Bahnstrecke Kiel Süd–Schönberger Strand

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Kiel Süd–Schönberger Strand
Streckenverlauf
Streckennummer (DB):9107 Kiel Süd–Schönberg
9108 Schönberg–Schönberger Strand
Kursbuchstrecke (DB):133 Kiel Hbf–Kiel-Oppendorf
12131Kiel–Schönberg–Schönberger Strand
Streckenlänge:24,1 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:Kiel-Gaarden–Kiel-Oppendorf: D4
Kiel-Oppendorf–Schönberg (Holst): C2
Schönberg (Holst)–Schönberger Strand: B1
Maximale Neigung: Kiel-Gaarden–Kiel-Oppendorf: 16,67 ‰
Kiel-Oppendorf–Schönberg (Holst): 21,85 
Minimaler Radius:Kiel-Gaarden–Kiel-Oppendorf: 200 m
Kiel-Oppendorf–Schönberg (Holst): 250 m
Höchstgeschwindigkeit:Kiel-Gaarden–Kiel-Oppendorf: 80 km/h
Kiel-Oppendorf–Schönberg (Holst): 30 km/h
Zugbeeinflussung:Kiel-Gaarden–Kiel-Oppendorf: PZB 90
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0,157 Kiel Süd
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von Kiel Hbf
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von Meimersdorf
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Übergabegleis
BSicon BST.svgBSicon STR.svg
0,700 Kiel Hbf (Ss) (Abzw)
BSicon ABZgr.svgBSicon STR.svg
nach Kiel-Wellsee
BSicon ABZgr.svgBSicon STR.svg
nach Neustadt (Holst)
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0,750 Infrastrukturgrenze DB Netz/AKN
BSicon STR.svgBSicon EIU.svg
0,800 Infrastrukturgrenze Kiel Seehafen/AKN
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0,885 Kiel Süd (Ss) (Abzw)
nach Segeberg
1,000 Kiel-Gaarden (seit 1954)
1,200 Kiel-Gaarden Bk
1,851 Kiel-Gaarden BZ-Grenze
2,559 Kiel Schulen am Langsee
3,722 Kiel-Ellerbek
5,300 Kiel-Wellingdorf
5,710 Coop (Awanst)
6,400 Schwentine (75 m)
6,900 Oppendorf (seit 1955)
7,149 nach Kiel Ostuferhafen
8,400 Schönkirchen
9,900 Landgraben
12,400 Trensahl
12,500 nach Laboe (bis 1945)
13,400 Hagen (Holst)
13,500 Hagener Au (5,5 m)
14,100 Probsteierhagen
16,000 Passade
18,000 Fiefbergen
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19,600
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Schönberg (alter Bahnhof)
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20,200 Schönberg (Holst) (seit 1914)
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20,586 Infrastrukturgrenze AKN/VVM
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21,700 Stakendorf
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24,100 Schönberger Strand

Quellen: [1][2][3][4][5][6][7]

Die Bahnstrecke Kiel Süd–Schönberger Strand ist eine 24 Kilometer lange, eingleisige und nicht elektrifizierte Nebenbahn in Schleswig-Holstein. Sie führt von der Landeshauptstadt Kiel über Schönkirchen und Probsteierhagen zum Ostseebad Schönberg (Holstein).

Die Kleinbahn-AG Kiel–Schönberg nahm die Strecke von Kiel Kleinbahnhof nach Schönberg (Holst) 1897 als Kiel–Schönberger Eisenbahn (kurz KSE) in Betrieb und verlängerte die Kleinbahn 1914 nach Schönberger Strand. Die Strecke ist im Volksmund als Hein Schönberg bezeichnet. Der Abschnitt Kiel Süd–Oppendorf wird nach dem gleichnamigen Fluss zusammen mit der Bahnstrecke Kiel-Oppendorf–Kiel Ostuferhafen auch als Schwentinebahn oder Schwentine-Bahn (kurz SB) bezeichnet.[8][9][10]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inbetriebnahme und Betrieb bis zum Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorzugsaktie über 1000 Mark der Kleinbahn-AG Kiel–Schönberg vom 4. Februar 1905

Die Bahnstrecke wurde von Lenz & Co GmbH erbaut und ging 1897 als Kleinbahn[11] in Betrieb.

