Bahnstrecke Lyss–Solothurn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lyss–Solothurn
Bahnstrecke Lyss–Solothurn zwischen Rüti bei Büren und Büren an der Aare
Bahnstrecke Lyss–Solothurn zwischen Rüti bei Büren und Büren an der Aare
Fahrplanfeld:291
Streckenlänge:24,3 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:16 2/3 Hz, 15 kV ~
Strecke – geradeaus
aus Bern und aus Kerzers
Bahnhof, Station
Lyss
Bahnhof, Station
101,8 Busswil
   
nach Biel/Bienne
Haltepunkt, Haltestelle
99,2 Dotzigen
Kopfbahnhof – Streckenende
95,7 Büren an der Aare
   
   
94,2 Hauptstrasse 22 (Brücke sanierungsbedürftig)
   
Rüti
   
91,0 Arch
   
88,2 Leuzigen
   
84,2 Lüsslingen
   
von Burgdorf
   
von Biel/Bienne und von Moutier
Bahnhof, Station
80,3 Solothurn
Strecke – geradeaus
nach Olten

Die Bahnstrecke Lyss–Solothurn ist eine normalspurige Bahnstrecke in der Schweiz. Auf dem Abschnitt Büren an der AareSolothurn ist der Bahnverkehr eingestellt. Die Infrastruktur gehört den SBB, während die BLS für den operativen Betrieb zuständig ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Teilstück der Strecke, zwischen Lyss und Busswil, wurde 1864 eröffnet, als die Bernische Staatsbahn diese als Teil der heutigen Bahnstrecke Biel/Bienne–Bern dem Verkehr übergab, die zu Eröffnungszeiten Teil der Staatsmagistrale La Neuveville–Biel–Bern–Langnau war. Ende des Jahres 1876 ging zeitgleich mit der Gäubahn (Olten–Solothurn) die Strecke Busswil–Solothurn in Betrieb.[1][2] Oftmals wird die Strecke Lyss–Solothurn dem gemeinsamen Eröffnungsdatum wegen auch zur Gäubahn gezählt, was aber umstritten ist, da die Züge stets nach Herzogenbuchsee durchgebunden wurden.

Verstaatlichung, Unfall 1929[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1902 gelangte die Strecke in Besitz der SBB, seit 2004 ist nach einem grossen Tausch Regional- gegen Fernverkehr im Raum Bern aber die BLS für den Verkehr auf der Strecke zuständig.

Am 9. September 1929 stiess bei Lüsslingen ein leerer Militärextrazug wegen eines Missverständnisses über den Ort der Zugskreuzung mit einem Personenzug zusammen, wodurch etwa 70 Personen verletzt wurden.[3]

Stilllegung Büren–Solothurn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 wurde der Personenverkehr auf dem Abschnitt Büren an der Aare–Solothurn stillgelegt und auf Busbetrieb umgestellt, weil die Frequentierung in den Augen der SBB unbefriedigend war. Die Fahrleitung ist zurückgebaut, die Gleise aber sind bis auf eine kurze Ausnahme im Bahnhof Büren vollständig vorhanden. Genutzt wird die Strecke noch von Solothurn bis Arch für Anschlussfahrten, durch die Montierung von zwei festen Prellböcke und den kurzen fehlenden Gleisabschnitt im Bahnhof Büren ist jedoch kein durchgehender Betrieb mehr möglich. Offiziell stillgelegt wurde der Streckenabschnitt vom Bund im Jahre 2003.[4] In diesem Jahr wurde auch der Prellbock in Büren gebaut, welcher das Streckenende aus Richtung Lyss markiert. Der Verein Dampfbahn Bern führt seither auf dem stillgelegten Abschnitt von Büren nach Solothurn öffentliche Sonderfahrten mit Dampfzügen durch.[5] Da aber bei einer Überprüfung der Unterführung der Hauptstrasse 22 am Dorfeingang von Büren festgestellt wurde, dass die Eisenbahnbrücke in einem schlechten Zustand ist, ist dies ab 2016 nicht mehr möglich: Die SBB sind an einer Sanierung nicht interessiert und der Verein Dampfbahn Bern hat nicht das nötige Geld, um die anfallenden Kosten von mehreren 100'000 Franken zu tragen. [6]

Während der Kanton Solothurn die Umstellung wegen der besseren Erreichbarkeit der Busse von den Dörfern aus begrüsste, legten der Kanton Bern und der Verkehrsclub der Schweiz gegen die anfänglich vorübergehende Umstellung Beschwerde ein. Der von beiden Institutionen herausgearbeitete Vorschlag bestand darin, die Strecke der Oensingen-Balsthal-Bahn von Oensingen via Gäubahn über Solothurn und Büren nach Lyss zu verlängern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Eröffnungszeit wurden die Züge zur Bahnstrecke Solothurn–Herzogenbuchsee durchgebunden. Nachdem diese zur Ausbaustrecke Solothurn–Wanzwil ohne Regionalverkehr umgebaut wurde, ist der Zuglauf nicht mehr möglich. Stattdessen führt die BLS stündlich Regionalzüge zwischen Büren und Lyss, mit Zusatzzügen zu den Hauptverkehrszeiten. In Lyss besteht Anschluss an die RegioExpress-Züge nach Biel, Bern und auf den Regio nach Kerzers.

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Bahnhof Büren gibt es nur ein Gleis, aber zwei Prellböcke: Der eine bildet das Ende der Bahnstrecke aus Kerzers–Lyss, der andere befindet sich in entgegengesetzter Richtung von Solothurn her nur wenige Meter von demjenigen aus Lyss entfernt.[7] Zwischen den beiden Prellböcken befinden sich keine Schienen mehr, sondern nur der Zugangsweg zum Perron.
  • Aus sicherungstechnischen Gründen kann sich auf der Strecke Busswil–Büren (inkl. Bahnhof Büren) jeweils nur ein Zug aufhalten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bahnlinie Solothurn - Lyss 1876. auf: bauservice-public.ch
  2. Bahnstrecke Biel/Bienne – Olten. auf: schienenverkehr-schweiz.ch
  3. Ergebnisse der Unfallstatistik der dritten fünfjährigen Beobachtungsperiode 1928–1932. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt; abgerufen am 18. Oktober 2013 (PDF, 2.5 MB).
  4. Bahnstrecken Etzwilen – Ramsen und Büren a.A. – Solothurn offiziell stillgelegt. (Memento vom 9. Februar 2012 im Internet Archive)
  5. Öffentliche Fahrten. Verein Dampfbahn Bern. Abgerufen am 28. Juni 2014.
  6. Sicherheit nicht gewährleistet: Dampftag findet nicht mehr statt, in Solothurner Zeitung, 19. Mai 2015
  7. Ein eisenbahntechnisches Kuriosum. (PDF; 1,5 MB) In: Panorama. 2/2008, S. 18f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Lyss–Solothurn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien