Bahnstrecke Laupheim West–Schwendi

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Laupheim West–Schwendi
Bahnstrecke zwischen Laupheim West und Laupheim Stadt
Streckennummer (DB):4510
Kursbuchstrecke (DB):751
Streckenlänge:16,02 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:Laupheim West – Laupheim Stadt: 15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 17 
Höchstgeschwindigkeit:80 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
von Ulm Hbf
0,000 Laupheim West (Keilbahnhof) 501 m
nach Friedrichshafen Stadt
von Laupheim Kurve Süd
0,221 Laupheim Kurve Ost (Bft)
Rottum
2,320 Laupheim (bis 1983)
2,390 Laupheim Stadt (seit 1999; bis 2011 Hp)
5,270 Bronnen (b Laupheim) 522 m
8,110 Burgrieden 503 m
9,710 Rot (b Laupheim) 508 m
12,200 Orsenhausen-Bußmannshausen 513 m
14,050 Großschafhausen-Wain 523 m
16,020 Schwendi 524 m

Quellen: [1][2][3]

Die Bahnstrecke Laupheim West–Schwendi ist eine eingleisige Nebenbahn in Baden-Württemberg. Die heute nur noch teilweise in Betrieb befindliche Strecke zweigt am Bahnhof Laupheim West aus der Bahnstrecke Ulm–Friedrichshafen ab und führte nach Schwendi. Die früher auf der Strecke nach Schwendi verkehrenden Dampfzüge wurden nach dem Fluss Rot umgangssprachlich „Rottalmolle“ genannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke wurde am 17. Mai 1904 von den Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen eröffnet.

1963 verkehrten Montag bis Freitag sieben Zugpaare auf der Gesamtstrecke, zusätzlich weitere sieben Zugpaare zwischen Laupheim West und Laupheim. Sonntags verkehrten nur Bahnbusse im Schienenersatzverkehr.

Auf dem Abschnitt Laupheim–Schwendi wurde der Personenverkehr am 23. Mai 1971, der Güterverkehr am 28. September 1984 aufgelassen; anschließend folgte die Stilllegung sowie der Abbau der Gleise.

Das Streckenstück Laupheim West–Laupheim, auf dem bis zum 27. Mai 1983 Personenverkehr durchgeführt worden war, wurde am 30. Mai 1999 reaktiviert. Die Laupheimer Station heißt seither Laupheim Stadt. Von Norden her werden durchgehende Verbindungen angeboten, es verkehren stündlich Regionalbahnen von und nach Ulm.

In Zusammenhang mit dem Bau der Südkurve zwischen Juni 2009 und Juni 2011 wurde der Haltepunkt Laupheim Stadt zu einem Bahnhof mit zwei Hauptgleisen erweitert.[4] Güterverkehr fand bis 2012 statt.

Die Strecke bis zum Bahnhof Laupheim Stadt sowie die Laupheimer Südkurve wurden seit dem Frühjahr 2018 im Rahmen des Projekts „Elektrifizierung Südbahn“ elektrifiziert. Die Inbetriebnahme der Oberleitung erfolgte zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021.

Südkurve Laupheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laupheim Kurve Süd–Laupheim Kurve Ost
Streckennummer (DB):4513
Kursbuchstrecke (DB):751
Streckenlänge:0,433 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Zugbeeinflussung:PZB
von Friedrichshafen Stadt
0,000 Laupheim Kurve Süd (Bft)
nach Ulm
0,200 Laupheim Kurve (Bft)
0,432 von Laupheim West
0,445 Laupheim Kurve Ost (Bft)
nach Schwendi

Quellen: [1][5]

Die Südkurve Laupheim ist eine Verbindungskurve zwischen der Bahnstrecke Ulm–Friedrichshafen Richtung Süden und der Bahnstrecke nach Schwendi Richtung Osten, um durchgehende Züge zwischen Laupheim Stadt und Biberach (Riß) anbieten zu können. Die Strecke stellt betrieblich eine Verbindung zwischen Bahnhofsteilen des Bahnhofs Laupheim West dar.

Das Planfeststellungsverfahren für den Bau der Südkurve wurde am 8. August 2002 beantragt, die Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamtes erfolgte am 26. Januar 2004.[6] Die Strecke wurde von Juni 2009 bis Juni 2011 erbaut und ging am 12. Juni 2011 in Betrieb.[4] Die Kosten für das Bauprojekt in Höhe von 10 Millionen Euro wurden von der Bundesregierung und der Deutschen Bahn getragen.[7][8] Ein vorgeschlagener Bahnsteig an der Südkurve wurde aufgrund der engen Fahrzeiten und statt eines geplanten Haltepunktes Biberach Nord[9] nicht errichtet, kann aber bautechnisch ohne zusätzlichen Mehraufwand nachträglich noch errichtet werden.[10][6]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter-Michael Mihailescu, Matthias Michalke: Vergessene Bahnen in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0413-6, S. 245–249.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Laupheim West–Schwendi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdatenliste. (XLSX; 2,3 MB) DB Netze, abgerufen am 30. März 2022.
  2. Bundesbahndirektion Stuttgart. Karte im Maßstab 1:400000. Ausgabe B. Deutsche Bundesbahn, November 1983 (blocksignal.de [abgerufen am 22. April 2022]).
  3. Klaus Erbeck: Laupheim–Schwendi. In: Kilometrierung. Abgerufen am 23. April 2022.
  4. a b Oliver Schumacher: Presseinformation – Feierliche Eröffnung der neuen Bahnlinie Laupheim Stadt–(Südkurve)–Biberach (Riß) am 11. Juni 2011. (PDF) DB Mobility Logistics AG, 6. Juni 2011, archiviert vom Original am 6. Juni 2011; abgerufen am 19. Dezember 2016.
  5. Serviceeinrichtungen Laupheim West. (PDF; 691 kB) DB Netze, 29. November 2019, abgerufen am 14. August 2020.
  6. a b Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg 5. Senat, Urteil vom 30. September 2005, Aktenzeichen 5 S 591/04, ECLI:DE:VGHBW:2005:0930.5S591.04.0A.
  7. Schienennahverkehr verbessert. Klaus Käppeler, 6. Januar 2004, abgerufen am 25. April 2022.
  8. Rede des Landrats anlässlich der Eröffnungsveranstaltung zur Inbetriebnahme der Südkurve am 11. Juni 2011 beim Stadtbahnhof Laupheim. Landkreis Biberach, abgerufen am 25. April 2022.
  9. Rundbrief. Nr. 03. Pro Bahn Regionalverband Bodensee-Oberschwaben, 2003, S. 3 (pro-bahn-bw.de [PDF; 127 kB; abgerufen am 23. April 2022]).
  10. Ulrich Grosse: Re: Möglich wäre eine Hst Laupheim West...aha... In: Südbahnforum.de. 7. Oktober 2010, abgerufen am 23. April 2022.