Bahnstrecke Landquart–Davos Platz

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Landquart–Davos Platz
Strecke der Bahnstrecke Landquart–Davos Platz
Fahrplanfeld:910 und 941
Streckenlänge:49,978 km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Stromsystem:11 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 45 
Strecke – geradeaus
von Thusis
Bahnhof, Station
0,000 Landquart 523 m ü. M.
Bahnhof, Station
2,072 Malans 536 m ü. M.
Tunnel
Klus (984 m)
Haltepunkt, Haltestelle
6,732 Seewis-Valzeina 593 m ü. M.
Bahnhof, Station
7,905 Grüsch 630 m ü. M.
Brücke (mittel)
Mundatisch (86 m)
Bahnhof ohne Personenverkehr
8,910 Schiers Nord 613 m ü. M.
Bahnhof, Station
11,457 Schiers 654 m ü. M.
Tunnel
Fuchsenwinkel (785 m)
Bahnhof ohne Personenverkehr
14,854 Fuchsenwinkel 715 m ü. M.
Bahnhof, Station
15,393 Furna 715 m ü. M.
Bahnhof, Station
16,741 Jenaz 723 m ü. M.
Bahnhof, Station
18,202 Fideris 744 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf (groß)
Landquart III (76 m)
Bahnhof, Station
21,443 Küblis 810 m ü. M.
Tunnel
Küblis (215 m)
Bahnhof ohne Personenverkehr
Capäls
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Saas (88 m)
Bahnhof, Station
24,595 Saas 935 m ü. M.
   
27,695 Serneus 1028 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf (groß)
Saaseralpbach (60 m)
Bahnhof, Station
30,653 Klosters Dorf 1124 m ü. M.
Bahnhof, Station
32,436 Klosters Platz 1191 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf (groß)
Landquart Klosters (71 m)
   
Vereinastrecke nach Sagliains
Tunnel
Klosters (402 m)
Tunnel
Cavadürli (334 m)
Bahnhof, Station
36,623 Cavadürli 1352 m ü. M.
Bahnhof, Station
40,823 Davos Laret 1522 m ü. M.
Bahnhof, Station
43,685 Davos Wolfgang 1625 m ü. M.
Bahnhof, Station
47,331 Davos Dorf 1560 m ü. M.
Bahnhof, Station
49,978 Davos Platz 1540 m ü. M.
Strecke – geradeaus
nach Filisur

Die Bahnstrecke Landquart–Davos Platz, auch Davoserlinie,[1] Prättigauerlinie oder nach der früheren Bahngesellschaft manchmal Landquart–Davos-Bahn genannt, ist eine meterspurige Schweizer Schmalspurbahn. Sie wird von der Rhätischen Bahn (RhB) betrieben und verbindet seit 1890 Landquart im Rheintal mit dem Kurort Davos.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Landquart ist ein Eisenbahnknoten. Reisende aus Richtung Zürich oder St. Gallen, die ins Prättigau, nach Davos oder durch den Vereinatunnel ins Unterengadin wollen, müssen dort von der normalspurigen Bahnstrecke Chur–Rorschach der Schweizerischen Bundesbahnen in die Schmalspurzüge der RhB umsteigen. Aus Richtung Chur verkehren, von der Bahnstrecke Landquart–Thusis her kommend, auch durchgehende RhB-Züge nach Klosters und Davos beziehungsweise Scuol-Tarasp.

Nach dem Verlassen des Bahnhofs Landquart fährt der Zug zunächst in Richtung Norden, überquert den Fluss Landquart und wendet sich dann Richtung Osten. Die ersten 15 bis 20 Kilometer sind sehr gut ausgebaut und für Geschwindigkeiten bis zu 90 km/h zugelassen. Bis zur Station Malans entfernt sich die Strecke vom Ufer der Landquart, kehrt dann jedoch wieder zurück und wird diesem Fluss bis Klosters folgen. Ursprünglich war bei Malans eine Streckenführung direkt neben der Landquart geplant. Da sich die Malanser aber eine Anbindung an das Schienennetz wünschten, stellten sie das nötige Bauland zur Verfügung und erwirkten so den kleinen Umweg durch Malans.

Ge 4/4 I mit Pendelzug und zwei Verstärkungswagen kurz vor Saas, hinten im Tal liegt Küblis
Ge 4/4 II Nr. 630 durchfährt Klosters-Dorf (Jan. 2010)
Steigungsdiagramm der Strecke

Zwischen Malans und der Station Seewis-Valzeina in Pardisla (593 m ü. M.) führt die Strecke durch den 1017 m langen Chlus-Tunnel, der seit 1963 eine enge Schlucht, die Chlus, umgeht. Parallel zu diesem Tunnel verläuft auch ein Strassentunnel, durch den die Nationalstrasse 28 führt.

Hinter Grüsch erreicht die Strecke nach einem Doppelspurabschnitt den dreigleisigen Bahnhof Schiers. 2008 wurde der Abschnitt nach dem Bahnhof bis zum Fuchsenwinkel-Tunnel auch zu einer Doppelspur ausgebaut. So auch die zwei Brücken über den Schraubach im Dorf Schiers und über die Landquart, bei der die Strecke auf die südliche Seite der Landquart wechselt.

Vor der Kreuzungsstelle Fuchsenwinkel wird ein weiterer 786 m langer Tunnel durchfahren. Die hinter dem östlichen Tunnelmund beginnende Kreuzungsstelle besteht aus einem 460 m langen Ausweichgleis. Vor dem nächsten bedeutenderen Bahnhof, Küblis, wird die Landquart erneut überbrückt. Der folgende Abschnitt bis Klosters ist mit bis zu 44 Promille der zweitsteilste Abschnitt der Strecke.

Hinter Serneus wird bereits der nach Klosters im 180°-Winkel gewendete Streckenabschnitt nach Davos sichtbar. Ins Auge sticht aber vor allem die 525 m lange und 60 m hohe Sunnibergbrücke, Kernstück der für den Strassenverkehr gebauten Ortsumfahrung von Klosters, die das südlich der Bahn entlang laufende Tal der Landquart überspannt. Nach der Durchquerung von Klosters Dorf erreicht die Trasse den Bahnhof Klosters Platz (bis 2011 nur Klosters) in der Fraktion Klosters Platz.

Der Bahnhof Klosters Platz besteht aus drei überdachten Bahnsteiggleisen. Ein weiteres Durchfahrtsgleis dient dem Güterverkehr. Hinter dem Bahnhof liegt in einer 45°-Kurve die ungewöhnlich massig wirkende Landquartbrücke IV. Sie stellt die vierte und letzte Querung der Landquart dar. Aufgrund der ungünstigen örtlichen Gegebenheiten wurde sie als Balkenbrücke mit Fachwerksöffnungen realisiert. Nach dem zuständigen Sachbearbeiter beim ausführenden Ingenieurbüro Rigendinger wird sie auch Maag-Brücke genannt. Die zweigleisige Brücke mit Kreuzung führt zu zwei Tunnelbauwerken:

  • Durch den Tunnel auf der linken Seite, den Zugwaldtunnel, gelangen die Züge zur Verladestation des im Jahr 1999 eröffneten Vereinatunnels. Dieser bildet das Kernstück der zeitgleich eröffneten Vereinastrecke, die Nordbünden mit dem Unterengadin verbindet.
  • Die Strecke nach Davos verläuft durch den rechten, 402 m langen Klosters-Kehrtunnel und wendet sich dabei in einem weiteren 45°-Winkel nun nach Westen. Hier liegt die Steigung bei 45 Promille.

Im 334 m langen Cavadürli-Kehrtunnel dreht sich die Trasse erneut in die entgegengesetzte Richtung, nun wieder nach Osten. Die Ausweichstelle Cavadürli, die beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen ist, liegt schon 160 m über Klosters Platz. Im Folgenden führt die Strecke durch dichte Lärchen- und andere Nadelwälder zur Station Davos Laret. Höchster Punkt ist die Haltestelle Davos Wolfgang. Danach führt die Strecke wieder bergab und dem Davosersee entlang zum Bahnhof Davos Dorf und weiter nach Davos Platz. Der gleichnamige Bahnhof ist der Endpunkt dieser Strecke, sie geht dort in die Bahnstrecke Davos Platz–Filisur über.

Ein 2008 erfolgter parlamentarischer Vorstoss zur Verbindung dieser Linie mit der Arosabahn wird zurzeit von der Bündner Regierung angesichts knapper finanzieller Mittel nicht als prioritär betrachtet.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rhätische Bahn (Hrsg.): Rhätische Bahn heute – morgen – gestern. Verlagsgemeinschaft (Desertina Verlag, Disentis; Verlag M&T-Helvetica, Chur; Terra Grischuna Verlag, Bottmingen) 1988, ISBN 3-907036-08-5 (Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Bahn)
  • Hans-Bernhard Schönborn: Die Rhätische Bahn, Geschichte und Gegenwart, GeraMond 2009, ISBN 978-3-7654-7162-9
  • Eisenbahn Journal, Die RhB, specials Teile 1–4, 1995–2000, Hermann Merker Verlag GmbH Fürstenfeldbruck, ISBN 3-89610-038-6.
  • Hans Domenig: Vom Tingelzüglein zur Hochgebirgsbahn, in: Terra Grischuna, 59. Jahrgang, Heft 1, Terra Grischuna Verlag, Chur 2000, ISSN 1011-5196.
  • Katharina Hess, Paul Emanuel Müller: Über der wilden Plessur, in: Terra Grischuna, 48. Jahrgang, Heft 1, Terra Grischuna Verlag, Chur 1990, ISSN 1011-5196.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RhB-Terminologie (Memento vom 9. Mai 2008 im Internet Archive)
  2. Auftrag Jenny betreffend Ausarbeitung einer Zweckmässigkeits- und Machbarkeitsstudie für einen Bahntunnel Schanfigg – Davos vom 21. Oktober 2008.