Bahnstrecke Holmestrand–Vittingfoss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Holmestrand–Vittingfoss
Brücke Sundbyfoss über den Sundbyelva 2011
Brücke Sundbyfoss über den Sundbyelva 2011
Strecke der Bahnstrecke Holmestrand–Vittingfoss
Holmestrand–Vittingfossbanen auf einer Landkarte von 1910
Streckenlänge:29,8 km
Spurweite:1067 mm (Kapspur)
Maximale Neigung: 25 
Minimaler Radius:100 m
Betriebsstellen und Strecken[1][2]
   
29,80 Hvittingfoss (ab 1. Okt. 1902), vor 1. Jan. 1922: Vittingfoss 39 moh.
   
Mossåsen
   
22,74 Kleppan (ab 1. Okt. 1902) 120 moh.
   
20,72 Haslestad (ab 1. Okt. 1902) 70 moh.
   
20,55 Lianelven (17 m)
   
Tønsberg–Eidsfossbanen von Eidsfoss
   
19,40 Hof 68 moh.
   
17,10 Sundbyfoss 58 moh.
   
Sundbyfoss bru (20 m)
   
13,40 Hildestad (bis 1926 Hillestad) 44 moh.
   
Tønsberg–Eidsfossbanen nach Tønsberg
   
12,04 Hillestad plattform (1903, ab 1926 Hildestad plattform) 64 moh.
   
9,80 Island, ab 1921 Hynnås (ab 1. Okt. 1902) 95 moh.
   
7,50 Guldhaug (ab 1. Okt. 1902) 133 moh.
   
5,10 Ramberg (ab 1903) 110 moh.
BSicon exSTR+l.svgBSicon exSTRr.svgBSicon .svg
BSicon exSTR.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Vestfoldbanen von Drammen
BSicon exSTR.svgBSicon eABZgl.svgBSicon exSTR+r.svg
(ab 1910)
BSicon exSTR.svgBSicon BHF.svgBSicon exSTR.svg
Holmestrand moh.
BSicon exSTR.svgBSicon STR.svgBSicon exBHF.svg
0,00 Holmestrand privatbanestasjon
BSicon exTUNNEL1.svgBSicon STR.svgBSicon exSTR.svg
2,38 Innlofjellet tunnel (1902, 342 m)
BSicon exSTR.svgBSicon STR.svgBSicon exBHF.svg
1,27 Gausen Bahnbetriebswerk
BSicon exABZg+l.svgBSicon eKRZu.svgBSicon exSTRr.svg
1,53
BSicon exKBSTe.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
1,63 Reversen (kein offizieller Personenhalt)
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Vestfoldbanen nach Tønsberg

Die Bahnstrecke Holmestrand–Vittingfoss (norwegisch Holmestrand–Vittingfossbanen (HVB)) war eine schmalspurige Bahnstrecke in Norwegen. Die am 30. September 1902 eröffnete und am 1. Juni 1938 stillgelegte Strecke führte von Holmestrand in Vestfold nach Hvittingfoss in Buskerud.

Die Grundlage für die Strecke war das Zellstoffwerk Vittingfos Træsliberi (Vittingfos Brug) in Hvittingfoss. Dort wurde der Zellstoff abtransportiert, der aus dem über den Numedalslågen geflößten Holz produziert wurde.

Holmestrand–Vittingfossbanen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holmestrand privatbanestasjon 1910

Der Bau der Strecke durch die private Aktiengesellschaft Holmestrand–Vittingfossbanen wurde am 23. Juli 1886 vom Storting beschlossen.[3] Die Konzession für den Bau der Strecke wurde am 6. Februar 1899 erteilt.[4] Das Aktienkapital der Gesellschaft betrug 684.788 Kronen, der Streckenbau kostete 1,06 Millionen Kronen. Der Staat gewährte dafür ein zinsloses Darlehen.[5]

Die Strecke war in den ersten zehn Jahren sehr profitabel und 1910/1911 betrug der Überschuss 29.713,29 Kronen, das waren 21,75 % der Einnahmen.

