Bahnstrecke Medina–Mekka

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Medina–Mekka[1]
Karte der Haramain-Hochgeschwindigkeitsstrecke
Karte der Haramain-Hochgeschwindigkeitsstrecke
Streckenlänge:449,2 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
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0 Mekka
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8,5
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großes Bahnbetriebswerk
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34,8 Betriebsbahnhof 2
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78,3 Dschidda
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92,8 / 100,9
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96,1 King Abdulaziz International Airport
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125,4 Betriebsbahnhof 3
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190,3 King Abdullah Economic City
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254,5 Betriebsbahnhof 4
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312,2 Betriebsbahnhof 5
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361,5 Betriebsbahnhof 6
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420,7 Betriebsbahnhof 7
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kleines Bahnbetriebswerk
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427,5
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449,2 Medina

Die Bahnstrecke Medina–Mekka, auch Hochgeschwindigkeitsstrecke Haramain Express[2] genannt, ist eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, die die Städte Mekka, Dschidda und Medina im Westen des Königreichs Saudi-Arabien verbindet. Der Termin für die Betriebsaufnahme wurde mehrfach verschoben. Die ersten Passagiere fuhren dann am 11. Oktober 2018.

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweigleisige, mit Einphasenwechselstrom mit einer Spannung von 25 kV und einer Frequenz von 60 Hertz elektrifizierte Strecke wird über 449,2 Kilometer (einschließlich des Abzweigs zum King Abdulaziz International Airport (KAIA): 453 Kilometer) in Normalspur von 1435 mm errichtet und elektrisch betrieben. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 320 km/h. Die Strecke ist mit ETCS Level 2 ausgerüstet. Sie dient in erster Linie einem schnellen und sicheren Transport der Pilger des Haddsch und der ʿUmra zwischen den Städten. Der Streckenbau und die 36 Talgozüge kosteten etwa 6,7 Milliarden €.[3][4] Bauherr und Betreiber ist die Saudi Railway Organisation. Die maximale Kapazität der Strecke liegt bei 160.000 Reisenden pro Tag und 50 Millionen pro Jahr. Dafür wäre ein 23-Stunden-Betrieb im 10-Minuten-Takt erforderlich.[5] Tatsächlich werden etwa 3 Millionen Reisende pro Jahr, hauptsächlich während des Haddsch, erwartet.

Die Strecke wird fünf Bahnhöfe erhalten:

  • Kopfbahnhof Mekka: 10 Bahnsteiggleise an 6 Bahnsteigen
  • Kopfbahnhof King Abdulaziz International Airport: 4 Bahnsteiggleise. Dieser Bahnhof liegt an einem Abzweig der Strecke.
  • Durchgangsbahnhof Dschidda: 6 Bahnsteiggleise an 4 Bahnsteigen, 2 Durchfahrgleise
  • Durchgangsbahnhof King Abdullah Economic City: 4 Bahnsteiggleise an 2 Bahnsteigen, 2 Durchfahrgleise
  • Kopfbahnhof Medina: 6 Bahnsteiggleise an 4 Bahnsteigen

Erschwernisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die klimatischen Bedingungen, unter denen der Bau und künftig der Betrieb stattfindet, sind extrem. Tägliche Temperaturschwankungen zwischen + 55 und – 5 C° sind üblich. Etwa die Hälfte der Strecke führt durch Sandwüste mit der Gefahr, dass Dünen auf die Strecke wandern, der Sand diese zuweht und Züge „sandgestrahlt“ werden. Weiter kommt Starkregen vor, der sonst ausgetrocknete Wadis innerhalb kurzer Zeit zu reißenden Gewässern anschwellen lassen kann.[5] So konnte der 2012 zunächst angestrebte Eröffnungstermin 2014 ebenso wie ein verschobener Eröffnungstermin 2017[5][6] nicht eingehalten werden.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phase 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Auftrag für Erdarbeiten und Unterbau wurde im März 2009 an ein internationales Konsortium vergeben, das unter dem Namen Al Rajhi Alliance firmiert. Es besteht aus einer Reihe von Unternehmen, darunter China Railway Construction Corporation (CRCC), Al Arrab Contracting Company Ltd, Al Suwailem Company und der französischen Alstom.[7] Das Auftragsvolumen betrug 6,79 Milliarden Saudi-Riyal.

Der Auftrag für den Bau der Empfangsgebäude im Wert von mehr als 33 Mio. Euro ging an die Architekten BuroHappold und Foster + Partners.[8][9] Sie sollen traditionelle Islamische Architektur aufgreifen. Die Bahnhöfe sind mit Restaurants, Moscheen, Parkhäusern, Hubschrauberlandeplätzen und VIP-Lounges ausgestattet.

Phase 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweite Phase des Projekts umfasst den Oberbau, die Signaltechnik, Bahnstromanlagen und Elektrifizierung sowie die Telekommunikationseinrichtungen. Weiter zählen hierzu die Fahrzeuge einschließlich deren Unterhalt für 12 Jahre.[10][11]

Am 26. Oktober 2011 wurde bekanntgegeben, dass das saudisch-spanische Konsortium Al‑Shoula Group für die Umsetzung der Phase 2 ausgesucht wurde. Es setzte sich zusammen aus Talgo, Renfe, Adif, Copasa, Imathia, Consultrans, Ineco, Cobra, Indra, Dimetronic, Inabensa, OHL, AL-Shoula und Al-Rosan.[12][13] Die Auftragssumme für die Fahrzeuge und deren Unterhaltung beträgt 1,6 Mrd. €.[14]

An DB International wurden 2013 die Projektsteuerung und -Überwachung sowie eine Reihe von Ingenieurleistungen vergeben.[15]

Die Bauarbeiten wurden Anfang 2015 abgeschlossen und mit dem Testbetrieb begonnen.[16]

Verzögerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bedenken, dass nicht in ausreichendem Umfang technische Vorkehrungen gegen die örtlich zu erwartenden witterungsbedingten Erschwernisse und den Flugsand getroffen wurden, erwiesen sich als zutreffend. Erwogen werden gegen den Flugsand Schutzmauern, Gräben, die den Sand auffangen und dann ausgeschaufelt werden sollen, Gebläse an den Zügen und „Sandfeger-Lokomotiven“.[5] Auch weise der von chinesischen Unternehmen hergestellte Betonoberbau Qualitätsmängel auf.[5] Die nun erforderlichen Nacharbeiten verzögerten das Projekt. Der Flugsand wird aller Voraussicht nach auch die Gesamtlaufleistung der Räder der Züge stark reduzieren. Über die daraus entstehenden Kosten und Entschädigungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro (Stand: Ende 2016) streiten nun das ausführende spanische Konsortium und die Saudi Railways Organisation.[17] Zur Lösung der Probleme wurde zwischen den Beteiligten im Rahmen eines Staatsbesuchs des spanischen Königs Philipp VI. in Saudi-Arabien ein ergänzender Vertrag geschlossen. Danach sollte die Strecke zwischen Ende 2017 und März 2018 stufenweise in Betrieb genommen werden.[18] Am 11. Juni 2017 wurde bei der Testfahrt mit einem Talgo 350 erstmals die Geschwindigkeit von 330 km/h erreicht (Verkehrsgeschwindigkeit von 300 km/h plus 10 % Sicherheitsaufschlag).

Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2017 wurde die Strecke offiziell eröffnet, ohne baulich fertiggestellt worden zu sein, damit die Frist für die Fertigstellung zum Ende des Jahre 2017 formal gewahrt werden konnte. Die Bahnhöfe King Abdullah International Airport und Dschidda waren noch nicht fertiggestellt. Seit dem 12. Januar 2018 wurde freitags und samstags je ein Zugpaar gefahren. Die Eröffnung für den Regelverkehr erfolgte schließlich am 25. September 2018 durch König Salman ibn Abd al-Aziz in Dschidda. Der Fahrgastbetrieb sollte am 4. Oktober aufgenommen werden,[2] tatsächlich erfolgte dies am 11. Oktober.

Anfangs sollen nur vier Zugpaare angeboten werden, die donnerstags, freitags, samstags und sonntag verkehren. Ab 2019 sollen sechs Zugpaare verkehren[2], die Frequenz dann weiter gesteigert werden.[19] Der Flughafenbahnhof soll erst ab März 2019 bedient werden, weil er noch nicht fertig gestellt ist.[2] Die Geschwindigkeit der Züge ist vorläufig auf 200 km/h begrenzt, weil die Signalanlage noch nicht fertiggestellt ist.[20] Für September 2019 wird der Vollbetrieb mit dann 35 Zuggarnituren angestrebt, die während der Spitzenauslastung, also vor allem während der Hadsch, im 10-Minuten-Takt verkehren sollen.[21]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug auf der Bahnstrecke im Oktober 2018

Der Verkehr soll zunächst mit 35 angepassten Talgo-Züge der Baureihe Talgo 350 durchgeführt werden. Jeder Zug verfügt über 13 Wagen mit je zwei voneinander unabhängigen Klimaanlagen, um deren Funktion auf jeden Fall sicherzustellen. Ein Zug bietet 417 Sitzplätze in zwei Wagenklassen.[5] Die Züge werden 1.257 Mio € kosten. Es besteht darüber hinaus eine Option für 23 weitere Züge zum Preis von 800 Mio. €.[22][14] Ein weiterer Zug wird als Hofzug für den saudischen König verwendet werden und eine besondere Ausstattung erhalten.[23] Der erste Zug wurde im Dezember 2014 von Barcelona aus nach Dschidda verschifft. Die Lieferungen erfolgten monatlich über das ganze Jahr 2015 weiter.[24] Die Höchstgeschwindigkeit im fahrplanmäßigen Betrieb soll 300 km/h betragen.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Medina–Mekka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Mario Oriol: De España a la Meca Innovación, Patentes y Marca España. In: Unterlagen Seminar Propiedad Industrial y su contribución a la Marca España. Universidad Internacional Menéndez Pelayo (UIMP), 12. August 2013, S. 175–190; (spanisch).
  • Haramin High Speed Rail. Saudi Railways Organisation; (englisch, Projekt auf der offiziellen Seite des Betreibers).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben nach: NN: Haramain High Speed Railway.
  2. a b c d e Saudi-Arabien: König Salman eröffnet Haramain High-Speed-Eisenbahn. In: LOK Report. 27. September 2018 (lok-report.de).
  3. King inaugurates Haramain High Speed Rail. Railway Gazette, 25. September 2018, abgerufen am 27. September 2018 (englisch).
  4. Europa Press: Un consorcio español logra el AVE La Meca-Medina por 6.736 millones vom 26. Oktober 2011.
  5. a b c d e f wo: Bald mit 300 km/h durch die saudische Wüste. In: Eisenbahn-Revue International, 4/2015, S. 176.
  6. Ein Geschenk des Königs an die Muslime. In: DB-Welt 7 (2013), S. 15; NN: The Haramain “TAV” (High Speed Train). In: HaRakevet 2015 / 111:09, C: Saudi Arabia (ii), S. 14.
  7. Al Rajhi wins Makkah – Madinah civils contract. In: Railway Gazette International vom 9. Februar 2009.
  8. Foster and Partners: Foster + Partners and BuroHappold joint venture to design four stations for Saudi Arabia’s new Haramain High-speed Railway. (Memento des Originals vom 3. Oktober 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fosterandpartners.com
  9. BuroHappold: Joint venture to design four stations for Saudi Arabia’s new high speed railway. (Memento des Originals vom 30. August 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.burohappold.com
  10. Spanish consortium wins Haramain High Speed Rail contract. In: Railway Gazette International vom 26. Oktober 2011.
  11. Saudi Railways Organization: Saudi Railways Expansion Programme. (Memento des Originals vom 9. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.saudirailexpansion.com
  12. ADIF participation in phase 2 (Memento des Originals vom 8. Januar 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/international.adif.org.es.
  13. Adjudicado al consorcio español el contrato de alta velocidad en Arabia Saudí.
  14. a b Talgo se adjudica el contrato de Arabia. Patentes Talgo (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive)
  15. db: DB gewinnt in Saudi-Arabien. In: Eisenbahn-Revue International, 11/2013, S. 583; NN: Mit Tempo 320 durch die Wüste. In: DB Welt 3/2015, S. 10.
  16. The Haramain “TAV” (High Speed Train). In: HaRakevet 2015 / 111:09, C: Saudi Arabia (ii), S. 13f.
  17. wo: Saudisches Hochgeschwindigkeitsprojekt gefährdet. In: Eisenbahn-Revue International 1/2017, S. 38.
  18. Revised Timescala for Haramain. In: HaRakevet 116 (März 2017). ISSN 0964-8763, S. 14.
  19. wo: Wüsten-AVE eingeweiht. In: Eisenbahn-Revue International 11/2018, S. 590.
  20. Ute Müller: Der traurige Start des Wüstenzugs. In: Neue Zürcher Zeitung. 26. September 2018, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 28. September 2018]).
  21. wo: Wüsten-AVE eingeweiht. In: Eisenbahn-Revue International 11/2018, S. 590.
  22. Saudi bidding hots up. In: Railway Gazette International v. 10. März 2008.
  23. Barrow.
  24. The Haramain “TAV” (High Speed Train). In: HaRakevet 2015 / 111:09, C: Saudi Arabia (ii), S. 14.