Bahnstrecke Genthin–Schönhausen

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Genthin–Schönhausen
Bahnhof Jerichow 1999
Bahnhof Jerichow 1999
Streckennummer (DB): 6885
Kursbuchstrecke (DB): 264 (1999)
Streckenlänge: 28,6 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Magdeburg
Bahnhof, Station
0,0 Genthin
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Berlin
Brücke über Wasserlauf (groß)
Elbe-Havel-Kanal
   
2,2 nach Milow
   
3,1 Genthin Industriegleis
   
4,4 Genthin A
   
7,8 Genthin Wald
   
9,2 Scharteucke
   
11,9 Redekin
   
von Güsen
   
17,1 Jerichow
   
22,0 Fischbeck (Elbe)
   
nach und von Tangermünde
   
Schönhausen Siedlung
   
1937–1945 Schönhausen Ost
   
von Sandau
   
von Berlin
Bahnhof, Station
28,6 Schönhausen (Elbe)
Strecke – geradeaus
nach Stendal

Die Bahnstrecke Genthin–Schönhausen war eine eingleisige Nebenbahn im heutigen Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Von Genthin aus ist ein kurzer Abschnitt als Bahnhofsgleis des Genthiner Bahnhofs in Betrieb.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 29 Kilometer lange Strecke verband die Kreisstadt Genthin an der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg mit dem Dorf Schönhausen an der Lehrter Bahn. Wichtigster Unterwegshalt war Jerichow, wo sich auch ein Bahnbetriebswerk befand.

Die Strecke verlief meist durch flaches, teilweise bewaldetes Land. Südlichster Streckenpunkt war der Kleinbahnhof Genthin, der unmittelbar nördlich des Bahnhofs Genthin an der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg lag. In Genthin Zuckerfabrik zweigt die ehemalige Strecke nach Milow ab, die heute bis Genthin Nord erhalten geblieben ist. Von dort führte die Strecke nach Schönhausen nordwestwärts, bis sie bei Jerichow den östlichen Rand des Elbe-Urstromtals erreichte. Dort traf sie auf die Bahnstrecke Güsen–Jerichow. Im weiteren Verlauf führte die Strecke bis Schönhausen in Richtung Norden. Der Kleinbahnhof Schönhausen lag unmittelbar südlich des Bahnhofes Schönhausen an der Lehrter Bahn und wurde gemeinsam mit der Bahnstrecke Schönhausen–Sandau genutzt. Zeitweise, als von 1937 bis 1945 ein Haltepunkt Schönhausen Ost bestand, wurde der Kleinbahnhof als Schönhausen Nord bezeichnet.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke wurde am 25. Oktober 1899 als erste Strecke der 1898 gegründeten Genthiner Kleinbahn AG eröffnet. 1944 wurde ein Abzweig von Fischbeck (Elbe) nach Tangermünde eröffnet, so dass eine strategisch wichtige Elbquerung bestand. Zusätzlich wurde eine Verbindungskurve von Tangermünde Richtung Schönhausen gebaut. Nach der Sprengung der Elbbrücke gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde 1946 noch eine am östlichen Elbufer gelegene Station einmal täglich von Fischbeck aus bedient. Am 1. April 1949 wurde die Strecke Genthin–Schönhausen in den Bestand der Deutschen Reichsbahn eingegliedert.[1]

Der Personenverkehr erfolgte seit den 1970er Jahren zumeist mit Schienenbussen, die bis zur Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke verkehrten, zuletzt als Baureihe 771 und 772 bezeichnet. Sie wurden im Bahnbetriebswerk Jerichow unterhalten. 1990 wurde in der Lage des ehemaligen Haltepunktes Schönhausen Ost ein neuer Haltepunkt Schönhausen Siedlung eröffnet. 1995 wurde ein Zweistundentakt eingeführt. Der 29. Mai 1999 war der letzte Betriebstag für Personenzüge.

2008 wurde der Abschnitt Genthin–Genthin Zuckerfabrik ausgebaut. Dabei wurden zwei Kanalbrücken erneuert. Ziel war die Vergrößerung der Durchlässigkeit für Binnenschiffe.[3] Der Gütertarifpunkt Genthin Nord, der zur Bedienung eines Waschmittelwerks der Henkel AG diente, wurde jedoch im Februar 2009 geschlossen.[4] Die Strecke nördlich von Genthin Industriegleis ist seit dem 1. Januar 2005 offiziell stillgelegt und weitgehend abgerissen.

Die Strecke war unter verschiedenen Kursbuchnummern verzeichnet. In der DDR trug sie gemeinsam mit der Strecke Schönhausen–Sandau lange die Nummer 706, bis zum Ende der Bedienung unter Regie der Deutschen Bahn die Nummer 264.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wolfgang Fiegenbaum, Wolfgang Klee: Abschied von der Schiene 1991–1995. transpress, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-71057-9
  2. Kursbuch 1940/41
  3. Bahn-Report, 1/2009
  4. Bahn-Report, 3/2009, S. 45