Bahnstrecke Luxemburg–Spa

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Luxemburg–Spa
CFL lijn 1.png
Kursbuchstrecke: 10 (CFL)
Streckennummer: 1
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: Luxemburg–Gouvy: 25 kV 50 Hz ~
Maximale Neigung: 20 
Minimaler Radius: 220 m
Höchstgeschwindigkeit: Luxemburg–Dommeldange 100 km/h
Dommeldange–Ettelbrück 120 km/h
Ettelbrück–Troisvierges 95 km/h
Troisvierges–Grenze 100 km/h
Zweigleisigkeit: Luxemburg–Ettelbrück
Wilwerwiltz–Drauffelt
Strecke – geradeaus
von Namur, Longwy und von Metz
Bahnhof, Station
16,65 Luxemburg
Tunnel
17,57 Tunnel (413 m)
Brücke (groß)
Viadukt Pulvermühle (242 m)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Trier
Brücke (groß)
Clausener Viadukt (199 m)
Brücke (groß)
Viadukt Pfaffental (257 m)
Brücke (groß)
Viadukt Günewald (70 m)
   
Schmalspurbahn Luxemburg–Echternach
Bahnhof, Station
20,83 Dommeldange
Bahnhof, Station
24,00 Walferdange
Haltepunkt, Haltestelle
25,53 Heisdorf
Bahnhof, Station
28,16 Lorentzweiler
Bahnhof, Station
31,12 Lintgen
Bahnhof, Station
34,74 Mersch
Bahnhof, Station
40,33 Cruchten
   
nach Larochette
Tunnel
40,78 Tunnel Cruchten (250 m)
Bahnhof, Station
43,23 Colmar-Berg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
nach Petingen
Haltepunkt, Haltestelle
44,95 Schieren
Bahnhof, Station
47,18 Ettelbrück
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Grevenmacher
Tunnel
51,67 Tunnel Burden (534 m)
Tunnel
52,30 Tunnel Michelau (290 m)
Bahnhof, Station
53,26 Michelau
Tunnel
54,56 Tunnel Bourscheid (416 m)
Tunnel
56,78 Tunnel Fischenterhof (447 m)
Bahnhof, Station
57,75 Goebelsmühle
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
59,90 Tunnel Schankewehr (74 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
61,17 Tunnel Schwarzepoul (85 m)
Tunnel
61,60 Tunnel Hockslay (144 m)
Bahnhof, Station
62,02 Kautenbach
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Bastogne
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
62,30 Tunnel Kirchberg (76 m)
Tunnel
62,90 Tunnel Kautenbach (186 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
63,17 Tunnel Bierden (67 m)
Tunnel
64,30 Tunnel Schieburg (236 m)
Tunnel
65,84 Tunnel Lellingen (180 m)
Bahnhof, Station
67,28 Wilwerwiltz
Bahnhof, Station
70,96 Drauffelt
Tunnel
74,14 Tunnel Mecher (180 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
74,95 Tunnel Mecherbach (84 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
75,91 Tunnel Schneidemühl (99 m)
Tunnel
76,63 Tunnel Clerf (250 m)
Bahnhof, Station
77,17 Clervaux
Haltepunkt, Haltestelle
81,05 Maulusmühle
Tunnel
83,22 Tunnel Pfaffenmühl (190 m)
Bahnhof, Station
Troisvierges
Tunnel
86,01 Tunnel Ulflingen (165 m)
   
Vennbahn nach Aachen
   
Bellain
Grenze
93,43 Belgien/Luxemburg
   
von Libramont
Bahnhof, Station
Gouvy
   
nach St Vith
   
Bahnstrecke Libramont–St Vith
   
nach St Vith
   
Bovigny
   
Cierreux
   
Salmchâteau
Bahnhof, Station
Vielsalm
   
von Born
   
Rencheux
   
Grand Halleux
Tunnel
Tunnel Trois Ponts (420 m)
Bahnhof, Station
Trois Ponts
   
nach Rivage
   
(Streckenband vermutlich unvollständig)
   
