Bahnstrecke Lohr–Wertheim

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Lohr Bahnhof–Wertheim
Streckennummer (DB):5213
Kursbuchstrecke (DB):803 (1976)
Streckenlänge:37,1 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung:
Minimaler Radius:264 m
Strecke – geradeaus
von Würzburg
Bahnhof, Station
0,000 Lohr Bahnhof
   
nach Aschaffenburg
Bahnhof ohne Personenverkehr
1,852 Lohr Stadt
   
Anschluss Gerresheimer Lohr GmbH
   
   
6,000 Rodenbach
   
9,550 Neustadt (Main)
   
15,230 Rothenfels (Unterfr)
   
17,710 Hafenlohr
   
20,450 Marktheidenfeld
   
26,570 Lengfurt-Trennfeld
   
32,200 Bettingberg
   
32,300 Bettingbergtunnel (730 m)
   
34,500 Kreuzwertheim
   
34,900 Kaffelsteintunnel (231 m)
   
35,500 Mainbrücke Wertheim (178 m)
   
35,600 Schlossbergtunnel (626 m)
   
Tauber
   
von Lauda
Bahnhof, Station
37,100 Wertheim
Strecke – geradeaus
nach Miltenberg West

Quellen: [1][2][3][4]

Die Bahnstrecke Lohr–Wertheim, auch als Ostspessartbahn bekannt, war eine Nebenbahn in Bayern und Baden-Württemberg. Sie verlief größtenteils entlang dem Main von Lohr am Main nach Wertheim. In Wertheim bestand Anschluss an die Bahnstrecken nach Miltenberg und nach Lauda.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Betrieb der 37,1 Kilometer langen Strecke wurde am 1. Oktober 1881 durch die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen aufgenommen, 1,6 Kilometer der Strecke lagen auf badischem Gebiet. Jedoch wurde die Verbindung bereits 1885 von der bayerischen Eisenbahnverwaltung als eine der am schlechtesten frequentierten Strecken ihres Netzes bezeichnet, was sich auch in den nachfolgenden Jahrzehnten nicht wesentlich änderte.[5]

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg begann ein großer Teil der Züge bereits in Gemünden, einige fuhren auch über Wertheim hinaus bis Miltenberg durch. Einen Aufschwung im Güterverkehr nahm die Strecke ab 1959 für etwa zehn Jahre zur Versorgung der Autobahnbaustellen der A 3 und für Transporte vom Kieswerk Faulbach zu den Baustellen der Bundesautobahn 7.

Der Personenverkehr wurde zwischen Lohr Stadtbahnhof und Wertheim am 30. Mai 1976 eingestellt, der Abschnitt Lohr Bahnhof–Lohr Stadt folgte am 22. Mai 1977. Dort wird heute noch Güterverkehr, vor allem zur Versorgung des dortigen Glaswerks, durchgeführt (Stand: 2020). Der Güterverkehr zwischen Lengfurt-Trennfeld und Wertheim wurde am 26. Mai 1979, zwischen Lohr Stadt und Lengfurt-Trennfeld am 29. September 1991 eingestellt. Die Trasse ist dort 1980/81 bzw. 1993 abgebaut worden.[6]

Die drei Tunnel der Bahnstrecke – der Bettingbergtunnel, der Kaffelsteintunnel und der Schlossbergtunnel Wertheim – wurden 1980/81 verschlossen. Der Bettingbergtunnel diente der Daimler-Benz AG nach Stilllegung der Strecke eine Zeit lang für Versuche mit dem Spurbus.[7]

Die Eisenbahnbrücke über den Main von Kreuzwertheim nach Wertheim wurde 1984 demontiert und 175 Kilometer weiter mainaufwärts bei Schweinfurt an der Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt installiert. Die Eisenbahnbrücke über die Tauber in Wertheim wurde stillgelegt.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Lohr Stadt

Die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf dem Abschnitt Lohr Bahnhof – Lohr Stadt wird diskutiert. Im Nahverkehrsplan des Landkreises ist diese Maßnahme enthalten.[8] Im Zielfahrplan des Deutschland-Takts ist eine stündliche Regionalbahn von Lohr Stadt über Würzburg nach Marktbreit vorgesehen.[9]

Betriebsstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deckenbaubahnhof Bettingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wertheimer Ortschaft Bettingen bestand während des Baus der Bundesautobahn 3 bei Kilometer 30,4 ein so genannter „Deckenbaubahnhof“ an der Bahnstrecke. Dort wurde in Ganzzügen Baumaterial für die Autobahn angefahren, die in einen Tiefbunker an einem Anschlussgleis gekippt wurden.[10]

Wertheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 1: Historische Entwicklung und Bahnbau. EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-88255-766-4.
  • Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 2: Ausgestaltung, Betrieb und Maschinendienst. EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-88255-768-0.
  • Manfred Schneider, Viktor Jagodics (Hrsg.): Die Lohrer Bahn. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 2005, ISBN 3-00-017942-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Lohr–Wertheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DB Netze – Infrastrukturregister
  2. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  3. Karte der Bundesbahndirektion Stuttgart 1983
  4. Karte der Bundesbahndirektion Frankfurt 1983
  5. Alexander Wörn: Die Nebenbahn Lohr – Wertheim. In: Der Schienenbus, Ausgabe 2/2014, S. 11
  6. Alexander Wörn: Die Nebenbahn Lohr – Wertheim. In: Der Schienenbus, Ausgabe 2/2014, S. 12
  7. Günter Dutt: Ein Streifzug durch 150 Jahre Tunnelbauwerke in Württemberg. In: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte. Nr. 28. Uhle & Kleimann, 1996, ISSN 0340-4250, S. 47–63.
  8. Verhandlungen zur Reaktivierung des Stadtbahnhofs Lohr. In: Main-Post. 2. April 2019, abgerufen am 19. Juni 2019.
  9. Zielfahrplan Deutschland-Takt Zweiter Gutachterentwurf Bayern. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Abgerufen am 19. Juni 2019.
  10. Faulbacher Kies für Autobahn bei main-echo.de, abgerufen am 16. Mai 2016