Bahnstrecke Hostašovice–Nový Jičín horní nádraží

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Hostašovice–Nový Jičín horní nádraží[1][2]
Kursbuchstrecke (SŽDC): 326 (2009)
Streckenlänge: 10,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: C3
Maximale Neigung: 18 
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Strecke – geradeaus
von Kojetín (vorm. KFNB)
Bahnhof, Station
0,000 Hostašovice früher Hotzendorf
   
nach Český Těšín (vorm. KFNB)
   
3,033 Mořkov früher Murk
   
5,190 Hodslavice früher Stranik-Hotzendorf
   
6,245 vlečka VOP 012
   
7,804 Bludovice früher Blauendorf
   
10,157 Nový Jičín horní nádraží früher Neutitschein Nordbf

Die Bahnstrecke Hostašovice–Nový Jičín horní nádraží war eine Nebenbahn („regionální dráha“)[3] in Tschechien, die ursprünglich von der k.k. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn (KFNB) als Lokalbahn Hotzendorf–Neutitschein erbaut und betrieben wurde. Sie verlief von Hostašovice (Hotzendorf) nach Nový Jičín (Neutitschein).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konzession für die Lokalbahn Hotzendorf–Neutitschein erhielt die KFNB am 19. März 1888 gemeinsam mit den Strecken Drösing–Zistersdorf, Göding–Aerialtabakfabrik, Rohatetz–Strassnitz und Goleschau–Ustron. Teil der Konzession war die Verpflichtung, die Strecke bis zum 30. Juni 1889 fertigzustellen und „dem öffentlichen Verkehre zu übergeben“. Ausgestellt war die Konzession bis zum 31. Dezember 1975.[4] Eröffnet wurde die Strecke am 1. Juni 1889. Den Betrieb führte die KFNB selbst aus.

Nach der Verstaatlichung der KFNB am 1. Jänner 1906 gehörte die Strecke zum Netz der k.k. Staatsbahnen (kkStB). Ab 1. Jänner 1907 übernahmen die kkStB auch die Betriebsführung. Im Jahr 1912 wies der Fahrplan der Lokalbahn fünf gemischte Zugpaare 2. und 3. Klasse aus. Sonn- und feiertags kam ein weiteres hinzu. Sie benötigten für die elf Kilometer lange Strecke in Richtung Neutitschein zwischen 32 und 36 Minuten.[5]

Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Strecke zu den neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD). Der Winterfahrplan von 1937/38 war gegenüber dem Fahrplan von 1912 nur wenig verändert. Es verkehrten täglich sechs Reisezugpaare 3. Klasse.[6]

Haltestelle Mořkov (2012)

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 lag der größte Teil der Strecke auf nunmehr deutschem Staatsgebiet. Die Betriebsführung übernahm die Neutitscheiner Lokalbahn. Im Reichskursbuch war die Verbindung nun als Kursbuchstrecke 151k Hotzendorf–Neutitschein Süd enthalten.[7] Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Strecke wieder vollständig zu den ČSD.

Am 1. Januar 1993 ging die Strecke im Zuge der Auflösung der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC).

Am 24. Juni 2009 wurde die Strecke bei einem Hochwasser schwer beschädigt. Der Bahnbetrieb musste eingestellt werden. Nach längeren Diskussionen lehnte der staatliche Infrastrukturbetreiber Správa železniční dopravní cesty eine Reparatur der Strecke ab, da von Seiten des zuständigen ÖPNV-Aufgabenträgers Moravskoslezský kraj keine längerfristige Bestellgarantie abgegeben wurde. Die nötigen Investitionen wurden seinerzeit auf 82 bis 90 Millionen Kronen geschätzt. Die Auslastung der Züge vor dem Hochwasser war niedrig, zudem sparte der Moravskoslezský kraj mit dem Ersatz der Züge durch Autobusse etwa vier Millionen Kronen jährlich. Um die Erneuerung des Bahnverkehrs bemühte sich vor allem die Stadt Nový Jičín, die anderen Orte favorisierten hingegen die Stilllegung der Strecke und den Bau eines Bahntrassenradwegs.[8]

Im letzten gültigen Jahresfahrplan 2008/2009 fuhren werktags acht Personenzugpaare, die für die Gesamtstrecke etwa 16–18 Minuten benötigten. Sonntags gab es sechs Fahrtmöglichkeiten.[9]

Heute ist die Strecke abgebaut. Am 26. September 2014 wurde auf der ehemaligen Trasse ein Radweg eröffnet.[10][11]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Railway line 326 (Czech Republic) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zdeněk Hudec u.a.: Atlas drah České republiky 2006-2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  2. Artarias Eisenbahnkarte von Österreich-Ungarn und den Balkanstaaten, mit Stationsverzeichnis; Artaria & Co., Wien 1913
  3. Beschluss der tschechischen Regierung vom 20. Dezember 1995
  4. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder vom 28. April 1888
  5. Fahrplan 1912 der kkStB - gültig ab 1. Mai 1912
  6. Winterfahrplan 1937/38 der ČSD - gültig ab 3. Oktober 1937
  7. Deutsches Reichskursbuch - Jahresfahrplan 1944/45, Teil 1, S. 161 (Kursbuchtabellen 151f bis 151m)
  8. Trať Nový Jičín – Hostašovice definitivně končí - zpráva ČT24 vom 22. April 2010
  9. Jahresfahrplan 2008/2009 der ČD - gültig ab 14. Dezember 2008
  10. Radweg CZ13 auf www.bahntrassenradeln.de
  11. http://www.cyklostezka-koleje.cz/