Ab 1927 gab es einen gemeinsamen Betriebsleiter für diese Strecke sowie für die ebenfalls private Tønsberg–Eidsfossbanen.

Vestfold Privatbaner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1934 erfolgte der Zusammenschluss der beiden Gesellschaften Holmestrand–Vittingfossbanen und Tønsberg–Eidsfossbanen zur A/S Vestfold Privatbaner. Der Personenverkehr auf der HVB wurde am 27. September 1931 eingestellt. Der Güterverkehr war von 1935 an wegen der Schließung der Vittingfos Brug zeitweise eingestellt, da keine Güter zu befördern waren.

Die Strecke wurde vom Staat 1938 übernommen und am 1. Juni 1938 stillgelegt. Sämtliche Schienen wurden entfernt.

Streckenführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke wurde in zwei Teilen gebaut. Ein Streckenteil führte von Holmestrand nach Hillestad, der zweite von Hof nach Hvittingfoss. Die Verbindung zwischen Hillestad und Hof stellte die ein Jahr zuvor eröffnete Bahnstrecke Tønsberg–Eidsfoss her. Für die Benutzung der Strecke bezahlte die Holmestrand–Vittingfossbanen Miete.[6]

Die Strecke zwischen Holmestrand und Hvittingfoss ist durch große Höhenunterschiede gekennzeichnet. Die Strecke wurde mit einem Anstieg von 25 Promille und einem Kurvenradius von 100 Metern gebaut. Dies reichte nicht aus, um die Höhe zu überwinden. So wurde die Strecke erst nach Reversen geführt. Dort wurden die Züge gewendet, um weitere Höhe zu gewinnen. Reversen war eine Haltestelle und diente ferner zur Be- und Entladung für die dortige Milchfabrik.

Hinunter nach Hvittingfoss führte die Strecke in einer großen Schleife. In Holmestrand hatte die Bahn einen eigenen Bahnhof in der Havnegate am Dr. Graaruds plass.[7]

Die Route nach Holmestrand traf nördlich des Bahnhofes Holmestrand auf die Vestfoldbane, führte weiter an der Küste entlang und erreichte bei der Havnegate Holmestrand privatbanestasjon. Von dort ging es weiter über das heutige Industriegebiet, entlang Backers gate und Hagemannsveien nach Gausen, wo sich das Betriebswerk befand. In Gausen kreuzte die Strecke die Vestfoldbane und endet in Reversen holdeplass in der Vestfoldgate, wo der Zug seine Richtung ändern musste.[8]

Die Fahrzeit zwischen den Stationen betrug über 90 Minuten für eine Strecke von 31 Kilometern. Die Entfernung auf der Straße betrug nur 23 Kilometer, wobei der Zug geringere Steigungen zu überwinden hatte.

Lokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Betrieb der Strecke wurden mehrere Dampflokomotiven beschafft. Einige davon sind hier genannt:

Nummer Name Bauart Achsfolge Hersteller Fabr.-Nr./
Baujahr
Besonderes
HOLMESTRAND Tenderlok 1 D 1 Krauss & Cie, München 4630 /
1901
etwa 1935 ausgemustert[9]
HVITTINGFOSS Tenderlok 1 D 1 Krauss & Cie, München 4647 /
1901
etwa 1935 ausgemustert[10]

1931 waren eine Tenderlokomotive mit drei gekuppelten Achsen, eine Schlepptenderlokomotive mit drei gekuppelten Achsen sowie die beiden oben aufgeführten Tenderlokomotiven mit der Achsfolge 1 D 1 vorhanden.[6]

Reste der Bahnstrecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Strecke und den Gebäuden waren der Bahnhof und der Güterschuppen in Hvittingfoss und der Lokschuppen in Holmestrand erhalten. Allerdings brannte am 27. April 2013 der Bahnhof in Hvittingfoss ab.[11][12]

Der Lokschuppen von Gausen ist intakt und wird als Garage genutzt.[13]

