Bahnstrecke Heimbach–Baumholder

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Heimbach (Nahe) – Baumholder
Streckennummer (DB): 3200
Kursbuchstrecke (DB): 680; 271a (ehemals)
Streckenlänge: 9,080 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Maximale Neigung: 19 
Minimaler Radius: 300 (Weichen: 190) m
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Strecke – geradeaus
Nahetalbahn von Bingen (Rhein) Hbf
Bahnhof, Station
0,0 Heimbach (Nahe)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Nahetalbahn nach Saarbrücken Hbf
Tunnel
1,0 Tunnel Scheidwald (621 m)
Haltepunkt, Haltestelle
2,7 Heimbach (Nahe) Ort
Haltepunkt, Haltestelle
5,4 Ruschberg
Kopfbahnhof – Streckenende
8,9 Baumholder

Die 1912 eröffnete Bahnstrecke Heimbach (Nahe)–Baumholder wird für Güter- und Militärtransporte und seit 14. Dezember 2014 auch wieder im Personenverkehr genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1897 wurde die Genehmigung zum Bau einer Kleinbahn HeimbachBaumholder erteilt. Im Jahre 1902 wurden jedoch die Vorarbeiten eingestellt. 1908 wurde dann ein preußisches Gesetz zum Bau einer Bahn erlassen. Am 15. Dezember 1912 wurde die Strecke eröffnet. Nach dem Bau des Truppenübungsplatzes 1937 bis 1938 erlebte die Strecke einen Aufschwung, insbesondere wurden die Gleisanlagen im Bahnhof Baumholder erweitert. Die Einstellung des Personenverkehrs erfolgte am 31. Mai 1981. Seitdem verkehrt der Omnibus (heute Linie 322 im Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund (RNN)). Am Wochenende fand kein öffentlicher Nahverkehr statt.

Eine Ausnahme war der Rheinland-Pfalz-Tag 2007. Aus diesem Anlass verkehrten von 29. Juni 2007 bis 1. Juli 2007 erstmals seit 1981 wieder Regionalbahnen auf der Strecke.

Die Infrastruktur zwischen dem Abzweig von der Nahetalbahn und dem Endbahnhof Baumholder wurde 2006 durch die Verbandsgemeinde Baumholder vom bisherigen Eigentümer DB Netz erworben. Sowohl der Kaufpreis von 310.000 EUR als auch Investitionen von rund 1,5 Mio. EUR wurden durch das Land Rheinland-Pfalz übernommen. Das jährliche Betriebskostendefizit in Höhe von etwa 100.000 EUR deckten die Hauptnutzer der Strecke, die US Army und die Bundeswehr, im Verhältnis 80:20.[1] Mit der Betriebsführung als Eisenbahninfrastrukturunternehmen beauftragt die Verbandsgemeinde seit 10. Dezember 2006 die RP-Eisenbahn,[2] Eisenbahnverkehrsunternehmen ist üblicherweise DB Schenker Rail.

Der zuständige Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV Süd) hatte in seiner Sitzung am 10. Dezember 2008 beschlossen, die Strecke zum Fahrplanwechsel 2014/2015 im Dezember 2014 für den Personenverkehr zu reaktivieren. Der Personenverkehr sollte am 14. Dezember 2014 aufgenommen werden. Im Rahmen der Ausschreibung des „Dieselnetzes Südwest“ verkehren stündlich Züge zwischen Baumholder und Idar-Oberstein, wobei einige Relationen bis Kirn durchgebunden werden. Die Haltepunkte in Heimbach Ort und Ruschberg werden ebenfalls bedient.[3]

Ende Februar 2012 hat der ZSPNV Süd die geplanten Verkehre an die Regentalbahn vergeben, die dort Fahrzeuge vom Typ Alstom Coradia LINT 54 bzw. 81 einsetzen wird.[4] Die Züge werden von deren Tochtergesellschaft vlexx gefahren. Aufgrund interner Probleme des Betreibers Vlexx wurde allerdings zunächst nur ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.[5] Seit 23. Februar 2015 verkehrt die RB-Linie 34 zwischen Baumholder und Idar-Oberstein täglich im Stundentakt, zu den Hauptverkehrszeiten weiter bis Kirn. Neben dem Personen- und Militärverkehr wird in Baumholder gelegentlich Holz umgeschlagen[6].

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der preußischen Nebenbahn kamen anfänglich die Lokomotiven T 9, G 8 und G 10 zum Einsatz. Später dann Dampfloks der Baureihen 50 und 52, vor Personenzügen 38 und 23. Danach folgten Schienenbusse 795 und 798 im Personenverkehr. Nach 1975 wurden die Militärzüge vorwiegend mit Diesellokomotiven der Baureihen 218 und 211/212 gefahren. 2013 kommen die BR 232 und 290 zum Einsatz. Seit Wiederaufnahme des Personenverkehrs im Februar 2015 kommen Dieseltriebzüge vom Typ Alstom Coradia LINT 54 bzw. 81 der Firma vlexx GmbH zum Einsatz.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rhein-Zeitung vom 29. Dezember 2006
  2. „Europäische Privatbahnen '07“, DVV Media Group, Hamburg, ISBN 978-3-7771-0365-5, S. 295
  3. Schienenstrecke Baumholder – Heimbach wird im Dezember 2014 reaktiviert
  4. http://www.spnv-sued.de/aktuell/aktuelle-pressemitteilungen/news-details/browse/12/article/zspnv-sued-rheinland-pfalz-takt-an-der-nahe-in-rheinhessen-und-der-pfalz-wird-verbessert.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=780&cHash=9b721d138d5e39a8ddb5eed5cf7b987e
  5. http://www.vlexx.de/de/unternehmen/aktuelles/artikel/vlexx-arbeitet-mit-hochdruck-an-verbesserungen Information der Vlexx, abgerufen am 17. Dezember 2014
  6. Lok-Magazin, Ausgabe 9/2015, S. 19

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 49° 37′ 11″ N, 7° 16′ 25″ O