Stavelot
   
Tunnel Stavelost (650 m)
   
nach Waimes
   
(Streckenband unvollständig)
   
Spa-Géronstère
Bahnhof, Station
Spa
Strecke – geradeaus
nach Verviers

Die Bahnstrecke Luxemburg–Spa (im luxemburgischen Teil auch als Nordlinie oder Nordstrecke[1] bezeichnet) ist eine Eisenbahnstrecke in Luxemburg und Belgien. Heute verbindet sie Luxemburg-Stadt über Ettelbrück, Troisvierges mit dem belgischen Trois Ponts. Früher führte sie weiter bis Spa, dieser Abschnitt ist bis auf ein kurzes Reststück aber stillgelegt.

Die Nordlinie ist mit 76,78 km (Luxembourg Gare - Belgische Grenze bei Beesleck) die längste durchgehende Bahnstrecke des Großherzogtums.

Betrieb und Geschichte[Bearbeiten]

Von 1858 bis 1862 entstand mit der zunächst eingleisigen Strecke Luxemburg–Ettelbrück(–Diekirch) der südliche Teil der Strecke als Teil der Wilhelm-Luxemburg-Eisenbahn. Eröffnet wurde der Teilabschnitt Luxemburg–Ettelbrück am 21. Juli 1862.

Vorüberlegungen zu einer Strecke nach Norden zur belgischen Grenze gab es bereits 1855. Von Ettelbrück aus sollte sie allerdings zunächst nicht durch die Flusstäler, sondern nach Diekirch und dann über die Höhen nach Weiswampach führen. Erst 1860 wurde die heutige Streckenführung von Ettelbrück durch die Flusstäler nach Troisvierges und zur belgischen Grenze festgelegt. Dieser Abschnitt wurde in den Jahren 1862 bis 1866 gebaut (Eröffnung am 15. Dezember 1866), zunächst ebenfalls nur eingleisig. Das zweite Gleis war bereits vorgesehen, es wurde aber erst zwischen 1910 und 1917 (Eröffnung 15. März 1917) realisiert. Für die Kurven wurde in der Regel ein Mindestradius von 400 m festgelegt. Die maximale Steigung beträgt 1,5 %. Aufgrund der zahlreichen Talschlingen waren 18 Tunnels und 51 Flussbrücken erforderlich.[2]

Das letzte Teilstück von Troisvierges nach Spa in Belgien wurde am 20. Februar 1867 dem Bahnverkehr übergeben. Der Abschnitt von der Grenze bis Spa wurde 1872 an die Belgische Staatsbahn verpachtet.

Außerdem wurde 1889 die Strecke von Troisvierges nach St. Vith als Teil der Vennbahn in Betrieb genommen, die bis 1978 in Betrieb war. Von St. Vith aus führte die Vennbahn weiter nach Aachen. Als 1890 die Bahnstrecke Rivage–Trois Ponts eröffnet wurde, entstand eine kürzere Verbindung zwischen Lüttich und Luxemburg. Der Abschnitt Trois Ponts–Spa verlor daraufhin enorm an Bedeutung.

Bahnhof Cruchten um 1910

Von 1907 bis 1917 wurde der Abschnitt Luxemburg–Ettelbrück zweigleisig ausgebaut, von 1910 bis 1917 das Teilstück Ettelbrück– Troisvierges.

Die belgische Staatsbahn erwarb 1924 den zuvor verpachteten Teil in Belgien.

Während des Zweiten Weltkrieges gab es erst während der Ardennenoffensive zwischen dem 16. Dezember 1944 und Februar 1945 massive Zerstörungen an Gleisen, Brücken, Gebäuden und Telegraphenleitungen. Ab März bzw. April 1945 war dann wieder ein eingeschränkter eingleisiger Betrieb möglich. Nach Gründung der CFL im Jahr 1948 dauerte der endgültige Wiederaufbau aber noch bis 1952.

In der Folge gab es immer wieder Modernisierungsmaßnahmen wie die schrittweise Umstellung der mechanischen Stellwerke auf elektrische Signalanlagen und die Reduzierung der Bahnübergänge. Bei diesen Modernisierungen spielten einerseits die Sicherheit, andererseits aber auch massive Personaleinsparungen eine wichtige Rolle.

In der Folgezeit trat zunächst eine Verbesserung des Fahrplanangebots in Kraft, der Abschnitt Luxemburg–Ettelbrück wurde bis zum 9. Juni 1988 elektrifiziert, es folgten die Abschnitte Ettelbrück–Kautenbach (20. April 1991) und Kautenbach–Troisvierges (25. September 1993). Eine durchgängige elektrische Traktion nach Belgien ist seit dem 27. Mai 2000 (Fertigstellung der Elektrifizierungsarbeiten auf belgischer Seite) möglich.

Durch die Elektrifizierung sind dabei aus Kostengründen zahlreiche Tunnelabschnitte zwischen Ettelbrück und Troisvierges zurückgebaut worden, ein Manko, unter dem die Strecke bis heute zu leiden hat.

Im Rahmen dieses Projektes wurden auch die letzten mechanischen Signalanlagen und Stellwerke ersetzt. Die gesamte Strecke von Ettelbrück bis zur belgischen Grenze wird seither vom Zentralstellwerk in Ettelbrück aus überwacht.

Einen weiteren Bedeutungsverlust stellte die Einstellung des planmäßigen internationalen Gütertransitverkehrs im Jahr 2004 dar. Seither verkehren auf der Nordstrecke ab Ettelbrück nur noch Personenzüge.

Nahverkehr findet auf der Strecke zurzeit zwischen Luxemburg und Troisvierges statt. Außerdem nutzen Regionalexpress-Züge und Regionalbahnen der Relation Luxemburg–Diekirch die Nordstrecke im Abschnitt Luxemburg–Ettelbrück, Züge nach Wiltz nutzen die Strecke im Abschnitt Luxemburg–Ettelbrück–Kautenbach. Eingesetzt werden Wendezüge mit Elektroloks der Baureihe 4000 und Doppelstockwagen von Bombardier, Doppelstocktriebwagen der Baureihe 2200 (Alstom Coradia Duplex) oder Elektrotriebwagen der BR 2000 von De Dietrich Ferroviaire.

Die Gesamtstrecke wird im Fernverkehr von Zügen der InterRegio-Linie m (Liers–Lüttich–Luxemburg) im Zweistundentakt befahren. Zum Einsatz kommt dabei meist die luxemburgische Baureihe 3000, seltener die baugleiche NMBS/SNCB-Reihe 13, mit vier bis fünf belgischen I10-Großraumschnellzugwagen.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

InterRegio bei Clerf

Ausgangspunkt der Nordstrecke ist der Bahnhof Luxemburg, die Strecke führt durch das Ösling, einen Ausläufer der Ardennen. Die durchquerte Landschaft mit ihren schmalen, tiefen Tälern und den zahlreichen Flussschlingen sowie vielen Brücken und Tunnel machen die Nordstrecke zu einer der reizvollsten Mittelgebirgsbahnen in Europa.[3]

In Ettelbrück zweigt von der Strecke eine elektrifizierte Verbindung nach Diekirch ab, in Kautenbach zweigt eine Stichstrecke nach Wiltz ab (ebenfalls elektrifiziert).

Literatur[Bearbeiten]

  • Ed Federmayer: Eisenbahnen in Luxemburg. Band 1. Herdam Fotoverlag, Gernrode/Harz 2007, ISBN 978-3-933178-21-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nico Wennmacher: Vom 8. Juni 1980 bis zum 8. Juni 2005. Le Signal, Nr. 10, 18. Mai 2005.
  2. Video einer Führerstandsmitfahrt auf einer CFL 3000 von Ettelbruck bis Clervaux
  3. Eisenbahnstrecken im Kiischpelt CFL.