Museumsforeningen Vestfold Privatbaner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich der Hillestad-Schule in Hynnås hat der Verein Museumsforeningen Vestfold Privatbaner 150 Meter Gleis neu aufgebaut.[14] Es wurde eine Kopie des Stationsgebäudes Ramnes der ehemaligen Tønsberg–Eidsfossbanen neu aufgebaut, dazu wurde 2013 mit dem Bau eines kleinen Lokschuppens begonnen. Ein Narvesen-Kiosk ist ebenfalls vorhanden.[15] Das Gleisstück wird für Draisinenfahrten benutzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Asbjørn N. Jakobsen: Små-tog på spinkle skinner gjennem det indre av Vestfold. 1993, ISBN 82-992914-0-2 (norwegisch).
  • Asbjørn N. Jakobsen: Jernbaneminner fra Vestfold. 1996 (norwegisch).
  • Håkon Westby: Holmestrand–Hvittingfossbanen – Den postale historien. Ramnes, Norwegen 2002 (norwegisch, 100-års jubileumshefte).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holmestrand–Vittingfossbanen. geocaching.com, 14. Juni 2013, abgerufen am 24. Februar 2014 (schwedisch).
  2. Thor Bjerke, Finn Holom: Banedata 2004. Data om infrastrukturen til jernbanene i Norge. Hrsg.: Jernbaneverket, Norsk Jernbanemuseum und Norsk Jernbaneklubb Forskningsavdelingen. NJK Forskningsavdelingen, Hamar/Oslo 2004, ISBN 82-90286-28-7, S. 292 (norwegisch).
  3. Aktiebrev Holmestrand–Vittingfossbanen. Abgerufen am 23. Februar 2014 (norwegisch).
  4. NORGES JERNBANER. (PDF) BERETNING FOR ÅRET 1 JULI 1922–30 JUNI 1923. HOVEDSTYRET FOR STATSBANENE, 1924, S. 5, abgerufen am 23. Februar 2014 (norwegisch).
  5. Tillæg 3 til indst. S. XIV. Indstilling fra jernbanekomiteen angaaende bevilgning af yderligere statsbidrag til Holmestrand—Vittingfosbanen samt tilladelse til optagelse af et laan for banens regning m. v. (St. prp. nr. 81). stortinget.no, abgerufen am 23. Februar 2014 (norwegisch).
  6. a b NORGES JERNBANER. (PDF) BERETNING FOR ÅRET 1 JUL! 1930–30 JUNI 1931. HOVEDSTYRET FOR STATSBANENE, 1932, abgerufen am 23. Februar 2014 (norwegisch).
  7. Holmestrand (HVB) stasjon med banens personale og ledelse på plattformen. Digitalt Museum, abgerufen am 23. Februar 2014 (norwegisch).
  8. Kartanimasjon fra Holmestrand. Museumsforeningen Vestfold Privatbaner, 2009, abgerufen am 23. Februar 2014 (norwegisch, Kartenanimation der Strecke).
  9. Lok HOLMESTRAND. Abgerufen am 24. Februar 2014 (dänisch).
  10. Lok HVITTINGFOSS. Abgerufen am 24. Februar 2014 (dänisch).
  11. Mona Sandviken: Ingen mistanke om at brannen er påtent. Den gamle stasjonsbygningen i Hvittingfoss brant ned i går kveld. laagendalsposten.no, 27. April 2013, abgerufen am 24. Februar 2014.
  12. Brann i stasjonsbygning i Hvittingfoss 27. april 2013. Abgerufen am 24. Februar 2014 (Video).
  13. Nils Carl Aspenberg: Glemte spor: boken om sidebanenes tragiske liv. Baneforlaget, Oslo 1994, ISBN 82-91448-00-0.
  14. Tønsberg–Eidsfossbanen og Holmestrand–Vittingfossbanen. (Nicht mehr online verfügbar.) Norske jernbanestasjoner, archiviert vom Original am 12. April 2012; abgerufen am 26. August 2019 (norwegisch).
  15. Museumsforeningen Vestfold Privatbaner. Norske jernbanestasjoner, abgerufen am 26. August 2019 (norwegisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Holmestrand–Vittingfossbanen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien