Bahnstrecke Leipzig-Connewitz–Plagwitz

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Wolf170278 17:17, 9. Mai 2011 (CEST)
Leipzig-Connewitz–Plagwitz-Lindenau
Strecke der Bahnstrecke Leipzig-Connewitz–Plagwitz
Streckennummer: sä. LP
Kursbuchstrecke: -
Streckenlänge: 6,35 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 11 
Minimaler Radius: 250 m
Strecke – geradeaus
von Leipzig
Bahnhof, Station
0,00 Leipzig-Connewitz 119 m
   
nach Hof
   
Mühlpleiße
   
Abfallwasser
   
Pleiße
   
Paußnitz
   
Rödel
   
Weiße Elster
   
6,35 Plagwitz-Lindenau (heute: Leipzig-Plagwitz Industriebf.)
   
Verbindungsgleise nach Plagwitz-Lindenau Pr. Stsb.
   
nach Markkleeberg-Gaschwitz
   
nach Leipzig-Lindenau Ldst.

Die Bahnstrecke Leipzig-Connewitz–Plagwitz war eine nur dem Güterverkehr dienende Verbindungsbahn in Leipzig, welche ursprünglich durch die Kgl. Sächsischen Staatseisenbahnen erbaut und betrieben wurde. Sie verband das Industriegebiet in Plagwitz mit der Hauptbahn Leipzig–Hof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begünstigt durch die Inbetriebnahme der preußischen Bahnstrecke Leipzig–Probstzella im Jahr 1873 entwickelten sich die Dörfer Plagwitz und Lindenau im Westen Leipzigs zu Industrieorten. Der Leipziger Rechtsanwalt und Industrie-Pionier Carl Erdmann Heine begann mit dem Bau mehrerer Industriegleise, welche das Industriegebiet erschließen und dieses mit dem Bahnhof Plagwitz-Lindenau verbinden sollten. Eine erste Anbindung an sächsische Strecken ging 1879 mit der Sekundärbahnverbindung Plagwitz-Lindenau–Gaschwitz in Betrieb. Trotzdem war die Anbindung der Industrien im Westen Leipzigs an das sächsische Eisenbahnnetz weiterhin problematisch: Der Weg über Leipzig-Leutzsch war 28 km lang und aufgrund der Kilometertarife teuer, der südliche Weg über Gaschwitz ein Umweg. Deshalb planten die Kgl. Sächsischen Staatseisenbahnen eine weitere Strecke zwischen Leipzig Bayerischer Bahnhof und dem Bahnhof Plagwitz-Lindenau. Die Verbindung war nur für den Güterverkehr vorgesehen.

Die Strecke ging am 17. September 1888 in Betrieb. Ab 1920 wurde sie von der Deutschen Reichsbahn betrieben. Die Bahn wurde am 1. Januar 1925 stillgelegt, da der Verkehr seit der Inbetriebnahme des Leipziger Güterrings beständig zurückging.[1]

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke verließ nördlich den Bahnhof Plagwitz in einem Bogen Richtung Osten und verlief auf dem bereits früher errichteten Anschlussgleis P VIII. Zusammen mit einem umfangreichen Gleissystem erschloss sie das Industriegebiet Plagwitz und überquerte dabei die Gießerstraße. Die Zschochersche Straße wurde gemeinsam mit dem Karl-Heine-Kanal unter der König-Johann-Brücke unterquert.

An der Kreuzung der heutigen Erich-Zeigner-Allee mit der Industriestraße sieht man es den Gebäuden noch an, dass der jetzt als Kreisverkehr gestaltete Platz früher von zahlreichen Gleisen überquert wurde. Die Häuser laufen teilweise spitz zu und passten sich sowohl den Gleisverläufen als auch den Straßenfluchten an. Zwei der querenden Gleise führten hinter die südlichen Häuser der Industriestraße. Das linke davon gehörte zur Verbindungsbahn, die hier aus dem Plagwitzer Anschlussgleissystem abzweigte.

Die Strecke verlief weiter parallel zur Industriestraße, kreuzte die heutige Nonnenstraße, überspann die Weiße Elster auf einer eigenen Brücke neben der Karlsbrücke, überquerte die heutige Holbeinstraße, die Brockhausstraße und die Könneritzstraße in Schleußig. Auf der Könneritzstraße wurde dabei die Straßenbahn ebenerdig gekreuzt um im Anschluss auf Dämmen durch die Auenwaldlandschaft zum Bahnhof Connewitz der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn zu führen.

Im Auenwald wurden zahlreiche Gewässer überquert, so zuerst die ab 1926[2] verfüllte Rödel, der dann parallel gefolgt wurde. Dann die Paußnitz, die Pleiße, das Abfallwasser und die Mühlpleiße.

Spurensuche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleisreste der Bahnstrecke am Karl-Heine-Kanal in Leipzig-Plagwitz

In Plagwitz gab es die Verbindungsbahn noch bis nach 1990 als Anschlussgleis. Im Zuge der Sanierung des ehemaligen Industrieviertels sind nahe dem Karl-Heine-Kanal Parkanlagen entstanden, deren Wegeführung an die ehemaligen Gleisanlagen erinnern soll. So ist auch die Verbindungsbahn in diesem Bereich als Geh- und Radweg vorhanden, in denen die Schienen als Wegbegrenzung erhalten blieben.

In Schleußig ist die Trasse nur noch aus der Luft zu erahnen. An der Nonnenstraße und Könneritzstraße sind nach 1990 neue Häuser entstanden, die die Trasse überbaut haben. Zudem gibt es einige ältere Nebengebäude in den Höfen, die den Trassenverlauf verwischen. Die Könneritzstraße erhöht sich immer noch im ansonsten flachen Gebiet auf das Niveau der ehemaligen Eisenbahngleise. Ab der Könneritzstraße ist der Bahndamm erhalten und in die Gestaltung der begrünten Innenhöfe aufgegangen.

Auch im Auwald sind Dämme noch vorhanden und dienen als Wander- oder Radwege. Von den Brücken ist noch ein Widerlager der Brücke über die Rödel sowie die Widerlager an der Pleiße zu erkennen. Kurz vor Connewitz geht die Trasse in den Damm der stadtautobahnähnlichen Schnellstraße B2 über.

Die Einfahrtskurve in den Bahnhof Connewitz ist wieder gut auszumachen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfram Sturm: Eisenbahnzentrum Leipzig. Pro Leipzig e.V., Leipzig 2003, ISBN 3-9807201-9-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sturm, Eisenbahnzentrum Leipzig, S.34
  2. Kurzbeschreibung der RödelAuf: leipzig-lexikon.de