Am 22. Juli 1910 wurde die 4,2 Kilometer lange Anschlussbahn nach Neumühlen-Dietrichsdorf[12] (heute Kiel Ostuferhafen) zum Ostufer der Kieler Förde in Betrieb genommen. Diese diente in früheren Zeiten der Belieferung der 1983 aufgegebenen Howaldtswerke sowie des Marineöldepots in Mönkeberg. Die Anschlussbahn versorgte von 1970[11] bis 2021 das Gemeinschaftskraftwerk Kiel und seit den 1980er-Jahren den Ostufer-Containerhafen.

Die Verlängerung der Strecke um vier Kilometer von Schönberg nach Schönberger Strand und der neue Durchgangsbahnhof in Schönberg zur Umfahrung des alten Kopfbahnhofs gingen am 18. Juni 1914 in Betrieb. Der Kopfbahnhof wurde als Güterbahnhof weitergenutzt.

Eine zweite, mit rund fünf Kilometern etwas längere Anschlussbahn existierte von Trensahl bis zum Marineartilleriearsenal Laboe. Darüber hinaus wurden während des Zweiten Weltkrieges mehrere Flugabwehrstellungen in der Probstei mit der Bahn erschlossen. In Stakendorf und Fiefbergen waren dafür Gleisanschlüsse vorhanden. Die daraus resultierende militärische Bedeutung führte zu größeren Zerstörungen, so dass der Betrieb 1945 zeitweise zum Erliegen kam.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz steigender Fahrgastzahlen konnte kein Überschuss mehr erwirtschaftet werden. Betriebsmittelpunkt war der Bahnhof Schönberg mit einem zweigleisigen Lokomotivschuppen, größere Untersuchungen wurden in der Werkstatt der Kleinbahn Kiel–Segeberg in Bornhöved durchgeführt.

1963 wurde die Bahn von Kleinbahn-AG Kiel–Schönberg umbenannt in Kiel–Schönberger Eisenbahn KSE (KSE war bis 1961 die Abkürzung für die Betriebsmittelpunkt) und 1966 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt, an der die Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft (DEG) keine Anteile mehr hielt. Der Betriebsführungsvertrag mit der DEG wurde noch einige Jahre fortgeführt. Kurz darauf wurde die Verwaltung und Betriebsleitung der KSE mit dem 1965 gegründeten Busunternehmen Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP) zusammengelegt.

Der Abschnitt Schönberg–Schönberger Strand ist seit 1983 im Eigentum der Gemeinde Schönberg.[11]

Seit 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem es 2007 Verhandlungen mit den VKP betreffend einer Übernahme oder Pachtung der Strecke durch den VVM von Schönberg bis Schönkirchen gegeben hatte, einigte man sich mit der LVS, dem Landesverkehrsministerium und der VKP, die Betriebsführung zwischen Schönkirchen und Schönberg bis auf weiteres bei der VKP zu belassen. Im Winter 2007/2008 wurden umfangreiche Ausbesserungsarbeiten zwischen Landgraben und Passade durchgeführt, um die Befahrbarkeit der Gleise für die nächsten Jahre zu sichern. Im Zuge dieser Arbeiten wurde im März 2008 die Zufahrt in den alten (ersten) Bahnhof Schönberg (Holstein) abgebrochen.[11] Das Bahnhofsgelände wurde in der Folge mit einem Supermarkt und Parkplätzen überbaut.

Seit 2007 ist der Abschnitt Kiel Süd–Oppendorf[11] wie auch der Anschluss Oppendorf–Kiel Ostuferhafen im Eigentum der Seehafen Kiel.

Der Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn (VVM) ist heute der Eigentümer des Streckenabschnittes Schönberg–Schönberger Strand.

Die NAH.SH (vormals „Landesweite Verkehrsservicegesellschaft LVS“) plante, die Strecke Kiel–Schönberger Strand im Rahmen des Projektes StadtRegionalBahn Kiel zu reaktivieren. Dabei ist ein kombiniertes Bus-Bahn-Angebot vorgesehen, mit dem kleinere Gemeinden mittels Zubringerverkehr an die Bahnhöfe der Strecke angebunden werden. Die Fahrtzeit würde sich mit 30 Minuten im Vergleich zu den heutigen Busfahrzeiten halbieren.

Im Frühjahr 2013 gründete sich eine Bürgerinitiative gegen die Reaktivierung der Kiel–Schönberger Eisenbahn.[13] Insbesondere Bürger aus Probsteierhagen und weiteren kleineren Dörfern der Probstei befürchten eine schlechtere Anbindung ihrer Orte, erhöhten Verkehrslärm und eine steigende Unfallgefahr. Dem steht ein geplantes Bus-Bahn-Konzept gegenüber, dessen Buslinie die kleineren Orte weiterhin erschließen soll.

Die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft Schleswig-Holstein (LVS) gab Mitte April 2013 bekannt, dass sie die Vorentwurfsplanungen für die Reaktivierung der Strecke zu großen Teilen fertiggestellt hat. Ab Herbst 2013 sollte mit dem 30 Millionen Euro teuren Ausbau begonnen werden. Die Höchstgeschwindigkeit sollte auf 80 km/h, teilweise auf 100 km/h, erhöht werden. Hierzu müssen zwei Abschnitte neu trassiert werden. Dabei soll die Strecke mit drei Kreuzungsbahnhöfen ausgestattet werden. Nach dem erfolgten Ausbau sollten ab Dezember 2016 Züge im Stundentakt zwischen dem Kiel Hauptbahnhof und Schönberger Strand verkehren.[14]

Ab Juli 2013[15] wurde der neue Haltepunkt Kiel Schulen am Langsee am Bahnübergang an der Preetzer Straße errichtet, am 30. August 2013 eröffnet und der planmäßige Verkehr mit einem morgendlichen Zug am 2. September aufgenommen.[16][17][11] Er sollte bereits im Oktober 2012 reaktiviert werden, um den Schülerverkehr auf dem Teilstück Innenstadt–Regionales Bildungszentrum Technik (RBZ) auf die Schiene zu verlagern.[18] Diese Maßnahme konnte jedoch nicht rechtzeitig umgesetzt werden.[19]

Zu Jahresbeginn 2014 pachtete die AKN Eisenbahn die Teilstrecke Kiel-Gaarden–Oppendorf von der Seehafen Kiel GmbH und begann als Infrastrukturbetreiber[20][21] mit der Instandsetzung im Kieler Stadtgebiet[11] Hintergrund war die geplante Betriebsaufnahme auf der Strecke bis Schönberger Strand durch die NAH.SH. Die Zugleistungen sollten zunächst durch DB Regio erbracht werden. Dazu wurden ab 2016 in Ellerbek und Oppendorf zwei neue Haltepunkte errichtet,[11] daneben sollten technische Erneuerungen der Strecke mit einem elektronischen Stellwerk (ESTW), neuer Signaltechnik in Oppendorf sowie neuer Sicherungstechnik der Bahnübergänge mit Lichtzeichenanlagen mit Halbschranken erfolgen.

Am 30. August 2016 fand der Spatenstich zum Neubau des Haltepunktes Ellerbek statt.[22][11]

Bahnhof Oppendorf

Zur Kieler Woche im Juni 2017 wurden die teilweise verlegten und neu mit einem 76 cm hohen und 100 m langen Bahnsteig versehenen Haltepunkte Kiel-Ellerbek und Oppendorf in Betrieb genommen.[23]

Im März 2019 wurde bekannt, dass der weitere Ausbau zwischen Oppendorf und Schönberg mit bisher nicht bekannten Kosten verbunden ist. So besteht der Unterbau der Strecke aus Sand und nicht aus einem Schotterbett, so dass dieser gesamte Unterbau erneuert werden müsste. Dies würde die geplanten Kosten von 35 auf 50 Millionen Euro steigern. Die Vorarbeiten für die Reaktivierung der Strecke waren nahezu abgeschlossen. Nach dem Planfeststellungsbeschluss würden die Ausbauarbeiten für Haltepunkte und Gleisarbeiten im Herbst 2020 anlaufen. Der Termin für die Einführung des Stundentakts wurde mit frühestens 2022 angegeben.[24]

Eine erneute Untersuchung ergab, dass das entscheidende Nutzen-Kosten-Verhältnis bei 1,2 (zuvor 1,3) liegt und somit weiterhin positiv hinsichtlich der Zuschüsse ist. Laut der Gutachter wurden weitere Sparmöglichkeiten betrachtet. So sollen zwei Züge reichen, um den Verkehr auf der 25 Kilometer langen Strecke betreiben zu können. Kostensenkend wirkt der Einsatz moderner Triebwagen, die das Land als Batterie-Züge beschaffen möchte. Die Gutachter gehen zudem davon aus, dass möglicherweise mehr als die bisher kalkulierten 2200 Fahrgäste täglich einsteigen.[25]

Im Mai 2020 wurden die ab Fahrplanwechsel 2022/2023 auf dieser Strecke zu erbringenden Regionalverkehrsleistungen ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE).[26]

Obwohl auf der gesamten Strecke seit Anfang 2021 umfangreiche Sanierungsmaßnahmen stattfanden, war der angestrebte Termin mangels Planungskapazität nicht haltbar und wurde auf 2024 verschoben.[27]

Bahnhof Schönberger Strand als Drehort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Schönberger Strand wurde 1978 für die Dreharbeiten der Fernsehserie Die Buddenbrooks kurzzeitig zum Lübecker Hauptbahnhof. Ein Bahnsteigdach ist eine bis heute stehen gebliebene Filmkulisse.[28] Für die Fernseh-Adaption der Radio-Comedy-Serie Stenkelfeld im NDR-Fernsehen diente der Bahnhof Schönberger Strand Mitte der 1990er Jahre als Drehort.[29]

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Oppendorf – bis 2011 Schrankenposten

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke verläuft von Kiel über Gaarden Süd (aufgelassen), Kiel Schulen am Langsee, Ellerbek, Wellingdorf, Oppendorf, Schönkirchen, Landgraben, Muxall, Trensahl, Hagen, Probsteierhagen, Passade, Fiefbergen und Schönberg (Holstein) nach Schönberger Strand.

Südlich der Schwentine verläuft die Trasse größtenteils parallel zum Ostring (Bundesstraße 502) im Grüngürtel zwischen Schwanensee- sowie Stadtrat-Hahn-Park und den Kleingartenkolonien von Gaarden und Wellingdorf.[11]

Bei km 7,149 (Lage) im Bahnhof Oppendorf zweigt die Anschlussbahn Oppendorf–Kiel Ostuferhafen zum Ostufer der Kieler Förde ab. Beim Haltepunkt Trensahl (Lage) begann die Anschlussbahn zum Marineartilleriearsenal Laboe. Bei km 19,6 (Lage) zweigte die ehemaligen Trasse zum ersten Bahnhof Schönberg ab.

Kunstbauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwentinebrücke
Schwentinebruecke der Kiel-Schoenberger Eisenbahn.jpg
1975
Schwentinebruecke 2018 (4).jpg
Dezember 2018


Das einzige größere Kunstbauwerk der Strecke ist die 72 Meter lange und 12 Meter hohe Brücke über die Schwentine (Lage) zwischen Wellingdorf und Oppendorf. Sie wurde als genietete Stahlfachwerkbrücke auf zwei Strompfeilern errichtet. Nach einer statischen Überprüfung wurden im Oktober 2018 aufgrund des Endes der Lebensdauer nach rund 120 Jahren für 2,1 Millionen Euro die Unterbauten saniert und durch Stahlbetonkopfbalken verstärkt sowie die drei Brückenfelder durch ähnlich aussehende geschweißte und geschraubte Stahlfachwerkkonstruktionen ersetzt.[30][11][31]

Fahrzeugeinsatz und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1914 setzte die Kleinbahn-AG Kiel–Schönberg werktags sieben und sonntags sechs Personenzugpaare zwischen Kiel und Schönberg ein. Mit Eröffnung des Streckenabschnitts verkehrten die Züge ab dem 18. Juni 1914 bis Schönberger Strand.[32]

Im Kursbuch 1944 waren werktags vier und sonntags zwei Personenzugpaare zwischen Kiel Kleinbahnhof und Schönberg verzeichnet, davon ein Zugpaar nur auf besondere Anordnung weiter bis Schönberger Strand.[33]

Ab 1953 wurde der Dieselbetrieb mit von Maschinenbau Kiel beschafften Großraumdieseltriebwagen des Typs GDT, genannt Silberlachs, aufgenommen und ab 1954 wieder über eine neue Gleisverbindung zur Bahnstrecke Kiel–Lübeck Kiel Hauptbahnhof als neue Endstation statt dem Kleinbahnhof angefahren.[11] Zuvor endeten die Züge seit 1911 im gemeinsam mit der Kiel–Segeberger Eisenbahn (KSE) genutzten Kleinbahnhof in Gaarden Süd.

1966 wurden sonntags sieben Zugpaare gefahren, im Juli und August zusätzlich drei Eilzug-Paare, die nur in Kiel und in Schönberg hielten. Bei schönem Wetter kamen außer den eigenen Fahrzeugen auch fünf bis sechs angemietete n-Wagen (Silberlinge) der Deutschen Bundesbahn zum Einsatz. Es wurden jährlich etwa 600.000 Fahrgäste und 100.000 Tonnen Güter befördert. Der Güterverkehr wurde aber hauptsächlich durch die Bedienung des Ostuferhafens und des Anschlusses nach Dietrichsdorf erbracht.

MaK GDT im März 1974 in Schönberger Strand

Der reguläre Personenverkehr mit den MaK-Triebwagen endete am 31. Mai 1975. Das danach werktäglich verkehrende Zugpaar mit Diesellok V61 und Beiwagen 181 (ein zum Beiwagen umgebauter GDT der ehemaligen Kiel–Segeberger Kleinbahn) verkehrte noch bis zum 16. Januar 1981.

Nach der Aufgabe des Streckenabschnitts Schönberg–Schönberger Strand durch die KSE 1975 verkehren seit 1976 in den Sommermonaten Züge des Vereins Verkehrsamateure und Museumsbahn (VVM) als Museumseisenbahn.[11] Zum Bestand gehören unter anderem die ehemaligen Wagen 1 und 15 der KSE. Am Endbahnhof Schönberger Strand wurde 1993 zusätzlich eine Museumsstraßenbahn errichtet.

Nach 1981 wurde nur Güterverkehr zum Ostuferhafen[11] durch die Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP) durchgeführt und die Strecke Schönkirchen–Schönberg bis 2006 für Lokleerfahrten zum Depot in Schönberg genutzt. Mit Übernahme der Verkehrsleistungen zum Ostuferhafen durch die Seehafen Kiel (SK) trennte sich die VKP 2006 von ihrem letzten Eisenbahnfahrzeug, der V155 des Typs MaK G 1205 BB.

Von 2009 bis 2012 wurde die Strecke von Kiel bis Schönberger Strand zusätzlich von DB Regio von Juli bis September an ausgewählten Wochentagen und Uhrzeiten (beispielsweise anlässlich der Kieler Woche) mit Triebwagen und teilweise mit beigestellten Wagen der Museumsbahn befahren.[34][35] Aber auch seitdem verkehren zur Kieler Woche am Wochenende durchgehende Züge auf der Strecke, 2017 im Zweistundentakt.[36]

Zwischen Kiel Hauptbahnhof und Oppendorf verkehren seit dem 4. September 2017 täglich im Stundentakt Regionalbahn-Züge der Regionalbahn Schleswig-Holstein unter der Linienbezeichnung RB 76.[11][37]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Elsner: 100 Jahre Kiel-Schönberger Eisenbahn (= Historische Schriftenreihe des VVM. Band 14). Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn, Plön 1997, ISBN 978-3-923999-14-9.
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 12: Schleswig-Holstein 1 (östlicher Teil). EK-Verlag, Freiburg 2010, ISBN 978-3-88255-671-1, S. 215–240.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Kiel–Schönberger Strand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schienennetz-Nutzungsbedingungen – Besonderer Teil (SNB-BT). AKN Eisenbahn, 1. November 2020, S. 12–13 (akn.de [PDF; 124 kB; abgerufen am 26. Juli 2022]).
  2. Besondere Schienennetz-Benutzungsbedingungen (SNB - BT). VVM-Museumsbahn-Betriebsgesellschaft, 2020, S. 2 (vvm-museumsbahn.de [PDF; 55 kB; abgerufen am 27. Juli 2022]).
  3. Stammdatenliste. (XLSX; 2,3 MB) DB Netze, abgerufen am 30. März 2022.
  4. Trassenfinder
  5. Meßtischblatt 426: Gr. Flintbek. Karte im Maßstab 1:250 000. Reichsamt für Landesaufnahme, Berlin 1925 (deutschefotothek.de [abgerufen am 27. Juli 2022]).
  6. Bundesbahndirektion Hamburg. Karte im Maßstab 1:450 000. Ausgabe B. Deutsche Bundesbahn, September 1956 (blocksignal.de [abgerufen am 27. Juli 2022]).
  7. Bundesbahndirektion Hamburg. Karte im Maßstab 1:300 000. Ausgabe A. Zentrale Tronsportleitung, November 1984 (blocksignal.de [abgerufen am 27. Juli 2022]).
  8. Schwentinebahn (SB) Örtliche Richtlinie. Seehafen Kiel, 2008 (port-of-kiel.de [PDF; abgerufen am 18. September 2009]).@1@2Vorlage:Toter Link/www.port-of-kiel.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  9. Berthold Hertzfeldt (Hrsg.): Güterstrecken in und um Kiel – Die Schwentinebahn. In: Eisenbahn-Nord. Abgerufen am 29. Juli 2022.
  10. Schienennetz-Benutzungs-Bedingungen Der Seehafen Kiel – Besonderer Teil – (SNB-BT). Seehafen Kiel, 2009.
  11. a b c d e f g h i j k l m n o Die Bahnstrecke Kiel‒Schönberger Strand ~ Eine Bilddokumentation zum Stand der Reaktivierung im ÖPNV. (PDF) Fachhochschule Kiel, 2018, abgerufen am 27. Juli 2022.
  12. Übersichtskarte des Reichsbahndirektionsbezirks Altona. Maßstab 1:600 000. Deutsche Reichsbahn, 1. Januar 1935 (blocksignal.de [abgerufen am 27. Juli 2022]).
  13. Astrid Schmidt: Probsteier gegen Bahn-Pläne. In: Kieler Nachrichten. Kieler Zeitung Verlags- und Druckerei, 3. März 2013, archiviert vom Original am 8. September 2014; abgerufen am 29. Dezember 2015.
  14. Vorentwurfsplanung für Bahnstrecke Kiel–Schönberg ist fertig. In: Nahverkehr Hamburg. 19. April 2013, abgerufen am 3. August 2017.
  15. Christian Hinkelmann (Hrsg.): Bauarbeiten für Bahnhalt Kiel Schulen am Langsee beginnen. In: Nahverkehr Hamburg. 9. Juli 2013, abgerufen am 27. Juli 2022.
  16. Christian Hinkelmann (Hrsg.): Kiel-Gaarden hat ab heute wieder Bahn-Anschluss. In: Nahverkehr Hamburg. 30. August 2013, abgerufen am 27. Juli 2022.
  17. Neuer Haltepunkt Kiel Schulen am Langsee eröffnet - Schwentinebahn - Strecke Kiel - Schönberg (Holst.). In: Drehscheibe Online. 30. August 2013, abgerufen am 27. Juli 2022.
  18. Lukas Knipping: Neuer Haltepunkt Kiel – Schulzentrum Gaarden. Archiviert vom Original am 8. September 2014; abgerufen am 29. Dezember 2015.
  19. NahverkehrHAMBURG, 31. August 2012, Teil-Reaktivierung von alter Bahnstrecke verzögert sich
  20. AKN übernimmt Gleistrasse von der Seehafen Kiel. 23. Januar 2014, abgerufen am 26. Januar 2014.
  21. AKN übernimmt Gleistrasse von Seehafen Kiel GmbH. Bahnreaktivierung Schönberger Strand. 24. Januar 2014, abgerufen am 26. Januar 2014.
  22. Bauarbeiten an der Bahnstrecke Kiel-Schönberger Strand starten. In: nah.sh. 30. August 2016, abgerufen am 31. August 2016.
  23. Lukas Knipping: KiWo 2017: Premiere für zwei neue Stationen in Kiel. In: nah.sh. 14. Juni 2017, abgerufen am 3. August 2017.
  24. Ulf Billmayer-Christen: Stoppt das Land die Schönberg-Bahn? In: Kieler Nachrichten. Kieler Zeitung Verlags- und Druckerei, 8. März 2019, archiviert vom Original am 31. März 2019; abgerufen am 27. Juli 2022.
  25. Ulf Billmayer-Christen: Grünes Licht für Hein Schönberg. In: Kieler Nachrichten. Kieler Zeitung Verlags- und Druckerei, 13. Juni 2019, abgerufen am 26. Juni 2019.
  26. Drei Verkehrsunternehmen sollen im Akkunetz fahren. NAH.SH, 11. Februar 2021, abgerufen am 12. April 2021.
  27. Planer haben keine Zeit für „Hein Schönberg“. In: kn-online.de. 21. April 2021, abgerufen am 22. April 2021.
  28. Die Museumseisenbahn Schönberger Strand – Schönberg (Holstein). Abgerufen am 27. Juli 2022.
  29. Detlev Gröning, Harald Wehmeier: Stenkelfeld „Neue Bahntarife“. Norddeutscher Rundfunk, abgerufen am 13. Juli 2020.
  30. Neuer Stahl in altem Look – Eisenbahnbrücke über die Schwentine wird durch Neubau ersetzt. In: Kieler Express. Kieler Zeitung Verlags- und Druckerei, 19. Oktober 2018, archiviert vom Original am 23. Dezember 2018; abgerufen am 27. Juli 2022.
  31. Grundinstandsetzung Schwentinebrücke. Böger + Jäckle Gesellschaft Beratender Ingenieure, abgerufen am 27. Juli 2022.
  32. Hendschels Telegraph – Eisenbahn-Kursbuch Deutschland, Oesterreich, Schweiz. Kleine Ausgabe Nr. 3. M. Hendschel, Frankfurt am Main Mai 1914, S. 532, Kursbuchtabelle 2435 Kiel–Schönberger Strand (deutsches-kursbuch.de [abgerufen am 27. Juli 2022]).
  33. Deutsches Kursbuch. Jahresfahrplan 1944/45. Deutsche Reichsbahn, Berlin, S. 33, Kursbuchtabelle 113 s Kiel–Schönberger Strand (pkjs.de [abgerufen am 27. Juli 2022]).
  34. Kiel: Mit DB Regio zum Schönberger Strand. eisenbahn-kurier.de, 9. Juli 2011, abgerufen am 26. Januar 2014.
  35. Fahrplan 2012: Kiel–Schönberg–Schönberger Strand. (PDF) bahn.de, archiviert vom Original am 21. Dezember 2014; abgerufen am 26. Januar 2014.
  36. http://www.nah.sh/assets/Uploads/Sonderfahrplan-KiWo-2017-web.pdf Fahrplan 2017, abgerufen am 11. August 2017.
  37. Volker Rebehn: Oppendorf hat jetzt wieder Anschluss. In: kn-online.de. 4. September 2017, abgerufen am 5. September 2017.