betrieb. Als Baugründe wurden die Abfuhr von Braunkohle aus Melperts und Basalt aus Seiferts angeführt.

Stilllegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund des sich ständig verschlechternden Zustandes der Gleisanlagen fuhr letztmals am 25. September 1966 ein Personenzug von Hilders nach Wüstensachsen, anschließend erfolgte die Bedienung dieses Abschnittes im Schienenersatzverkehr. Zum 1. März 1970 endete der Schienenersatzverkehr, gleichzeitig mit dem Güterverkehr Seiferts–Wüstensachsen. Danach erfolgte die Demontage der Gleisanlagen.

Am 27. September 1986 wurde die Personenbeförderung von Götzenhof nach Hilders eingestellt. Güterverkehr fand noch bis Ende 1992 statt, die komplette Stilllegung der gesamten Bahnstrecke Götzenhof–Seiferts erfolgte am 31. Juli 1993. Die Gleise wurden im November 1995 abgebaut.

Viadukt über das Ulstertal in Thaiden

2003 wurde auf der Bahntrasse ab Götzenhof bis Hilders der Milseburgradweg gebaut.

Größte Station an der Strecke war der Bahnhof Hilders mit acht Weichen und 450 m Nebengleisen.

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Frühzeit der Bahn verkehrten drei bis vier Personenzugpaare mit Güterbeförderung täglich, die von einer Tenderlok der Baureihe T 9 bespannt wurden.

Aufgrund des gestiegenen Verkehrsaufkommens und Beschwerden von Reisenden fuhren später nur noch reine Personen- bzw. Güterzüge.

Ab den 1950er Jahren erfolgte der Personenverkehr zunehmend und später überwiegend mit Schienenbussen VT 98, Güterzüge dürften ab den 1960er Jahren mit Dieselloks der Baureihe V 100 bespannt gewesen sein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berthold Seliger: Rhönexpress auf dem Abstellgleis. Fulda 1986.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]